Nebenwirkungen der Schüssler-Salze

Vieles ist Glaubenssache, aber der Glaube kann nicht immer helfen. Da soll von Edelsteinen eine Heilwirkung ausgehen, Amulette sollen böse Geister fernhalten, und Kügelchen aus Milchzucker sollen der Gesundheit dienen: Besagte “Schüssler-Salze” sollen dies und das heilen und auch schlank machen, oder, auch so wird formuliert, das Abnehmen unterstützen.

Nur vereinzelt findet sich Kritik an dieser Praxis (Schüssler-Salze in Apotheken als Heilmittel zu vertreiben), auch unter Stichworten wie “Kundenverdummung”, oder es findet sich die Frage, wer da “einen in der Schüßel” habe: Wenn es acht-und-kracht. Und die Homöopathie versagt. Wen ruft ihr dann? Schüßler!

Da richten sich die kritischen Geister wider das Profitstreben der Apotheker und gegen das “Erfahrungswissen”, fordert die Kritik mehr Evidenz.

Wenn Patienten anfangen, sich mit homöopathischen Mitteln selbst zu behandeln, kann es gefährlich werden: Eine homöopathische Malariaprophylaxe etwa ist wohl ganz und gar unmöglich; daran zu glauben, könnte tödlich werden; die Kritik richtet sich hier an der medizinischen Wirkungslosigkeit aus.

Nehmen wir als Beispiel für Mittel ohne Wirkung ein Amulett: Mit ein bisschen Bastelgeschick und der Behauptung, man habe Voodoo und “Zauberei” oder – je nach Bedarf – orgonische oder feinstoffliche Energien zu Hilfe genommen kann jedermann ein Schmuckstück erstellen und behaupten, es habe magische Qualitäten.

Angenommen, der Amulettträger fühlt sich nun besser, können wir die Aussage: “Das Amulett wirkt unterstützend”, aufstellen.

Im Hintergrund bleibt die Tatsache, dass der Klient das Amulett wegen eines gewissen Problems, das hier nicht weiter angesprochen worden ist, erworben hat. Das Amulett – der Glauben an seine “feinstoffliche Wirkung” (wie immer man die sich auch vorstellen mag) – bietet eine “gewisse Unterstützung”.
Genauer gesagt: Eine ungewisse Unterstützung, denn niemand weiß, wo das eigentliche Problem liegt.

These: Die (Unterstützungs-) Bedürftigkeit selbst ist bei so schwierigen Fragen wie “Abnehmen und Diät” das eigentliche Problem.

Dass Amulette, Halbedelsteine, Bachblüten und Anderes mehr unter die Rubrik “Aberglauben” fallen, sei hier einmal vorausgesetzt: Dann ist die Hilfe, die die magischen Mittel bieten, eine Gegenwirkung, die auf einen anderen Irrglauben einwirkt.

Diät-Mittagessen mit Mineralwasser Das in Verdünnung eingenommene Mittel soll etwa gegen Heißhunger wirken: Zum “neurotischen Heißhunger” gehört der fälschliche Glaube, den Hunger nie wieder stoppen zu können.
Wer nun so ein Heil-Mittelchen (sogenannte “Arznei”) zu sich nimmt, bekämpft den einen Irrglauben mit einem anderen, kann aber, einmal auf diesem Weg, nie eine Überzeugung von der eigenen Wirksamkeit, von der “Selbstwirksamkeit” entwickeln, wird also an der Entwicklung von Mündigkeit gehindert.

Die Nebenwirkungen von Placebos

Kann Zucker süchtig machen? Das hier bereits erwähnte Ehepaar, das “Abnehmen mit der Brigitte-Diät, flankiert mit Schüssler-Salzen” betreibt, ist noch heute auf Diät und im ständigen Kampf gegen Versuchungen der kulinarischen Art; besonders schwierig ist das Nein-Sagen (1)  gegenüber Süßigkeiten, die mit angenehmen Kindheitserinnerungen verbunden sind.
Die Schüssler-Salze haben sie – auch bei jahrelangem, “kurmäßigen” Gebrauch, nicht davor bewahrt, sich (körperlich) zu überfordern, beide leiden an Gelenkverschleiß. Wo die Balance von Anspannung und Entspannung ausbleibt, wird die Entspannung logischerweise unter Einsatz allzu “starker Mittel” gesucht, und die liebgewonnenen Schokotäfelchen gehören, wenn es ein  Zuviel wird, in diese Rubrik.

