Offenbar ist der Bluthochdruck eine Volkskrankheit. Dass die niemanden interessiert, kann man nicht sagen, aber es ist wie so oft: Die richtige Lösung ist schwer zu finden, wenn es auch Anzeichen genug gibt, wie sie aussehen könnte.
Die MOPO aus Berlin hatte einen Experten zum Interview gebeten, dessen Ausführungen in aller Kürze alle nötigen Informationen liefern.
“Eine Kost mit mehr als 74 Gramm Fruktose pro Tag – das entspricht der durchschnittlichen Menge in zweieinhalb Softdrinks – erhöhte das Risiko, einen Blutdruck von mindestens 160/100 mmHg zu entwickeln, um fast 90 Prozent.”
Dass bei Bluthochdruck und Übergewicht Abnehmen sinnvoll ist, ist ja bereits bekannt. Kompliziert kann es werden, wenn zum Senken das Bluthochdrucks Betablocker eingesetzt werden: Sie senken offensichtlich den Grundumsatz.
Die Experten sind sich wahrscheinlich nicht einig, ob der Bluthochdruck eine Zivilisationskrankheit ist oder nicht – was kein Wunder ist, weil Experten solche Fragen für irrelevant halten: Sie nehmen die Welt so, wie sie ist, hin und haben Auftraggeber, meist aus der Pharmaindustrie. Akut steht ja bei gegebenem Bluthochdruck die Aufgabe an, etwas dagegen zu tun.
Hibiscus – hierzulande gelegentlich auch auf der Fensterbank als Zimmerpflanze gehalten – hat, als Tee getrunken, einige heilsame bzw. präventive Wirkungen.
Beim Abnehmen stehen wir als Betroffene vor einer Herausforderung, haben ein Problem und sonit die Suche nach Lösungen: Statt „So geht das, und basta“ gilt erfahrungsgemäß ein verhaltenes „da müssen 1000 Dinge zusammenkommen“. Doch schon mit wenigen Grundsätzen ist Vieles geregelt, Wir alle kennen das Wort „Deine Nahrung sei Deine Medizin“, bei dem es durchaus schwierig werden kann, wenn es umd die Detailfragen geht.
Das berühmte Zitat wird dem antiken griechischen Arzt Hippokrates von Kos zugeschrieben und lautet vollständig: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“. [1]
Zum
gesunden Leben gehören auch Grundätze der Lebensführung – nicht nur die
Ernährung, sondern auch Stimmung, Schlaf, Produktivität und einiges
weitere wird berücksichtigt, und soll sich in einer Balance mit dem
Gegenstück, wie etwa bei Arbeit und Ruhe befinden. Zitat aus einem
Artikel aus 2000 bzw. 2004:
Das betrifft das Kapitel „Diät und Diätetik“ – die Schreibwut vieler Journalistinnen und anderer Autoren hat dazu geführt, dass heutzutage alle Naselang eine neue Mode als „Diät“ verkauft wird.
Demnach wäre es gesund, sich tagelang vom Gleichen zu ernähren, langweilige Suppen mit künstlichem Geschmack zu schlürfen, sich einseitig zu ernähren oder Stunden mit dem Einkauf für komplizierte Rezepte zu verbringen. Vieles ist eine Frage der Dosis – muss deshalb die Briefwaage in der Küche stehen? Kann eine medikamentöse Behandlung eine Kur sein?
Es wäre weiterhin gesund, wenn der Körper über eine Zeit sich
konsequent auf „optimale“ bzw. totale Nahrungsverwertung umstellt und
ein permanentes Auf und Ab beim Gewicht mitmacht.
Nachdem der Begriff „Diät“ derart verbrannt ist, empfehlen wir eine konsequente Nulldiät (0-Diät)
im Sinne des Verzichts auf „Diät“. Die vielen Internetsites und
Zeitschriften, die die Rubrik „Diäten im Vergleich“ im Pflichtprogramm
führen, das „Hits“ oder „page-views“, jedenfalls Umsatz bringen soll,
würden besser „Diätfehler im Vergleich“ titeln … Empfehlenswert ist weiterhin die 12-Stunden-Nulldiät,
die darauf basiert, zwischen Abendessen und Frühstück beim Essen und
Naschen enthaltsam zu sein – was gelegentlich etwas Übung erfordert. …
Weitere Bausteine für die passende, gesunde Lebensweise wären je
besonders zusammenzustellen.
