Glycidamid – Krebsgift in Pommes und Chips

Schon vor sechs Jahren gab es Leute, die um Chips und Fritten einen weiten Bogen machten:
„Danke, nein! Das essse ich nicht – und zwar nicht, weil es dick macht, sondern weil darin Stoffe sind, die krank machen.“

Das Acrylamid war entdeckt worden. Acrylamid entsteht beim Backen, Braten, Grillen und Frittieren und kann wahrscheinlich nur von reinrassigen Rohköstlern ganz vermieden werden.

Gestern war bei Pimp Yourself von einem neu entdeckten nachgewiesenen Gift zu lesen:

Kanzerogen in Pommes und Kartoffelchips nachgewiesen

Glycidamid, so die ärztliche Praxis, konnte kürzlich von einem Team um Dr. Michael Granvogl vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der TU München in Lebensmitteln nachgewiesen werden.
Bei dieser Gelegenheit hat man noch den Einfluss der Fettsorte auf die Entstehung des krebserzeugenden Giftes untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Glycidamid-Konzentration bei gesättigten Frittier-Ölen am geringsten ausfällt. Und prompt ist im Radio zu hören,

Frittierfett mit gesättigten Fettsäuren sei in Bezug auf Acrylamid günstiger und deshalb sollte Palmöl verwendet werden.

Die schnelle Verbreitung von „News“ und Forschungsergebnissen schafft nicht direkt mehr Klarheit, was gesunde Ernährung betrifft.

Gesättigte Fettsäuren sorgen schließlich mehr oder weniger sicher für Arteriosklerose, und sind somit in gar keinem Fall zu empfehlen. Vor der Alternative, auf Fritten und Chips ganz zu verzichten, „schützt“ offenbar ein Denkverbot.

Und an das Garen und Backen mit niedrigen Temperaturen wird auch nicht gedacht – dabei können so hergestellte Produkte wesentlich saftiger und herzhafter sein, als das, was im „Schnelldurchgang“ fertiggemacht wird.

Nachtrag:

Die Glycidamid-Meldung ist kaum zwei Tage alt, da ist sie auch schon der Schnee von gestern:

Heute gibt eine neue Warung:

Die Warnung vor Panik

„Ich esse jedenfalls Pommes auch weiterhin. Und wenn jemand zwei Tüten Chips am Tag isst, dann ist das Ungesunde daran sicher nicht das Glycidamid, sondern schon eher der Fettgehalt der Chips.“

„Schon eher“ ein Beweis für die Kraft der Irreführung in der „wissenschaftlichen“ Informationspolitik ist diese Posse also gewesen.

Es empfiehlt sich die alte Weisheit „Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ zu beherzigen. Das gilt auch fürs Trinken:

Heißgetränke verursachen Krebs…

Daraus machen wir jetzt aber nur eine Unter-Schlag-Zeile, und wer es braucht, kann noch ein wenig Tagesspiegel lesen.

Narzissmus und Diät
Alles im Lot?


Nahrungsmittel, Spielkind und Blockstöckchen

Weil da gestern eine mail vom Lutz, der sich nur als Langläufer wohlfühlt, ankam, mit der er das Blog-Stöckchen des Spielkinds

Sozusagen ein Bild als Frage: Mag das Spielkind Tomaten? Und wenn ja – Warum ?

weitergegeben hat, stehen hier jetzt sechs Fragen:

  1. Nenne drei Nahrungsmittel, die für Dich unverzichtbar sind.
  2. Welche drei Nahrungsmittel magst Du überhaupt nicht?
  3. Gibt es ein Nahrungsmittel das Du gerne mal probieren möchtest? Wenn ja welches?
  4. Was ist Dein Lieblingsgetränk?
  5. Welche Süssigkeit isst Du am liebsten?
  6. An wen gibts Du das Stöckchen weiter?

