Folsäure + Vitamin B12: Schutz vor Schlaganfall

Nahrungsergänzungsmittel, die eine Kombination verschiedener B-Vitamine enthalten, waren kürzlich Gegenstand einer Untersuchung bei Ökotest. Die Tester waren jedoch mit dem Gebotenen nicht recht zufrieden, und meinten, insgesamt werde zu hoch dosiert.

Man könnte sich auch fragen, wozu die Vitamin-B-Präparate überhaupt auf dem Markt sind, zumal Aussagen wie

„“unterstützt Zellfunktion von Nerven und Haut, unterstützt Konzentrationsfähigkeit, Aufrechterhaltung der mentalen und physischen Leistungsfähigkeit“ (Abtei Vitamin B Komplex Supra, Dragees) sind so richtig wie nichtssagend. Da die Versorgung der hiesigen Bevölkerung mit den meisten B-Vitaminen gut ist, dürfte selbst die Einnahme hoch dosierter Vitamine nicht die Leistungsfähigkeit explodieren lassen oder das allgemeine Wohlbefinden verbessern.“

 

eher absurd klingen. Zum Schluss bietet Ökotest noch eine Auflistung von möglichen Vitamin-B-Mangelkrankheiten, wobei neben Beri-Beri, Pellagra und anderen auch das Folgende angemerkt wird:

Mangel an Folsäure -> Blutarmut, Haut- und Schleimhautstörungen, Missbildungen beim Embryo (Neuralrohrdefekt)

Mangel an Vitamin B6, B12 und Folsäure -> wird mit erhöhten Homocysteinspiegeln im Blut in Verbindung gebracht, die wiederum mit dem Auftreten von Arteriosklerose korrelieren.

An anderer Stelle wird genau dieser Mangel als recht kritisch eingeschätzt:

„Nach unseren Ergebnissen ist ein niedriger Vitamin-B12-Spiegel besonders in Kombination mit niedrigen Folat-Werten ein entscheidender Risikofaktor für Schlaganfälle und zerebrale Durchblutungsstörungen“.

Beide Vitamine gehören zur Gruppe der B-Vitamine, sind wasserlöslich und können leicht aus der Nahrung über den Darm aufgenommen werden.
Vitamin B12 und Folat sind unter anderem an der Blutbildung beteiligt.

Lebensmittelquellen für Vitamin B12: Leber, Fleisch, Fisch und Eier.
Lebensmittelquellen für Folsäure: Blattgemüse, Salate, Vollkorn-produkte, Nüsse, Tomaten, Eigelb und Leber.

 

An dieser Stelle sei auch noch die Medizinauskunft hinzugezogen. Sie führt aus, dass das Stoffwechsel-Abbauprodukt  Homocystein die Wände der Blutgefäße angreift und so die Arterienverkalkung in erheblichem Maße fördert.

Untersuchungen zeigen: Ein Zuviel an Homocystein steigert das Herzinfarkt-Risiko um 70 Prozent, die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, erhöht sich sogar um 150 Prozent.

Als „natürlicher Gegenspieler des Homocysteins im Körper“ wirkt das Vitamin Folsäure. 

„Der natürliche Gegenspieler des Homocysteins im Körper ist das Vitamin Folsäure. In einer großen Studie mit 10.000 Männern und Frauen im Alter zwischen 25 und 70 Jahren konnte bewiesen werden, dass diejenigen, die täglich mehr als 400 Milligramm Folsäure zu sich nahmen, deutlich seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen heimgesucht wurden. Verstärkt wird der Schutzeffekt der Folsäure noch, wenn man sie mit den Vitaminen B12 und B6 kombiniert.“

Folsäure-Unterversorgung?

Mehr als 90 Prozent der Bundesbürger nehmen allerdings nicht einmal die Hälfte der notwendigen Menge an Folsäure zu sich. Deutschland ist ein Folsäure-Mangelland, lautet das alarmierende Urteil der Ernährungsexperten.

Wenn auch Folsäure in vielen grünen Gemüsesorten vorhanden ist, müsste man  täglich etwa 700 Gramm Obst und Gemüse essen. „Zudem ist Folsäure sehr empfindlich und kann schon beim Kochen und Lagern zerstört werden.“

Deshalb wird hier der Rat gegeben, unter Anleitung des Arztes Selbstvorsorge zu treffen:

 Wer älter als 50 ist, sollte zunächst eine Homocystein-Bestimmung bei seinem Arzt vornehmen lassen.

