Kurz notiert: Kombucha, Blumenkohl-Blatt-Brot, Monstropolis, Schokoquark mitJohannisbeeren

Kombucha – aus dem Nichts

Kürzlich ist hier ein Kommentar eingelaufen, der eigentlich ein eigenständiger Beitrag ist: „Kombucha – aus dem Nichts„. Wolfgang erklärt das Wesentliche zur Kombucha-Zubereitung, und auch, wie man ohne Teepilz zum Ziel kommt.

Mit etwas Mühe und der nötigen Sorgfalt ist es möglich, für sich selbst (und Andere) die eigene Bio-Limonade herzustellen – Bionade hat eine ernsthafte Konkurrenz…

Mit Blumenkohl-Blättern backen

In England hat man ein Verfahren entwickelt, bei dem dem Brot bis zu 15 % getrocknete Blumenkohlblätter zugesetzt werden können – angeblich mit der guten Absicht, den Käufer mit genügend Ballaststoffen zu versorgen, und die Blumenkohlblätter zu entsorgen.

An Kaninchen kann man sie auch verfüttern, aber sie können zu Blähungen führen. Vielleicht machen die Forscher ja mal einen Selbstversuch?

Monstropolis und die 500.000 Besucher

Wer seinen Senf zum Gewinnspiel bei Monstropolis hinzufügt, einen Trackback veranlasst (das wird hier aber nur ein Pingback…) oder per e-mail das Datum, an dem der 500.000 Besucher eintrudelt, abschätzt, hat Gewinnchancen.
Aber auch ohne Gewinnspiel ist die Seite interessant, haben wir doch alle die gleichen Interessen: Das Frühstück zum Beispiel, zu dem es auch eine Monstropolis-Aktion gegeben hat.

Johannisbeeren und Schokoladenquark

nach einem erprobten Rezept, vorgestellt bei Lamiacucina. Sieht toll aus, klingt gut, probiert hab‘ ichs noch nicht, dazu muss ich erst noch ein paar Zutaten besorgen. Hat etwas von Tiramisou, geht aber einfacher. Wäre in der Rubrik „Süßspeise mit Johannisbeeren“ noch vor meiner Johannisbeercreme zu empfehlen.

eine Runde Kalorien zählen?
Alles im Lot?
Noch eine Runde Kalorien zählen?

Vom Bock zum Gärtner – oder schöner bocken mit dem "Beziehungsservice" – oder Viagra?

Welches Thema mag eine Seite, die unter der Domain „stehtzummann.xy“ läuft, schon haben?

Klar erkannt, das männliche Stehvermögen. Und Beziehungsservice ist kein Escort-Service, keine Beziehungstherapie, kein Fragen nach verborgenen Möglichkeiten, sondern:

<Kunstpause> < \Kunstpause>

Es ist, so finden wir am Fuß der Seite vermerkt, zum Beispiel das geheime(?) Wissen,

…. was Frauen wirklich wollen, wie Sie Ihre Liebste garantiert einkochen und warum Sie sich Frauen gegenüber immer gut benehmen sollten..

Das „Einkochen der Liebsten mit Garantie“ wiederum ist ein „Liebesmenü“ , bestehend aus

  1. Tomaten mit Mozarella
  2. Lachs in Sahnesoße mit Tagliatelle
  3. Dessert

Im Prinzip ja nichts verkehrtes, aber ohne jegliche Raffinesse und falsch gewürzt. Ein wenig anspruchsvoller geht es hier

Anregendes, Aphrodisierendes, Lustvolles Essen

zu. Und einen Zugang zu einem ganzen Web-Ereignis mit aphrodisierenden Zubereitungen gibt es da auch.

Aber niemand unter den Bloggern würde auf die Idee kommen, seine Frau „einzukochen“ oder „abzukochen“. Es hat diese Art, alles auf das Eine zu reduzieren, zu der ordinären Sprachwahl bei der Überschrift provoziert.

Dieser Beziehungsservice, (via Gesundheitsblogger) von dem wir hier reden, spart auf der einen Seite, und leitet, „powered by Pfizer“, sanft zum Pillengebrauch über, an oder will ihn als Option verankern.

