Wagensteak, Nackenknecht, Energiesparspass und Fermentation

Eine ganz, ganz pfiffige Politikerin hatte ja neulich gemeint, Debatten um “Pommes mit Nackensteaks oder doch nur Gurkensalat” wären eher etwas für Privilegierte, nichts aber für die alleinerziehenden Krankenschwestern, die ihr Leben zwischen Kita und OP  zu organisieren hätten und gerade unter den Spritpreisen litten.

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Gegenverkehr beim Datenverkehr – Fotos für den Verkehrsminister

Wie viel politische Bedeutung sich in vermeintlich völlig unpolitischen Handlungen wie Nahrungsaufnahme und Essenszubereitung verbergen kann, machte unser aller Verkehrsminister WISSING unlängst deutlich:

Der Digitalminister kritisierte unötigen, energiefressenden Datenverkehr, und als praktisches, anschauliches Beispiel wählte er die beliebten Food-Fotos:

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Man wird doch noch beunruhigt sein dürfen!

Tut mir leid: Das hier ist nicht die Samstagsabend-Unterhaltung mit familienfreundlichem Quiz  im ERSTEN, und auch kein Sonntags-Tatort mit paarweise auftretenden KommissarInnen im schnieken Oldtimer.
Anders gesagt: Der Trend, sich zu Tode zu amüsieren, ist ungebrochen und derart als selbstverständlich verinnerlicht, dass selbst bei schweren Sorgen, die man mal anspricht, sogleich das Entschuldigungs-Winken mitgeliefert wird.

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Turbo-Smoothies, Neue Rohstoffe, Bali-Spargel, Lachsnudeln und personalisierter Narzissmus

Ich weiß – diese paar Millionen Tonnen Treibhausgas weniger beim Tempolimit, die paar Milliarden Rubel, mit denen Erdgas und indirekt Krieg bezahlt wird – in der Summe dessen, was auf der ganzen Welt emittiert und gezahlt wird, sind das Peanuts, und auch, wenn es in Deutschland nur noch nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungspolitik gäbe, könnte davon allleine die Welt nicht abkühlen.

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Trend: Stadtwäldchen / Versteppung / Gletscher-Schmelze / Bruderkrieg / Räte-Raten und Nachhaltiges Essen

Wer beim Bloggen – oder beim Schreiben allgemein – nicht weiß, wie anfangen und “was dann” oder auch “what next?”, kann ja ein paar Kärtchen mit Titeln oder Zwischenüberschriften für mögliche Themen erstellen, mit der Schriftseite nach unten auf einen Tisch legen, mischen und dann die gewünschte Anzahl ziehen.

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Food – Irrungen, Wirrungen, Lauterbach

Dass wir alle meist nach alten Rezepten kochen oder Gewohntes kaufen – darüber wird sich niemand wundern. Wenn plötzlich Alle etwas Neues wollten: Das wäre verwunderlich.

Neues interessiert also nur im Ausnahmefall, und bei allem Multi-Kulti setzt sich das Wenigste durch; Pizza und Hamburger zum Beispiel, mit viel Anlauf und Anschub durch die Werbung.

Alle Rezepte, die aus Mutters Kochbuch stammen, sind schon im Internet zu finden.

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Unsere Vergangenheit, Putins Zukunft ist nicht Unsere

Meistens “poste” ich meine Artikel Sonntags – da ist vielleicht mehr Zeit für so etwas, vielleicht auch mal für einen Scherz:
Die Menschheit verdankt ihr Dasein bekanntlich dem Schöpfer, der an einem Samstag mit Adam anfing und feststellte, dass mit einem Mann alleine die Menschheit aussterben müsste, weshalb er dem Adam eine Rippe entnahm, aus der er Eva formte, doch war diese Rippe des Mannes Organ zum Gedankenlesen – und so begann die Tragigkommödie der Missverständnisse.

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Vorwärts! Es wird Kälter und Teurer, Knapper und Veganisierter

Wenn die Güter knapp sind, werden sie teurer – das ist Marktwirtschaft. Wo Krieg herrscht, wird wenig geerntet, und Getreide und Öl werden knapp; Dass es zum Krieg kommt, könnte auch eine Gesetzesmäßigkeit sein, wenn als “Ursache” Ressentiments, Ängste und Fehlinformationen, ursprünglich auch Habgier  in Frage kommen.