Fällt der gemessene Wert zu hoch aus, wird der Arzt entweder dazu raten, die fehlenden Vitamine Folsäure, B12 und B6 mit einer Spritzen-Intensivtherapie zuzuführen oder ausreichend hoch dosierte Vitamin-Tabletten empfehlen. Mit einer solchen Behandlung kann der Homocysteinspiegel wirkungsvoll gesenkt werden. (Kursive Hervorhebungen d.A.)

Bei korrekter Interpretation der Quellen ergibt sich das folgende Bild:

Vitamin-B-Präparate als Nahrungsergänzung sind eher fragwürdig und würden – als Selbstmedikation – nur „auf Verdacht“ eingenommen, etwa, weil man sich unkonzentriert fühlt und etwas dagegen tun will.

Mit der entsprechenden Diät (siehe Kasten) sollte nach menschlichem Ermessen der Vitaminbedarf zu decken sein. Wer sagt, Vollkornprodukte seien „überflüssig“, leistet möglicherweise dem Schlaganfall Vorschub.

Über 50 – und gegebenenfalls auch jünger – ist die Bestimmung des Homocysteinspiegels ratsam. Dies kann dann mit einer Überprüfung des LDL-Wertes verbunden werden (Dabei gleich mal den Hausarzt nach der Bedeutung des oxidierten LDL Cholesterin fragen).

Warum nicht? Lecker Schweineschnäuzchen im Hot-Dog

Der Mensch ist, was er isst“ – das ist kürzlich Thema bei Fressnet gewesen. Auf Englisch, und frei Übersetzt: „You are what you eat“.

Gillian McKeith (Gillian McKeith Online Shop, 7 Park Crescent, London, W1B 1PF Adresse: Gillian McKeith Online-Shop, 7 Park Crescent, London, W1B 1PF Telephone: 0845 602 6744 Email: gillianmckeith@nutricentre.com ) macht daraus ein Medienspektakel, in dem Dicke vorgeführt werden.

Die ganzheitliche Erneuerung der Persönlichkeit in drei Schritten wird da empfohlen, der tägliche Symptom-check angeboten (Heute: Impotenz wegen Dehydrierung), Restaurantführer, Boot-Camp und eine Ernährungs-Bibel.

Starke Worte, oberflächliche Informationen, glattes Design.

Was hier aufklärend wirken soll, ist in Wirklichkeit Effekthascherei. Dass in der Wurst nicht nur die edelsten Teile des Tieres landen – beim Presskopf, wenn er handwerklich gekonnt hergestellt und vielleicht mild geräuchert ist, eine Delikatesse – ist dem verzärtelten Mädel, das hier „bekehrt“ werden soll, nun mal nicht klar.

Das entfremdete Verhältnis, das viele Konsumenten zum Essen und zu sich selbst haben, kann durch solche Brachial-Aufklärung, die doch schnell abstumpfen muss, auch nicht geändert werden.

5 Sekunden zum Kartoffeln-Pellen und andere Übungen

Wie man eine Pellkartoffel in fünf Sekunden schälen kann, vermittelt sich mit der Methode des Zeigens am besten:

Die Anregung dazu kommt vom Persönlichkeitsblog.

Also: Beim Kartoffeln-Pellen haben wir die Wahlfreihiet, eine neue Methode zu übernehmen oder eine alte Methode beizubehalten, ohne sonderliche Mühe mit dem Lernen.

Beim Klavierspielen wäre das schon anders – hier ist Üben (auch mal mit Trainer) gefragt bzw. angesagt. Das Üben ist auch auf anderen Gebieten angesagt:

  • Wer mit seiner Zeit Probleme hat, kann täglich üben, sich mehr abzugrenzen, nein zu sagen, seine Perfektionsansprüche überprüfen, sich bewusst mehr Zeit für “Nichtstun” zu reservieren.
  • Wer Angst hat sich zu äußern, kann täglich üben, in Meetings mindestens dreimal etwas zu sagen, seinem Kollegen zu widersprechen, an der Supermarktkasse bitten, vorgelassen zu werden usw.
  • Wer dominant oder arrogant auftritt, kann lernen, sich zurückzunehmen, Fragen zu stellen anstatt Erklärungen abzugeben, sich für andere zu interessieren anstatt nur sich selbst darzustellen.
  • Wer über Stress klagt, kann sich vornehmen, jeden Tag eine halbe Stunde spazieren zu gehen, ein Buch zu lesen, zu meditieren, einen Yoga-Kurs zu besuchen etc.