Und darauf gleich sechs Antworten:

  1. Unverzichtbar sind Kartoffeln, Öl und Milch (letztere auch in verarbeiteter Form)
  2. Schwierig. Schildkrötensuppe (will gar nicht wissen, wie das schmeckt), Spinnenbeine, Fledermausflügel
  3. Nicht unbedingt. Geröstete Heuschrecken sind hierzulande selten frisch im Angebot.
  4. Kaffee wahrscheinlich. Jedenfalls durchschnittlich das häufigste.
  5. Am liebsten – beileibe nicht am Häufigsten: Da gibt es gewisse exklusive Schokoladenerzeugnisse im so genannten Luxussegment…
    Aber ab und an auch ein Stück Schoko-Käsekuchen oder Käsekuchen ohne Boden nach neuer Rezeptur
  6. Jeder der sich bedienen möchte, kann es sich nehmen. Und beim Diätlexikon gibt es einen Artikel mit der Überschrift „Plauderstunde„, jetzt will ich mal hoffen, dass das Stöckchen dort eine Zwischenlandung macht.

Bei „Spielkind“ fällt mir noch ein: Ein bisschen verspielt sind wir doch alle. Und nur deshalb hab‘ ich dieses Stöckchen aufgenommen 😉 .

Nachhaltigkeit und Diät – Was ist Nachhaltigkeit?

Nachhaltig abnehmen” und nicht kurzfristig zugunsten des Jo-Jo-Effekts wäre eine Grundanforderung an die “richtige Diät”.

Nun stammt der Begriff „Nachhaltigkeit“ eigentlich aus der Forstwirtschaft; unter „nachhaltiger Forstwirschaft“ wurde verstanden, dass der Fortbestand des Waldes gesichert werden muss und gefällte Bäume durch entsprechende Neupflanzungen zu ersetzen sind.

Solche Gesetze gelten für den Deutschen Wald – Im Urwald wurde Raubbau getrieben, und Palisander, eines der schönsten Hölzer der Welt, ist nicht nur für die Innenausstattung von Banken und Apotheken, sondern auch im privaten Bereich massenhaft verwendet worden, bis er „verbraucht“ war. Dabei war allen Beteiligten in Holzverarbeitung und -Handel klar, dass Rio-Palisander aussterben würde, wenn man so weitermacht – aber man machte so weiter bis zum bitteren Ende, um die Repräsentationsbedürfnisse in diversen Vorstandsetagen zu befriedigen.

Nicht mehr Holz zu verarbeiten, als nachwächst, ist eine Lehre, die lange gebraucht hat, um anzukommen.

Schnell wechselnde Moden und geplanter Verschleiß haben auch in der Automobilindustrie dafür gesorgt, dass die „Ex-und-Hopp“  Mentalität sich durchsetzt. Wäre es anders, oder gäbe es mehr praktizierende Nostalgiker, hätten wir solche altmodischen Prachtstücke noch in Massen.

Aber es gab und gibt diesen Rausch der Modernität, der kurzen Produktzyklen und der Einführung neuer Technologien, Moden und Methoden.

Dass dabei die Umwelt zerstört wird, hat die Mehrheit der Bevölkerung lange Zeit nicht wahrnehmen wollen. Vielleicht war es die Protestbewegung der Woodstock-Generation, die zuerst ausgedrückt hat, dass es so nicht weitergehen darf:

Bereits 1970 heiß es  im Lied „Big Yellow Taxi“ von Joni Mitchel:

Das Paradies wird planiert, um Platz für ein rosa Hotel, Boutiquen und ein Geschäftszentrum zu machen, Bäume gibt es nur noch im Baummuseum gegen Gebühr zu sehen, wir kaufen makellose Früchte, aber Gift bedroht Bienen und Vögel, man wird verlassen und bekommt gar nicht richtig mit, was da passiert, scheinbar geht immer Alles weiter, und was Du gehabt hast, merkst Du erst, wenn es weg ist.