Einer Mischung aus schlechter Logistik, verworrenen Kriegszielen und Wehrhaftigkeit der Überfallenen haben wir diesen Ritt auf Messers Schneide zu verdanken, sind zu Anpassungsleistungen gezwungen, denn man kann den EURO nur einmal ausgeben, muss also frieren, sparen oder Beides. Man kann den gleichen Satz auch mit “hungern” statt “sparen” bilden.

Auch Guacamole wird teurer, wegen der gestiegenen Frachtkosten und weil das Wasserpumpen im Erzeugungsland mit den Energiepreisen mehr kostet. Doch ist der Schaden durch die gestörte Warenversorgung (und Konjunktur überhaupt?) nichts im Vergleich mit den sozialen Schäden: Dass Zivilisten und SoldatInnen “fallen”, unzählige Familien auseinandergerissen werden,  junge Männer als bewaffnete Kämpfer sozialisiert werden kann gar nicht beziffert werden.

Die Formel von der “friedlichen  Koexistenz” scheint sich als falsch erwiesen zu haben – oder ist weiterhin richtig, nur bei der Variablen “Führung” und “Regierungsform” haben sich korrupte Fehler eingenistet.

Wir hatten jetzt jahrlangen Dauerstress  bei wenig Aussicht auf radikale Ursachenbekämpfung, aber wahrscheinlicher Verschärfung der Lage, verursacht von

  • Artensterben,
  • Klimawandel,
  • Corona,
  • Hybris und Depression
  • Krieg,
  • Hunger,
  • Massenflucht aus Ost und Süd:

Das  bedeutet, die globale  Aufgabe, der die Menschheit sich stellen muss, ist gigantisch, es geht ums  “Weiterleben trotz Traumata in multiproblematischen Zeiten“.

Dabei zerfällt die Substanz unserer Erwartungen ans Leben:

“Wir hatten immer die Hoffnung, am Wohlstand der Gesellschaft teilzuhaben. Wir standen in der Schlange. Doch jetzt sehen wir, wie andere vor uns in die Schlange gewunken werden. Wie anderes plötzlich wichtiger ist als wir: Flüchtlinge, Homosexuelle und Transgender, Feministinnen, die Artenvielfalt, das Wohl der Kühe, Schweine und Hühner, die Meere, die Wälder, die Feuchtgebiete, das Klima.”

Nun, das hängt davon ab, welchem “wir” man sich angehörig fühlt. Die Chancengleichheit , der allgemeine Zugriff  auf oder  Zugang zu Privilegien ist nur eine hohle Phrase, die Rede von der “verdienten Ungleichheit” streicht das Moment der Gerechtigkeit ersatzlos, und die Gleichung geht nicht auf.

Dass wir in der Moderne unsere Umwelt nicht artgerecht gestalten und vielfach  an Zivilisationskrankheiten leiden, macht die Sache nicht besser.

Das Weiterleben wiederum  braucht spezialisiertes Engagement und seine vernetzte Unterstützung.

Es gibt “Die fortschrittliche Bewegung” noch nicht als gemeinsames Moment. Gebraucht wird sie allemal. so richtig groß und mächtig, durchaus mit Effekt, also Mehrheit. Wegen der Aufgaben – welche das sind, und wieso, wie und warum: Das kann man immer mal wiederholen, aus didaktischen Gründen.

Bisher gilt: Für die prominenten ExpertInnen ist Volkes Passivität vielleicht ganz angenehm – sie bekommen (wie z. B. der Philosophievermittler Precht) so viel Aufmerksamkeit, dass sie darin baden können.

Das hilft aber  bei der Aufgabe, “Aufklärung” in der Masse zu praktizieren, nicht weiter. Aus der “Falle”, dass Aufklärung “der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit” sei, kommen wir mit vorgekauten Parolen nicht heraus.

Wir können am an sich harmlosen, in der Masse aber schädlichen  Konsumismus nichts ändern, wenn wir die Befallenen  als “Warenfetischisten” diffamieren: Natürlich haben Warenwerbung und Politpropaganda, haben Fake- und Junk-News Wirkung, und wenn Design, Gebrauchswert und Beschleunigung reizlos wären, gäbe es keine Mode.