Hier geht es um Verhaltensänderungen – weiter nichts. Das Prinzip des Übens müssen wir – soviel als kleiner Nachtrag – auch auf unsere „28 Schritte zum Wunschgewicht“ anwenden, besonders vielleicht auch auf das Kapitel „Ordnung„.

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Narzissmus und Diät
Alles im Lot?


Vergesslichkeit oder die Sache mit der Ordnung

Wo die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten ein Problem ist, ist vermutlich auch die Ordnung ein Problem. Jedenfalls: Irgend etwas ist nicht in Ordnung, wenn jemand unfreiwillig übergewichtig ist.
Das Messietum oder die Zerstreutheit ist hier bereits Thema gewesen, auch „ADHS vs. Depression“ und individuelles und gesellschaftliches Aufmerksamkeitsdefizit.

Unordnung könnte sich als Folge von Aufschieberitis (Prokrastination) erklären lassen – aus einem „will ich später wegräumen“ ergibt sich schnell ein Liegen-Lassen, und dadurch die Unordnung. So gesehen, kann die Unordnung eine Folge der falschen Zeiteinteilung angesehen werden; wird der Rhythmus nicht eingehalten, folgt die Dissonanz: Das Butterbrot ist zum Beispiel schon längst gegessen, aber die Butter steht noch auf der Arbeitsfläche und verhindert weiteres Wirken, oder ist einfach nur ein unharmonischer Eindruck.

Man könnte natürlich auch von mangelnder Aufmerksamkeit sprechen und nach „Hilfe bei ADHS“ suchen.

 

Hier stoßen wir schnell auf Werbung für Psychopharmaka:

ADHS – emotionale Stabilität statt Achterbahn der Gefühle

soll wohl das Wesen der Krankheit erklären und der Hinweis

Allgemein bekannt ist die Darstellung des Krankheitsbildes als „Zappelphilipp“, den der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann 1845 sehr anschaulich im „Struwwelpeter“ beschrieb.

– dieser Hinweis soll uns vollends in die ärztliche Sprechstunde treiben und motivieren, um eine entsprechende Verordnung zu bitten. Nur – für Heinrich Hoffmann gab es auch noch den ungepflegten Struwelpeter, den bitterbösen Friederich mit der Peitsche, Paulinchen mit dem Feuerzeug, Ludewig, Kaspar und Wilhelm mit Fähnchen, Brezel und Reif, den verschlafenen Jäger, den ungehorsamen Daumenlutscher, Suppenkasper, Zappelphillip, Hans-Guck-in-die-Luft, den fliegenden Robert.

Allemal waren ihm Verwahrlosung, Sadismus, Pyromanie, Fremdenfeindlichkeit, Nachlässigkeit, Selbstbefriedigung/symbolische Kastration, Anorexie, erhöhter Bewegungsdrang und Ungehorsam, Unaufmerksamkeit und Missachtung von Gefahren praktisch bekannt und galten als erzieherisch beeinflussbare Phänomene.

Der Zappelphilipp kann schließlich – systemisch betrachtet – auch als familiärer Symptomträger gelten. In aller Ruhe hören wir uns darum die Geschichte an, und stellen fest: Er ist nicht gestörter als all die Anderen, bei denen – die Folgen zeigen es – etwas „nicht in Ordnung“ ist.

Sicher, Hoffmann hat mit Norm, Verängstigung, Moral und „Gewissensbildung“ gearbeitet. Aber er hat den Eltern auch nicht gesagt, dass sie kein Vorbild sein und einfach nur ein paar Pillen kaufen müssen.

„Mit Feuer spielt man nicht“, „längliche Metallgegenstände gehören nicht in die Steckdose“ und andere Regeln sollten nun mal verinnerlicht sein.

Was die Ordnung betrifft, sehnt so mancher Messie sich ja vielleicht nach ihr. In unserem Zusammenhang – einem einfachen Diätkurs – können wir leider keine komplette Ordnungsschulung durchführen.

Höchstens Ansätze bieten: Etwa den, bei der Zeiteinteilung auch Zeiten für das Aufräumen zu berücksichtigen. Die Ordnung im Kühlschrank – auch dieses Kapitel soll noch kommen.

Die Gefühle auf der Achterbahn; ein auf und ab von Wollen, Erwartungen und Versagen, Vorwärts und Rückwärts, Anziehung und Abstoßung: Das tritt ein, wenn Regeln und  Orientierung fehlt, wenn nicht klar ist, was geht und was nicht geht, was erlaubt ist und was verboten, wo und wie es weitergeht.

