Negative Bewertung von Schlankheitsmitteln

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat die gängigen, frei verkäuflichen Schlankheitsmittel unter die Lupe genommen:

Insgesamt wurden 24 rezeptfreie Produkte unter die Lupe genommen, darunter Quellmittel, Fettblocker, Kohlenhydratblocker, pflanzliche Mittel und Formula-Diäten, bei denen beispielsweise Shakes mit Pulver angerührt werden. Fazit der Tester: Die Schlankheitsmittel können allenfalls unterstützend beim Abnehmen wirken. ( Quelle: Kurier.at)

Was jetzt unter “Unterstützung” genau zu verstehen ist, wäre noch zu klären. Kaufe ich ein Mittel, das mir langfristig hilft? Wie verhält sich das Schlankheitsmittel im Verhältnis zu einer Ernährungsberatung, oder einer Ernährungsumstellung?

Sind die Berater in der Apotheke bei solchen Fragen objektiv? Kommen sie insofern ihrer Aufklärungspflicht nach? Wäre es nicht an der Zeit, die Werbung für solche Produkte zu untersagen?

Diätpillen oder Schlankheitsmittel aus dem Internet – ein Minus für die Gesundheit

Der Verkauf auch dubioser Mittel zum Abnehmen im Internet ist offenbar unkontrollierbar. Die Hamburger Verbraucherzentrale hat Schlankheitsmittel aus dem Internet bewertet. Ob diejenigen, die an “Mittelchen” glauben, die selbsttätig wirken und Wunder versprechen, durch Aufklärung beeinflussbar snd, mag dahingestellt sein. Nachdenklich hatte ein Todesfall wegen DNP gemacht, aber nicht nur dieser Sprengstoff ist gesundheitsschädlich:

Darling Tian Ran Jian Fei, Dyma-Burn Xtreme, Lida Dai Dai Hua Jiao Nang, Meizitang, Miaozi, Obego 5, ThermoGenesis, Ephedra Nature`s Super Cap, Looking Trim Original

Die Präparate enthalten unterschiedliche Mischungen von Sibutramin (s. Reductil), Koffein, Ephedrin und Azetylsalizylsäure.

Bei Darling Tian Ran Jian Fei, Lida Dai Dai Hua Jiao Nang, Meizitang, Miaozi fehlt auf der Verpackung der Hinweis, dass Sibutramin enthalten ist. Die Dosierung ist bei einigen Präparaten höher als bei uns zugelassen.

Die Produkte Dyma-Burn Xtreme und ThermoGenesis enthalten Ephedrin, Dyma Burn Xtreme doppelt so viel, wie auf der Packung angegeben. Ephedrin kann zu Herzrhythmusstörungen und Abhängigkeit führen. Hoch dosiert kann Ephedrin zum Tod führen.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, hohe bis sehr hohe Gesundheitsgefährdung

Alle Produkte können zu Blutdruckanstieg und Herzrasen führen, manche zu Unruhe, Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen und Abhängigkeit.

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Stacker 2, Stacker 3 XPLC

Die Produkte bestehen aus einer Mischung von Koffein und Yohimbin. Yohimbin wurde früher in Potenzmitteln eingesetzt und ist verschreibungspflichtig.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, hohe Gesundheitsgefährdung

Die Produkte können zu Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Herzrasen und Blutdruckanstieg führen.

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Supprex, X-treme Lean

Die Produkte bestehen aus einer Mischung von Koffein und Synephrin. Synephrin ähnelt chemisch dem Ephedrin. Die Wirkung als Schlankheitsmittel ist ungenügend bewiesen.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, hohe Gesundheitsgefährdung

Die Produkte können zu Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und Herzklopfen führen.

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Guggul Compex, T3 Dietary Supplement

Die Produkte bestehen aus so genannten Guggulsteronen, einer Substanz aus dem Harz des dornigen Guggulbaumes.

Bewertung: Nicht empfehlenswert, nicht abschätzbare Gesundheitsgefährdung

Die Unbedenklichkeit von Guggulsteronen als Schlankheitsmittel ist nicht ausreichend untersucht.

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Das Diäten-Ranking der Stiftung Warentest

Die Ergebnisse einer Umfrage auf Test.de entsprechen wohl den Erwartungen; Schlankheitsmittel sind am wenigsten erfolgreich, am Besten wurden bewertet:

Beratung, Diätkonzepte, Steigerung körperlicher Aktivität, Veränderung des Ernährungsverhaltens und “Andere”. Was jetzt fast 500-mal unter “Andere” zu verstehen ist, dürfte unterschiedlich sein, Es könnte sich auch um Kombinationen von Diätkonzepten, Bewegung und so weiter handeln – ähnlich ist ja auch die Portionsdiät angelegt.