Schüssler-Salze können dazu führen, dass Sie die eigentlichen Ursachen Ihres Leids vernachlässigen…”

So sollte es m.E. im Beipackzettel stehen, und auch, an wen man sich besser wendet, wenn es um den gesunden Lebensstil geht.

Können Schüssler-Salze eine erfolgreiche Diät sabotieren?

Eine erfolgreiche Diät ist mit Schwierigkeiten verbunden. Da tauchen Hürden auf, die überwunden werden müssen, Probleme, die besser gelöst werden.
Milchzuckerkügelchen oder –Tabletten sind für ein Klientel, das möglicherweise oral fixiert ist, geradezu kontrainduziert:
Geht es doch gerade um die Überwindung der passiv-perzeptiven, oralen Haltung. Werden die Patienten aber von ihren Beratern mit magischen “Heilmitteln” “gefüttert”, ist eine Weiterentwicklung des Klientels – psychologisch gesehen – blockiert.

Die Berater wissen wahrscheinlich nicht, wie sehr sie ihr Klientel in der Abhängigkeit halten, und haben auch kein Interesse, das wundersame Heilmittel – analog zum Talisman, der allenfalls als Übergangsobjekt eine legitime Funktion haben mag – nur vorübergehend einzusetzen, bis bis der Patient lernt, auf eigenen Füßen zu stehen, das Diät-Regime in eigener Regie zu führen.

Das Bedürfnis nach Unterstützung während und nach der Verschlankung

Wer wie viel Unterstützung braucht, um hartnäckiges Übergewicht langfristig und nachhaltig abzuspecken, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen – sicher scheint jedoch, dass gerade Personen, die positive Erfahrungen bei der Gewichtsreduktion gemacht haben, am Ehesten in der Lage sind, zu helfen.
Selbsthilfegruppen wirken nicht wegen unerklärlicher Pseudotheorien. Weil Selbsthilfegruppen so wenig Gang und Gäbe sind, stellt sich die Frage: “Wer unterstützt die Unterstützer?”

Profis im Gesundheitswesen – orientiert an den eigenen Interessen

Dass all die agilen Apotheker und sonstigen “Schüssler-Berater” im Bereich Selbsthilfe so wenig initiativ sind, ist systembedingt: Ihre Ethik besagt (implizit), dass es legitim ist, Abhängige in der Abhängigkeit zu halten: Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt bei Vertreib und Verkauf. Was auch immer man tut, ist direkt oder indirekt am wirtschaftlichen Erfolg orientiert.

Für die Anwender ist der wissenschaftliche Nachweis nicht nötig – sie wissen, dass es wirkt.

So die Lesart bei den Schüssler-Salz-Verfechtern, die bei einem “Warentest” auch zu Worte kommen durften. Demgegenüber schweigt die konstruktive Kritik oder weist darauf hin, dass vom wissenschaftlichen Standpunkt aus diese Argumentation selbst “destruktive” Kritik der wissenschaftlichen Haltung ist. Außerdem müsste es “glauben”, nicht “wissen” heißen ;-)

Die Nebenwirkungen der Schüssler-Salze, Teil zwei:

Es gibt lange Listen, auf denen die Anwendungsgebiete der Schüssler-Salze angegeben werden:

  • Abmagerung
  • Abwehrschwäche
  • Akne
  • Allergien, Heuschnupfen
  • Alterserscheinungen
  • Antriebsschwäche
  • Arteriosklerose
  • Asthma
  • Bindegewebsschwäche
  • Blähungen
  • Bluthochdruck
  • Depressionen, Missstimmung, Niedergeschlagenheit
  • Diabetes
  • Durchblutungsstörungen
  • Eiterungen
  • Ekzeme
  • Entwicklungsverzögerung
  • Entzündungen
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Erkältung, Schnupfen
  • Erschöpfung
  • Fieber
  • Gelenkschmerzen, Rheuma
  • Halsentzündung
  • Hauterkrankungen, Ekzeme, Neurodermitis, trockene Haut
  • Herzschwäche
  • Husten, Reizhusten
  • Kopfschmerzen
  • Krampfadern
  • Leberschwäche
  • Menstruationsbeschwerden
  • Müdigkeits-Syndrom, Schwäche: Steigerung der Leistungsfähigkeit
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Nervenschwäche
  • Neuralgien
  • Regeneration, nach Krankheit
  • Reizhusten
  • Rückenschmerzen
  • Schlaflosigkeit, Schlafstörungen
  • Schwermetallvergiftung, Amalgamvergiftung
  • Sodbrennen
  • Stoffwechselschwäche
  • trockene Schleimhäute
  • Übergewicht
  • Übersäuerung
  • Verdauungsschwäche