Über Ordnung als Gegensatz von Chaos und Beliebigkeit wurde hier schon gesprochen, der Wert der Ordnung also herausgearbeitet. 

Nun noch von System, Struktur (nach Kant: „Lage und Verbindung der Teile eines nach einheitlichem Zweck sich bildenden Organismus“) und Gestalt zu reden – das verschieben wir dann lieber doch noch einmal…

Die Herbst-Diät: Wasser trinken mit der Freundin

Liebe Freunde,

jetzt ist es schon ein Jahr her, dass ich hier bei Fressnet zum ersten Mal meinen Gastkommentar zur Bikinidiät abgeben durfte. Es ist – wieder einmal – Herbst geworden, und die Freibäder haben endgültig geschlossen.

Wobei – eine Ausnahme hab‘ ich noch gefunden:

Das Thermal-Freibad in Schlangenbad, die haben ja auch keine Heizkosten für das Wasser, nutzen schon seit eh und je die Erdwärme. Angaben aber ohne Gewähr; Ihr versteht:

Anfang April bis Ende Oktober
Mai – August 8.00 – 20.00 Uhr
April, September, Oktober
10.00 – 18.00 Uhr
Kassenschluss 1 Stunde vor Schließung

Vielleicht mach‘ ich ja auch einmal eine Serie über Thermalbäder – so eine natürliche Sole ist ja so was von gesund; bei den alten Römer gab es da noch gar keine Zweifel, dafür viel mehr Toleranz gegenüber Figurproblemen.

Klar, die alten Römer hatten ja auch noch keine „Freundin“, die ihnen vorschreibt, wie sie zu leben und zu diäten haben. Ihr wisst ja:

Ich blogge, weil meine Freundin sagt: Schreiben ist kreativ, gesund und macht stark

Bei Nicole muss das auch das aktuelle Motto sein, oder so ähnlich; wirklich (körperlich) stark macht Schreiben ja nun wirklich nicht, höchstens geistig ein bisschen beweglich.

Also: „Meine Freundin“ ist wirklich realtiv! Nicole hat meine Freundin jetzt auch zu ihrer Freundin gemacht und schreibt aktuell etwas über eine „Winterfigur“ – indirekt hat sie auch noch zum Ausdruck gebracht, dass ich zu denen gehöre, die sich „sowieso grundlegende Gedanken zu [ihrem] Lebensstil machen“ müssen. Prima! Jetzt frag ich mich natürlich, wer da noch meine Freundin ist.
Vereinfacht gesagt:

Die Freundin will die jahreszeitlichen Gewichtsschwankungen mal wieder nicht zulassen, und Nicole ist der Meinung, das macht doch nichts.

„Die Freundin“ rät zu einer Kaschmir-Kuscheldecke auf dem Sofa, (kann ich mir das überhaupt leisten?) und mal wieder: Weniger Rotwein, mehr Wasser.  Das stammt bestimmt aus der Texte-Resteverwertung:

Häufig ver­wechselt man Durst nämlich mit Hunger – und greift schneller zum Snack. Zudem fehlt dem Magen dann die sättigende Wirkung des Wassers. Und drit­tens sinkt dadurch noch der Grundum­satz: Wer 2 Liter Wasser am Tag trinkt, verbrennt laut einer Studie der Berliner Charité 100 Kalorien mehr.

Nee, nee, Leute! Diese Charité- Studenten haben ja keine Ahnung von Studien: Jetzt haben sie ihre Versuchspersonen süchtig nach Wasser gemacht, während es im Winter doch gar nichts besseres als einen heißen Tee gibt.

Ich glaube ja, die Studenten bei der Charité haben noch geübt:

An neun übergewichtigen, gesunden Probanden – vier Frauen und fünf Männern im Alter zwischen 26 und 42 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 29,4 bis 37,5 kg/m2 – wurde die Wirkung des Trinkens von Leitungswasser auf den Energiestoffwechsel untersucht. Alle Probanden tranken in drei Teilstudien entweder zügig einen halben Liter Trinkwasser, einen halben Liter 0,9-prozentige Kochsalzlösung oder 50 Milliliter Trinkwasser als Kontrolle. Vor den Versuchsdurchgängen hatten die Teilnehmer jeweils 12 Stunden nichts gegessen und 1,5 Stunden nichts getrunken. Die Änderungen des Energieumsatzes wurden mittels indirekter Kalorimetrie gemessen.