Trotzdem, “desungeachtet” kann man auch mal eine Petition unterzeichnen, bei der es dem ersten Anschein nach um Brennstoffe geht:

 

#TempolimitJetzt

Das wäre

Sofort umsetzbar, sofort wirksam und im Einzelnen:

- Tempolimit (Tempo 100/80/30)
- Drei Monate kostenloser ÖPNV für alle in Deutschland lebenden Menschen
- Autofreie Sonntage
- Verbot von Inlandsflügen
- PopUp-Bikelanes, auf dem Land und in der Stadt
- Spritpreisunterstützung für öffentliche Mobilität und prekär Verdienende
- Fortführung von Home-Office
- Sofortprogramm für Sammeltaxis im ländlichen Raum
- Sofortige Streichung der PlugIn-Förderung
- (kurzfristige) Verlagerung von Güterverkehr auf die Schienen

Sofort auf den Weg zu bringen, mittelfristig wirksam:

- Fahrradinfrastruktur massiv ausbauen
- Nah- und Fernverkehrsnutzung auf Vor-Corona-Niveau und darüber hinaus erhöhen
- Dienstwagen nur noch elektrisch fördern
- Mobilitätsprämie für alle statt Kaufprämie für Besserverdienende (Förderung von bspw. E-Bikes, ÖPNV-Abos, Bahn-Abos, E-Lastenräder
- Prämie für Leichtfahrzeuge

Das soll uns von Russlands Energie emanzipieren und besagt nichts über fördernde Möglichkeiten der Demokratisierung, sagt nichts über Völkerverständigung oder “Erbfeindschaften”.

Bundeswirtschaftsminister #Habeck hat alle Bürger*innen zum Energiesparen aufgerufen. Reichen wird das aber nicht. Was, denken Sie, muss jetzt getan werden, um unabhängiger von russischen #Gaslieferungen zu erden?

So liest sich der ARD-Presseclub auf Twitter, und wir schauen mal, ob diese ExpertInnen außer “weniger heizen” vielleicht noch “die erlaubte  Auto-Höchstgeschwindigkeit” und “kaufen Sie ihre Brötchen doch auf einem Spaziergang zum Bäcker” auch den Multicooker kennen.

Wer sich engagiert, engagieren will ohne wahrgenommen zu werden, ohne Solidarität, Zustimmung, Anerkennung zu finden, dessen Energien verpuffen.

Insofern habe ich mich bei den “Exkursionen zum Tempeh” wider die Vernunft verhalten, das heißt, wider die herrschende Vernunft.

 

Beispiele von fleischarmen Rezepten zeigen unter Umstände nur eines: Dass das alles keine Raketenwissenschaft ist. und dass der Drang zum Fleisch Suchtcharakter  hat.
Um den Hunger zu stillen und gleichzeitig das Essen zu genießen, geht es auch wie oben abgebildet.

 

 

Nach der Vorspeise – Lauch-Yoghurtsuppe – musst Du stark sein, denn es geht ans Eingemachte…

Weil ich neulich eine Idee zu einer Suppe aus Lauch mit Yoghurt gesucht hatte, konnte ich gleichzeitig so einige Aspekte der “Internet-Kochrezepte” live betrachten:

Was die Suchmaschine uns so als Ergebnis der Suche präsentiert, wird wie jede elektronische Empfehlung von super-geheimen Algorytmen gesteuert, die auf ebenfalls geheimen Präferenzen basieren, die quasi ein Netz bilden, das die “dicken Fische” hervorheben und die unbedeutenden nach hinten steuern soll.

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Hochleistungszucht und Ordnung

Es gab einmal eine Minderheit in einer Generation, die gegen “Zucht und Ordnung” rebelliert hat, indem sie Unzucht und Unordnung beging und “Macht kaputt, was Euch kaputt macht” skandierte, damals kamen die Hühner in die Legebatterien und die Züchter haben es inzwischen geschafft, serienmäßig kranke, aber profitable Hochleistungshühner zur Norm zu machen.

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Frische Kommentare

  • Ulrike: Nachhaltigkeit und Produkte aus der Umgebung sind wichtig, da bin ich ganz bei dir. Alles...
  • Bine: Lieber Klaus-Peter, ich bin über die Foodblogbilanz2021 auf Deinem Blog gelandet und...
  • Evelin: Danke für diesen wunderbaren Artikel. Den Fotos sieht man an, dass die Gerichte...
  • Claudia: In diesem Artikel ist nicht immer klar, ob du etwas kritisierst oder empfiehlst –...
  • Andy: Also ich verbinde ja meinen Biergarten Besuch immer mit einer Fahrradtour und suche mir...

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