Sinnvoller ist es da, (vorbeugend) auf die Gesundheit zu achten, und in der Liebe etwas mehr Kultur einzubringen.

Noch ein Artikel über die „Sex-Diät“ gefällig?
Alles im Lot?
Oder lieber eine Runde Kalorien zählen?

Abnehmforen im Dschungel der Diäten: Hilfreich oder sinnlos?

Mein Fall sind sie nicht: Die Foren, in denen über das Abnehmen geschrieben wird. Die vielleicht wichtigsten (größten) und ein paar kleinere hab‘ ich hier einmal notiert; vielleicht möchte ja jemand seine Erfahrungen dazu schildern.
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Essig, innerlich: Nicht nur zum Abnehmen

Wenn auch Essig allein nicht glücklich macht und bestimmt nicht seeligmachend ist – Trotzdem kann er Genuss, Haus- und Heilmittel sein. Nur ein paar Beispiele:

Wellness- Essig-Brotaufstrich

Dieses Rezept fand sich auf einer Seite, die Anleitung für einen Wohlfühl-Wellness-Tag sein will – ein willkommener Anlass, unsere Seite zu selbstgemachtem Brotaufstrich zu ergänzen:

Eine halbe, fein gewürfelte Zwiebel mit Apfelwürfeln in der Pfanne angebraten, mit etwas Bio-ApfelSaft und Essig abgelöscht und mit Honig abgeschmeckt gibt einen leckeren Chutney-Brotaufstrich. Wer`s peppig mag, nimmt noch etwas Fitness-Ingwer, Wellness-Cardamom, Exotik-Nelken, Zimt (vielleicht etwas Curry) beim Anbraten mit dazu!

[Quelle]

 

Diabetes und Essig

Bei Typ 2 Diabetikern mit zu hohen Nüchtern-Blutzuckerwerten wirkt sich Essig auf dem abendlichen Speiseplan möglicherweise günstig aus. Ein Esslöffel vor dem Schlafengehen kann helfen, morgendliche Blutzuckerwerte etwas abzusenken. Wie sinnvoll ein regelmäßiger und dauerhafter „Genuss“ von Essig tatsächlich ist, müssen weitere Studien allerdings noch klären.

[Quelle]

 

Ingwer-Essig bei Bauchschmerzen

100 g frischer Ingwer
250 ml Essig.

Man schneidet den Ingwer in Streifen, legt die Ingwerscheiben in Essig ein, verschließt das Glas und stellt es kühl. Im Bedarfsfall täglich 10 ml Ingweressig (verdünnt) auf nüchternen Magen trinken.
Anmerkung: Der Heiltrank ist besonders wirksam gegen die durch Unterkühlung verursachten Bauchschmerzen.

 

Weitere Artikel:

Essig, selbstgemacht, im Test

Essig, äußerliche Anwendungen

Grundnahrungsmittel, Heilwirkung, Traditon, Schlichtheit

Brotaufstriche und Brotbelag zum Selbst-Machen

Vollkornbrötchen – Rezept 

 

 

Kurz notiert: Aromatherapie, Quadratur des Lots, Lehrergesundheit, Deutsch und stolz darauf. Ich bin, was ich kaufe, also bin ich?

Freifahrtschein für Aromazusätze?

Zwischen „geschmacklos“ und „köstlich“ (könnte man sagen, das ist gleichbedeutend mit „kostbar“?) liegen Welten – natürlich auch beim Essen. In einer Studie, auf die der Blog ohne Diät hinweist, konnten die Teilnehmer ihr Essen aufpeppen und haben im halben Jahr 10 Kilo abgenommen (das reicht ja auch…).

Der Text eignet sich vor allem, die Phantasie anzuregen:
Was sind „versteckte pikante Aromen“, was gab es – bei der „süßen Richtung“ – außer „… etwa Kakao, Banane, Erdbeer und Malz“?
Welche Aromen sind in den geheimnisvollen Kristallen verwendet worden – künstliche oder natürliche, welche Speisen wurden aufgepeppt? Gibt es einen gesundheitliche Effekt bei der „geschmacklichen Selbstbestimmung“, und wenn ja – warum?