Und außerdem waren die Messinstrumente kaputt:

Der zusätzliche Energieverbrauch schwankte individuell stark und lag zwischen 10 und 30 Kilokalorien. [Quelle]

Jetzt macht Euch das mal klar: Neun Versuchpersonen, davon drei Leitungswasser-Trinker! Also, meine Großmutter hätte ja gesagt: „Das ist keine Studie, das ist Murks“.

Und wegen durchschnittlich 20 Kcal machen die einen derartigen Aufstand!

Also, ich finde, das ist kein vernünftiges Verhältnis von Aufwand und Wirkung.

Also, trinkt Tee, mit guter Laune,

wünscht Euch

Eure Leilah

Die Sucht nach Zucker

Eine Meldung vom 26.09.08:

„Wissenschaftler der Universität Princeton haben Ratten täglich mit Zucker gefüttert, die Portionen kontinuierlich gesteigert und dann den Zucker ganz weggelassen. Die Tiere zeigten daraufhin ähnliche Entzugserscheinungen wie Morphiumsüchtige. „

Die Meldung wurde eifrig weiter verbreitet. Im gleichen Atemzug wurde erzählt, dass mittlerweile jeder Deutsche im Schnitt über 34 kg Zucker pro Jahr verzehrt,  bei  78 kg liege der US-Pro-Kopf-Verbrauch.

„Die Hersteller von Big Mac & Co., die damit den Geschmack ihrer Brötchen, Hackbuletten und Hühnchenstücke perfektionieren, lösen durch die Kombination von Zucker und Glutamat im Gehirn eine Art kulinarischen Orgasmus aus.“

Es handelt sich bei dieser Meldung um eine Pressemitteilung von Gruner  Jahr, die auf das Erscheinen von „Wunderwelt Wissen“ hinweisen sollte. Bei wissenschaft.de hat es die Überschrift

Ratten-Studie bringt Beweis für „Zucker-Abhängigkeit“

allerdings schon im Juni 2001 gegeben…
Nichts Neues also an der „Zuckerfront“, aber das Aufwärmen alter Meldung, frisch dekoriert, scheint lukrativ.

Wer auch immer den Artikel zusammengeschrieben hat: Irgendeine Ahnung muss er gehabt haben. Sogar den Ausdruck „alimentärer Orgasmus“ gibt es, in der Psychoanalytischen Neurosenlehre, seit 1926:

„Normale Entwicklung: Lustvolle orale Befriedigung beim Stillen und bei der Pflege. Entwicklung der Fähigkeit, sich etwas zu nehmen und zu genießen. RADO: alimentärer Orgasmus.“

Es handelt sich um die Orale Phase (FREUD: Entwicklung von sexuellen Empfindungen über den Mund)… 

Die pseudo-Kritik an den Hamburger-Brätern, die uns da so hinterrücks zu Kopf-Orgasmen verhelfen, geht voll an der Sache vorbei: Natürlich ist Essen (fast) immer mit Befriedigung verbunden – auch, wenn es gesund ist…

Ansonsten sollten wir den Zuckerkonsum doch lieber nicht so abstrakt diskutieren, sondern praktisch verringern.

Kastanien (Maronen), Ende September

Reife Kastanien sind der Inbegriff des Herbstes, und neulich waren die ersten zu finden. So ganz einfach ist es mit ihnen ja nicht, bis sie verzehrfertig sind; kreuzweise einschneiden und bei 200 Grad eine Viertelstunde backen.

Wer die noch heißen Kastanien schälen will, bekommt eine Ahnung, was mit dem Spruch „Für jemanden die Kastanien aus dem Feuer holen“ gemeint sein könnte – aber so etwas kommt heute ja kaum noch vor (Kastanien im Feuer, meinte ich).

Eigentlich kann man sie sehr gut ohne weitere Ver- und Bearbeitung essen. Aber auch das Kastanienmehl findet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten.

 

 

Inhaltsstoffe Früchte, essbarer Teil, je 100 g
Inhaltsstoff Einheit frisch getrocknet
Wasser g 50-63 11
Stärke g 23−27 41,7
Zucker (v.a. Suc) g 3,6–5,8 16,1
Nahrungsfasern g 8,2–8,4 13,8
Proteine g 2,5–5,7 6,0
Fett g 1,0–2,2 3,4
Vitamin A mg 12 k.A.
Vitamin B1 mg 0,1–0,2 0,2
Vitamin B2 mg 0,2–0,3 0,4
Vitamin C mg 6–23 k.A.
Niacin mg 1,1 2,1
Kalium mg 395–707 738
Phosphor mg 70 131
Magnesium mg 31–65 k.A.
Schwefel mg 48 126
Calcium mg 18–38 56

LDL-Reduktion: Grüner Tee gegen Cholesterin

Neulich hat unser Spassdoktor von(?) Hirschhausen ja erzählt, wie er früher einmal die Tee-Trink-Mode mitgemacht hat und sich seinen Magen mit grünem Tee gegerbt hätte: Grüner Tee, mit kochendem Wasser aufgegossen, setzt arg viel Gerbsäure frei, schmeckt bitter bzw. gar nicht.