Don't it always seem to go,
That you don't know what you've got 'til it's gone.

Die Liebe zur Heimat („California„) und zu „My old man„, zu Umwelt und Bezugsperson(en) klingt hier spürbar durch und ist Basis für „folk-music“ und Protest.

Sind die Wurzeln der Öko-Bewegung in dieser Protest-Bewegung, die neben „Love and peace“ auch noch „Sex, Drugs and Rock&Roll“ mit seiner selbstzerstörerischen Wirkung abzuarbeiten hatte, zu finden?
Wenn ja:  Hat das irgend eine Bedeutung für das Heute?

Erfahrung, Inspiration, Intuition, Wissenschaft

Es ist wichtig, für die komplexen Zusammenhänge in der Natur Denkmodelle und Erklärungen zu haben. Manches ist vorhersehbar, und für das Überleben der Gesellschaft sind – so die Überlieferung (z.B. in der Bibel die Traumdeutung Josefs: Es kommen sieben fette und sieben magere Jahre) – die richtigen Prognosen schon überlebenswichtig gewesen.

Es gibt also Probleme und Lösungsmöglichkeiten, die durchaus alt und immer wieder aktuell sind. Bei „Nachhaltigkeit“ sollten wir, so gesehen, auch die Wissensvermittlung mit einbeziehen, und das alte Wissen nicht auf die Müllhalde werfen, weil es nicht mehr modern ist.

Bei einer Mondfinsternis haben die Steinzeitmenschen vielleicht noch Angst gehabt, dass ihnen jetzt die Götter ungnädig sind und ihnen der Himmel auf den Kopf fallen wird.

So manches Naturphänomen geht von selbst vorbei; gesellschaftliche Katastrophen, die zudem möglichst von der Wahrnehmung ausgeschlossen werden, wohl eher nicht.

Was vorhersehbar ist, ängstigt weniger, als unvorhergesehenes. Wenn Naturkatastrophen abgewendet werden, ist das als Fortschritt zu verstehen.

Um „hausgemachte“ Katastrophen – etwa die Gesundheitsgefährdung eines großen Anteils der Bevölkerung durch Adipositas und verwandte Krankheiten, wird es in einem weiteren Beitrag gehen.

Fortsetzung:

Nachhaltige Ideen, Gesundheit – Diät

Links

11 Gesundheutsgebote

Nahrung und Sucht

Heilung durch Einsicht

Grüne Soße mit Meerrettich an Vollkornnudeln

Die klassische „grie soos“ hatte es ja nicht werden sollen, sondern eher eine Käsesauce mit Kräutern; und während die Nudeln schon aufgesetzt waren und in einem anderen Topf die saure Sahne heißer wurde, entdeckte der prüfende Blick im Kühlschrank eine Stange Meerettich…

Dann kamen halt noch ein paar Kräuter zusätzlich in den Mixer, etwas Kondensmilch, viel Knoblauch, ein paar Zentimeter der Meerrettichstange, gewürfelt, der Farbe und Konsistenz wegen auch Spinat und Zuccini, aufgrund einer Assoziation zu „Pesto“ noch ein Tütchen Pinienkerne.

„Es geht auch anders, aber so geht es auch…“

Das „Gemix“ wurde dann mit der sauren Sahne verrührt und durfte noch etwas köcheln, bevor es über die Penne gegeben und fotographiert wurde.

Gesamteindruck: Gewöhnungsbedürftig, aber essbar. Passt möglicherweise besser zu Salzkartoffeln, sollte in dem Fall aber etwas sahniger und dünnflüssiger ausfallen. Zu Kartoffeln würde auch ein deutlich höherer Meerettichanteil passen, der dann zu dem beliebten Kitzeln in der Nase führt. 

 

Narzissmus und Diät
Alles im Lot?
Bald gibt es wieder ein neues Diät-Quiz!

Den Blog Action-Day: "Armut" boykottieren!

