Abnehmen ab Fünfzig – Jahren, nicht Kilos…

Von “junggebliebenen Alten” hört man immer wieder gern – doch ist das nicht eigentlich ein Mythos ohne großen Wert? Vielleicht ist “50” ja noch jung – gerade die 80-jährigen behaupten es jedenfalls , aber wenn es ums abnehmen geht – das  wird jedenfalls mit zunehmendem Alter schwieriger, denn der Grundumsatz, vielleicht auch allgemein der Elan nimmt leichter ab, als das Körpergewicht.

Älter werden – ein Grund zur Sorge?

Die Sorgen der Älteren - oft behalten sie für sich, selten geht es noch ums Abnehmen Wer sein Altern verdrängt, und sich “ewig jugendlich” fühlt, lebt in einer üblen  Illusion. Die Zeit bleibt nie stehen, und alles, was lebt, verändert sich, bis es schließlich “vergeht” und Neuem Platz macht. Ob und wann der “Herbst des Lebens” eintritt – oft wird das gar nicht bewusst bemerkt.

Man kann versuchen, das älter-werden zu akzeptieren; der Gedanke, die Lebensmitte überschritten zu haben, taucht irgendwann auf, und das Bewusstsein, dass die persönliche Zukunft endlich ist.

Gut zu leben und gesund zu sterben ist ein mögliches Motto für den letzten Lebensabschnitt.

Übergewicht und Abnehmen ab 50

Herbstmotiv - als Assoziation zu "Lebensabschnitte" Damit wird die Gesundheit, die dennoch nicht “Alles” bedeutet, und die eigene Vorsorge zum Thema, der Gesundheit zuliebe, und – bei Bedarf – auch das Abnehmen. (Aber, bitte, wegen der “50”, die manchmal sogar mit einem Lorbeerkranz geschmückt wird, keine Panik.)

Wer jenseits der vierzig, fünfzig Jahre mehr Probleme mit dem Abnehmen hat als vorher, befindet sich in guter Gesellschaft:

Der Stoffwechsel wird im Alter langsamer, der Kalorienbedarf sinkt.
Wer jetzt bei den gewohnten Portionen bleibt, und sich vielleicht noch etwas weniger bewegt, nimmt automatisch zu. Und man hat – logisch – mehr Schwierigkeiten, abzunehmen.

Hartes und ausdauerndes Training fällt weniger leicht als in jungen Jahren – man wird eben älter.

Sich auf “Seniorenportionen” einzulassen, kratzt vielleicht am Selbstwertgefühl, und  neben der Kondition auch das Kraft-Training nicht völlig zu vergessen – das ist leichter gesagt als getan.

Wer – egal in welchem Alter – einen dicken Bauch vor sich herschiebt und meint, (es sei denn, auf Anraten des Arztes) das sei gesund, hat ein Problem: Spätestens, wenn man vor lauter Bauch nicht mehr die Schuhe zubinden kann, wird es kritisch, aber auch, wenn Gewichts-bedingt Treppen zu Fuß nicht mehr zu bewältigen sind.

Einige Thesen vorab:

  • Wenn Senioren abnehmen wollen, müssen sie zuerst akzeptieren, dass sie nicht mehr die Jüngsten sind. Sich als “Best Ager” einzuschätzen, klingt freundlicher als der “Senioren-Status”. Aber auch der kommt unweigerlich.
  • Die Strategien zur Bewältigung der Lebensabschnittsaufgaben können nicht mehr die Gleichen sein wie in der Jugend. Die Strategien zum Abnehmen ändern sich auch.
  • Beim Einschätzen und Wahrnehmen von Chancen ergeben sich andere Perspektiven als früher.
  • Wünsche und Bedürfnisse ändern sich auch.
  • Es fällt leicht, zu akzeptieren, dass man nicht mehr der Jüngste ist, aber schwer, zu akzeptieren, dass man älter wird
  • Sich im rechten Maß um die körperliche Tüchtigkeit/Ertüchtigung zu kümmern, ist aktive Vorbereitung und Bewältigung des Alterns, dazu gehört auch ein relativ optimales Körpergewicht.
  • Die Gründe, sich um die Gesundheit zu kümmern, werden mit dem Alter nicht weniger.

Voraussetzung für langfristig erfolgreiches Abnehmen ist sowieso nicht, für ein paar Wochen eine bestimmte Diät einzuhalten, sondern Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die verfestigt und schier veränderungsresistent sind, zu ändern.

Gute Gründe und die feste Überzeugung, dass es stichhaltige Gründe sind, können vielleicht den “festen Willen”, an dem es bisher ja gemangelt haben dürfte, ersetzen.