Nehmen wir mal an, dass heute allgemein bekannt ist, dass man das kochende Wasser vor dem Aufguss erst mal auf 70 Grad abkühlen lässt, um zu einem wohlschmeckenden grünen Tee zu kommen.

Möglicherweise senkt grüner Tee auch die Fettaufnahme. Die halbe Menschheit trinkt Tee, und wie er wirkt, wird nicht erforscht – eigentlich ein Widerspruch in unserer ach so aufgeklärten Welt.
Wie erfolgversprechend das „Abnehmen mit Tee“ nun wirklich ist, lässt sich also nur vermuten. Wenn jemand von ein paar Flaschen Bier auf eine angemessen Menge Grüntee umsteigt, ist der Tee wahrscheinlich sehr erfolgreich. Zudem passt er schlecht zu fetter Wurst und Bratkartoffeln.

Kurz und knapp zurück zu Thema:

LDL-Reduktion mit grünem Tee

Die entsprechende Meldung finden wir bei „Essen und Gesundheit„,  dem Weblog von Paolo Colombani. Er schreibt:

„Der Konsum von grünem Tee wird seit sehr langer Zeit als gesundheitsfördernd betrachtet.“

Es geht also um altes Wissen, dem aber nicht mehr vertraut wird, denn

In den letzten Jahren nahmen auch wissenschaftliche Untersuchungen über den Einfluss von grünem Tee oder von aus grünem Tee gewonnenen Extrakten zu. In der aktuellen Ausgabe des Journal of American College of Nutrition haben Francisco Tinahones und seine Kollegen die Ergebnisse ihrer Arbeit mit einem Extrakt aus grünem Tee veröffentlicht (1). Nach fünfwöchiger Einnahme des Extrakts konnten die Forschenden bei 14 gesunden Frauen eine bemerkenswerte Senkung des Gehalts an oxidiertem LDL Cholesterin im Blut von fast 40 % messen.

Wahrscheinlich müssten wir hier noch zwischen LDL und oxidiertem LDL unterscheiden:

Im Vergleich zum gesamten LDL Cholesterin Gehalt im Blut dürfte deshalb das oxidierte LDL Cholesterin eine wesentlich bessere und sinnvolle Substanz zur Risikoabschätzung sein.

Andererseits befinden wir uns hier auf einem ordinären Diät-Blog, und beschränken uns auf die Feststellung: Grüner Tee könnte gesund sein.

<Geblödel> Dieser Artikel  ist keine Aufforderung zur Eigenbehandlung bei Übergewicht und/oder anderen Erkrankungen. Tee kann zudem keine Therapie ersetzen. Grundsätzlich vor dem Teetrinken einen Arzt konsultieren ! </Geblödel>

Wenn das Abnehmen mit Tee dann nicht funktioniert, hier noch ein Vorschlag: Weight-Loss with Tai-Chi…

Regelmäßig essen muss sein, um abnehmen zu können

Ein präzises Uhrwerk zählt zum Beispiel die Schwingungen eines Pendels, einer Unruh oder eines Quarzes, und berechnet daraus die Uhrzeit.
Auch der Mensch hat eine „biologische Uhr“, wenn er sich auch gern, was Schlafens- und Wachzeiten betrifft, von dem Sonnenlicht beeinflussen lässt. Ganz ohne Sonne würde sich der menschliche Tag auf 25 Stunden belaufen, hat man in irgendwelchen Bunkern herausgefunden; das wird auch irgendeinen Sinn haben…

Den Wert eines geregelten Tagesablaufs kann man wohl auch nur schätzen, wenn man unregelmäßigen Abläufen ausgesetzt ist, sei es durch Schichtarbeit, oder beispielsweise Schlafstörungen.

Mit einer gewissen Logik lässt sich behaupten, Regelmäßigkeit bei den Mahlzeiten ist wichtig. Wirklich schlüssige Beweise wird niemand erbringen können; Studien zu „Regelmäßigkeit der Mahlzeiten und Abnehmen“ sind nicht zu finden und wohl auch von Setting her sehr schwierig durchzuführen.

