Wenn Coca-Cola den WWF frisst, wird LOHAS zum Jäger

Greenwashing„Pause!“

„Mach mal Pause“ – das ist für einige von uns die erste Assoziation zu Coca-Cola.

Das Markenzeichen der Firma entziffern schon Vorschulkinder ohne jegliche Schreib- und Lesekenntnisse, es ist ins Gehirn eingebrannt.

Die braune Limonade ist Suchtmittel und Einstiegsdroge: Die Kombination von Zucker, Koffein und Imagevermittlung ist manchmal unhinterfragt für das Selbstwertgefühl, oder das Gefühl, über einen Lebensstil zu verfügen und einem „Lager“ oder einer (quasi olympischen) „Idee“ zuzugehören, unabdingbar; als Trägersubstanz für Whisky und Rum, deren Konzentration im Mixgetränk stark variabel sein kann hat sie schon für schlimme Räusche gesorgt.

Ein positiver gesundheitlicher Effekt, wie bei Tee, ist nicht erkennbar, das in aggressiven Farben verpackte Getränk dient nicht der Reduktion von Stress, andere Rostschutzmittel erfüllen ihren Zweck besser. Der Bio-Tee-Skandal war nur erfunden, während gewisse Pannen bei der Limo-Abfüllung meist unveröffentlicht bleiben.

Wenn ein städtischer Platz, auf dem ein Straßencafe betrieben wird, das von Sonnenschirmen beschattet wird, die einheitlich das Cola-Logo tragen, zum Werbeträger einer weltweit tätigen Gesellschaft wird, verliert er schnell sein lokales Colorit, bietet aber dem Touristen, wie ungezählte(?) Plätze in aller Welt, das Gefühl, in einer bekannten Welt zu sein, die auch, wo die Brause nicht zu haben war, eine hypnotische Sehnsucht nach uneingeschränktem Trinken von Freiheit (und Abenteuer) erzeugte: Billy Wilder hat in „1,2,3“ das Thema vertieft.

104 Bilder, die zeigen, wie ästhetisierte Umweltverschmutzung alltäglich von den imagesüchtigen Limonadetrinkern mitfinanziert wird, beweisen: Der Erlös aus dem Verkauf der Limonade wird zum großen Teil wieder in die Werbung investiert, um den Verkauf zu ermöglichen, und den Kreislauf aufrechtzuerhalten.

Ausnahmemenschen nehmen von einer Cola-Hamburger-Pommes-Diät nicht zu und bestätigen bekanntlich die Regel, dass Zucker und Süßstoff bei einer Mast höchst erfolgreiche Hilfsmittel sind.

Eisgekühlt kommen Getränkedosen aus Automaten, die zugleich Kühlschrank sind und mit leuchtender Werbung Sinnbild eines Lebensstils, der aus dem Grundbedürfnis Durst einen ressourcenfressenden Kult ableitet.

Mit den Managern dieser Ersatzreligion zusammenarbeiten zu dürfen, stellt für die WWF-Manager subjektiv wohl eine grosse Ehre dar. Mit den smarten Journalisten der BILD-Zeitung zusammenzuarbeiten, ist für die GREENPEACE-Manager vielleicht eine strategische Allianz. Was tut man nicht alles für die Präsenz seiner Marke?

Dass die das dürfen, weil sie das müssen, glauben sie ja vielleicht wirklich. Rotkäppchen hatte ja auch geglaubt, dass Oma es besonders aufmerksam sehen und hören wollte.

Kinder sind grausam: Kein Kind hat jemals Mitleid mit dem Wolf gehabt, dem der Jäger so eine schwere Diät verordnet hatte.

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Kuriose oder Mysteriöse Diäten – Abnehmen mit e-books, oder Narzissmus und web 2

Als Mr. Wong kürzlich meinte, meine Glückszahl sei 42 und der Link

http://www.abnehmen-bauchmuskeln.de/fehler-beim-abnehmen.htm

könnte mich interessieren, hätte ich fast zurückgeschrieben: Nein, Danke, ich habe keinen Bedarf an günstigen e-books, habe zwar Verständnis für das Geschäftsmodell angesichts der Wirtschaftslage, die Vielfrassdiät müsse wohl auch aus der puren Not heraus geboren sein und Bücher zum Abnehmen kaufe ich eigentlich überhaupt nicht. „Erst eBook downloaden, dann Kilos runterladen“, darauf möchte ich doch verzichten.