Quadratisch

Das Bildchen ist schon mal da – fehlt nur noch der passende Artikel. Aber, zu „quadratisch“ wäre so einiges zu sagen:

1.) War da noch etwas mit der Bio-Schokolade; Ritter hat endlich geantwortet… 2.) stellt sich die Frage: Hat das Format 125 x 125 eine Zukunft, als nettes Werbebanner, und wenn ja, welche? 3.) gibt es wohl unzählige Beispiele für Verhältnisse, in denen eben nicht alles im Lot, bzw. im Gleichgewicht, in der Balance ist, zum Beispiel:

Kranke Lehrer

erholen sich in den Ferien. Krank-machend sind aggressive Schüler mit einem großen Mangel an Beziehungen und, wenn es schlecht läuft, die Kollegen und die Schulleitung.
Machmal bringen sie ihre Problem auch bereits mit:

Folgen einer Über-Identifikation mit der beruflichen Aufgabe sind Aufopferung und beruflicher Verschleiß, der Ruin der Privatsphäre und eine einseitige Ausrichtung des Selbstwertgefühls am beruflichen Tun, nicht selten verbunden mit perfektionisatischen Einstellungen sich selbst und anderen gegenüber. (S. 10) [Quelle]

Über eine Studie aus Freiburg berichtet der IDW.

Nachtrag

zur flexiblen Verhaltenskontrolle:

Auch bei einem dehnbaren Begriff, der erst noch gelernt werden will, dürfte gelten, dass man wissen muss, was erlaubt und was verboten ist;
Es sollte halt alles „im Rahmen“ bleiben.
Von daher wäre auch der Begriff „Diätsünde“ in gewisser Weise zu relativieren – ein nicht so großes Stück Schokolade kann wohl nur bei einer sehr rigiden Herangehensweise als Sünde betrachtet werden, ansonsten sollte es als bewusster Genuss erlaubt sein.
Die „Diätsünde“ wiederum ist neben der Verkehrssünde (wegen der man sich keine Schuldgefühle macht, solange man nicht erwischt wird) offenbar ein Überbleibsel der „Todsünde“, wozu in einem hoch gelobten Buch mehr zu lesen wäre.
Todsünde und Laster wiederum stehen im Gegensatz zur Tugend, um die es in diesem Wertesystem geht. Flexible Verhaltenskontrolle findet im Sannungsfeld von Freiheit – Verantwortung – Schuld – Selbstachtung und Psychohygiene statt.

Deutschstunde

Es wird – wegen der Auswanderungswelle (?) – verstärkt eingebürgert, und zu diesem Zweck ein Test über Sprachkenntnisse und Deutsches Wesen veranstaltet.

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist z.B, aus folgenden vier Symbolen ein Satz zu bilden:

Zum Einbürgerungstest

Ob das so richtig ist?

Jesus, bin ich froh, unter dem Adler und nicht mit Ährenkranz, Hammer und Zirkel groß geworden zu sein, sowie nicht in der Bundeswehr gedient zu haben. Darauf kann ich aber stolz sein!

Was dem einen sein Atatürk, ist dem anderen sein …

Wer war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland?

Aber wehe, es wird gefragt, wer wird der neunte Bundeskanzler …

1. Konrad Adenauer

Kiesinger, Schmidt und Brandt waren ebenfalls Bundeskanzler. Aktuell ist Angela Merkel von der CDU Bundeskanzlerin. Sie regiert seit 2005. Die Regierungschefs seit Ende des Zweiten Weltkriegs waren:

  1. Konrad Adenauer von der CDU
    vom 15. September 1949 bis zum 15. Oktober 1963
  2. Ludwig Erhard von der CDU
    vom 16. Oktober 1963 bis zum 1. Dezember 1966
  3. Kurt Georg Kiesinger von der CDU
    vom 1. Dezember 1966 bis zum 21. Oktober 1969
  4. Willy Brandt von der SPD
    vom 21. Oktober 1969 bis zum 6. Mai 1974
  5. Helmut Schmidt von der SPD
    vom 16. Mai 1974 bis zum 1. Oktober 1982
  6. Helmut Kohl von der CDU
    vom 1. Oktober 1982 bis zum 27. Oktober 1998
  7. Gerhard Schröder von der SPD
    vom 27. Oktober 1998 bis zum 22. November 2005

Stell Dir vor, Du bräuchtest einen Europa-Pass und müsstest erst einen Test machen: Wie viele Departements hat Frankreich, Grafschaften England, bei welcher Behörde musst Du in den Niederlanden Deinen Hund anmelden, was ist der Unterschied zwischen Flamen und Wallonen?