Hoffnungslos ist, wer keine Chancen mehr wahrnimmt, aber man soll ja nie die Hoffnung aufgeben: Resignieren kann nur dazu führen, dass man zum Griesgram wird, im Alter: Zum altersstarrsinnigen Griesgram.

Langjährig Übergewichtige sind angesichts vieler vergeblicher Gewichtsreduktions-Versuche von ihrer Ohnmacht gegenüber dem Übergewicht überzeugt; ihr Denken ist also von Resignation geprägt.

Eine Chance, auch als jemand, der nicht mehr der Jüngste ist, abzunehmen, bietet die Portionsdiät.

Mit Fünfzig hat man noch Träume

Das Thema “abnehmen ab fünfzig” erscheint hier nicht, weil solche Wünsche als pure Wunschträume abgetan werden sollen.  Warum sollte es nicht möglich sein, aus (vielleicht allzu vielen) Fehlern zu lernen, und doch noch auf ein Gewicht zu kommen, mit dem man zufriedener ist, als mit dem bisherigen Übergewicht?

Aber, bevor wir zum “Abnehmen im Alter”,  kommen, ist es wohl sinnvoll, sich mit den Alterungsprozessen und den Veränderungen in den Lebensabschnitten allgemein zu befassen: Welcher Art sind die, und was kann man selbst beeinflussen?

Gibt es wirklich die Kunst des Alterns, und was lässt sich darüber vermitteln?

Immerhin: Es gibt ein gleichnamiges Blog, und auch Literatur zu diesem Thema:

Themen die im Zusammenhang mit

Abnehmen ab Fünfzig – Von der Freiheit, zu essen, was man will und vom Glück, zu essen zu haben

noch behandelt werden sollen:

  • Vorbereitung aufs Alter
  • Die Suche nach Glück
  • Die neuen Freiheiten
  • Neue Bewusstheit
  • Der Griesgram (Miesepeter) auf Diät
  • Welche Diät ist die richtige Diät?

Wer als älterer oder nicht mehr ganz-so-junger-Mensch gute Gründe und den Willen zum Abnehmen hat, sollte vielleicht besser keine Brigitte-Diät mehr machen. Salatblätter pur oder Punkte-Zählen erscheinen nun nicht mehr angemessen. Es wird dringend notwendig, gemachte Erfahrungen zu nutzen und auf untaugliche Verfahren zu verzichten. “Einsicht” wird zum Zauberwort beim Abnehmen ab 50”!


Abnehmen in den Wechseljahren

Wie sich die Hormonveränderungen individuell auswirken, mit welchen Schwierigkeiten sie verbunden sind, lässt sich eben nicht verallgemeinern. Aber Wechseljahre und Menopause spielen in das Thema “abnehmen ab 50″ allemal hinein. Die Veränderungen positiv, nicht als Verlust zu sehen, fällt weder Frauen noch Männern in den Schoß. Ob “man” mit diesem Abschnitt ruhiger oder aktiver, gelassener oder resignierter wird, ist von großer Bedeutung – auch beim Abnehmen.
Nicht mehr fruchtbar oder nicht mehr uneingeschränkt zeugungsfähig zu sein, kann als Gewinn oder Verlust empfunden werden: Das Glas ist eben halb voll oder halb leer, wenn es zur Hälfte gefüllt ist.

Vieleicht fallen Entscheidungen zugunsten der eigenen Gesundheit leichter, wenn man älter als 50 ist – Manche meinen aber auch, in dem Alter keinen sonderlichen Grund mehr zu haben, etwas für ihre Attraktivität zu tun.
Sich mehr für den gekonnten, bewussten, vieleicht auch stillen Genuss zu entscheiden, dürfte in diesem Lebensabschnitt die beste Perspektive sein.

Für Fünfzigjährige allemal passend ist dieses Zitat:

I’m not 50–I’m 18 with 32 years’ experience.

Vor Atkins- oder Schlank-im Schlaf-Experimenten ist gerade in der zweiten Lebenshälfte zu warnen: Eine Eiweißbetonte Ernährung oder gar Trennkost bleibt selten ohne Nebenwirkungen (Gicht?!) und entspricht noch seltener den Bedürfnissen.

Wie wäre es mit der Portionsdiät, oder eventuell mit einer modifizierten Portionsdiät?