Ihre eBook-Reihe ersetzt einen ganzen Stapel Bücher und kostet nichtmal soviel dass Sie doch noch abnehmen und den Körper Ihrer Träume erreichen können.

Was von Werbeversprechungen zu halten ist – denken wir lieber nicht darüber nach. Der Körper meiner Träume ist übrigens weiblich, beseelt und außerhalb von mir.
Dem Kleinunternehmer Felix Beilharz aus Siegen geht es offenbar mehr um die Begegnung mit dem jeweils eigenen Traumkörper, wobei ich allen, die das ernsthaft anstreben, glückliche, entspannte und konfliktfreie Stunden wünsche.

Bücher zum Abnehmen sollen vor allem das eigene Denken ersparen:

„Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt u.s.w.: so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.“ (Kant 1783/84: 53)

Da inzwischen so manches Buch auch in digitaler From durchsuchbar ist, kommen wie hier zu einem kleinen Ausriss aus

„Philologische Untersuchungen
Von Ulrich von Wilamowitz-Möllendorff, Adolf Kiessling“
S. 8

Gewisse Zusammenhänge zwischen Lebensweise, Tugend, Seele und Körper können wir durchaus abstreiten, wenn wir die Existenz der Seele erst gar nciht annehmen.
An die Glückseligkeit mit dem eigenen Körper, die hier versprochen wurde, kann ich, da sie wissenschaftlich als „Narzissmus“ bezeichnet wird, jedoch nicht glauben und möchte davor warnen, solchen Versprechungen auf den Leim zu gehen.

Zur Verdeutlichung eine Liste von Wörtern, die mit dem Begriff in Beziehung steht:

aschenputtel
werbung
partnerschaft
sexualität
depression
symbiose
kirche
verstehen
freundschaft
fremdgehen
selbsthilfegruppen
ursachen
allintext:
betroffen
Ãrztegesundheit
isolation
arzt
borderline
penis
selbstbewusst
psychologie
pervers

Diese Liste haben mir 103 fleißige Bienchen geschickt, die Seite ist allerdings nur interessant, wenn man selbst etwas im Internet veröffentlicht und herausfinden will, was die LeserInnen suchen.
Ansonsten möchte ich alle e-book-AutorInnen, LeserInnen und MitbloggerInnen auffordern, den eingangs erwähnten Herrn Wong zu besuchen und Fressnet.de recht häufig zu  wongen.

Bloggers United für die Umwelt: Rückblick und Ausblick; Energie sparen mit dem Idealgewicht

Wenn „unsere“ Suchmaschine 600.000 mal Beiträge findet, die „blog-action-day-Umwelt“ beeinhalten, ist das ihre Antwort auf den Versuch, die deutschschreibende Beteiligung an der Aktion abzuschätzen, die vor drei Tagen stattgefunden hat. Allein beim Nehmen von ein paar Stichproben zeigt sich, dass unsere Blogger Zeit (oder Zeilen) brauchen, um zur Sache zu kommen, und so zeigt die SUMA massenhaft umständliche Einleitungssequenzen, wie beim Deutschaufsatz 10. Klasse.

Umweltschutz liegt mir, wie die meisten meiner treuen Leser bestimmt wissen, sehr am Herzen. Wir haben schließlich nur

So etwas ist erfreulich – nur was ist das konkrete Thema des geschätzten Mitbloggers? Da muss man schon in den Blog-Pool eintauchen und es findet sich allerlei: Überfischung, Forstwirtschaft, Schadstoffe (die ganzen hormonartigen Sachen)…

Eine Überschrift hat es mir angetan:

Alle reden vom Umweltschutz – aber wer macht Nägel mit Köpfen?

Inhaltlich ging es bei der alten Eule um eine Höchstgeschwindigkeit für Autos – das mag zwar bekant sein, zeigt aber, dass ein Trend weg von der Überbewertung des Autos als Statussymbol sich verstärkt.

Vom Fisch-Blog hatte ich bisher mit Sicherheit noch nichts gelesen oder gehört.

Die Klimadebatte hat quasi im Vorbeigehen eine für die Zukunft möglicherweise enorm wichtige Weichenstellung bewirkt. Sie hat die Schlüsselvokabel des 21. Jahrhunderts unwiderruflich im kollektiven Gedächtnis der Menschheit verankert:
Global.