Shopping hilft, die Welt verbessern

das ist so ein Denkansatz, der es spätestens jetzt geschafft hat, von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden: Der Stern hat ein Interview mit Fred Grimme veröffentlicht. Luxusgüter dürfen sein, aber öko sollten sie auch sein. Bei Hummer immer auf die umweltverträgliche Variante mit Elektroantrieb, Bi-Turbo oder zumindest Hybrid achten!

Kurz notiert: Bauchfieber, Biergürtel, Fünf-Elemente-Küche, Incaparina macht fit, Abnehmen mit Tagebuch, Gruppe und Arzt

Das Bauchfieber

… ist bei der WELT ausgebrochen, oder wie nennt man diese Krankheit, in deren Folge eine Zeitung von Rang knapp hundert Prominenten-Bäuche den Zuschauern vorführt, um sie raten zu lassen, welcher Bauch zu welchem Star gehört? Nach 15 Bildern kam ich zum ersten Bäuchlein, das ich kenne – vom sehen.

Der Kronkorkengürtel

Bei Lieblingsbier.de fand sich der Hinweis auf dieses modische Kleidungsstück, das bei Bierstyle hergestellt und vertreiben wird.

Gabriele Klinger, „Fünf-Elemente-Köchin“, im Interview

Gabriele Klinger hat ein Kochbuch mit alltagstauglichen Rezepten, die sich an der Fünf-Elemente-Lehre orientieren, aber gar nicht richtig chinesisch sind, geschrieben. In einem 40-minütigen Interview erzählt sie aus ihrem Lebenslauf und erklärt die Grundlagen der Essenszubereitung nach den fünf Elementen. Als Einführung sehr empfehlenswert. als mp3

Schulspeisung erhöht die Intelligenz

Bei was-ist-drin wird eine Studie aus Guatemala vorgestellt, in der es um die Effekte von Incaparina geht:

a low-cost protein food made of cottonseed, corn, and sorghum flours, yeast, etc. and used, esp. in Latin America, in preventing protein deficiency disease

Etymology: INCAP (acronym for Institute of Nutrition in Central America and Panama) + (f)arina

Also ein Getränk aus Baumwollsamen, Mais, Hirse, Hefe und anderem, das an Schulkinder verteilt wird, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. [Bilder]

Erfolgsfaktor Gruppe oder Tagebuch?

Wenn beim Abnehmen in der Gruppe die Teilnehmer, die ein Ernährungstagebuch führen, mehr Fortschritte machen als die, die es lassen, zeigt das, dass zu viel Lässigkeit nicht immer viel bringt…

Hilfreich war vielleicht auch das Gefühl, ärztlicher Autorität unterstellt zu sein. Aber das ist alles Interpretationssache.

Artikel in der ärztlichen Praxis, via Blog ohne Diät.

Teure Bionade-Witze erregen Unmut

In einem Artikel über Essen aus Langeweile findet sich dieses

Foto mit der Werbung für Bier und der Kernaussage: Bier hilft (gegen Langeweile).

Bei Bionade läuft jetzt eine Werbekampagne an, die das Schräubchen noch etwas anzieht, unter anderem mit der Aussage: Brause hilft bei innerer Leere.

Tatsächlich sind ja Langeweile und innere Leere verbreitete, pathologische Tatbestände, und man könnte sich aufrichtig bemühen, etwas dagegen zu tun. Aber

mit einer kleinen Botschaft, die sich, als leichtes Rätsel verpackt, in die Gehirnwindungen manipulativ einnistet, macht man seine Späße mit seinen Kunden und über seine Kunden.