Wieder kursieren Aufrufe an die Blogger, am Blog-Action-day teilzunehmen, diesmal unter dem Motto „Armut“.

Vor einem Jahr ging es ums „bloggen für die Umwelt„. Es wurde nie richtig klar, wie viele Blogs damals teilgenommen hatten – günstigenfalls 20.000. Das Prinzip der „riesigen Blogparade“, alle Beiträge synchron an einem Tag zu veröffentlichen, hat jedoch gravierende Nachteile:

Es kommt zu keiner Vernetzung, weil alle Beiträge singulär erstellt werden.
Wenn alle Beiträge zum Thema am gleichen Tag herausgelassen werden, macht sich das zwar in der BAD-Statistikik ganz nett, aber es kann keine Diskussion untereinander aufkommen.
Um auf andere Beiträge zu der „Blogparade“ Bezug zu nehmen, kann man nur einen Nachtrag zur Blogparade erstellen, und die Vielfalt der Beiträge ist erschlagend.
Damit verlieren die Leser aber schnell das Interesse und sind übersättigt, was das jeweilige Thema betrifft. Die Wirkung der Beiträge verpufft wie die der Zeitungs-Schlagzeile vom Vortag.

Energie, Armut, Hunger – das sind zwar alles wichtige Themen, aber wer sie festlegt, bleibt unbestimmt.

Ich persönlich möchte zum Thema nationale oder internationale Armut nicht bloggen – „Hey, das ist einfach nicht richtig, wie viele da unter der Armutsgrenze leben …“ wäre allzu inkompetent. Es gibt sicherlich Andere, die davon mehr verstehen, dann reicht es auch, diese zu verlinken.

So, wie das im Moment abläuft, ist die Themenwahl ein undemokratischer Prozess, die Einübung in die Unterwerfung unter undemokratisch gefallene Entscheidungen. Es bleibt nicht die Wahl des Themas, sondern nur: Teilnehmen, ja oder nein.

So, wie der BAD jetzt organisiert ist, handelt es sich nur um ein bisschen Meinungsbildung ohne die Perspektive, Einfluss zu nehmen.
Bloggen als Massenphänomen und in der Masse bloggen – ob wir ausgerechnet das nötig haben?

Süsse Träume, denen Du nicht widerstehen kannst: Verführung

Wenn ein einsamer Cellist im Frack auf der Spitze eines Berges sein Cello streicht,  muss das ein Gipfelerlebnis sein, das Saiten zum Schwingen bringt.

Eine Frau im weißen Abendkleid macht einen Schleiertanz, wobei sie ein wenig vernebelt wirkt –

und von diesem Bild blendet der Film zur Einschlafsituation eines Mädchens über,  die Geborgenheit und Vertrauen signalisiert.

Zum Stofftier in seinem Arm (das klassischerweise als Übergangsobjekt zu verstehen ist, das dem Kind hilft, sich von der Mutter zu lösen) kommt die Tafel weiße Schokolade – als Über-Übergangsobjekt?

Eine weitere Überblendung leitet zu weißen Pferden im Schnee über und symbolisiert den Traum des Mädchens: Wilde Pferde voller tierischer Energie, ungezähmt und frei in der Wildnis.

Dann kommt, im Gegenlicht, für zwei Sekunden ein Skifahrer, der  den Schnee aufstieben lässt, ins Bild, und der Film blendet zum Schlussbild über:

Die beiden haben, in einer Szene voller Zärtlichkeit, etwas gemeinsames im Blick, und sie, die von Anfang an in Schwingung und Resonanz gebracht werden sollte – Sie kann jetzt bestimmt nicht mehr widerstehen.

Sie ist – geht das Kalkül des Werbefilms auf – verführt.

Wenn der zärtliche Liebhaber gerade mal nicht zur Verfügung stehen sollte, liegt im Regal die Alpine Schokolade bereit.