Interessant ist der Artikel von Test.de allemal, deshalb: Leseempfehlung.

20 kg in vier Wochen abgenommen – oder Wenn der Lügenbaron erzählt

Eigentlich kennt man so etwas:

es ist nicht gelogen. Ich habe 20kg in 10 Wochen abgenommen, habe dafür nicht gehungert und auch (fast) keinen Sport betrieben..

ja nur aus der Werbung für “Schlankheitsmittel” oder auch als Anreiz, gerade mal 30 Euro für den Download eines Geheimrezepts zu überweisen.

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Vorurteile, ein dünner Anwalt der Dicken und eine Portion Massenwahn

Dass das  regierungsamtliche Motto “fit statt Fett” ein unheilvolles Motto ist, erklärte in der  Süddeutschen Zeitung der Autor von  “Dick, doof und arm” so:

“… hierzulande werden eine sinkende Lebenserwartung, explodierende Kosten im Gesundheitswesen und ein Rückgang der wirtschaftlichen Produktivität immer häufiger mit Übergewichtigkeit und Fettsucht in Verbindung gebracht. Dass diese Behauptung keiner empirischen Überprüfung standhält, wird dabei mit umso schrillerer Rhetorik überspielt.”

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Abnehmen – 50 Diät-Tips unter der Lupe

Wer die  Sache mit dem Abnehmen, der Frühlingsdiät und der Bikini-Figur nur unnötig kompliziert macht und sich gar die Devise vom “Abnehmen als Kunst” zu eigen machen will, ist auf dem Holzpfad: In Wirklichkeit ist nämlich alles ganz, ganz einfach.

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Abnehmen mit Hoodia? – Später, vielleicht…

hoodia Die Geschichte um den “Wunderkaktus”  (“Hoodia gordonii, oft auch einfach nur Hoodia bzw. unzutreffender Hoodia-Kaktus genannt, ist kein Kaktus sondern eine sukkulente Pflanze” [Quelle]), ist schon recht verwirrend:
Die den Hunger unterdrückende Wirkung ist zwar schon seit einiger Zeit bekannt, erkennbar seriöse Hoodia-Präparate gibt es aber so gut wie nicht, und die Berichterstattung hinkt den Tatsachen hinterher.

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Homöopathisch die Esslust verringern und abnehmen mit Cefamadar?

Ein Wirkstoff bewirkt etwas – das geht schon aus dem Namen hervor. Wenn er bis zur Nicht-mehr-Wahrnehmbarkeit verdünnt wird, bewirkt er etwas anderes. Vielleicht ist es der Weg von der Materie zur Welt der Ideen,

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Wenn die Gesundheit Nebensache wird, kann der Tod als Nebenwirkung eintreten

Beim Bandscheibenblog fand ich eine Meldung, die merkwürdig genug schien, ihr noch etwas nachzugehen: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit einem recht umfangreichen Überblick zu den gängigen Schlankheitsmitteln veröffentlicht. Dort heißt es aber auch:

Der Tod der 19-jährigen Schülerin Meltem aus Hannover, ausgelöst durch das illegale Schlankheitsmittel Dinitrophenol, macht auf erschütternde Weise deutlich, wie der Schlankheitswahn unter vielen jungen Frauen durch skrupellose Geschäftemacher angeheizt und kommerziell ausgenutzt wird.

Von “Dinitophenol” hatte ich noch nie etwas gehört – mehr, als dass es “Schlankeitsmittel” gibt, die vollkommen unwirksam sind, und welche, diie der Gesundheit nicht zuträglich sind, wollte ich eigentlich auch nie wissen.
Medienmitteilung

Schwyz, 17. Juni 2002

Die Wirkung von DNP beruht auf einem Eingriff in den Energiestoffwechsel der Zelle. Dadurch entsteht Wärme in den Körperzellen (intrazelluläre Hyperthermie). Da man davon ausgeht, dass Krebszellen empfindlicher auf Wärme reagieren als normale Körperzellen, hofft man, über diesen Mechanismus ein Mittel zur Krebstherapie gefunden zu haben. Auf DNP wurde man 1933 wegen Vergiftungserscheinungen bei Arbeitern einer Munitionsfabrik in Frankreich aufmerksam. In der Folge gelangte es in den USA als Mittel gegen Fettleibigkeit zur Anwendung. Das Medikament wurde dann allerdings 1938 wegen der Bildung von “Grauem Star” von der Food and Drug Administration (FDA) verboten. Aufgrund seiner Nebenwirkungen ist DNP derzeit in keinem Land der Welt als Arzneimittel zugelassen.