Bodenzerstörung, Wasserversorgung, Megastädte sind die Überschriften von drei Beiträgen, wobei mir als Bewohner eines aufstrebenden Hintertaunus-Städtchens die Problematik der Megazentren – inzwischen leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land – nicht allzu bewusst war. Man baut hier nach deutschen Vorschriften, aber begrünte Dächer, Regenwassernutzung usw. sind Privatsache. Ein Beispiel aus der Megacity(?) Berlin, wie man zumindest ein bißchen Grün pflegt, fand sich über nachhaltigbeobachtet. Das Thema „urbane Gärten“ veranschaulicht, dass private Initiative a.) eher selten ist und b.) schnell an die Grenzen des Machbaren stösst, da die baulichen Gegebenheiten zu wenig an grünen Aktivitäten erlauben.
Fragt sich, oder fragt sich nicht, ob die Aktion mit den vereinten Bloggern global ein Erfolg gewesen ist. Die Macher sehen das so:

The very first Blog Action Day was an unprecedented success and
we’ve got the final wrap up where the site used to be at
http://blogactionday.org complete with statistics, sample posts,
details of the huge amount of press coverage we had all over
the world, quotes and more.

It’s a must see. …

Man muss es gesehen haben! Toll fand ich einen Hinweis, der da lautete, man solle seinen Röhrenmonitor durch einen Flachbildschirm ersetzen, der vielleicht halb so viel Strom verbraucht wie der alte – und dann den Röhrenmonitor nicht in der Landschaft entsorgen!

Herbstwald

Das Bedürfnis nach einer heilen Welt ist einerseits groß, andererseits: Abfall am Wegesrand ist ein Zeichen für fortbestehenden Hass auf die Umwelt.

Jetzt hätte ich doch fast mein Zahlenspiel vergessen!

Wie das allgemeine Idealgewicht helfen würde, den Energieverbrauch zu reduzieren

Da ja rund die Hälfte unserer Bevölkerung Übergewicht hat, ist der kalorienmäßige Grundumsatz der Betroffenen auch höher, als wären sie idealgewichtig; grob geschätzt um 300 KCAL. Bei 40 Mio Übergewichtigen ergibt das 486.666,6 Kubikmeter Fett, Öl oder Treibstoff pro Jahr, anschaulich ausgedrückt, einen Zug von 132 Kilometern Länge.

Diätpillen oder Schlankheitsmittel aus dem Internet – ein Minus für die Gesundheit

Der Verkauf auch dubioser Mittel zum Abnehmen im Internet ist offenbar unkontrollierbar. Die Hamburger Verbraucherzentrale hat Schlankheitsmittel aus dem Internet bewertet. Ob diejenigen, die an „Mittelchen“ glauben, die selbsttätig wirken und Wunder versprechen, durch Aufklärung beeinflussbar snd, mag dahingestellt sein. Nachdenklich hatte ein Todesfall wegen DNP gemacht, aber nicht nur dieser Sprengstoff ist gesundheitsschädlich:

Darling Tian Ran Jian Fei, Dyma-Burn Xtreme, Lida Dai Dai Hua Jiao Nang, Meizitang, Miaozi, Obego 5, ThermoGenesis, Ephedra Nature`s Super Cap, Looking Trim Original

Die Präparate enthalten unterschiedliche Mischungen von Sibutramin (s. Reductil), Koffein, Ephedrin und Azetylsalizylsäure.

Bei Darling Tian Ran Jian Fei, Lida Dai Dai Hua Jiao Nang, Meizitang, Miaozi fehlt auf der Verpackung der Hinweis, dass Sibutramin enthalten ist. Die Dosierung ist bei einigen Präparaten höher als bei uns zugelassen.

Die Produkte Dyma-Burn Xtreme und ThermoGenesis enthalten Ephedrin, Dyma Burn Xtreme doppelt so viel, wie auf der Packung angegeben. Ephedrin kann zu Herzrhythmusstörungen und Abhängigkeit führen. Hoch dosiert kann Ephedrin zum Tod führen.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, hohe bis sehr hohe Gesundheitsgefährdung

Alle Produkte können zu Blutdruckanstieg und Herzrasen führen, manche zu Unruhe, Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen und Abhängigkeit.

