Wirtschaftsthema: Armut macht dick

In der Rubrik "Wirtschaft" bringt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ein Interview von Stefan Ruhkamp mit dem Chefarzt der Münchener Rück, Achim Regenauer.

Die These, die Krankenversicherer wollten ihre Kunden zur gesunden Ernährung anhalten, weil schlanke Versicherte weniger kosten, blieb unwidersprochen…

Armut macht dick, weil

"… die Familien anders leben als früher. Die herkömmliche Rolle der Hausfrau ist meist nicht mehr besetzt. Früher hat sie dafür gesorgt, dass vernünftig gegessen wurde. Diese Institution ist ersetzt durch die Döner-Bude, durch die Bäckereikette. Das schnelle Essen ist sehr süß, sehr fett."

Unsere Kinder, unsere Zukunft…

Doppelt so viele Kinder und Jugendlichen als vor 15 bis 20 Jahren sind adipös – mehr als "… jedes fünfte deutsche Kind unter 18 Jahren ist übergewichtig oder sogar fettleibig. Früher gab es in diesen Lebensphasen fast keine Fettsucht."

Diabetes II ist schon jetzt die häufigste Stoffwechselerkrankung, von der  fast jedes 600. Kind betroffen ist, hinzu kommen Beschwerden an der Wirbelsäule und Haltungsschäden.

Bandscheibenbeschwerden hat schon jeder dritte Erwachsene, "und auch das wird durch die Fettleibigkeit in das Kindesalter vorgezogen. Es drohen aber auch Verhaltensstörungen und Hänseleien."

Früherkennung

"Vor dem Alter von drei Jahren sollte man zurückhaltend sein, Kleinkinder als zu dick zu bezeichnen. Denn da wächst sich vieles noch aus. Aber wenn Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren übergewichtig sind, dann werden sie es meist auch als Erwachsene sein, zu 70 bis 80 Prozent. … die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung wie Zucker ist für einen Übergewichtigen weitaus größer als für einen Schlanken."

Lebenserwartung 

Zwar nimmt die "Langlebigkeit" noch von Generation zu Generation um drei bis vier Monate je Jahrgang zu, aber das Tempo der Zunahme nimmt zum Beispiel in Amerika ab, weil

mit mehr Fettleibigkeit schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt und Diabetes zunehmen. Aber das heißt noch nicht automatisch, dass die Lebenserwartung abnimmt. Auf der anderen Seite gibt es ja einen beeindruckenden medizinischen Fortschritt. Zugleich sind manche Risikofaktoren wie das Rauchen auf dem Rückzug.

Die schlimmsten Dickmacher

sind Fett und Zucker. "Die Nahrung ist meist fertig zubereitet, und zwar so, dass es möglichst vielen schmeckt. Also fettig."

Softdrinks werden häufig unterschätzt: "Ein Liter Mineralwasser hat keine einzige Kilokalorie, ein Liter Cola etwa 400."

Die Wirkung von Zucker auf den Körper

"Zucker spielt mit dem Insulin der Bauchspeicheldrüse Achterbahn. Man hat zuerst ein starkes Sättigungsgefühl. Das Insulin wird rausgepumpt. Dann geht der Zucker in die Zellen. Der Blutzuckerspiegel sinkt wieder, und man hat wieder Hunger. Der Zucker in den Zellen wird nur zum Teil verbrannt und der Überschuss als Fett gespeichert."

"… Hinweise aus Versuchen mit Ratten, dass die Zuckerersatzstoffe den Appetit anregen, lassen auch kalorienfreie Süßgetränke nicht als unbedenklich ercheinen.

Was man tun kann, um gesund alt zu werden

"Hören Sie mit dem Rauchen auf, bewegen Sie sich ausreichend. Die Ernährung sollte nicht zu viel Fett enthalten. Bei einem Erwachsenen sollten die Mahlzeiten am Tag nicht mehr als 2500 Kilokalorien enthalten, im Idealfall auf fünf oder sechs Mahlzeiten verteilt. Mäßige Abnahme des Gewichts kann in vielen Fällen Wunder bewirken. Am besten kontinuierlich, durch eine Änderung der Gewohnheiten und nicht per Diät. Denn nach dem Ende der Diät nehmen die meisten Menschen sofort wieder zu."