Was bleibt, wäre Erfahrungen zusammenzutragen und nach Erfahrungen  zu fragen.

Es findet sich auch die Behauptung, dass man ohne Frühstück schneller zunimmt bzw. nur mit Frühstück abnimmt.

Die Erklärung ist einfach: Unser Körper funktioniert noch so, wie zu den Zeiten, als die Menschen noch jeden Tag um ihr Essen kämpfen mussten. Fanden sie an einem Tag keine Nahrung, drosselte der Körper den Energieverbrauch, um sich vor dem Verhungern zu schützen.
Eine Funktion, die dazu beigetragen hat, dass der Mensch überlebt hat.
In der modernen Zeit ist diese Funktion aber mehr als lästig, denn wenn der Körper in den Sparmodus schaltet, nehmen wir zu oder schaffen es nicht, abzunehmen.
Das können wir verhindern, indem wir gleich morgens ein gutes Frühstück zu uns nehmen.

Nun, das war zwar der Inhalt einer Werbebroschüre, die für einen besonders guten Brei werben sollte – aber es könnte ja wahr sein.

Üblicherweise bekommt man – nicht überreichliche Mahlzeiten vorausgesetzt – alle vier bis fünf Stunden Hunger.

Lässt man das Frühstück ausfallen. wird der Hunger übermächtig. Lässt man auch das Mittagessen ausfallen: Dann droht oder kommt die Fressattacke.

Wer das Frühstück regelmäßig ausfallen lässt, dürfte früher oder später dazu neigen, abends „auf Vorrat“ zu essen – mit welchen Auswirkungen auf die Kalorienbilanz?

Bei einer „Gesunden Mischkost“ dürfte es Nahrungsbestandteile geben, die früher, und welche, die später „ins Blut gehen“. Damit ist eine gleichmäßige Energieversorgung über die Zeit hinweg sichergestellt: Voraussetzung sowohl für körperliche, als auch geistige Arbeit.

Wo der Tag in gleichmäßige Etappen eingeteilt ist, finden die Mahlzeiten ihren natürlichen, selbstverständlichen Platz im Tagesablauf – einschließlich Zubereitung, wo dies nicht arbeitsteilig, etwa in der Kantine, geschieht.

Zwischenmahlzeiten sollten somit weitgehend überflüssig sein.

Bei einem „fragmentierten Tagesablauf“ geht es eher darum, die Fragmente zu größeren, übersichtlichen  Einheiten zusammenzufassen; die wenigsten haben schließlich die Möglichkeit, nach Feierabend einfach die Füße hochzulegen – dies und das ist immer noch zu tun, Hobbies, Verpflichtungen, Familien- und sonstiges Sozialleben und auch der „Diätkurs“ wollen noch untergebracht sein, auch für die aktive Entspannung mit Yoga, Tai-Chi, Meditation oder kreativem Gestalten muss Zeit reserviert werden.

Wer zum Beispiel kraftzehrenden Sport auf dem Stundenplan stehen hat, muss wissen, ober diesen mit vollem oder leerem Magen beginnen will und wie weit die Leistungsreserven reichen.

„Regelmäßig“ heißt auch, mit genügend Zeit. Man kann die gleiche Portion in drei oder in 15 Minuten verspeisen – welche Art des Essens besser sättigt und mehr Genuss zulässt, liegt auf der Hand.

Wir könnten nun die These wagen: Der Mensch ist nicht nur, was er isst, sondern auch wann er isst, wie oft er ist und wie er isst.

„Oft und schnell“ wäre etwa ein „schlingender Vielfrass“, regelmäßig und langsam wäre im günstigen Fall ein „bedachter Genussmensch“.

Daneben gibt es noch den „pragmatischen Energieversorger“ („Ich weiß, was ich brauche und nehme mir, ohne extravagante Ansprüche, das, was ich brauche“) und die „Brigitte-Diätlerin„, die sich auf der Webseite der entsprechenden Frauenzeitschrift ihre Inspiration bei der Frage „Was soll ich heute essen“ holt.

Wer häufig und regelmäßig Naschereien, Süßkram, Luxuslebensmittel zu sich nimmt, wird bald nichts außergewöhnliches mehr daran finden; auch das ist ein Aspekt beim regelmäßigen Essen.

