Das Geheimnis der Mittelmeerdiät

… wird man nicht ergründen können, wenn man nur die einzelnen Komponenten untersucht, während es aufs Zusammenspiel ankommt:

Man kann nach “aktiven Inhaltsstoffen” suchen, wird dabei aber nur von der eigentlichen Fragestellung ablenken, weil es auf das “Gesamtkonzept” der Diät, das “diätische” oder “diätetische Muster”, das den größten Einfluss auf die Gesundheit hat, ankommt:

"In some ways, looking for the ‘active ingredients’ in the health benefits of the Mediterranean diet may be a distraction, since it is the overall dietary pattern that matters most to health," said Dr. David Katz, director of the Prevention Research Center at Yale University School of Medicine in New Haven, Conn.

Zufällig hatte ich gerade den Artikel zu den “diätetischen Übungen” im Kopf, als ich diese Zeilen las – demnach spielen ja auch Faktoren wie “Licht und Luft” und Arbeit und Ruhe” ihre Rolle in der Diät.

 

Sicherlich mag es einem Klischee entsprechen, bei “Mittelmeerdiät” sich eine griechische Großfamilie vorzustellen, die im Halbschatten von Olivenbäumen ein ausgiebiges Picknick macht – aber der Unterschied wird dann desto deutlicher – nämlich dass es auch einen großen Unterschied macht, in welcher Atmosphäre das Essen stattfindet: Die Stimmung am Esstisch als psycho-soziale Komponente, die sich mehr als die Nahrungsmittel allein auf das Wohlbefinden auswirkt. Allerdings – diese Faktoren sind doch nicht in die statistik-basierte Studie eingeflossen, das Augenmerk richtet sich einseitig auf die “technische Seite”:

"Once you have a mostly plant based diet and eat few processed foods, almost any variation on the theme will be fine."

Unbehandelt und pflanzlich in jeder Zusammensetzung; aber eben nur die Ernährung, nicht der soziale Aspekt, nicht die “klimatischen Umstände” – wobei auch ein “Arbeitsklima” weniger die Raumtemperatur in Büro oder Werkstatt bezeichnet…

And some said the research ignored a main strength of the diet — namely, what it omits.

"One of the strengths of the Mediterranean diet is what it does not contain: high amounts of sugar and preservatives," said New York-based weight and nutrition expert Dr. Jana Klauer. "The standard American diet stimulates the craving for sweet taste through overly sweetened foods."

Die amerikanische Ernährung hat, kurz gesagt, einfach zu viel Zucker, und Zucker macht süchtig, so ähnlich steht das hier auch schon…

 

Passend, und ungefähr zeitgleich, eine französische Studie:

Man greife zu kurz, wenn man die Mittelmeerküche nur als Zusammensetzung der Nahrung sehe, betont Borrione. "Es handelt sich dabei um eine Lebensweise. Man achtet auf regionale und saisontypische Produkte, ersetzt Chips durch kleine Essenshappen zwischendurch und Süßigkeiten durch Obst." Die Form der Nahrungsaufnahme spiele in jedem Falle eine Rolle.

Na ja, “die Form der Nahrungsaufnahme” wird ja bisher bei den wenigsten Diätempfehlungen berücksichtigt…

 

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Tischsitten und Gewohnheiten

Mittelmeerdiät (Kurzform)

Übungen in Diätetik

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Ein Kommentar zu “Das Geheimnis der Mittelmeerdiät”

  1. […] Ob die  Mischung der Darmbakterien  das Gewicht beeinflusst, muss also mit “vielleicht” oder “wahrscheinlich” beantwortet werden. Dass diese Mischung auch davon abhängt, auf welchem Breitengrad wir wohnen, ist ein relativ neuer Befund – und erhellte einen weiteren Aspekt der “Mittelmeerdiät“. […]

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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