Liebe geht durch den Magen – die orale Phase

Rauchern wird gelegentlich unterstellt, sie seien charakterschwache Menschen, die ständig mit einer Art Schnuller im Mund herumlaufen. Wer so etwas sagt, weiß dann oft noch, dass Raucher mit der “oralen Phase” nicht abgeschlossen hätten, womit sie mit manchen Zucker-konsumenten verwandt wären. Sonderlich hilfreich sind solche “glänzenden Analysen” ja nicht gerade; die Kämpfe, die es kostet, mit dem Rauchen aufzuhören, sind im Nicht-Rauchen-Blog beschrieben.
Die 300 Kilokalorien, die von Ex-Rauchern zusätzlich zu verbrauchen sind, müssen irgendwie vernichtet oder eingespart werden.

Machen wir uns trotz solcher dringlichen praktischen Aufgaben noch einmal mit dem, was “orale Phase” bedeutet, vertraut.

Da FREUD die Rolle des Unbewussten und der Sexualität als unser Leben bestimmende Momente einschätzte, prägte er für die Entwicklung des Menschen den Begriff “psychosexuele Entwicklung”; die Grundlagen für die Erwachsenenpersönlichkeit werden nach ihm in der frühen Kindheit gelegt.

Dabei lag es nahe, diese Entwicklung in Phasen einzuteilen, und das erste Lebensjahr wurde auch als “orale Phase” bezeichnet.

Kurzdefinition für “oral”:

oral [lateinisch], in der Mundgegend gelegen, durch den Mund.

  • Mundregion ist Hauptquelle der lustvollen Stimulation bzw. Lustbefriedigung
  • Verhaltensweisen: saugen, beißen, schlucken
  • Das Lustprinzip dominiert

Anders formuliert: Die Beziehung und Entwicklung wird über die Nahrungsaufnahme organisiert (das “Stillen” beinhaltet schon vom Wort her die beruhigende Wirkung), Geborgenheit und Liebe werden vermittelt, ein Urvertrauen bildet sich heraus.
Bei Störungen der oralen Entwicklung kann sich eine depressive Struktur mit Unentschlossenheit, Überforderungsbereitschaft, Urmisstrauen und Rückzug ergeben.

Dabei wäre es natürlich vermessen, dem ersten Lebensjahr nur Funktionen der Mundregion zuzuordnen.

Schon der “Urschrei” bei der Geburt braucht die Atmung, ist nicht passiv getönt, und auch die ersten Schritte, die oft gegen Ende des ersten Lebensjahres erfolgen, sind das Ergebnis eigener Anstrengungen und Aktivitäten.

Zu den Störungen, die der oralen Phase zugeschrieben werden, sind in unserem Zusammenhang natürlich vor allem die Essstörungen zu zählen…

Übergewicht und Psyche
Kopf (Mund) oder Bauch

Die Ursachen des Übergewichts 

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10 Kommentare zu “Liebe geht durch den Magen – die orale Phase”

  1. [...] Die orale Phase [...]

  2. [...] Depression, ADS, psychosomatische Probleme, ein “Entwicklungsrückstand” auf der oralen- oder Trotzphase, narzisstische Defizite und Langeweile sind hier schon genannt [...]

  3. [...] mehr, als nur etwas zwischen den Lippen hindurchzuschieben, oder zu saugen  (vgl. auch “Die orale Zone“). Das Essen ist also vor allem ein Vorgang, der der (Bedürfnis-) Befriedigung dient und [...]

  4. [...] handelt sich um die Orale Phase (FREUD: Entwicklung von sexuellen Empfindungen über den [...]

  5. [...] die “orale Phase” und die Fixierung auf Nahrungsaufnahme während dieser Zeit betrifft, wäre noch anzumerken, dass [...]

  6. [...] Die orale Phase [...]

  7. [...] Kinder sich alles mögliche in den Mund stecken, ist nun einmal in der menschlichen Entwicklung begründet, und es gibt Situationen, in denen sie sich am ehesten beruhigen, wenn sie etwas zum [...]

  8. [...] Kinder sich alles mögliche in den Mund stecken, ist nun einmal in der menschlichen Entwicklung begründet, und es gibt Situationen, in denen sie sich am ehesten beruhigen, wenn sie etwas zum [...]

  9. [...] Eintauchen ins Schlaraffenland ist dann als “durchknallen” des oralen Triebes, der ja auch “nur” ein Partialtrieb neben anderen ist, zu verstehen. Es hat etwas von einer [...]

  10. [...] nur werden, dass über den Kontrollzwang auch anale Charakterzüge in das vermeintlich exklusiv “orale” Thema Ernährung ausstrahlen.   Abnehmen, abgeben oder behalten sind Möglichkeiten, [...]

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