Die 12-Stunden-Essenspause erfährt heute als „Intervallfasten“ (z. B. 16:8) eine wissenschaftliche Renaissance.
Moderne Forschungen zur Autophagie bestätigen, dass diese Essenspausen
die zelluläre Müllabfuhr aktivieren und Entzündungen hemmen. Dies
unterstreicht das antike Ideal: Gesundheit entsteht durch den natürlichen Wechsel von Aktivität und Regeneration. Der Fokus verschiebt sich damit weg von restriktiven Diätmoden hin zu einer ganzheitlichen Lebensweise.
Nehmen
wir mal an, die guten, alten Griechen hätten das „Intervallfasten“
durchaus normalerweise praktiziert, so dass es überflüssig war, ein
„Intervallfasten“ zu fordern. Vielleicht hatte schon Hippokrates davor
gewarnt, „viel Lärm um Nichts“ zu machen.
Intuitive Ernährung
„Essen
nach dem Bauchgefühl“ wäre eigentlich das Einfachste und eine
natürliche Methode, sich gesund zu ernähren, wenn genug Nahrung
vorhanden ist, und wenn keine Gefühle gestört sind. Wir müssten auch
nicht viel über Erleben, Achtsamkeit, Stigma-Reduktion und Erkundung (EASE) nachdenken, das alles gehört zur intuitiven Ernährung und wird, wie gesagt, in Gießen beforscht.
Kürbiskernhummus – Veganer Brotaufstrich oder Dip
Hummus ist vielseitig; hier ist er aus Dosen-Kichererbsen und Kürbiskernen (im Verhältnis von etwa 4:1) entstanden, war, wie die Farbe zeigt, auch mit recht viel Kurkuma gewürzt, sowie Knoblauch und Ingwer: Das muss jeder selbst wissen.
Ein paar Informationen und Ideen zum Hummus-selbst-machen hatte ich mal
auf der „Portionsdiät“-Seite gesammelt – das ist per Klick aufs Banner
aufzurufen:
Auch abseits der „Ernährungsschiene“ finden sich Anregungen zum gesund-leben, so etwa „Fünf japanische Bewegungen„, für die Japanerin ü. 50 – vielleicht auch etwas, das sich hierzulande adaptieren lässr.
Eine Besonderheit aus unserer Historie:
Laut Hildegard von Bingen: Die Sofortlösung gegen Übergewicht und Bluthochdruck ist …
… Reduktionsfasten!
Im Gegensatz zu … Trends, bei denen man kaum etwas essen darf, steht
beim Reduktionsfasten nach Hildegard die sanfte Reduktion im
Mittelpunkt. Es geht darum, den Körper bewusst zu entlasten, ohne ihn zu stressen. …
Das Prinzip ist einfach, aber effektiv: für einen begrenzten Zeitraum (z. B. sieben oder zehn Tage) wird auf belastende Lebensmittel wie Fleisch, Zucker, Kaffee, Alkohol und Weißmehl verzichtet
– und stattdessen auf leicht bekömmliche Speisen gesetzt. Dinkel in all
seinen Formen spielt dabei eine zentrale Rolle, ebenso wie gekochtes
Gemüse, klare Brühen, Fenchel, Galgant und Bertram. Unterstützt wird der
Körper zusätzlich durch viel warmes Wasser und Tees, die den
Stoffwechsel anregen und entschlacken.
Ich würde mal schätzen, dass von 100 Personen, die das lesen, bei einem Promille eine Verhaltensänderung eintritt ;-).