Wenn sie dann zugreift, weiß sie gar nicht mehr, wovon sie geträumt hat. Hätte sie doch bloß ihr Tagebuch geschrieben!

Dann wären ihr ihre Träume bewusst …

Narzissmus und Diät
Alles im Lot?


Narzissmus-Test im Schnelldurchgang

Kaum zu glauben, dass eine komplizierte psychische Kategorie in 10 Fragen erfasst werden kann:
Da findet sich Narzissmus und ein Narzissmus-Test auf einer US-Seite, die „Teamarbeit“ zum Gegenstand hat, und besteht aus ganzen 10 Fragen:

„Test mit zehn Fragen zur Persönlichkeitsstörung“?

Aber schauen wir einmal genauer auf den Narzissmus-Test:

Notiere zu jeder Frage eine Ziffer von eins bis fünf:

1 entschiedene Ablehnung 2 keine Zustimmung 3 neutral
4 Zustimmung 5 starke Zustimmung

  1. Was andere über mich denken, ist mir sehr wichtig.
  2. Ich bin schnell gelangweilt
  3. Ich glaube, ich wirke auf das andere Geschlecht anziehend
  4. Ich melde mich bei meinen Freunden, wenn ich länger nichts von ihnen gehört habe.
  5. Ständig kommen andere mit ihren Problem zu mir.
  6. Ich bin wichtiger als die meisten Leute, die ich kenne.
  7. Was andere sagen, kann verletzend sein.
  8. Ich bin ungern längere Zeit alleine.
  9. Ich werde oft nicht anerkannt.
  10. Ich hab das Gefühl, ich bringe ständig die Angelegentheiten Anderer in Ordnung.

Die Auflösung folgt weiter unten, so dass niemand beim Lösen nach der Lösung schielen muss…

http://winning-teams.com/narcissist_tests.html

Werte zwischen 24 und 34 sind normal (Durchschnitt = 29).

Bei 35 oder mehr Punkten könntest Du narzisstisch sein.

23 oder weniger Punkte könnten auf einen Mangel an Selbstvertrauen/Selbstsicherheit hinweisen.

Die hier vorgestellte Fassung des Narzissmus-Tests ist eine freie Übersetzung der Fassung, die David Thomas erstellt hat. Sein Narzissmus-Test ist eine Unterseite von „Neurose, Paranoia und Narzissmus“.

Thomas hat sich auch mit Philosophie beschäftigt und zitiert O’Hear:

„There cannot be true self-esteem without self-worth, and self-worth has to be earned. Nor is there real happiness outside of a life well lived, of which happiness is the by-product.“

– auf Deutsch etwa:

„Es gibt keine wirkliche Selbstachtung ohne Selbstwert –
Wert muss verdient werden. Ebenso gibt es kein wirkliches Glück
außerhalb von einem richtig gut gelebten Leben, bei dem Glück als Nebenprodukt entsteht.“

Was den Narzissmus betrifft, bin ich ja der Meinung, dass er auch bei Essstörungen eine gewichtige Rolle spielt, die von unseren Neuro- Hormon – und Ernährungswissenschaftlern sträflich vernachlässigt wird, obwohl der Zusammenhang von Diät(-form) und Wohlbefinden oder auch Selbstwert so schwierig nicht zu erkennen ist.

Vielleicht auch interessant, wie die moderne Sichtweise sich mit der antiken deckt: Im Mythos von Narziss heißt es, schon das gerade geborene Kind habe „Liebe verdient“.

Urvertrauen und Selbstvertrauen, primäre Liebe, sonstige Vorlieben und Suchtverhalten, reife Liebe, Dialogfähigkeit – das sind einige der Phänomene, die mit der Entwicklungslinie des Narzissmus verbunden sind.