Nur einmal angenommen, irgend ein Therapeutenverband würde eine annähernd ähnliche Werbung (ich weiß, das ist jetzt nicht professionell) schalten lassen

– die potentielle Kundschaft käme sich verarscht vor.

Bionade wechselt das Image wie ein Hemd, wobei es ethisch nicht einwandfrei ist über Krankheiten Witze zu machen.

Werbekampagne und gleichzeitige Preiserhöhung machen deutlich, welchen Aufpreis das künstliche Markenimage erfordert. Am Inhalt gab es wohl keine Änderungen.

Das erweckt Unmut, und Bionade fällt – wer hätt’s gedacht – in Ungnade: Muss denn so viel Werbeaufwand sein, geht es nicht auch etwas leiser, und wem nutzt das Ganze, unterm Strich?

via: Karmakonsum, Foto von Horizont.net

Xenadrine – beschleunigte Fettverbrennung mit "Abnehmpillen"?

Es gibt Foren, in denen recht häufig das Mittel "Xenadrine" erwähnt wird – mehr oder weniger lobend. Es gibt aber auch Foren, die offenbar ausschließlich dafür geschaffen wurden, irgendwelche "Präparate" unauffällig  zu bewerben und zu verkaufen.

So wird Xenadrine als "Effektiv und jahrelang erprobt" oder unter dem Motto "schnell und effektiv abnehmen" beworben, wobei wir ja längst wissen, wohin es führt, wenn man "schnell und effektiv" abnehmen will.

Auch Aussagen wie "Das extra starke Xenadrine EFX ist ein potenter, Ephedrin-freier, thermogenetischer Fettverbrenner, der die Fettverbrennung stimuliert" klären nicht wirklich auf, aber wir finden immer wieder Links, die zu einer Bestellmöglichkeit führen.

Es handle sich um eine "thermogene Kombination, deren Wirksamkeit in zahlreichen wissenschaftlichen Studien bewiesen wurde."

abnehmen, Mass halten

Jetzt noch nach den passenden Studien zu suchen, dürfte nichts bringen, denn kein neutrales Institut hat die Mittel (übrig), um eine aussagefähige Untersuchung über eine willkürliche Kombination von Ephedrin, Ginko, grünem Tee usw. durchzuführen.
Andererseits, für Werbezwecke ist so eine Studie schnell durchgeführt – wenn man sich ihre Ergebnisse gerade eben einmal ausdenkt:

 

Ergebnisse für das WUNDERMITTEL:

Programmdauer: Sechs Wochen
Massnahme: Mäßige sportliche Betätigung (drei mal pro Woche 45 min. Aerobic)
Karlorienaufnahme: 1.800 kcal pro Tag

Die Teilnehmer, die das Wundermittel einnahmen, verloren drei mal mehr Fett als die Kontrollgruppe und die Placebo-Gruppe.
Im Einzelnen:

Fettverlust:
Kontrollgruppe: 1,45 kg
Placebogruppe: 1,5 kg
Wundermittel: 4,74 kg

 

Angeblich handelt es sich bei Xenadrine um

"das Produkt über das in den Medien am häufigsten im Zusammenhang mit Diätprodukten berichtet wurde. XENADRINE RFA-1 ist medizinisch genehmigt, extrem wirksam und 100% natürlich…"

Machen wir uns nichts vor: Diese Texte sind professionell erstellt, einzig zum Zweck der Verkaufsförderung. Werbung ist nun einmal unheimlich wirksam, zumal, wenn sie die (geheimen) Bedürfnisse der Kundschaft anspricht: Das Image, die Figur, das Ansehen und Wohlbefinden zu verbessern – einfach, indem etwas geschluckt wird.

Verkaufsförderung dürfte auch der Hintergrund bei so genannten "Testberichten" sein:

"Doch die hartnäckigen Pfunde waren nicht zu weg zu kriegen. Frustiert und demotiviert habe ich weitergekämpft und irgendwann verzweifelt nach einer Unterstützung gesucht. Ich habe sie gefunden. Ich nehme Xenadrine nun seit nicht einmal einer Woche und man kann zuschauen, wie sich das Fett um die Hüften "verflüchtigt"."