 

Vielleicht ist das Interview informativ. Vielleicht werden auch bekannte Sachen wiederholt, das ist ja nichts schlimmes. Ein wenig Aufklärung über die Rolle des Zuckers, die Verwendung von Fett…
Über die Anzahl der Mahlzeiten kann man geteilter Meinung sein.

Mit den Ursachen der Armut, die noch in der Überschrift "prangt", beschäftigt es sich allerdings nicht.

Bei der Rolle der Hausfrau, die früher dafür gesorgt habe, dass vernünftig gegessen wurde, hätte man noch einmal nachfragen müssen: Wodurch ist es bedingt, wenn die Kleinfamilie ihren Aufgaben nicht gerecht werden kann, und welche Lösungsansätze sind denkbar?

Yoga, Tai-Chi, Wellness – Diät und abnehmen?

Mit dem Bericht über eine Studie über Tai-Chi und verbesserte Immunabwehr fing es eher zufällig an. Dann schrieb Heike noch einen Artikel über das "How-To" des Tai Chi: Gewisse Formen der konzentrierten Bewegung sind gesundheitlich wertvoller, als von der Häufigkeit her, mit der sie ausgeübt werden, zu vermuten wäre.

Gibt man bei der Suchmaschine "Yoga und abnehmen" ein, erscheinen wiederum sehr viele Artikel und Hinweise auf Studien. Daraus jetzt einen neuen Artikel zusammenzuschustern, finde ich allerdings nicht wirklich erstrebenswert. Schöner wäre doch eine Kombination aus Erfahrungsbericht und Einführung:

  • Worum geht es?
  • Wie geht es?
  • Wo geht es?

Yoga-Autor/in gesucht!

Vielleicht ist ja zufällig ein kompetenter Leser in der Lage, einen solchen Artikel zu verfassen. Vom Niveau her sollte er über ein "Wir leben nicht, um Yoga zu machen, wir machen Yoga, um zu leben" hinausgehen, vom Umfang und Illustration könnte er sich an diesem Tai-Chi-Artikel orientieren, ein Link zu einer seriösen  Ausbildungs- oder Übungsstätte ist selbstverständlich möglich.

Essen und Trinken mit Mass und Ziel- ein Diät-Ziel

Bei dem Problem "Nahrung und Sucht" ist die Abstinenz bekanntlich keine mögliche Lösung.

Wer regelmäßig zu viel isst oder gar esssüchtig ist, kann nicht einfach in den unbefristeten Hungerstreik treten, sondern es gilt eher: richtig essen, um abzunehmen.

Die Körperwahrnehmung spielt als Wahrnehmung der Sättigung ihre Rolle; zu wissen, dass die eigentliche Sättigung im "Normalfall" erst nach dem Ende der Mahlzeit einsetzt, ist das Eine, dieses Wissen auch umzusetzen, das Andere.

Wie das Essen den Hunger, sollte das Trinken den Durst stillen. Eine Binsenweisheit – wie auch, dass manchmal über den Hunger hinaus gegessen, und über den Durst getrunken wird: Das ist, wenn "Trinken" mit "Alkohol trinken" gleichgesetzt wird, nicht gerade optimal.

 

Die Ausdrücke "kontrolliert essen" und "gezügelt essen" liegen dicht beieinander, und es hat sich gezeigt, dass ein "gezügeltes Essverhalten" nur selten die Lösung darstellt: Wo zu rigide gebremst wird, entsteht eine große "Lust auf mehr".

Ungezügelter, unkontrollierter Konsum kann natürlich auch nicht die Lösung sein, beim Trinken wie beim Essen.

Eine Sichtweise, bei der die Gewichtskontrolle zur alles bestimmenden Norm wird, heißt, wenn sie "erfolgreich" verläuft, anorektisch.
Der "Hunger" oder die Sehnsucht  nach Liebe und Annerkennung kann gemeinsames Merkmal mit dem adipösen Formenkreis sein. Der größte Unterschied zwischen Adipositas und Anorexie: Das Eine unterliegt einem Stigma, das Andere ist Kult.