Ich blogge, weil meine Freundin sagt: Schreiben ist kreativ, gesund und macht stark

Hallo, Ihr Nicht-Fresser,

heute früh ist mir der Gedanke gekommen, dass ich doch mal wieder einen kleinen Artikel bei Fressnet.de abgeben sollte.
Wenn ich ganz ehrlich sein soll: Meine Freundin hat mich angeschubst. Eine ganz liebe! Alle zwei Wochen schickt sie mir eine e-mail mit vielen guten Tipps zu Mode, Partnerschaft und Selbstverwirklichung. Ja, das ist zuverlässig. Die Conny hat sich ja in der Bikini-Figur-Diskussion ganz nett eingebracht, aber einfach wieder zurückgezogen. Schade. Aber meine zuverlässige Freundin sagt,

Für viele ist mit einem … Blog – ein neuer Freundeskreis nur einen Mausklick entfernt. Hier können auch schüchterne Menschen ein größeres Publikum finden.

Eigentlich wollte ich auch gleich ein eigenes Blog aufmachen. Aber dann habe ich gesehen, dass das mit dem größeren Publikum nur ganz wenige sind, und die schreiben dann immer nur über so technische Sachen mit viel PHP und JAVA und Code-stricken – und ich will doch nur ein bisschen kreativ sein.

Soll ich Euch vielleicht einen Liebesroman schreiben? Will ja nicht zu viel verraten. Ich schreibe ja ganz unkompliziert und schlicht, lieber ein bisschen ausführlicher und epischer, dass die Mädels was zum träumen haben, n bisschen Entscheidungsfindung und dann einfach noch ein paar Kombinationen ausprobieren… Aber ein Happy End gibt’s nicht. Sie hat außerdem gesagt:

Wer anfängt, auf die innere Stimme zu hören, findet irgendwann sich selbst. Schreiben ist keine Flucht, … Man nimmt mit allen Sinnen wahr. Das regt die Fantasien an und erweckt eine oftmals eingeschlafene Fähigkeit: eigene Ideen zu entwickeln.

Nee, das glaubt doch kein Mensch. Eigene Ideen entwickeln!

Und was ist mit „eigene Ideen verwirklichen“? Na, also ich weiß nicht, liebe Freundin, ob das nicht eher Dein Problem ist? Denn, wenn ich mir das mal genauer anschaue, schreibst DU doch immer nur das Gleiche, immer wieder, bei Dir selbst ab!

Das müsst Ihr Euch mal vorstellen, liebe LeserInnen: Da hat die doch tatsächlich einen ganzen Artikel verfasst, bei dem auch die Überschrift allein schon ausreicht: „Mut zur Wut“. Als ob das irgend jemand brauchen könnte!

Ehrlich, mir reichts. Aber Spaß hats schon gemacht, mal wieder zu bloggen. Tschüß denn, bis später – findet Euch und schreibt mal wieder einen Roman! 😉

Eure Leilah

Narzissmus und Diät
Alles im Lot?


Abnehmen, Diät und Evidenz

Seit gut zehn Jahren dringt ein neues Wort in unseren Sprachgebrauch ein, bei dem man sich fragt, wie die Wissenschaft früher ohne diesen Begriff auskommen konnte:

Evidenzbasierte Medizin (EbM, von englisch evidence-based medicine „auf Beweismaterial gestützte Heilkunde“)

Die EbM erlaubt Aussagen, die auf der Grundlage von nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden. Der Wirksamkeitsnachweis erfolgt dabei durch statistische Verfahren.

Was Evidenz bedeutet, liegt ja eigentlich auf der Hand und ist „augenfällig„; bei einer Studie des „Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ (IQWIG) spielte sie eine besondere Rolle:

Das Institut hatte vom „gemeinsamen Bundessausschuss“ (?) den Auftrag bekommen, „bereits bestehende Disease-Management- Programme (DMP) um ein Modul zur Adipositas-Therapie zu ergänzen.“
[Ärzteblatt]

Auf Deutsch gesagt, geht es um einen Baustein zur Verringerung des Übergewichts in der Bevölkerung, das seuchenartige Ausmasse annähme.