Weiter bei:

Regelmässig ist besser – Rhythmen, Zyklen und Stimmungen

und noch ein paar Gedanken zu

Sinn der Ordnung – Ordnung herstellen und halten

Chickblog, Apfelbrei, Pillen, Philosophie

Eine auf den ersten Blick merkwürdige Zusammenstellung – aber alle Themen haben als gemeinsames Element die „Diät“. Mit der hatte es auch die kritische Theorie – treue Fressnet-Leser kennen den Artikel über die Lotophagen; das Leben ist ein Abenteuer, eine Odyssee.

Abnehm-TV und Partnersuche Hamburg

Als im März d.J. „das Fernsehen“ die Bewohner der Nordsee-Insel Langeoog zum Abnehmen brachte, war das nichts, worüber bei Fressnet.de berichtet wurde – zu wenig sind solche singulären Aktionen von allgemeiner Bedeutung, zu viel Sensationshascherei.
Aber allein schon wegen der Inselbahn wäre die Insel eine Reise wert…
Über die TV-Aktion wurde auch recht wenig gebloggt, aber beim „Chickblog“ gab es ein aufschlussreiches Interview mit der verantwortlichen Ökotrophologin. Das „Chickblog“ ist seitdem im Feedreader geblieben.
Jana schreibt aktuell, dass sie eher  im „Real Live“ als  im Internet ihren neuen Mann finden wird. Trotzdem: Einen Artikel mit der Überschrift „Ich brauche einen neuen Mann“ zu veröffentlichen – das finde ich mutig!

Apfelbrei selbst gemacht

Manchmal überkommt es Dich: Du fühlst Dich wie ein Säugling und willst Dich auch so fühlen. Daumenlutschen wird wieder eine Deiner leichtesten Übungen. Im Kühlschrank: Ein süßer Brei!
Doch halt: Es ist so einfach, Dir Deinen Apfelbrei selbst zu machen. „Apfelbrei im Dienste des Ich„.

 

Verrückte Kinder – Rosa Pillen?

Die FAZ berichtet von einem

drastischen Anstieg der Verschreibungen von Neuroleptika für Kinder. Diese auch als Antipsychotika bezeichneten Substanzen wendet der Psychiater vor allem gegen Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder andere Zeichen einer Schizophrenie an.

Veränderungen des Fühlens, Erlebens, Denkens, Nebenwirkungen, Spätfolgen? Meiner Meinung nach völlig unkalkulierbar, aber man nimmt sie in Kauf. [Apotheken-Blog]

 

Die Kritische Philosophie

Mal eine „philosophische These in den Raum werf“:
Die Philosophen braucht man, um die Welt zu interpretieren, nicht um sie zu verändern, denn die Welt verändert sich schon selbst, aber die Philosophie kann Veränderungen beeinflussen…

Deshalb hat die kritische Philosophie auch ihr Internet-Sprachrohr: gkpn.de. Zum stöbern gut geeignet, Inhalte und Lesestoff ohne Ende, für alle, die von Seichten Inhalten genug haben (Gefunden bei Recherchen zum Feuerbach-Satz: „Der Mensch ist, was er isst“).

Passend zum „Blogprojekt Lebenskunst„: Der Beitrag von Prof. Dr. Wilhelm Schmid: „Mit sich selbst befreundet sein. Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst“. Er bringt zum Schluss die Frage,

„wie Selbstfreundschaft oder gar Selbstliebe von Selbstsucht, Egoismus und Narzissmus zu unterscheiden ist. Ist der Übergang nicht fließend?…  [es] lässt sich jedoch ein klares Unterscheidungsmerkmal benennen: Die Zielsetzung. Ist die Selbstliebe nur Selbstzweck, so handelt es sich um Egozentrik, eine narzisstische Selbstliebe. … sie befördert den Einschluss des Selbst in sich und führt zur Selbstbeziehung im Modus der Selbstbezogenheit. … altruistische Selbstliebe vermittelt die Ressourcen, auf andere zuzugehen und für sie da zu sein, eine Selbstbeziehung im Modus der Zuwendung zu anderen. … Mittelbar kommt dies dem Selbst wieder zugute, denn innerlich reich wird es im Leben letztlich nicht durch sich selbst, sondern durch andere.“

Die Zuwendung zu anderen, hier als Akt der Selbsterfüllung und ausdrücklich nicht als Selbstverzicht verstanden, ist in doppelter Weise Überwindung des Narzissmus: Zum einen Überwindung der zurückweisenden Attitüde des Narziss, zum anderen Überwindung der passiv-reaktiven Attitüde der Echo.

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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