Dass beim Trinken eine anderer Durst entstehen kann, ist altbekannt. Ob die Ur-Sehnsucht (dahinter)  die Sehnsucht nach einer (konfliktfreien) Spiegelung ist, lässt sich nicht definitiv sagen. Dass es  auch nicht-stoffliches Verlangen und Begehren gibt, durchaus.

Für Essen und Trinken können wir vielleicht unsere "eiserne Regel" aus einem Konfuzius-Zitat ableiten:

Bei einem Festmahl sollte man mit Verstand essen, und sich aber nicht mit zu viel Verstand unterhalten.

Also: Essen und Trinken mit Maß und Ziel, mit Vernunft, Genuss und Verstand…

Abnehmportale: Alles Über Diät und Abnehmen

Es gibt etliche Internetseiten, die mit dem Anspruch auftreten, die Portalseite für Adipositas, Binge-Eating, Anorexie  und allgemeine Esstörungen zu sein.

Der Blick ins Impressum offenbart dann oft, dass eine Internetagentur das "Portal" seit beispielsweise 2004 betreibt; viele Querverweise zu anderen Seiten, etwa Finanzratgebern und Gesundheitsseiten oft allgemeiner Natur belegen fleißiges Publizieren zum Aufbau einer oft geklickten Werbeplatform.

Was dann nicht so recht glückt, ist,eine Übersicht über die zum Thema vorhandenen Informationen zu schaffen.

Lieber stellt so manches "Portal" seine eigenen Inhalte ein, und so finden wir immer wieder die Information, dass bei der Mayo-Diät drei Eier täglich gegessen würden, kein Hunger entstehe, aber die Gefahr von Gicht und schlechten Cholesterinwerten drohe – bis jetzt habe ich noch nirgends den Hinweis gefunden, dass es diese Form der Diät als Mayo-Diät streng genommen gar nicht mehr gibt.

Scheinbar herrscht Transparenz, aber spiegelnde Fassaden erlauben es nicht, zu sehen, was dahinter vor sich geht.

Und irgendwo finden wir eine Tür, die zu einem Portal nicht so wirklich passen will.

An sich wäre eine Portalseite für Adipositas, Binge-Eating, Anorexie  und allgemeine Esstörungen eine gute Idee, jedoch ist so etwas nur mit hohem Aufwand durchzuführen.

Dabei müsste die Portalseite neutral geführt werden, ohne die Sonderinteressen bestimmter Anbieter nach vorne zu treiben, problemlösungsorientiert, die Spreu vom Weizen trennen und die Vielfalt der Meinungen nicht künstlich vereinheitlichend.

Studie: Diät-Ratgeber als ungesunde Lektüre

Regelmässig berichten unsere Massenmedien von Studien über dies und das. Da wird vom heilsamen Einfluss der Vollkornprodukte auf das Bauchfett berichtet (und niemand zieht eine Konsequenz daraus), und auch die Überschrift „Länger leben durch Übergewicht“ (das ist dann wieder Wasser auf der Mühle) bleibt uns nicht erspart 😉

Bei explizit polemischen Studien werden sehr gern werden zwei Faktoren miteinander in Beziehung gesetzt, etwa die zunehmende Diagonale des durchschnittlichen Computermonitors und der durchschnittliche Bauchumfang; mit etwas Glück kann ein universitäres Forscherteam eine Korrelation darstellen und schon wieder haben wir einen wissenschaftlichen Fortschritt.

Sodann werden die Studienergebnisse von den Agenturen verbreitet, von den Leitmedien aufgegriffen und bei diesen wieder kopiert, so dass sie Eingang in die Bloggosphäre finden.

Wenn nun dicke BloggerInnen große Monitore besitzen, und Diät-Zeitschriften lesen und einen ungesunden Lebensstil haben, sind doch alle Klarheiten beseitigt, und in einem Bericht über das Phänomen ist die Überschrift

Ungesunde Lektüre

doch sicherlich angebracht. Die Studie, die die SZ zitierte, besagt eigentlich nichts Neues. Dass Medien im Zusammenhang mit ihren Vermarktungsinteressen schon einmal eine Handlungsanweisung geben, ist bekannt.

