Anleitung zur Ernährungsumstellung

Anleitung Ernährungsumstellung

Wo eine Ernährungsumstellung ansteht, sind meist gesundheitliche Gründe im Spiel, häufig geht es vordergründig auch ums Abnehmen.

Was die Ernährung betrifft, lässt sich mit dem Ziel “Gesunde Ernährung” positiv oder negativ die Frage formulieren: “Was soll ich (essen), was nicht?”

Ebenso wichtig wie das “Was essen” ist natürlich die Frage des “Wie viel” – und auch die verbesserte Qualität der Lebensmittel, die schonendere Zubereitung kann bei der Umstellung der Ernährung nicht ausgeklammert bleiben.

Für die Ernährungsumstellung geeignete LebensmittelDiät oder Ernährungsumstellung?

Die meisten Diäten gehen mit einer recht willkürlichen, einseitigen Ernährung einher und sind auch meist nur als Maßnahme “auf Zeit” gedacht; besser und erstrebenswert ist natürlich die Umstellung auf maßvolle, gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.

Die dem tatsächlichen Bedarf entsprechende Nahrungsaufnahme – in Phasen des Abnehmens sogar noch weniger – sollte zumindest als “gut genug”, als befriedigend, für Kompromissbereite als “ausreichend” empfunden werden.

Mit der Portionsdiät lässt sich dieses Ziel auf eine abgesicherte Art und Weise erreichen.

Verzicht oder zeitgemäße Anpassung?

Wer bei dieser Ernährungsumstellung allzu viel über “Verzicht” nachdenkt, grübelt oder sich ärgert, macht sich nur unnötige Gedanken und stellt sich selbst ein Bein.

Du solltest versuchen, die Ernährungsumstellung Positiv zu sehen, als Chance, Dich vernünftig zu verhalten, als Möglichkeit, neue Rezepte zu entdecken oder zu entwickeln, Dich zu verschlanken – und “es” einfach tun. Das heißt natürlich meist: Alte Gewohnheiten aufgeben. Aber wir fahren ja auch nicht mehr mit der Dampfeisenbahn durch die Lande, und die alltägliche, große körperliche Anstrengung gehört auch meist der Vergangenheit an. Insofern ist es ja nur logisch, auch die Ernährung an die “modernen Zeiten” anzupassen…

Dass industriell hergestellte Ernährung mit Massen an Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und so weiter längst nicht mehr zeitgemäß (oder schlicht: nicht mehr gut genug) ist, wird sich mehr und mehr herumsprechen…

Einwände gegen eine Ernährungsumstellung

“Hab’ ich doch nicht nötig, ich ess’ sowieso gesund”. “Könnte ich zwar, will ich aber nicht wirklich” oder “Würde ich ja gern, weiß aber nicht wie!”

“Fertigpizza und Fast food schmeckt und ist bequem – das wird beibehalten!”

Mit diesen Einwänden kommt es oft zu einer Pseudo-Ernährungsumstellung:

Unter “Ernährung umstellen” kann man sich ja auch etwas ähnliches vorstellen, wie die Möbel umstellen: Die Dinge wechseln ihren Platz, und dann kann man wieder umstellen, und alles bleibt beim Alten. Oder man kauft Knorr statt Maggi, kauft nicht mehr bei Aldi, sondern bei Norma ein, oder umgekehrt.

Damit hätten sich oberflächliche Veränderungen ergeben, aber keine grundsätzlichen.

Vorteile der Ernährungsumstellung

Zweck der Übung ist: Gesünder und in der richtigen Menge zu essen, und sich damit wohl zu fühlen.

Unbewusst wird so eine Veränderung vielleicht wie eine Scheidung und der Wechsel zu  einer neuen Partnerin, einem neuen Partner empfunden. Es dauert wohl ein Weilchen, bis man sich an den Neuen gewöhnt…

Um im Bilde zu bleiben: Der neue Umgang (nach der Ernährungsumstellung) leistet mehr, als “die alte Beziehung”, wenn die bisherige Ernährung nur satt und fett (und somit doch unzufrieden) gemacht hat, war sie zwar “komfortabel”, aber dabei schädlich.