Sodann eine Erklärung, die Alles und Nichts besagt:

Die genannten Anwendungsgebiete entstammen der Erfahrungsheilkunde.

Erfahrungsheilkunde ist demnach ein dehnbarer Begriff. Dass Kümmel- und Fencheltee bei Unwohlsein im Magen-Darmbereich helfen können – diese Erfahrung dürfte gültig sein.
Das heißt, Erfahrungswissen aus der “Vorzeit”, als man Ursache und Wirkung noch nicht über chemische Analysen belegen konnte, nicht die ‘Inhaltsstoffe der (meist pflanzlichen) Medizin gibt es – und kann heute auch oft belegt werden. So die Inhaltsstoffe der Weidenrinde, die dem Aspirin verwandt sind.

Erfahrungsheilkunde ist auch die traditionelle chinesische Medizin. Hier kann man offen über Nebenwirkungen reden; generell von einem Nichtvorhandensein von Nebenwirkungen zu sprechen, grenzt an ein Denkverbot.

Glauben, Vernunft, Aberglauben: Nebenwirkungen am Beispiel Einschlafschwierigkeiten

Wer Einschlafschwierigkeiten mit einem Glas warmer Milch mit Honig kuriert, kann froh und dankbar sein, dass es dieses Mittel gibt. Erklärungen, warum es wirkt, lassen sich finden.

Gläubige Menschen können ihre Probleme mit einer höheren Instanz ausmachen. Auch das könnte beruhigen.

Wer an Schüssler-Salze glaubt, kann – scheinbar ganz ohne Nebenwirkungen – kleinere Schwierigkeiten, wie die, einzuschlafen, mit einem eigenen Ritual “beheben”. Dieses Verfahren hätte jedoch indirekte Nebenwirkungen, weil die alternativen  Möglichkeiten nicht angewandt werden. Im weitesten Sinne beruht es auf Autosuggestion, und die wirkt am Besten, wenn die Heilung sowieso als Selbstheilung einsetzt. Das Vertrauen in sich selbst und die Selbstheilungskräfte wird aber hier vom Aberglauben an die Wirkung der “Arznei” überlagert.

Eine rein vernunft-orientierte Lösung wird vielleicht auf Konfliktlösungen abzielen und könnte auch rechtzeitige Entspannungsübungen beinhalten.

Die neue Diät: Portionsdiät

schnell abnehmen

Nudel-Diät

Mineralstoffe, im Alltagsgebrauch irreführend oft auch kurz Minerale genannt, sind lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann; sie müssen ihm mit der Nahrung zugeführt werden. Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus; Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.

Da die Mineralstoffe nicht organisch und die Elemente meist als Ionen oder in Form anorganischer Verbindungen vorliegen, sind sie, anders als einige Vitamine, gegen die meisten Zubereitungsmethoden unempfindlich. Zum Beispiel können sie durch Hitze oder Luft nicht zerstört werden. Viele von ihnen können allerdings durch übermäßig langes Kochen in zu viel Wasser aus der Nahrung ausgelaugt werden, wenn das Kochwasser nicht verzehrt, sondern weggeschüttet wird. (Quelle)

Der menschliche Organismus enthält durchschnittlich 3,5 kg Mineralstoffe, die bei der Veraschung des Körpers als Rückstand zurückbleiben.

[Schüßler verordnete] …zwölf anorganische Verbindungen (Calciumfluorid, Calciumsulfat, Calciumphosphat, Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Kaliumphosphat, Natriumchlorid, Natriumsulfat, Natriumphosphat, Magnesiumphosphat, Eisenphosphat, Kieselsäure (Quelle)

Graphiken 1,2,  cc von http://www.1023.org.uk/

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