Der Diät-Check Weight-Watchers Diät oder Abnehmen mit dem Ohr am Radioapparat
Geschrieben am 14. Januar 2008 von KPBaumgardt
„Ein Mann, der etwas zu sagen hat, und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.“
Ein Radiosender, der Zuhörer belehren informieren will, sollte auf die Feinheiten achten.
Beim SWR heißt es unter der Überschrift „Diät-check: Die Weight-watchers-Diät“, Pizza, Currywurst oder ein Rieseneisbecher mit Sahne seien bei der „Weight Watchers-Diät“, bei der man Punkte zähle, erlaubt.
Je nach Gewicht und Geschlecht werden Punkte pro Tag verteilt: Eine Frau mit über 70 Kilo bekommt z.B. 20 Punkte. Pizza hat 17. Also hat man dann noch 3 Punkte für die restlichen Mahlzeiten übrig.
Von irgendeiner Distanz zu dem „Diät-Programm“, das doch keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung sein will, ist nichts zu spüren, nein, man vergibt auch noch einen wertvollen Link.
Der Testerin
hat das Abnehmen in der Gruppe gut getan. Sie empfand das Punktesystem als lebensnah und hatte gar nicht das Gefühl, eine Diät zu machen. Auch unser SWR1-Ernährungsexperte Dr. Friedhelm Mühleib findet die Weight Watchers-Diät grundsätzlich gut … Der Gruppendruck kann aber auch zum Problem werden: Fällt er nach der Weight Watchers-Diät weg, nimmt man möglicherweise schnell wieder zu.
So etwas kann auch daher kommen, dass man beim Punktezählen nicht viel lernt, außer einem System, auf das man dann angewiesen bleibt. Zu den Risiken und Nebenwirkungen, die stets verharmlost werden, gehört beim Jo-Jo-Effekt, dass man nach der Diät mehr wiegt als zuvor. Da hätte die „Testerin“ noch ein wenig länger testen müssen.
Das erste Zitat von Berthold Brecht, der Radio zu wenig interaktiv fand, entstammt seiner „Radiotheorie„.
Leider gibt es keine engagierten Schriftsteller mehr. Brecht wäre zu „18 Sattmacher“ und „lebensnah“ sicher etwas prägnantes eingefallen.
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