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10 Kommentare zu “Abnehmen ab Fünfzig – Jahren, nicht Kilos…”

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  6. Das Abnehmen als Älterer betrifft mich auch. Sehr schade finde ich, dass für unsereins es keine Angebote gibt. Vielleicht allgemeine Kurse – VHS oder von der Krankenkasse – aber letztlich hab’ ich keine Lust auf ein Programm und btrauche auch keine allgemeinen Informationen, die ich doch schon besitze.
    Und ich habe wirklich das Gefühl, dass Abnehmen ab 50 schwieriger ist, als in der Jugend.

  7. Auch hier mal wieder die Antwort: Diskutieren wir doch auf “Portionsdiät.de” weiter?

  8. Ja, das Älter werden kann schon sehr nachdenklich machen. Als 50+ weiß ich, wovon ich spreche. Ich kann Ihren Ausführungen nur zustimmen.
    Tatsächlich wird es mit zunehmendem Alter aus den von Ihnen angeführten Gründen immer schwieriger, erfolgreich abzunehmen und auf Dauer ohne Jojo-Effekt schlank zu bleiben. Bei mir fing das langsam schleichend etwa ab dem Alter 46 an.
    Deshalb engagiere ich mich auch in diesem Thema und freue mich immer sehr, auf Leute zu treffen, welche die Dinge genau so sehen können, wie ich.

    Viele Grüße aus Portugal
    Cornelia

  9. Seit ich das kürzlich erschienene Buch “Fettlogik überwinden” in einem Rutsch gelesen habe, nehme ich ab – problemlos, obwohl 61.

    Wie? Durch genaue Erfassung dessen, was ich esse, aufschreiben, Kalorien addieren – und ich komme obwohl subjektiv schlemmend so auf 1200/Tag. Ich sage “schlemmend”, weil ich keinerlei Hungergefühle verspüre mit viel Salat, Gemüse, Obst, Fisch, Tofu… – wenig Fett und Kolehydrate. Eindrücklich war das Aha-Erlebnis über meinen verschwenderischen Umgang mit Pflanzenölen – hab ich drastisch herunter gefahren.

    Das Buch entzaubert sämtliche komplizierten Meme rund um das Abnehmen und führt zurück zur einfachen Wahrheit: am Ende des Tages zählt allein die Kalorienbilanz. Alles gut mit Studien belegt.

    Es macht den Kopf frei und motiviert sehr! Ich hatte seit Mitte 50 deutlich zugenommen und §es einfach akzeptiert” – so lange, bis ich Probleme hatte, ohne Pause in den 3.Stock zu kommen – und manch andere Beschwernis, die sich aus einem Gewicht BMI 32 ergabe.

    Nun bin ich guter Dinge, noch in diesem Sommer mein Normalgewicht zu erreichen. An kleinere Portionen gewöhnt man sich sehr schnell!

  10. Hallo Claudia,

    das Aufschreiben und Protokollieren als verhaltenssteuernde Maßnahme kann ganz gut funktionieren, wenn auch nicht immer problemlos. Wenn das der Ansatz von “Fettlogik überwinden” ist, bleibt nur noch zu klären, was denn “Fettlogik” nun schon wieder ist, und ob das Wort, der Begriff überhaupt sinnvoll ist, mir scheint, “Fette Unvernunft überwinden” etwas passender, denn Logik ist Logik und bleibt Logik, was gibt es da zu überwinden? Es kursieren ja auch Begriffe wie “Fettlüge” uvm., und immer wieder neue “wissenschaftliche” Erklärungen, was nun gesund oder ungesund ist, Butter oder Margarine oder eben so wenig Fett wie möglich, was dann von den “Genussmenschen” mit dem Argument “Fett ist ein Geschmacksträgerle” gekontert wird.

    Aus dem letzten Argument wird nun manchmal pseudo-schlau gefolgert, dass, wenn es schmecken soll, das Essen auch fett zu sein hätte, oder – “quasi liberal”, ruhig auch mal Fette enthalten dürfe, und mit dieser Leitlinie bleibt die Suche nach der Alternative auf der Strecke – auch logisch.
    Also kommt es auf die Voraussetzungen an, auch bei der Ernährung. “Viel hilft viel” stimmt eben nicht immer, wenn wir an ein zu schmierendes Radlager denken, oder eine Fahrradkette, wird klar, dass zu viel nichts bringt und nutzt, und bei den Fettpolstern ist es halt ähnlich…

    Bei der Portionsdiät sind protokollieren, einteilen und planen ja auch zentrale Elemente,

    “Portionen” sind schon immer, seit Menschen sich (hier und heute) an einem Tisch zum Essen versammeln im Bewusstsein – und deutlich einfacher zu ermitteln und zu zählen als Kilokalorien und Punkte.

     

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