Man will also vielleicht politisch handeln und hätte gern eine verbindliche Richtschnur, eine Leitlinie:

 

Keine eigene Prüfung der Evidenz

Zusammen mit externen Sachverständigen haben die Kölner Wissenschaftler systematisch nach evidenzbasierten Leitlinien zum Thema Adipositas recherchiert. In einem ersten Schritt bewerteten sie deren methodische Qualität. Danach extrahierten sie die darin enthaltenen Empfehlungen und prüften, inwieweit diese … auf hochwertigen Studien beruhen. Insgesamt konnten die Wissenschaftler 10 Leitlinien einschließen. Erneut überprüft wurde die Evidenz, die den einzelnen Empfehlungen zugrunde lag, allerdings nicht.

Man hat also Studien und Anleitungen zum Abspecken im Hinblick auf erwiesene Wirksamkeit durchgesiebt, wobei das Kriterium „Evidenz“ von den geprüften „Leitlinien“ selbst mitgebracht werden musste.

Somit

konnten die Wissenschaftler in den Leitlinien vergleichsweise viele evidenzbasierte Empfehlungen zur Gewichtsreduktion identifizieren.

Anders stellte sich die Situation bei den Versorgungsaspekten Einteilung, Monitoring, langfristige Gewichtsstabilisierung sowie bei Qualitätsindikatoren und der Koordination der Versorgung dar. Hier gibt es nur wenige Empfehlungen, die … durch hochwertige Studien belegt sind.

Üblicherweise ist es kein besonderes Problem, einem Patienten Ratschläge, wie er abnehmen kann, zu geben, aber schon schwieriger, sein weiteres Schicksal im Auge zu behalten. Wie der Verlauf sich langfristig entwickelt, und was eine gute langfristige Betreuung wäre – dazu gibt es zu wenige Aussagen.

Und auch, was hilft, teilt das IQWIG mit:

Zur Gewichtsreduktion gelten kalorienreduzierte Ernährung, körperliche Bewegung sowie verhaltenstherapeutische Verfahren als Mittel der ersten Wahl. Sie sollten möglichst kombiniert werden. … Bestimmte Erkrankungen können eine Gewichtsreduktion schon bei relativ geringem Übergewicht erfordern.

Es scheint, als ob diese (kommenden) Leitlinien nicht viel Neues bringen. Formal haben die Wissenschaftler sicherlich korrekt gearbeitet, auch offengelegt, wie sie ermittelt haben.

Wenn Patienten professionell betreut werden sollen, kann man mit Leitlinien und Qualitätsmanagement etwas erreichen, vorausgestzt, die Leitlienien stimmen und das QM greift – so die Annahme.

Faktisch ist der Umfang der ärztlichen und therapeutischen Betreuung jedoch begrenzt und unter den gegebenen Umständen nicht ausbaufähig, und die Übergewichtigen, die eigentlich in Behandlung gehören würden, betreiben „fröhliche Selbstmedikation“.

„Leitlinien zur Vorbereitung strukturierter Behandlungsprogramme“ greifen – gemessen am tatsächlichen Verhalten der Zielgruppe und den beschränkten Ressoucen bei der geforderten Behandlung – voll daneben.

Die „Krankheitseinsicht“ hat bei den Übergewichtigen etwas schizophrenes: Heilung wird zum Teil auf eine Art gesucht, die krank macht. Wir sehen das an den Fragen, die „die Leute“ haben; diese Fragen sind zum Teil vernünftig, zum Teil zeugen sie von äußerst unrealistischen Erwartungen:

„die besten tipps schnell und viel abnehm“
„mayo 1 el gramm“
„abnehmen kostenlos“
„ingwer diät“
„nudel diät“
„rezept kürbis kartoffel“

Dies war eine zufällige und unsortierte Stichprobe aus den Suchanfragen. „Schnell und viel abnehmen“ ist ein häufig geäußerter Wunsch, der bekanntlich auch ständig geschürt wird (gelbe Presse usw.), und es werden Erwartungen geweckt, die ziemlich direkt zum Jo-Jo Effekt führen.