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Stacker 2, Stacker 3 XPLC

Die Produkte bestehen aus einer Mischung von Koffein und Yohimbin. Yohimbin wurde früher in Potenzmitteln eingesetzt und ist verschreibungspflichtig.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, hohe Gesundheitsgefährdung

Die Produkte können zu Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Herzrasen und Blutdruckanstieg führen.

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Supprex, X-treme Lean

Die Produkte bestehen aus einer Mischung von Koffein und Synephrin. Synephrin ähnelt chemisch dem Ephedrin. Die Wirkung als Schlankheitsmittel ist ungenügend bewiesen.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, hohe Gesundheitsgefährdung

Die Produkte können zu Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und Herzklopfen führen.

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Guggul Compex, T3 Dietary Supplement

Die Produkte bestehen aus so genannten Guggulsteronen, einer Substanz aus dem Harz des dornigen Guggulbaumes.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, nicht abschätzbare Gesundheitsgefährdung

Die Unbedenklichkeit von Guggulsteronen als Schlankheitsmittel ist nicht ausreichend untersucht.

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Fettfreie Wurst sucht Namen – wie wärs mit Wasserwurst?

Der Metzgermeister Pointner aus Mindelheim und das Fraunhofer-Institut haben nahezu fettfreie Würste entwickelt

Dabei wird das Fett durch Wasser ersetzt – beim speziell optimierten, patentierten Produktionsverfahren spielen die Zerkleinerung mageren Fleisches mit schnell rotierenden Messern und eine genaue Temperaturüberwachung eine zentrale Rolle.

Statt der üblichen 25 bis 40 Prozent Fett hat die Magerwurst einen Fettgehalt von zwei Prozent. Weniger geht nicht, schließlich ist der Rohstoff Fleisch an sich ja fetthaltig.

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Abnehmen vor Zuschauern, mit Ansporn durch Experten und pro Sieben: The Biggest Loser

Seit Anfang Oktober läuft die Arbeit am ProSieben-Projekt „The Biggest Loser“. Eine Gruppe Übergewichtige wird von Katharina Witt, Fitnesstrainern, einer Ernährungsberaterin und Ärzten so umsorgt, dass sie abnehmen und „ihr Leben umkrempeln“ (sollen). In einem zweimonatigen „Trainingscamp“ werden die „noch-Dicken“ so weit „geimpft“, dass sie anschließend zu Hause weiter abnehmen; im Sommer gibt es eine „Finalshow“, und wer bis dahin das meiste Gewicht abgebaut hat, wird zum „Biggest Loser“ gekürt. Ab dem Frühjahr werden die Zuschauer wöchentlich mit dem „neuen Format“ unterhalten.

In den USA läuft „The Biggest Loser“ auf NBC seit 2004 erfolgreich mit bisher vier Staffeln. (via sat+kabel).

Die größte Hürde für die Sendereihe ist bereits genommen: Gerüchten zufolge hat ein dreiköpfiges Team über drei Monate gebraucht, die geeigneten, motivierten Teilnehmer zu finden.

Einen Vorgeschmack auf die amerikanischen Verhältnisse finden wir direkt bei NBC; da es einen Unterschied macht, ob man so exhibitionistisch (oder wie auch immer man die Freude, sich auf der Mattscheibe zu präsentieren, bezeichnen mag) ist, unbedingt vor der Kamera stehen zu wollen oder nicht, bietet die Sendung sich als das perfekte Werbeumfeld für „geeignete Produkte“, etwa einen eigenen Diät-club oder diverse Hinweise auf das segensreiche Wirken der Weight-Watchers und Anderes an.

Der Lerneffekt für das Publikum dürfte eher marginal ausfallen, Frau Witt gibt ihr Wissen zwar gerne in gedruckter Form weiter, unter dem Titel „Fit mit Witt“, davon hat die Nation aber noch nicht abgenommen.

Ob ihre „Abnehmstars“ auch ohne Begleitung durch den Privatsender ähnlich erfolgreich wären, wie zu erwarten, werden wir nie herausfinden.

Ambitionierte Blogger stellen sich ihre eigene, bescheidenere „Öffentlichkeit“ her; von den wirklichen Kämpfen vermittelt sich so aber mehr, als bei den wie Tanzbären vorgeführten „Super-Verlierern“, wie wir sie im amerikanischen TV, übers Internet, beschauen können.

