Welternährungstag: Nahrung als Menschenrecht

Während wir uns mit Fragen nach optimaler, gesunder und nicht zu reichhaltiger Ernährung herumschlagen, gibt es weltweit das Problem von Hunger und Unterernährung:
In der Ansprache des Generaldirektors der Welternährungsorganisation, Jacques Diouf zum heutigen Welternährungstag hieß es:

“Auf dem Ernährungsgipfel 1996 haben die Staats- und Regierungschefs noch einmal bestätigt, dass jeder Mensch ein Grundrecht auf gesunde und ausreichende Ernährung hat, und dass es ein Grundrecht für alle ist, nicht Hunger leiden zu müssen. Sie haben sich verpflichtet, dieses Ziel konsequent zu verfolgen und nach und nach zu erreichen, dass für alle Menschen eine ausreichende Ernährung gesichert ist.”

Demgegenüber steht die (unvorstellbare?) Zahl von 850 Millionen Menschen, für die dieses Grundrecht nicht eingelöst wird.

Die Handelspolitik der Industrieländer und internationalen Organisationen kann Hunger verursachen: Eine Studie von Brot für die Welt und dem Food First Informations- und Aktions-Netzwerk (Fian) über den Reishandel zeigt solche “Mechanismen” auf:

Reis ist für rund die Hälfte der Menschen auf der Welt das wichtigste Nahrungsmittel und für fast ein Drittel auch die Haupteinkommensquelle. Der allergrößte Teil wird von Kleinbauern in Entwicklungsländern angebaut und konsumiert. Wird ein Land plötzlich von importiertem Reis überschwemmt, bedeutet das für diese oft den Untergang. Gerade die Industrieländer tragen zu diesen Importfluten bei, indem sie ihre Reisbauern kräftig subventionieren und so Reis zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt werfen. (taz)

Die Reisproduktion dürfte nicht das einzige Beispiel für unausgeglichene Verhältnisse sein, in die wir verstrickt sind. Über eine zentrale Frage sollten wir uns zunächst klar werden:

“Das Grundrecht auf Nahrung muss auch im Kopf aller als ein Recht und nicht als eine Almose gesehen werden”, erinnerte Diouf. “Sicherzustellen, dass jeder Mensch eine ausreichende und stabile Ernährungsversorgung hat, ist nicht nur eine moralische Verpflichtung oder eine Investition mit riesigem finanziellem Potenzial, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Die Welt hat die Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.” (DW)

Related posts:

  1. Bewegung zum Welternährungstag
  2. Hunger durch Wohlstand, Bio-Energie statt Nahrung
  3. Kurz notiert: Schnittblumen, Nanopartikel in der Nahrung, Butter einkochen und vieles mehr
  4. Das Zentrum für Belohnung – Nahrung und Sucht
  5. Nahrung als Medizin: Intuitiv, oder als Erfahrungswissen?

Hast Du eine Anregung, Frage, Kritik oder ein Lob? Dann
Gib doch einen Kommentar ab!
(Aber keinen Quatsch schreiben!)

Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

Rubriken

Archive

Motivation