Ein Vorteil: Man kann “die Neue” im Rahmen des Möglichen an die eigenen Vorstellungen und Vorlieben anpassen und “formen” ;-)

Großes Versprechen: Wer die adäquate Ernährungsumstellung schafft, darf sagen:

“Ich bin schon ein bisschen stolz auf meine Ernährungsumstellung. Und körperlich und geistig fitter fühl’ ich mich auch”.

Die Ernährungsumstellung verhindern

Die Ernährungsumstellung kann auch so scheitern, wie wir es neulich in der Selbsthilfegruppe diskutiert hatten: “Ich esse zu viel und das Falsche, weil ich nicht selbstbewusst bin”.

Oder, auf deutsch gesagt:

“Weil ich das Gefühl der Unlust, mein diffuses Unwohlsein  auf das Essen abschiebe.”

Na, da will sich doch hoffentlich niemand im Kreis drehen, (um) die Ernährungsumstellung auf unbestimmte Zeit (zu) verschieben. Wir könnten auch vom Selbstbewusstsein zur Selbstliebe und der Frage des Narzissmus weiterdenken. Eine Alternative könnte auch sein:

“Wenn Du so nicht selbstbewusst bist, dann musst Du es eben werden! Du könntest ja mit der Ernährungsumstellung anfangen …”

Dass das Abnehmen – “technisch” gesehen – nicht mit kurzfristiger Diät, sondern nur mit Ernährungsumstellung funktioniert, dringt nur langsam ins öffentliche Bewusstsein und den allgemeinen Sprachgebrauch vor. Wobei, eigentlich geht es bei ” Ernährungsumstellung und Diät” nicht wirklich nur um die Ernährungsweise, sondern um die Lebensweise überhaupt.

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  5. Ernährungsumstellungen kommen durch die Veränderung der Gesellschaft, aber hat das etwas mit Diät zu tun?

23 Kommentare zu “Anleitung zur Ernährungsumstellung”

  1. Ich mochte das Wort “Diät” ja eigentlich noch nie :-(

    So wie es angewendet wird bedeutet es ja immer sich etwas zu verbieten. Anja und ich liegen dann doch schon eher auf der Welkle der Umstellung des gesamten Lebens, was allerdings wie immer nicht für jedermann/frau möglich ist.

    - Ernährung umstellen auf fettarmes
    - Kein Alkohol
    - möglichst wenig Zucker

    aber sehr viel Bewegung…

    Und das ist ja nun schon seit Januar 2005 unser Leben

    Anders geht es bei uns nicht und wir fühlen uns recht wohl mit diesem Leben :!:

    Viele Grüße
    Lutz

  2. Hallo, Lutz,

    so, wie der Psycholog es formuliert hatte, geht es ums Wohlfühlen bei angepasster Ernährung – und das gelingt Vielen nicht…
    Bei Euch klappt es. Deine 4 Punkte sind sicher nicht falsch – fettarmes und wenig Zucker hab’ ich auch schon gut hinbekommen, ohne Probleme, wenn auch die Umgewöhnung etwas gebraucht hat. Na, Du weißt schon, was ich damit sagen will.
    Und, was die meisten Experten so gern verschweigen: Ohne eine Beziehung, in der beide am gleichen Strang ziehen, ist es auch fast unmöglich, so habe ich jedenfalls den Verdacht. Wenn man sich “am Tisch” immer etwas Anderes hinstellen muss, als gedeckt wird. Wenn die Bratendüfte durch die Küche ziehen, das “schlechte Vorbild” doch ach so genussreich usw. usw….

