Die Nulldiät – Assoziationen, Gedanken und schließlich Bewertung

Das Wesen der Nulldiät zu verstehen, fällt nicht so leicht, wie bei der Nudeldiät: Der Verstand hat bei den Erfindern dieser Diät still gestanden, und so ist es eher möglich, sich der Nulldiät gefühlsmäßig, intuitiv, meditierend anzunähern als mit Argumenten. Leicht fällt indes der intuitive Zugang: Einfach nur schauen, beobachten, “hören”, was uns zu “Nulldiät” einfällt, ohne die Assoziationen zu bewerten… Buddha ist das Vorbild für Viele, die achtsam Nichts denken und meditieren…

Intuitives Essen jedenfalls entfällt bei der Nulldiät: “Von Nichts kommt nichts, und wer nichts isst, kann auch nichts zunehmen” – der Gedanke kann sich einstellen, ohne dass man die Konsequenzen bedenkt:

  • Wer gar nichts isst, die Nahrung verweigert, ist auf einer Nulldiät. Das Trinken ist bei der Nulldiät erlaubt, nicht das Essen. Kalorienfreie Getränke – einige Liter täglich – sollen den Körper “spülen”.
  • Damit ist die Nulldiät dem Fasten verwandt. Vitamine und Nährstoffe – als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, wird dennoch empfohlen.
  • Die Nulldiät sei eine radikale Diät – so wird es oft behauptet, und diese Behauptung ist eine Schutzbehauptung, denn “radikal” hieße, das Übel bei der Wurzel zu packen. Die Ursache fürs Übergewicht mit “Nichts” zu bekämpfen – das wird auf jeden Fall ein Kampf mit den Windmühlenflügeln.
  • Falsches Essverhalten zu verbessern – das kann nur funktionieren, wenn man bessere Verhaltensweisen einführt und einhält.

Nulldiät - das gibt es zu essen Die Politik des leeren Tellers – oder der ausgefallenen Mahlzeiten – hat Konsequenzen: Anfangs kommt es bei der Nulldiät zu großem Hunger, später könnte er nachlassen.

In die Zeitspanne, bis dieser sagenhafte, hungerfreie Zustand erreicht ist, fällt meist der Abbruch der Nulldiät. Womit man sich in dieser Zeit gedanklich beschäftigt – das macht den Unterschied. Nulldiät - SymbolbildDa es bei der Nudeldiät “nichts” gibt, kann man sich auch kein Bild von ihr machen, und wenn, ist es recht abstrakt und Nichts-sagend.

Wer die Diät ohne Nahrung durchhält, kann 350 bis 450 Gramm pro Tag abnehmen – bekanntlich nicht an Fett, sondern Gewicht. Der Körper soll seine Fettreserven abbauen, geht aber auch ans Eiweiß (vergleiche “Hungerstoffwechsel”).

Sich für die Nulldiät zu interessieren, bedeutet, für etwas, das man zutiefst ablehnt, Aufmerksamkeit aufzuwenden. Allenfalls für Andere, die behaupten, eine Hungerdiät durchgehalten zu haben, könnte eine Faszination und Bewunderung entstehen.

Während religiös motiviertes Fasten einen spirituellen Hintergrund hat und meist in der Gruppe stattfindet, also mit (starker) Unterstützung und Motivation von innen und außen, bleibt die reine Nulldiät fade, nichts-sagend und – von den Getränken abgesehen – leer.

Wie so viele Diäten, bewirkt sie, einmal aufgegeben, den Jo-Jo-Effekt. Gichtanfalle sind nicht auszuschließen, Mangelsymptome, hier: Schwäche oder schlechte Konzentrationsfähigkeit können auftreten, und da der Körper zuerst Muskelmasse abbaut, bevor er Fettdepots einschmilzt, würde man auch noch eine schlechte Figur machen.

Damit wäre eine Nulldiät in jedem Falle schädlich. Schädlich sind sogar die Gedanken an dieses Experiment, sofern sie mit Hoffnungen verbunden sind, auf diese Weise Diäterfolge zu erzielen: Der höchst wahrscheinliche Misserfolg ist von Nachteil; Gedanken wie “Wieder einen Kampf verloren” und “Ich bin halt ein Versager” können dann eigentlich nicht ausbleiben. “Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?”

Die Nulldiät ist ein Irrweg, der nicht zum Ziel führt. Genauer gesagt: Sie wäre ein Irrweg. Ich kann von so etwas nur abraten. In vielen Artikeln wird immer wieder geraten, vor Beginn einer eventuellen Nulldiät den Arzt zu befragen. Eigentlich sollte man Ärzte nicht mit Lappalien belästigen, aber im Ernst stellt sich die Frage: Wer hat schon einmal einen Arzt zum Thema Nulldiät befragt, und: Was sagt der Arzt denn dazu?
Halbseidene Aussagen wie “Der Verzicht auf feste Nahrung kann eine spirituelle Erfahrung sein” sind eher lächerlich, denn: Was ist eine spirituelle Erfahrung,  wer braucht die wozu, und warum bei einem Hunger-Erlebnis?
Das “totale Fasten” hat, wenn überhaupt, nur eine Berechtigung als uralte Heilmethode, dann aber auch nur auf ärztlichen Rat und unter ärztlicher Anleitung.
Als Abspeckmethode in Eigenregie funktioniert die Nulldiät aus mehreren Gründen nur höchst selten, wenn überhaupt.

Wenn eine Nulldiät alltagstauglich wäre: Welchen Eindruck sollte dann noch ein  Hungersteik machen?

Andererseits: Welche Alternative sollte der Arzt schon nennen, wie aufgeklärt sind Ärzte, und wie sollen sie die Portionsdiät empfehlen, wenn sie diese gar nicht kennen?

Zu Risiken und Nebenwirkungen der Nulldiät vgl. auch “Hungerstoffwechsel“.


Die neue Diät: Portionsdiät schnell abnehmen Nudel-Diät

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  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
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  • Anke A.: Ingwer hilft auch ganz hervorragend bei Bronchialasthma, trinke jeden Morgen aus ca.20gr...
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