Ähnlich hatte es auch Wikipedia erklärt, und dem ersten Anschein gab es keine Hinweise auf Werbung für diesen Stoff.

Aber, am Ende ersten Ergebnisseite fanden sich auch schlimme Verharmlosungen:

DNP does not have the anorectic effects of ephedrine or other thermogenic agents; rather, it tends to increase hunger, particularly appetite for carbohydrates. This problem is easily solved with appetite suppressants, and one may even use ECA itself for this purpose while on DNP.

Blumen mit Trauerrand

Das ist nur ein Ausschnitt aus einer langen Seite, auf der DNP als eher harmlos und wohltätig beschrieben wurde.

Die 19-Jährige, die an einer Überdosis starb, von der sie nicht wissen konnte, dass es zu viel war, hatte das Mittel von ihrer älteren Freundin besorgt bekommen, die es auch selbst einnahm. Nun ist Meltem gestorben, und ihre Freundin stand letze Woche vor Gericht – zu dem Verfahren und dem Vorfall waren nur ganz wenige Informationen zu finden, die Anteilnahme war augenscheinlich gering.
Bei einer größeren Wochenzeitung fanden sich ein paar Leserkommentare mit etwa diesem Tenor:

“Bestraft werden müssen die Hersteller und Vertreiber dieses Giftes!!! Das junge Mädchen wird da doch niemals drüber weg kommen, dass es schuld am Tod der besten Freundin ist. Aber auch die Medien tragen eine Teilschuld. Wie oft werden uns dürre Models als Schönheitsideal gezeigt!”

Man möchte ergänzen: Wie sehr sind Journalisten und auch Verbraucherberater dem Machbarkeitswahn verfallen und geben unter dem Vorwand, zu informieren, sinnlose Tipps, die die Hoffnung, unrealistische Maße zu erreichen, anheizen statt zu mildern, die nur an Äußerlichkeiten orientiert sind und nicht an den wirklichen Problemen der Betroffenen?

Die Schuldzuweisung an die Freundin ist übrigens unnötig: Freundinnen, Freunde, Geschwister usw. sind nicht in der Lage, einen neutralen Rat zu geben, sondern schließen meist von sich auf die Bedürfnisse des Anderen. Da sollte der Komentator, der so hart urteilt, auf seine eigenen Ratschläge Acht haben – schweigt er aber nur, macht er sich auch evtl. “schuldig”.

°

Andererseits: Die Warungen vor den Diätpillen werden erst langsam deutlicher. Ich selbst hatte es auch größtenteils nicht so ganz ernst genommen, obwohl auch hier im alten Forum noch Beiträge mit deutlichen Warnung herumgeistern.

Wir werden das Thema noch einmal aufgreifen müssen.

Nachtrag:

Jana R. ist frei. Eine Schuld am Tod ihrer Freundin, mit der sie gemeinsam das verbotene Schlankheitsmittel Dinitrophenol (DNP) eingenommen hatte, sei der 22-Jährigen nicht nachzuweisen, sagte die Amtsrichterin.

Es sei nicht zu beweisen, dass die Angeklagte von den Gefahren des illegalen Schlankmachers gewusst und ihre Freundin nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt habe, sagte die Richterin. Daher sei sie vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freizusprechen.

Der Verteidiger sagte, der Prozess sei wichtig gewesen, um die Öffentlichkeit auf die Gefahren illegaler Schlankheitsmittel aufmerksam zu machen.

Seine Mandantin verlasse zwar als freier Mensch den Gerichtssaal, doch der Tod ihrer Freundin belaste sie weiterhin sehr. „Dies ist für uns kein Tag der Freude.“

Schnell abnehmen, Blitzdiäten, radikaler Jo-Jo-Effekt oder lieber die sanfte, radikale Diät?

Viel versprechende Anleitungen, um sich schon bald wie neu geboren zu fühlen und innerhalb kurzer Zeit eine Bikinifigur zu erlangen, gibt es wie Sand am Meer.

Von der Qualität der meisten schnell-abnehmen-Tipps schweigen wir lieber. Müssen wir die Frage nach der Qualität der “schnell-Abnehmen-Wunderdiäten” wirklich stellen und beantworten – haben wir es hier mit desinformierten LeserInnen zu tun, die noch glauben, was sie wünschen? Wohl kaum.
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