Der Grund für die vielen Studien liegt wahrscheinlich darin, dass die Medien keine weißen Seiten abliefern wollen. Irgend etwas, gerne allgemein bekanntes (das fördert den Wiedererkennungseffekt) muss schon wiedergegeben werden. Der Klassiker etwa ist in meinen Augen die Binsenweisheit „Breast feeding lowers Mothers stress“.

Auch eine Studie mit dem Ergebnis

eine rege Beteiligung des Mannes an den Haushaltspflichten lasse klar die eheliche Zufriedenheit steigen. „Die Frauen sagen uns, sie fühlten sich sexuell mehr von ihren Männern angezogen, wenn diese sich an der Hausarbeit beteiligen.“

konnte eine ganze Internetseite füllen. Dabei wurde der Placebo-Effekt noch gar nicht berücksichtigt, den hatte aber die Studie selbst.

Essstörung und gezügeltes Essverhalten

Dass Essstörungen als die Frauenkrankheit des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts gelten und damit die Hysterie, die Frauenkrankheit im ausgehenden 19. Jahrhundert, die Sigmund Freud zur Entwicklung der Psychoanalyse geführt hat abgelöst haben – diese Anmerkung findet sich beim österreichischen „Netzwerk Essstörungen„.

Es könnte natürlich auch die eine oder andere Essstörung eine verkappte Hysterie sein.

Der Begriff vom „gezügelten Essverhalten“ geistert stets durch die Diskussion: Gemeint ist, dass jemand sich strenge Grenzen beim Essen auferlegt, möglichst „für immer“, um tatsächliches oder vermeintliches Übergewicht zu bekämpfen; umgangssprachlich auch mit „Diät machen“ bezeichnet.

1. Normales Essen
2. Gezügeltes Essen / Gezügeltes Essverhalten („Diät“)
3. Teilsyndrom Essstörungen (nicht-näher-bezeichnete Essstörungen)
4. Essstörungen (Anorexia & Bulimia nervosa)

Dabei komme es bei einigen, nicht bei Allen, die „sich zügeln“, zu Durchbrüchen, die dann nicht mehr aufzuhalten sind und in der Folge zum Gefühl, versagt zu haben, wertlos zu sein usw.

Der Begriff vom „gezügelten Essverhalten“ beeinhaltet latent, ohne, dass dies ausgesprochen würde, die Metapher von Pferd und Lenker, oder Ross und Reiter.

Bildlich gesprochen, vertraut, wer sein Essverhalten (permanent) zügelt, nicht seinem Pferd (das Pferd steht in der Bildsprache für Zugtier und Antrieb…) und meint, es ständig bremsen zu müssen, während Andere offenbar ständig die Zügel schleifen lassen.

Und beim Fressanfall gehen dann die Pferde durch.

Bleiben wir noch einen Satz lang bei dieser Metapher: Warum muss ein braves Pferd eigentlich immer gezügelt werden? Andere Pferde kennen ihren Weg doch auch und lassen sich ganz stressfrei lenken.

Kurz notiert: Fair Trade

Neues zum Winterzeit-Sommerzeit Umstellungsdilemma: Die sinnlose und belastende Umstellung führt zu einem erhöhten Verbrauch an Strom.

Zu denken geben mir Suchanfragen wie "Homöopathie bei Narzissmus". 
Kann sein, da spielen sich wirkliche Dramen ab. 

"Die Hesse komme" – und haben es mit dem Fressen.  Da hat doch einer sein Blog mit "Fressack" überschrieben, und vor einem Monat einen Artikel übers Fasten abgeliefert – also so was von polemisch und überspitzt…

Gewisse "Lustthemen" (Porn 2.0?) haben das Internet vorangebracht; dabei wird paradoxerweise das Stichwort "Lustgewinn" eher selten aufgerufen. Desto interessanter, wie unterschiedlich das Thema interpretiert wird.
Z.B. kompakt unter der Überschrift "Lustgewinn und Unlustvermeidung". Jetzt wissen wir auch, wie "Neurolinguistische Programmierung" funktioniert…

 

Wenn der Prinz Kaffee serviert – Japanische Mächenträume 

ein gut aussehender Mann aus dem Westen [geht] auf die Knie …  und fragt: „Ja, meine Prinzessin?“ Die Speisekarte offeriert selbst gemachte Speisen und Getränke. Darüber können die Prinzessinnen auf Zeit ein Foto mit ihrem Lieblingsbutler bestellen oder Englischunterricht bei ihm nehmen.

