Foodblogbilanz 2022

2022 – das ist also vorbei, hat aber wie andere Jahre auch einen Rückblick verdient, und in Bezug auf das Foodblog folgt die Foodblogbilanz 2022, eine von vielen ;-).

Ich hatte im letzten Jahr eigentlich versucht, einige Abwechslung zu bieten; für die „heißen“  Themen, die immer mal kurz aufflackern und dann wieder  verschwinden, bin ich nicht zuständig, doch  es gilt allgemein die Prämisse:

„Rezepte sind Politik“ – das steht im twitter-Profil von fressnet.de, denn Landwirtschaft und Ernährung sind als Politik-Felder ja zweifellos politisch.

Bei Greenpeac sah man das ähnlich, also entstand eine Pressemitteilung mit einem Weihnachtsbraten-Rezept,  vorgeführt von einer Aktivistin mit ökokorrekter Mütze und guter Laune.

„Unter Angabe der Credits © Mitja Kobal / Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.“

Wenn Organisationen ihre Marke so präsentieren, dass die Pressemitteilung zum „weihnachtlichen Bohnenbraten“ auch seitens des Fernsehens zitiert wird, ist das ein Marketing, das den Foodblogs das Wasser abgräbt. Mit diesem Ergebnis ist „man“ auch zufrieden und bleibt den herrschenden Klischees (Frau: Küche, Mann: Frauenfototografierer) treu, die Deko-Elemente Zipfelmütze und starke Kordel, nicht jedoch die Optimierung des Bratens, stehen im Vordergrund.

 

 

Food-Blogger*Innen müssen sich über kleinere Besucherzahlen  nicht wundern, die Wirkung der Medienriesen beeinflusst jede Bilanz.

Dass unter „Zutaten“ gekochte Bohnenware vorgeschrieben ist, lässt darauf schließen, dass die „Umweltorganisation“ bei der Verpackungswende noch nicht so ganz up-to-date ist; auch Zubereitung ist Politik, und wenn wir tonnenweise Dosenblech-Abfälle vermeiden, schont das die Umwelt, deshalb: „Denkt mal über die Multicooker-Verwendung nach!“

Eine Alternative: Der Mais-Hackbraten mit veganer Bratensauce, Pilzen und Salat. Hauptbestandteil dieses Bratenexperiments ist Mote-Mais oder „Maíz Mote“, eine Spezialität aus Peru.

Ich hatte schon bei der Food-Blogparade vom Vorjahr erwähnt, dass ein wenig mehr Cooperation für den gesellschaftlichen Fortschritt nötig ist, aber manche Institutionen sind kaum in der Lage, über das „weiter, wie bisher“ hinwegzukommen. Stellen wir also die Idee „(Weihnachtlich-) Cooperativer Mais-Bohnen-Tempeh-Braten“ in den Raum – bis zur Realisierung bleiben keine 12 Monate!

Wer mag, findet bei der „Bilanz für 2021“ noch etliche Angaben, die nach wie vor gelten – neu war die etwas eingehendere Beschäftigung mit Algen; mit ein wenig Spirulina-Pulver im Spinat hatte ich sie auch auf den Teller gebracht, doch lässt sich da noch viel mehr ausprobieren und erfinden.

Sich auf anderen Food-Blogs umzuschauen, ist vorwiegend erfreulich – so hatte ich bei einer „Stichprobe“ die Mitteilung gefunden, dass Julia, die Loeffelgenuss.de betreibt, das Fermentieren und mithin Kimchi für sich entdeckt hat.
Vor zehn, zwölf Jahren wäre so etwas noch eine der exotischsten Meldungen überhaupt gewesen. Heute ist es eine Bestätigung dessen, dass selbst zubereitete Lebensmittel Vorteile bieten, die rein industriell nicht herstellbar sind – und dass unseren Leitorganisationen der Mut zum Ausprobieren mangelt.

 

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  5. Was mehr als die Summe ist, Politische Auflockerung, Unser Glasbedarf, Erfrischungsgetränk Kwayran, Hitze und Kühlung, Kochen mit geringem Aufwand…

3 Kommentare zu “Foodblogbilanz 2022”

  1. […] beliebt und folglich werden seine Rezepte ausgiebig nachgekocht und präsentiert. Anlässlich der Foodblogbilanz habe ich ihn beim Stöbern auf „Klimafreundlicherkochen.de“ mit einem Rezept […]

  2. […] Fressnet […]

  3. Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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Frische Kommentare

  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂
  • Ulrike: Nachhaltigkeit und Produkte aus der Umgebung sind wichtig, da bin ich ganz bei dir. Alles...
  • Bine: Lieber Klaus-Peter, ich bin über die Foodblogbilanz2021 auf Deinem Blog gelandet und...
  • Evelin: Danke für diesen wunderbaren Artikel. Den Fotos sieht man an, dass die Gerichte...
  • Claudia: In diesem Artikel ist nicht immer klar, ob du etwas kritisierst oder empfiehlst –...

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