Welternährungstag: Nahrung als Menschenrecht

Während wir uns mit Fragen nach optimaler, gesunder und nicht zu reichhaltiger Ernährung herumschlagen, gibt es weltweit das Problem von Hunger und Unterernährung:
In der Ansprache des Generaldirektors der Welternährungsorganisation, Jacques Diouf zum heutigen Welternährungstag hieß es:

„Auf dem Ernährungsgipfel 1996 haben die Staats- und Regierungschefs noch einmal bestätigt, dass jeder Mensch ein Grundrecht auf gesunde und ausreichende Ernährung hat, und dass es ein Grundrecht für alle ist, nicht Hunger leiden zu müssen. Sie haben sich verpflichtet, dieses Ziel konsequent zu verfolgen und nach und nach zu erreichen, dass für alle Menschen eine ausreichende Ernährung gesichert ist.“

Demgegenüber steht die (unvorstellbare?) Zahl von 850 Millionen Menschen, für die dieses Grundrecht nicht eingelöst wird.

Die Handelspolitik der Industrieländer und internationalen Organisationen kann Hunger verursachen: Eine Studie von Brot für die Welt und dem Food First Informations- und Aktions-Netzwerk (Fian) über den Reishandel zeigt solche „Mechanismen“ auf:

Reis ist für rund die Hälfte der Menschen auf der Welt das wichtigste Nahrungsmittel und für fast ein Drittel auch die Haupteinkommensquelle. Der allergrößte Teil wird von Kleinbauern in Entwicklungsländern angebaut und konsumiert. Wird ein Land plötzlich von importiertem Reis überschwemmt, bedeutet das für diese oft den Untergang. Gerade die Industrieländer tragen zu diesen Importfluten bei, indem sie ihre Reisbauern kräftig subventionieren und so Reis zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt werfen. (taz)

Die Reisproduktion dürfte nicht das einzige Beispiel für unausgeglichene Verhältnisse sein, in die wir verstrickt sind. Über eine zentrale Frage sollten wir uns zunächst klar werden:

„Das Grundrecht auf Nahrung muss auch im Kopf aller als ein Recht und nicht als eine Almose gesehen werden“, erinnerte Diouf. „Sicherzustellen, dass jeder Mensch eine ausreichende und stabile Ernährungsversorgung hat, ist nicht nur eine moralische Verpflichtung oder eine Investition mit riesigem finanziellem Potenzial, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Die Welt hat die Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.“ (DW)

Blog Action Day: Die Umwelt fragen

Eine weltweite Bloggeraktion: „Bloggen für die Umwelt“ stellt man sich vielleicht gigantisch vor, und erwartet mehr als die heute angezeigten 15.500 teilnehmenden Blogs. Wer teilnehmen will, ist aus einer Liste ersichtlich, was an Beiträgen kommt, werden wir sehen.

Andrew Sullivans Blog war über einen der „Umweltblogs“ zu erreichen; wir finden hier die sorgfältig begründete Aussage, dass die USA gerade dabei sind, Kriegsverbrechen zu begehen, wie sie im Fall der Gestapo nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Todesstrafe bestraft wurden. Seine Schlussfrage:

What are we going to do about it?

Soweit ein Beispiel, das zeigen könnte, ob praktizierte Meinungsfreiheit etwas bewegt oder nicht, anders formuliert: Wie weit die Gleichgültigkeit geht.

Der Zusammenhang von Menschenrechten und Umweltpolitik stellt sich über die Ethik her; nur „irgendetwas“ über Umweltprobleme zu schreiben, und dabei zu vergessen, wie Menschen miteinander umgehen, erscheint als beschränkte Wahrnehmung, ökologisch einwandfrei geht nicht ohne sozial einwandfrei.
„Wie werden wir damit umgehen?“

Wir können diese Universalfrage auf so manches Problem anwenden, lokal, national, international.

Welche Folgen hat z.B. eine „Willensbekundung: Zukunft der Landwirtschaft im Muldentalkreis – ohne Anbau gentechnisch veränderter Kulturen“?

Es tut sich etwas, hier und da gibt es Initiativen, die sich immer noch vernetzen können, und an einer Aktion wie dem Blog Action Day teilnehmen könnten, und dabei etwas zu gewinnen hätten.