Bei "Asterix und Obelix" beruht die Story im Kern auf der Wirkung des Zaubertranks, ist eindeutig als harmlose Unterhaltung gedacht.

Hier wird "im Ernst" so getan, als gäbe es ein Zaubermittel gegen den Hüftspeck. Die ständige Wiederholung ergibt einen hypnotischen Effekt. Man wird eingelullt, auf seine Wunschträume zurückgeführt und erhält die Suggestion, diese könnten durch eine Internetbestellung realisiert werden.

 

 

Weitere Artikel:

Appetithemmer

"Diätmittel" aus dem Internet

Die "Nahrungsergänzung" als Potenzmittel

Die Fressnet-Wundertropfen

Das Abnehmpflaster 

Eine Frau ohne Bäuchlein kann keine Venus sein

Das nur mal als These, da das Thema „Sixpack“ ja so gerne diskutiert wird.
Und beim Diskutieren bleibt es nicht – da werden auch noch Übungsanleitungen und Trainings-Hilfsmittel, die weit über das kleine Sportstudio hinausgehen, empfohlen. Übung und Resultat, in interessanter Signal-farben-Zusammenstellung, sind hier links zu sehen.

Offenbar geht es in dieser Liga nicht mehr ganz langweilig um Abnehmen und Diät, sondern um den sportlich definierten Körper beiderlei Geschlechts.

Nehmen wir mal an, die Anfänge dieses Kults lägen bei Barbarella, dann hätte Jane Fonda zum Auslösen der Aerobic-Welle nur noch bereits gelegte Grundlagen aktivieren müssen.

Bekanntlich ist das Ideal eine Kunstfigur, (jung) und sexy, wobei die alten Ideale ja auch auf ihre Art Schönheit definierten, aber auch schon einmal Demut und Reinheit heißen konnten und das Moment des graziösen sich wohl über die Zeiten hinweg erhalten hat.

Vor einer Weile hatte man das Wort „Sixpack“ noch gar nicht gekannt und es galt ein Schönheitsideal, das noch nicht von allgegenwärtigen Werbebotschaften beeinflusst war:

Titian, Venus von Urbino, 1538
und – momentan leider unbekannt…

Das „Bäuchlein“ war offensichtlich erwünscht, galt als Zeichen reifer Weiblichkeit, und wurde gelegentlich auch schon einmal im Sinne des Mästens übertrieben.
Von Rubens gibt es die Darstellung einer sitzenden Venus, die mit Spiegel und Schönheitspflege beschäftigt ist – ein deutlicher Hinweis auf den weiblichen Narzissmus, der immer mit „Selbstbespiegelung“ verbunden ist; das ist offensichtlich eine Gesetzmäßigkeit, aber ein eigenes Thema.

Gäbe es jedoch nur Frauen vom Typ der Venus, wäre es wohl langweilig auf der Welt.

Der eher muskulöse Frauentyp hätte in der Antike wohl der Amazone entsprochen ( mehr Amazonen) , Die Wettläuferin der Atalante, usw, usw.

Ganz eindeutig gehört die Idealisierung von Schönheit und Körper zu den kulturellen Erscheinungen, ist in den verschiedenen Epochen von unterschiedlichen Institutionen vorangetrieben worden; In jüngerer Zeit durch Filmindustrie und Massenmedien, seit kurzem offensichtlich auch in einer Verquickung mit der Sportindustrie.

Schokokekse, Ampeln, Kalorienangaben, gezielte Verwirrung und das Problem der Portionsgröße

Ich wollte nie einen Beitrag zu den Vorzügen einer ampelmäßigen Kennzeichnung von Lebensmitteln schreiben, denn eigentlich ist doch ganz klar, dass Wurst und Käse fett sind, Bonbons viel Zucker enthalten und absolut unsinniger "Eistee" in Tüten auch.

Bei Croissants würde ein Aufkleber, der den Fetttgehalt signalisiert, zwar sinnvoll sein, wäre aber, wie bei einer Buttercremetorte, unter ästhetischen Gesichtspunkten abzulehnen.