 

Raps und Rappen

haben früher mal zusammen gehört, weil der Bauer im Märzen…

"Rappen" hat heute aber ein neue Bedeutung und kommt nicht von "Raps", (den gibt es als kaltgepresstes Bio-Öl) sondern von "Rap".

Rap gibt es jetzt auch als zertifiziert ethisch und klingt dann ziemlich ohrwurmig. Massgeschneiderter Rap, 100% ethisch, enthält ein Glücksversprechen, wie es nur in Mannheim geschmiedet werden kann. Der Bericht über die innovative ethische Geschenkidee steht bei Konsumguerilla, Musikbeispiele bei DeinRap.com.

Weiterbildung als Dauermedikation

Der Kommentar, den Edmund Fröhlich im Adipositasblog der Spessart-Klinik zur "Verzehrsstudie" abgegeben hat, trägt die Überschrift

"Bildung ist die beste Prävention".

Für die Betroffenen folgt daraus doch die Notwendigkeit einer Nachschulung. Fragt sich, wann wir damit anfangen.

Eine weitere Klinik-Seite, die der "Klinik am Homberg" (Wicker-Gruppe) ist unter der Adresse www.1-adipositas.de zu erreichen. Der Seitentitel:

"Adipositas – dicke Menschen kämpfen gegen ein extremes Schlankheitsideal an".

Es scheint, als sei A. Meyer, ltd. Psychologin, von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Richtig ist doch auch die Gegenthese: "Dicke Menschen laufen einem extremen Schlankheitsideal hinterher". Und schlanke sowie kräftige Menschen auch…

Unter "Störungstheorien" finden wir die folgende Aussage:

Die Frage `Warum essen Adipöse überhaupt zu viel?` wurde Ende der 60-er Jahre von der Medizin an die Psychologie zur Beantwortung weiter gereicht, … . Was machen die Patienten mit Adipositas falsch? … Ist es ein kompensatorisches Verhalten auf Grund seelischer Konflikte, also „Kummerspeck“?  

Bei darauf folgenden Untersuchungen zeigte sich, dass Menschen mit Adipositas in ihren psychologischen Befunden genauso unterschiedlich sind wie Normalgewichtige. … [Dass] Voraussetzungen für die Manifestation einer Adipositas zu erkennen sind, wird durch empirische Befunde nicht gestützt. Lediglich die „Binge Eater“ stellen eine Untergruppe der Adipösen dar, die an einer Essstörung leiden.

Dass der Begriff Essstörung hier allzu eng gefasst wird, hilft in der Sache nicht weiter, denn die Beziehungs- oder Empathiestörung, die Ursache der Essstörung ist, darf auch bei weniger spektakulären Formen des Zuviel- und Zuwenig-Essens angenommen werden.

Kommen wir noch einmal zum Kampf gegen des Schlankheitsideal: Fragen des "Ich-Ideals" oder des "Ideal-Selbst" oder "Selbstideals" werden (oder wurden?) innerhalb der relativ jungen Selbstpsychologie behandelt – im Zusammenhang mit dem Narzissmus.

Die oben erwähnten Studien aus den späten sechziger Jahren dürften das Problem der narzisstischen Störung oder des gestörten Narzissmus jedoch überhaupt nicht berücksichtigt haben, und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. 

All You can eat ist out, Aber Abenteuer gefragt

Manche werden schon schwach, wenn es heißt: „Iss, soviel Du kannst„.