Dass allenthalben Energie schlecht genutzt wird, Kochen und Warmwasserbereitung mit elektrischer Energe insgesamt ineffizient ist, Waschmaschinen noch nicht über eine Wärmerückgewinnung verfügen, es viel zu wenige Waschsalons gibt und Kühlschränke bei einem anderen Wohnungszuschnitt zumindest im Winter eigentlich überhaupt keinen Strom verbrauchen müssten – darüber werde ich jetzt keine weiteren Worte verlieren.
Es gibt da aber noch eine „Altlast“, eine Idee, für die ich mich einmal mehr engagiert habe, als sie vielleicht wert ist, und die ich endgültig loswerden möchte:

Offener BriefAn den

Rat für Nachhaltige Entwicklung
guenther.bachmann@nachhaltigkeitsrat.deSehr geehrte Damen und Herren,

als Beitrag zum „Blog Action Day“ möchte ich einen offenen Brief an Ihre Einrichtung senden.

Nachhaltige Energiegewinnung müsste auch die Ressourcen aus den organischen Stoffen nutzen, die in den Privathaushalten anfallen. Ein nur zu schätzender Anteil Bio-Müll landet beim Restmüll und wird energieaufwändig verbrannt, auch die Kompostierung verbraucht Energie, während bei der Vergärung wertvolles und klimaneutrales Biogas erzeugt werden kann. Hierzu gibt es bereits einen Artikel.
Da ich das Thema „Biomüll als Energiequelle: Hygienische Entsorgung und Vergärung“ für durchaus relevant halte, möchte ich Sie um eine Mitteilung bitten, inwieweit es in Ihrem Hause aufgenommen und seine Umsetzung forciert wird.

Über eine baldige Antwort, die ich gerne im Nachtrag zu dem Blogbeitrag veröffentlichen möchte, würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Peter Baumgardt

°

Nachtrag: Am 23.10. erreichte uns folgendes Schreiben:

Sehr geehrter Herr Baumgardt,

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass sich der Rat für Nachhaltige Entwicklung noch nicht einschlägig mit dem Thema Biomüll befasst hat. Wir bereiten derzeit eine Stellungnahme zur Frage der Biomasse-Nutzung. Diese wird im Wesentlichen auf die land- und forstwirtschaftliche Erzeugung von Biomasse eingehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günther Bachmann

www.nachhaltigkeitsrat.de, Tel +49.30.25491780; Fax +49.30.25491785, Reichpietschufer 50, 10785 Berlin; guenther.bachmann@nachhaltigkeitsrat.de

Wenn der Rat sich mit dem Thema noch nicht befasst hat – kann er es ja noch tun. Eine Viertelstunde sollte reichen, um zu burteilen, ob das Thema lohnend ist. Eine entsprechende Vorlage existiert .

Studien: Dick-Sein steckt an und Ehestreit ist Körperverletzung

Ewig lange Zahlenkolonnen haben mit der EDV ihren Schrecken verloren, und mathematisch begabte und in Statistik geschulte Anwender entlocken scheinbar nichtssagenden Zahlen erstaunliche Aussagen:

Dick-Sein ist im sozialen Kontext ansteckend, unter Freunden mehr als in der Familie, hieß es in einer Studie von Nicolas Christakis, die ich im Adipositas-Blog, der wenig später noch einmal auf auf deren Wiedergabe bei der Adiioposiats-Gesellschaft:

„Genetische Disposition und Lebenswandel gelten als Ursache der Adipositasepidemie. Unter Lebenswandel verstand man bisher falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Die Wahrheit scheint komnplexer zu sein. Nach der Auswertung von Daten der Framinghamstudie über 32 Jahre sind freundschaftliche Beziehungen ein deutlich stärkeres Adipositasrisiko als die genetische Verwandschaft…“

verwies, gefunden habe.

“We talk about networks all the time – Computer networks, neural networks, social networks. But what do networks mean in terms of medicine and health care?

To the extent that health behaviors such as smoking, drinking, or unhealthy eating spread within networks in intelligible ways, there are substantial implications for our understanding of health behavior and health policy. By not taking into account the effects of social networks, we may fail to understand an important aspect of human health, and we may miss a part of the picture of why people become ill.”

Rauchen, Trinken und Essen im Netzwerk zu untersuchen war also ein vielversprechender Ansatz. Wenn andere Studien noch auf einen von der Werbung induzierten Identifikationseffekt hinweisen, sollten wir versuchen, das mitzudenken.