  3. Ja das stimmt !

    Ich bin auch total stolz auf meine Anja , weil sie so tapfer mitmacht bei der ganzen Schinderei :-))))

    Aber es macht zusammen auch echt sau viel Spaß !!!

  4. [...] Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Arzthelferin den Unterschied zwischen echt, naturidentisch und künstlich auch nicht kennt.  Sie kennt auch nicht den Unterschied zwischen Diät und Ernährungsumstellung, weiß nichts vom Sättigungsindex und denkt, dass Buttermilch dick macht, wegen der Butter. [...]

  5. [...] Für eine Zeit versuchte man, aus dem reichhaltigen Angeboten an “Diäten” die optimale herauszufinden, das war die Zeit der Diät-Vergleiche. Heute ist unklar, wer als erster auf die Idee kam, eine Umstellung der Ernährungsweise hätte als kurzfristige Massnahme keinen Sinn, nötig sei eine Umstellung der Lebensweise überhaupt. [...]

  6. [...] Ohne häusliche Zubereitung der Mahlzeiten ist eine Ernährungsumstellung nun einmal nicht machbar; der rationelle Einsatz einer Küchenmaschine ist dadurch eine Überlegung wert. [...]

  7. [...] Tofu hat mit mancherlei Vorurteilen zu kämpfen, aber Tofu ist dabei, sich durchzusetzen. Dass Tofu “geschmacklos” ist, behindert die Ernährungsumstellung nicht; wir können ihn ja würzen und schmackhaft machen. [...]

  8. [...] Abnehmtipps findest Du auf den Diättipp-Seiten von Fressnet … Tipp Nr. 1: über Ernährungsumstellung nachdenken! [...]

  9. [...] Ich denke, wir sollten über Ernährungsumstellung nicht nur reden, wie müssen sie auch praktizieren. Und dazu gehören Gerichte mit einem großen Anteil an Gemüse; Viele sind erst mit einem vollen Magen satt, und wenn der Magen mit Gemüse statt Fett gefüllt ist, schadet das ja auch nicht – oder? [...]

  10. [...] Die eine oder andere "Diätform" zu besprechen, kann natürlich nicht schaden. Ich persönlich könnte mit "Atkins" keinen Abend füllen. Aber vielleicht kommt dann noch mehr zu "guten" und "schlechten" Kohlenhydraten. und die Erfahrungen der Teilnehmerinnen, was denn ihrem Geschmack entspricht, wollen auch noch eingebracht werden. Mit Vollkornwaffeln ist man sicherlich auf der "sicheren Seite" – solche Informationen müssen tatsächlich im direkten Kontakt vermittelt werden. Die "entschärfte Hausmannskost" dürfte die Fähigkeit, sich von alten Gewohnheiten zu lösen, auf die Probe stellen – eine lohnende Aufgabe im Zusammenhang mit der Ernährungsumstellung. [...]

  11. Hallo, all Ihr Abnehmwillingen,
    mein Mann und ich machen schon 3 Jahre Fitness unter Anleitung: wöchentlich 1x Training und 1x Nordic Working. Natürlich einher große Ernährungsumstellung mit viel Gemüse, Weißleisch, Wok-Gerichten mit Reis, aber auch Kartoffeln.

    Mein Mann hat 19kg abgenommen und ich (61 J) nur 3. Ist deprimierend! Können uns aber regelmäßige Teilnahme bei WW nicht leisten, war 1x “schnuppern”. Bin 164cm groß und wiege 83kg. Fühle mich wohl, würde aber zu gern zum Idealgewicht kommen. – Besonders Problem bereitet uns das Abendbrot, sind Gemüsefans, kannst aber nicht jeden Abend nur Gemüse bzw. gebratenes Fleisch essen! – Wer kann mir helfen? Alle Beträge sehr interessant, viel Erfolg, Ihr alle!