Aber erstens können sich nur immer weniger so einen Urlaub leisten, und zweitens ist das auch bald ein Trend von Gestern. Nimmt man heute die Wohlhabenderen als Trendsetter, geht es beim Tourismus zunehmend um die Vermittlung von „Wellness“ und auch mal einem „echten Erlebnis„:

Luxus definiert sich nicht mehr über den Preis, sondern über besondere Erlebnisse, Emotionen, intellektuelle Inspirationen und eine größere Lebensqualität. „Eine Übernachtung in einer mongolischen Jurte kann einen größeren Wert für den Einzelnen haben, als eine Übernachtung in einem Fünf-Sterne-Luxushotel.“

Ökologische Aspekte werden auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin eher symbolisch dargestellt: Das Modell eines künftigen Solarflugzeugs ist so utopisch wie das ein-Liter Auto mit Wankelmotor für Alle.

Aber Flugzeuge müssen sein. Wen das Umweltgewissen plagt, der gibt ein paar EURO für eine „ausgleichende Baumpflanzung“ und fragt lieber nicht, was mit dem „Bäumchen“ in 100 Jahren geschieht.

Warum nicht schon längst Linienschiffe, die mit Windkraft angetrieben werden, unterwegs sind oder gebaut werden – diese Frage wird erst gar nicht gestellt.

Warum „unsere“ Eisenbahnen keine günstigen Fernreisen anbieten, weiß man auch nicht. Dabei könnte alles so schön sein…

Radfahren im Urlaub

Wellness, „Abnehmen im Urlaub“ und verwandte Themen sind für Fressnet.de recht interessant – weniger die Fernreisen, mehr der Taptenwechsel, weniger das exotische Luxushotel mit Rundumbetreuung.

Das Thema „Abnehmen im Urlaub“ ist theoretisch relativ vielschichtig. Praktisch finden sich aber eher wenige Angebote, die sich z.B. an Singles richten, die Urlaub, Wellness und „ein bißchen Abnehmen“ miteinander verbinden möchten.

Computerspiel verursacht Haltungsschäden

Zugegeben: Das Schimpfen auf Computerspiele hat Ursachen, die im Verborgenen liegen, Computerspiele und Gewalt ist ein Reizwort, das häufig unreflektiert angewandt wird und die Jugendlichen von heute haben ihre eigene Welt, wie sie auch schon die Jugendlichen von gestern und vorgestern hatten.

Die Saar-Uni wollte bei ihrer Pressemitteilung zu Haltungsschäden jedenfalls auch nicht auf das Reizwort "Computerspiele" verzichten, obwohl die Studie zu Haltungsschäden bei Kindern und Jugendlichen auch ohnehin interessant und wichtig ist:

  • "Für die Steuerung unserer Körperhaltung und -bewegung sind mehrere Sinnessysteme zuständig. Neben den Augen (visuelles System) sind dies Sinneszellen in den Fußsohlen, in Haut, Muskeln, Sehnen und Gelenken und schließlich das Gleichgewichtsorgan im Ohr. Häufiges Fernsehen und Computerspielen führen offenbar dazu, dass das visuelle System besonders beansprucht und trainiert wird und dadurch bei der Steuerung der Haltung und Bewegung des Körpers eine dominierende Rolle übernimmt. Die anderen Sinneswahrnehmungen zur Körpersteuerung werden bei langem Sitzen vor dem Bildschirm hingegen nicht ausreichend genutzt und geschult. Den betroffenen Kindern fällt es daher mit geschlossenen Augen im Stehen schwer, das Gleichgewicht zu halten und richtig still zu stehen."

Es geht um die Körpereigenwahrnehmung (Propriozeption). Bei der Aktion "Kidcheck" werden zudem noch weitere interessante Ergebnisse zu Übergewicht und Belastung der Sehnen, erhöhte Belastung des Herz-Kreislaufsystems schon bei leichtem Übergewicht und Vieles mehr vorgestellt.

Das Positive an diesem Projekt ist, dass man nicht nur einseitig nach der Ursache des Problems (etwa der Computermaus, wie kürzlich in einer schwedischen Studie) gesucht hat, sondern das Problem anschaulich darstellt und Lösungsvorschläge unterbreitet.

Auch die Frage nach der "richtigen" Sportart (Fussball oder Kampfsport…?) bleibt – diplomatisch – nicht ganz unbeantwortet; hier hätte man aber noch auf die Vorteile des Tai-Chi eingehen können.  

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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