Es hat also wenig Sinn, das Dick-Sein eines einzelnen Menschen zu analysieren, wir müssen schon auch sein Umfeld mit in unsere Analyse einbeziehen:

“Medical care has too great a focus on individuals, whereas in fact health status is powerfully influenced by relationships between people. People are interconnected, and so is their health.”

Die Schlussfolgerung für (wirklich, potentiell oder ehemalige) Dicke liest sich
bei Horst:

„… bevor man Panik bekommt und allen Übergewichtigen die Freundschaft kündigt, sollte man erstmal sein Hirn einschalten. Meiner Meinung bestätigt die Studie lediglich, was man sich auch denken könnte: Übergewichtige fühlen sich mit anderen Übergewichtigen wohler und so entstehen entsprechende Freundschaften oder auch Beziehungen. Aus – Apfel – Ende.

So lange es bei dem Apfel bleibt: Gut. Es gibt die Beispiele der gegenseitigen Fressverführung allerdings dennoch. So wie die zwei Damen, die im letzten Sommer früher Feierabend machten, und in einer mittelhessischen „Metropole“ noch mal die größten Eisbecher der fünf beliebtesten Eisdielen ausprobierten.

bei Kilo-Leicht

„Gehen zwei „Dicke“ zusammen aus, fühlt man sich auch gleich besser. Sich wohlfühlen hat immer etwas mit der Umgebung und dem Freundeskreis zu tun. Ein Freundeskreis, der sich den Willen zum Abnehmen teilt, macht es einfacher. Gleich und gleich gesellt sich gern. Ja, ich denke, dass steckt dahinter.“

Wenn die sozialen Beziehungen in der Diskussion der Adipositas nicht mehr untergehen, nicht mehr nur isoliert Gene, Bewegung und Ernährung als Ursachen angesehen werden – gut. Die Christakis-Studie untersucht zwar das Netzwerk, kann jedoch nicht erklären, wie es genau vor sich geht:

Die Verführung ist nicht nur das Geschäft der Werbebranche, sondern sie wird auch von den Dicken praktiziert:

„Übergewichtige Menschen suchen sich nicht einfach ähnlich gebaute Freunde aus, betont Christakis. Vielmehr beeinflussen sie andere direkt. Sie ermuntern zum Beispiel Menschen, die bereits ein erhöhtes Körpergewicht haben, noch mehr zu essen.“

Solche Beispiele sind bekannt. Wer ist noch nie zu einer besonders „leichten“ ‚Torte eingeladen worden? Glänzende, leuchtende Augen bekommen dabei allerdings nicht die „natürlich Dünnen“. Das Verhalten ist Teil der Krankheit und kann abgelegt werden, wenn eine gewisse Krankheitseinsicht da ist.

Dann mag auch das Abnehmen in der Gruppe funktionieren – nicht aber in einem unstrukturierten Netzwerk.

Christakis Idee, Statistiken aus einem Netzwerk auszuwerten, erscheint zwar originell. Den Anspruch, etwas total Neues gefunden zu haben, erhebt er jedoch zu Unrecht. Es ist ein alter Taschenspielertrick, so zu tun, als gebe es nur einen einzigen Joker. Die systemische Psychologie hätte zur Lösung des Problems „Ansteckung bei Fresssucht“ eigentlich mehr beizutragen.
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Je mehr Varialblen und Korrelationen berücksichtigt werden sollen, desto schwieriger wird Statistik; die Interpretation von Zahlen scheint immer noch ein ähnlich schwieriges Geschäft zu sein wie die phrophetische Deutung des Vogelfluges; (heute früh hat eine Formation Wilgänse Idstein überflogen, ohne Rast zu machen) moderne Prognostiker scheinen sich auch mit der Effizienz und Genese der Prophetie nicht auszukennen.
Wie nett ist es da doch, eine unkomplizierte Studie auszuwerten:

Wer sich dauernd angiftet, greift damit auch das Immunsystem seines Partners an. Darauf verweist ein Experiment der Psychiaterin Janice Kiecolt-Glaser und ihres Mannes, des Immunologen Ronald Glaser, von der Ohio State University in Columbus in den USA.