  12. Hallo, Ellen,
    Nun sei mal nicht deprimiert – immerhin hast Du das Zunehmen gestoppt und auch die Richtung hin zu Abnehmen gewechselt. Man darf halt nicht zu viel verlangen…
    Ich lese aus Deinem Beitrag auch die Frage nach dem “richtigen” Abendessen heraus; Vielleicht wäre hierzu ein Erfahrungsausausch auch mal nicht schlecht; zum Frühstück hatte es das hier schon einmal.
    Sowieso kann man da keine Vorschriften machen, manche mögen dies, andere Das, und dann soll jeweils noch die Vernunft entscheiden, was “bekömlich” ist.
    http://fressnet.de/blog/?p=291
    http://fressnet.de/blog/?p=293

    Vielleicht fällt Dir zum “Abendessen” ja noch etwas mehr ein; Zum Beispiel, warum es Gemüse und Fleisch sein sollte – das ist zwar etwas, wogegen nichts einzuwenden sein dürfte, aber es gibt sicherlich noch weitere Möglichkeiten der Ernährungsumstellung.

    Viele Grüße

    Klaus-Peter

  13. @Ellen

    “…kannst aber nicht jeden Abend nur Gemüse bzw. gebratenes Fleisch essen!”

    Kann man schon ;-) Gibt ja schon beim Gemüse jeder Menge Auswahl und Variationsmöglichkeiten. Das Fleisch (ob’s das jetzt täglich braucht…? Fisch, Käse, …) würde ich nicht immer nur braten ;-)
    Allerdings wäre es interessant, zu wissen, wie die anderen Mahlzeiten so ausschauen…

    Wieso hat eigentlich beim Frühstück kaum einer ein Problem damit, jeden Tag das gleiche zu essen???

    nicole

  14. Wobei, um das hier noch nachzutragen, der Artikel zum Abendessen bereits besteht, wenn er auch vielleicht noch auszubauen ist.
    http://fressnet.de/Abendessen_in_der_Diaet.htm

  15. [...] es gibt immer Beispiele, die zeigen, dass Abnehmen ohne Sport funktionieren kann: Alleine mit einer Ernährungsumstellung funktioniert es, so lange es [...]

  16. [...] zu diagnostizieren, aber schwer zu behandeln, hatte in dem einen Jahr nicht einmal eine nationale Ernährungsumstellung zur Folge, und auch die dümmliche Diskussion: “Sind Dumme dicker” ist noch nirgends [...]

  17. [...] Offenbarung muss nun von Rilke gekommen sein: “Du musst Dein Leben ändern” – eine Ernährungsumstellung allein und auf Zeit ist nicht das, was gefordert ist, meint ja auch Sloterdijk, und, um Gewicht zu [...]

  18. [...] – Tja, zu dem Thema könnte man ein Buch schreiben, da gibt es viel zu erzählen… Wie eine Ernährungsumstellung funktioniert, ist hier schon einmal dargestellt worden. Und Diät, Diäten und abnehmen werden oft [...]

  19. [...] “Anleitung zur Ernährungsumstellung” [...]

  20. [...] Sojabohnen, mit denen sonst das Schwein gemästet wird, einfach selbst. Das ist ja keine wirkliche Ernährungsumstellung, das ist eine Verkürzung der [...]

  21. [...] und kann dann zu neuen Gesundheitsproblemen führen. Und Diäten, die man abbricht, oder eine Ernährungsumstellung, die nicht eingehalten wird – Ihr wisst [...]

  22. [...] moderate Portionsdiät, eine langfristige Ernährungsumstellung aber wird von den Massenmedien nicht propagiert – nach einer gewissen Gewöhnungszeit gäbe es [...]

  23. [...] soll wohl “Ernährungsumstellung” bedeuten. Und SIS [...]

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Frische Kommentare

  • Evelin: Hallo Klaus-Peter, …..ich hatte Zeit, Deinen wunderbaren Artikel zu lesen. Er macht...
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