Warum abnehmen? Nur noch ein paar Schritte zum Wunschgewicht…
Geschrieben am 8. September 2008 von KPBaumgardt
“Mit ein paar simplen Schritten zum Wunschgewicht - alles ganz einfach und kinderleicht” - möglichst noch mit Abnehmgarantie und “schlank in vier Wochen” - ganz so einfach wird es hier nicht.
Die Artikelserie “In 28 Schritten zum Wunschgewicht” ist zunächst einmal die Essenz des (brauchbaren) Materials, das seit 1999 bei Fressnet.de zusammengekommen ist.
Hier war schon zu Anfang der Gedanke aufgekommen, dass für eine nachhaltige Gewichtsreduktion der Zusammenhalt unter Gleichgesinnten wichtig sein müsste, und dass “das Abnehmen”, jedenfalls nachhaltig und langfristig, keinesfalls leicht ist, hat sich mehr und mehr herauskristallisiert.
Es mag gute Abnehmprogramme geben, die wichtige Regel vermitteln, aber auch deren Erfolgsquote ist nicht befriedigend: Wissen kann nicht einfach “eingetrichtert” werden. Dementsprechend sind die erfolgreichsten Programme langfristig angelegt und teuer.
Letztendlich zielen sie aber auf Veränderungen ab, die die Teilnehmer für und bei sich selbst vornehmen. Damit definieren sie sich auch als “Hilfe zur Selbsthilfe” - die realtive Mühe des Abspeckens kann einem niemand abnehmen.
Nun könnte es ja naheliegend sein, an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen …
Die Idee, an einer Selbsthilfegruppe für Übergewichtige teilzunehmen, wirkt zunächst auch sehr einleuchtend. Praktisch ist es aber so, dass es keine Konzepte für Selbsthilfegruppen gibt. Bei (fast) jeder anderen Krankheit kann man sich einfach einer bestehenden Gruppe anschließen, oder in der Nachbarschaft schauen, wie eine bestehende Gruppe sich organisiert hat.
Zudem gibt es nicht nur organisatorische Fragen; das größte Problem ist, haben sich einmal ein paar Leute zusammengefunden, die Frage “Und was machen wir jetzt?”
Nun, es geht weniger darum, sich gegenseitig zu helfen, man soll “sich selbst helfen”. So eine Auskunft beriedigt zunächst einmal gar nicht, und mit dieser Stimmung hat jede Gruppe von Anfang an schlechte Karten. Es braucht also bei aller Selbstorganisation und Gruppen-Selbst-Bestimmung und selbst aufgestellten Gruppenregeln (die kursiven Begriffen wären noch herauszuarbeiten) einen Leitfaden, ein inhaltliches Konzept, ein gewisses logisches Grundgerüst.
Das braucht, wie alles im Leben, zunächst einmal einen Anfang, der hier mit der Frage
“Warum abnehmen?”
gesetzt sei.
Kein Mensch hätte vor hundert Jahren den Begriff “Selbst-Führung”, “Selbst-Leitung” oder “Selbst-Verwaltung” benutzt: Entweder man war, von Geburt und Stand, eine Führungspersönlichkeit, oder man wurde geführt; inzwischen ist das Verhältnis zu “Führern” oder “Lehrern” oft zwiespältig.
In einer Gesellschaft, die die Einzelnen zunehmend isoliert, gilt also häufig das Prinzip des “self-management”:
Wo “Führung” nicht persönlich stattfindet, gibt es immer irgendwo einen kleinen Leitfaden, wo sich die Regeln, die zum Erfolg führen, finden, oder finden sollen. Entweder im Horoskop-Stil - kleine Alltagsweisheiten, die nicht weh tun und meistens stimmen, oder als “Checkliste”, Punkt-für-Punkt Programm.
Wichtig ist hierbei der richtige Einstieg, der erste Schritt, ohne den nichts geht, die Entscheidung für einen Weg.
Natürlich kann man auch unverbindlich an einem Programm, einem Kurs teilnehmen, kommen und fernbleiben nach Lust und Laune, mal sich einbringen, mal weghören - wie bei einem Vertrag, der zu nichts verpflichtet, einem “Scheinvertrag”.
Dann wird auf keine Einhaltung der jeweiligen Leistungen geachtet, Leistung und Gegenleistung nicht eingefordert, aber auch nichts bewegt.
Deshalb wird gerne vorgeschlagen, einen Vertrag mit sich selbst abzuschließen - fragt sich, wie oft das schon schief gegangen ist, wie viele Zielbstimmungen schon in den Papierkorb gewandert sind.
Auch mutet ein Vertrag mit sich selbst eher schizophren an, weil er eine Zweiteilung der Person verlangt und auf das Glatteis von Diät und Narzissmus führt; Besser ist es, mit einer anderen Person einen Vertrag abzuschließen - wenn eine Gewichtsreduktion gefordert ist, kann das Gegenüber (auch eine Gruppe kann diese Funktion erfüllen) allenfalls als Kontrollinstanz, nicht als Leistungserbringer gefordert sein.
Mit einem unbändig starken Willen wären diese “Umwege” überflüssig, aber wer hat den schon?
Dennoch gilt das Motto “Das Leben in die Hand nehmen“, und sei es in Begleitung einer Gruppe oder eines Trainers/einer Trainerin (besser eine Lösung als keine Lösung).
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“Wer ein Warum hat, dem ist kein Wie zu schwer.” Friedrich Nietzsche |
Dieser Satz ist zweifellos richtig und zielführend, markiert aber bereits den Punkt, an dem es mit der Allgemeingültigkeit des “kleinen Leitfadens” vorbei ist.
Immerhin sind absehbare und selbst akute gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht immer Grund genug, etwas zu unternehmen.
Beim “Warum abnehmen” nicht die Augen zu verschließen und Gründe, oder den vernünftigen Grund zu finden, und festzuhalten - das wäre also der erste Schritt.
Sinnvollerweise findet sich hier ein anerkannter Grund; möglichst ein uneingeschränkt anerkannter Grund. Wünsche wie “Bikinifigur” werden nämlich von Unterbewusstsein oft sowohl gewünscht als auch abgelehnt und taugen als wirkliche Motivation wenig.
Die Einsicht in gesundheitliche Notwendigkeit oder der starke Wunsch, sich (wieder) wohler zu fühlen, schon eher.
Aus dem “Warum” ergibt sich also die Selbstverpflichtung, ergibt sich das “Wie”.
Das kann im Einzelnen auch wenig spektakulär sein, tausend einzelne Punkte beinhalten, anstrengend und ungewohnt sein - jedenfalls, wenn es dem hier im Folgenden vorgestellten Programm folgt.
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