Was eine evidenzbasierte Meta-Studie auch nicht leisten kann, ist, die Perspektive, übergewichtige Individuen als Subjekt mit der Fähigkeit zur eigenständigen Lösung ihres Problems zu sehen.

Zudem: Niemand, der im Gesundheitssystem arbeitet, scheint Zeit übrig zu haben. Wer soll denn da Programme durchführen?

Sind Übergewichtige in der Rolle als Subjekt und nicht als Objekt,  bekommt „Helfen“ und „Behandeln“ eine etwas andere Bedeutung, und der „Experte“ gibt, den Umständen entsprechend, seinen Status weiter.  

Wo „das Phlegma“ ursächlich ist, muss heutzutage natürlich differenzierter diagnostiziert werden. Depression, ADS, psychosomatische Probleme, ein „Entwicklungsrückstand“ auf der oralen– oder Trotzphase, narzisstische Defizite und Langeweile sind hier schon genannt worden.

Die Unordnung, die mit dem ADS verbunden ist, wird manchmal gar nicht, und selten als mentales Problem verstanden.
Im Hintergrund scheint hier ein Gefühl von Hilflosigkeit und Abhängigkeit, eine passive Haltung mit überstarken Wünschen, geholfen zu bekommen, zu bestehen. Gleichzeitg gibt es starke Widerstände und Schamgefühle, diese Wünsche zu äußern.

Eigeninitiative wird allenthalben nur theoretisch gefordert, aber nicht praktisch gefördert – wahrscheinlich, weil es hierzu keine evidenzbasierten Studien gibt.

Die Seuche, gegen die das DMP sich richten wird, wird von einem eigenartigen Virus verursacht: Fragt sich, ob auch die stärkste Medizin, die das DMP bereithält, bis zu den tiefen Strukturen, in denen die Krankheit verwurzelt ist, vordringt und etwa Einsicht ermöglicht, und hilft, gesündere Strukturen zu errichten.

Ein wenig Zuspruch und Trost kann da nicht schaden:

Abnehmen kann also auch nicht automatisch all diese Probleme lösen, und man kann nicht erwarten, dass das Leben allein durch Gewichtsverlust leichter wird.

Es ist nicht einfach, abzunehmen und das erreichte Gewicht zu halten. Wenn Sie dies schaffen, ist das eine große Leistung. Ein solches Ziel erreicht zu haben, könnte Ihnen auch für zukünftige Herausforderungen mehr Kraft und Selbstvertrauen verleihen.

Durch „Abnehmen und Gewicht halten“ eine Zunahme an Selbstvertrauen zu versprechen, ist angesichts des allgemeinen Jo-Jo Effekts nur bei einer Minderheit gerechtfertigt. Die Mehrheit braucht eine qualifizierte Begleitung von unbestimmter Dauer.

Vielleicht gälte es auch, Konzepte der Psychoedukation noch einmal zu überarbeiten und für funktionierende Selbsthilfegruppen Konzepte zu entwickeln; aus dem Pool der „halbwegs bewährten Maßnahmen“ das Beste herauszufiltern, kann nicht genug sein.

Imedo-Award für Gesundheitsblogs

Wie bereits bei „Pimp yourself“ und beim „Bandscheibenblog“ zu lesen, veranstaltet das junge Gesundhietsportal „Imedo“ seinen Award (Auszeichnung, Belobigung, Belohnung, Entschädigung…) für Gesundheitsblogs.

Und, weil damit vielleicht die Position oder auch Vernetzung der Gesundheitsblogs ein wenig gefördert werden könnte, sei hiermit darauf hingewiesen.

Dann nominiert mal fleißig…

Narzissmus und Diät
Alles im Lot?

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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