Sinnvoller fände ich, Begriffe wie "Leicht" und "Du darfst" zu verbieten, weil von solchen Produkten schon mal die doppelte Menge gegessen wird – steht ja auf der Packung: "Schlemmen erlaubt".

Diese Packung Kekse – das war ein Impulskauf, so muss ich beichten – die Packung hat in diesen Signalfarben schon in meiner Kindheit existiert und ihr jeweiliger Inhalt wurde damals gelegentlich unter drei Geschwistern aufgeteilt, zum Beispiel auf Reisen, weshalb ich diese Packung auch mit "Bahnhofskiosk" assoziiere.

Neu ist, dass die Kekse von "Ökotest" als sehr gut befunden werden, solche Markierungen sind früher nicht üblich gewesen. 
Ein weiterer Aufdruck weist wohl noch darauf hin, dass die Packung 7% von irgend etwas enthält – das ist interessant, da müsste man einmal näher hinschauen: 

7% vom GDA also – mmh, die Abkürzung kenne ich nicht, keine Ahnung, was das bedeutet; aber 139 Kilokalorien hat eine Portion – das ist soviel wie ein Glas Apfelsaft plus 2 Marshmellows – das wird schon in Ordnung gehen, ein kleiner "Imbiss" zwischendurch -  ich will ja nicht die ganze Packung aufessen, und mit 140 Kalorien werde ich mich ja nicht gerade belasten, ich will ja nur ein paar Kekse essen, aus Hunger, aus Gründen der Nostalgie (siehe oben), und weil ich bei meiner Radtour gerade auf den letzten Kilometern noch einmal Durst und ein wenig Hunger bekommen habe.

Also habe ich nach dem Einkauf das Fahrrad neben einer Bank geparkt und so 3-4 Kekse zu meiner Buttermilch genossen – schön süß und quasi dekadent, wo ich mir doch eigentlich Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil verordnet habe, aber ausnahmsweise…

Und, wie gesagt, in der Kindheit waren es ja auch immer 4 Kekse pro Nase, wenn die Packung durch drei geteilt worden ist.

Natürlich hatte ich mich schon gleich gefragt, was die Bahlsens eigentlich unter "einer Portion verstehen – aber das war angesichts der Informationsflut auf der Packung erst mal nicht ersichtlich.

"Qualitätsgarantie" war da zu erkennen, und dass es ein Kundentelefon gibt. Aber mit dem Handy sich in eine Warteschleife hängen – daran habe ich erst gar nicht gedacht.

Ich könnte das Ganze ja immer noch in Ruhe studieren.

Dafür braucht man dann aber schon gutes Licht, andererseits interessiert die Liste der Inhaltsstoffe ja eigentlich nicht – Kekse sind Kekse, oder?

Daneben dann endlich die Kalorienangaben, für 100 Gramm, für zwei Kekse, und dann wieder dieser GDA – pro 27,8 Gramm.

Natrium, Sodium und Sodio gibt es nur recht wenig – ist das jetzt gut oder schlecht? Was ist Sodio? Ist das Italienisch?

Also, ich finde das Ganze ist eine Zumutung: Das letzte Foto der Serie ist eine Vergrößerung, und ich habe den Kontrast noch einmal etwas erhöht.

Ein babylonisches Sprachengewirr führt zur unlesbaren Mikroschrift, die Informationen, die man sucht, sind nicht vorhanden oder nicht zu finden. Ob ein Beipackzettel die Lösung wäre?

Wieviel Kalorien ein Keks enthält, darf man sich selbst ausrechnen, was unter einer Portion zu verstehen ist, ist individuell unterschiedlich, der Gehalt der ganzen Packung ist nicht angegeben (aber manche essen sie komplett auf), von der eigentlich wichtigen Nährstoffdichte müssen wir eigene Vorkenntnisse mitbringen.

Aber solche Gedanken führen nicht weit. Selbst eine blinkende Ampel mit Leuchtdioden könnte nichts daran ändern, dass Produkte, die eigentlich nur für Ausnahmesituationen und nicht für den alltäglichen Konsum  geeignet sind, nur in geringer Dosis ein Genuss ohne Reue bleiben.

 

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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