Sie testeten 42 gesunde Ehepaare im Alter zwischen 22 und 77 Jahren. In der ersten Sitzung sollten die Partner sich 20 Minuten positiv und einander bestärkend über ihre Beziehung unterhalten. Beim zweiten Mal, zwei Monate später, diskutierten sie ebenso lange und heftig ein zwischen ihnen strittiges Thema. Vor den Sitzungen waren den Probanden kleine Hautwunden beigebracht worden. Anschließend wurden die Verletzungen, die Wundflüssigkeit und das Blut der Versuchspersonen mehrmals immunologisch untersucht. Wie die Forscher feststellten, heilten die Wunden nach dem Streitgespräch um ein oder sogar zwei Tage langsamer als nach der friedlichen Unterhaltung.

Wenn jetzt noch jemand die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt würden, könnten wir diese Studie noch ein wenig ausbauen, und erforschen, welcher Streit nicht nur unglücklich macht, die Wundheilung verschlechtert, sondern auch noch darüber hinaus dick macht: Geeignet wären doch Themen wie Körpershilouette („Du gehst auf, wie ein Hefekloss), Sport („Kannst Du auch noch etwas anderes bewegen als die Finger auf der Fernbedienung?“) und Schönheitsideale (Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne – arabisches Sprichwort!“).

Schon wieder haben wir es mit systemischer Psychologie zu tun: Hier treffen zwei Systeme mit je besonderen Regeln und Gesetzen zusammen, denen die Protagonisten sich mehr oder weniger beugen.

Die ethisch korrekte Diät: Ökologisch und tugendhaft

Wenn es eine ethisch korrekte Suchmaschinenoptimierung gibt, dann gibt es doch auch sicherlich eine „ethisch korrekte Diät“.

Das war zunächst nur ein flüchtiger Gedanke, und kaum ein Thema für einen Blogbeitrag: Hier Ethik zu definieren, wäre doch allzu aufwändig.

Zu den verwandten Tugenden (als die christliche Tugenden gelten Liebe, Glaube, Hoffnung, Mut, Geduld und Mäßigkeit, Gerechtigkeit) gibt es noch deren Gegensatz, die Untugenden

Untugenen, Todsünden

und vor allem einen schönen Text aus dem Mittelalter, von DE COSTER, aus dem Eulenspielgel:

„Ich nannte mich Hochmut, ich heiße jetzt Stolz“ … Ulenspiegel und Nele sahen aus der Habgier den Spartrieb entsteigen, aus dem Zorn die Lebhaftigkeit, aus der Freßsucht die Eßlust, aus Neid Wetteifer und aus Faulheit die Verträumtheit der Dichter und Weisen entsteigen. Und Frau Unzucht … ward verwandelt in ein schönes Weib, das hieß Liebe„.

Wer die Leiden-schaften so aufzählt, wird kaum die Völlerei isoliert betrachten oder bekämpfen; wenn Diät mehr bedeutet als eine verknappte Ernährung für eine begrenzte Zeit und als „gesunde Lebensweise“ verstanden werden kann, bezieht sie sich auf mehrere Lebensbereiche.

Neben den „allegemeinen Lebensbereichen“ gilt es auch, die „Zustände des Gemüts“ zu berücksichtigen, so dass sich mehrfache Überschneidungen mit den Tugenden ergeben.

Um Gut und Böse, Egoismus und Altruismus und gewisse Grenzfälle geht es in der Ethik, und um die Auswirkungen von Handlungen und Unterlassungen: Die Diskussion ist wohl noch im Gange, zieht sich durch die Zeitalter. Auf Kants „kategorischen Imperativ“ hat Horkheimer geantwortet:

„Nicht dass die Einzelnen ihr Handeln mit dem Naturgesetz der Allgemeinheit für vereinbar halten, sondern inwieweit es auch in Wirklichkeit damit vereinbar ist, gibt den Ausschlag für das Glück der Menschheit. Die Ansicht, dass der gute Wille – ein wie wichtiger Impuls er immer sein mag – das einzige Gute sei, die Bewertung der Handlung nur nach dem, was sie meint, und nicht nach dem, was sie im jeweiligen historischen Augenblick real bedeutet, ist idealistischer Wahn.“– Max Horkheimer: Materialismus und Moral

Auf Horkheimer, so glaube ich, ist Verlass. Wenn er sagt, es geht um das Glück der Menschheit, dann ist das auch so. Klar, es geht um unser Glück, für das wir etwas tun müssen – der gute Wille allein reicht nicht.

Neben der „guten Absicht“ ist die reale historische Bedeutung von dem, was wir tun und lassen, nüchtern abzuschätzen.

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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