Bei der „Rheinischen Post“ findet sich ein Hinweis auf einen Podcast:
In
der aktuellen Folge des Podcasts „Glow Up Your Life“ von und mit
Moderatorin Katja Burkard blickt sie [Ricarda Lang] selbstkritisch auf
die Phase ihres Lebens zurück, in der sie sich in ihrem Körper nicht
immer wohlgefühlt hat.
Ricarda Lang sah Abnehmen als unfeministisch an
Inzwischen
jedoch finden sich in diversen Ecken Hinweise zu einem
40-Kilo-Abnehmerfolg, der wie auch immer zustandekam, bei dem gilt:
„Tipps
zu Ernährung oder Fitness will sie … nicht geben. Dass sie
Ernährungstipps gegeben habe, sei ihr immer wieder unterstellt worden.
Tatsächlich habe sie solche Ratschläge aber nie gegeben. Und daran wolle
sie auch in Zukunft nichts ändern.“
Über
lange Zeit habe sie Themen wie ihren Körper, Sport, Gesundheit und
Ernährung gemieden, die für sie mit „schmerzbehafteten, angstbehafteten
und schambehafteten Themen“ verbunden gewesen seien.
Prüft
man hier noch den Zusammenhang von Scham, im Adipositas-Zusammenhang
etwa der „Fettscham“ mit „Narzissmus“, findet sich passend ein Gespräch
zwischen dem Wissenschaftsjournalist Patric Seibel mit Host Lucie Kluth;
Wie Ricarda
Langs weiter erzählt, habe sie … [die Nicht-Kommunikation von
Diättipps] für sich selbst begründet mit dem Gedanken: „Und das habe ich
in mir in meinem eigenen Kopf so ein bisschen rationalisiert, dass ich
mir gesagt habe: Ne, das machst du nicht, weil das wäre irgendwie
unfeministisch. “
Heute sieht sie das anders – oder auch anders anders?
An anderer Stelle
finden wir die Aussage, dass Abnehmen sehr wohl anstrengend sei – wobei
sie sich nicht in ein allzu enges Korsett gezwängt habe, um sich das
Durchhalten zu ermöglichen. Trotzdem setzt sie pointiert auf „Verzicht
und [eiserne] Disziplin“, was meinem Gefühl nach einem weitverbreiteten
Klischee folgt, das Alternativen wie intuitive Regulation abwertet.
Sollten
(Ex-) Dicke untereinander solidarisch sein, bewährte Methoden
weiterentwickeln, ohne dass unterschiedlichen Charakteren die gleichen
Tipps, Methoden und Rezepte übergestülpt werden?
Es ist bald 20 Jahre her, dass ich die Frage „Was ist Fressnet.de?“ gestellt hatte. Darauf gehen die Wenigsten ein, was latent zeigt, dass die passiv-aggressive Haltung verbreitet ist. Man kann offensichtlich Diäten, die Diät-Gehorsam erfordern ablehnen
und gleichzeitig eine „Anit-Diät“, die sich auf den klassischen, von
Balance charakterisierten Begriff von gesunder Lebensweise. Austausch
und Unterstützung stützt, brauchen wir Alle, braucht auch Ricarda.
Individueller Pragmatismus:
Ricarda sagt: „Jeder muss seinen Weg finden“.
Indem sie keine Quelle nennt, entzieht sie sich der Rolle einer
„Abnehm-Influencerin“ und vermeidet es, eine bestimmte Methode politisch
oder kommerziell zu bewerben. Sinnvoller „Verzicht“ ist ja relativ
und für unterschiedliche Leute unterschiedlich schlimm, kann u. U. auch
durch Stolz kompensiert werden. Anstrengung und harte Arbeit als
Disziplin zu übersetzen ist ok, lässt aber das Moment des Gehorsams aus.
Sie habe nie Diättipps „verteilt“, sagt sie, und sagt nicht, woher sie
ihre „Maximen“ bezogen hat.
Im Kern basiert ihre Methode wohl auf
einem eher radikalen Zeitmanagement, das für persönlich relevante
Aktivitäten und Pausierungen Zeit und Raum lässt. „Tipps von außen“, so
sie solche bezieht, bleiben ungenannt – aber das schadet nicht, denke
ich, wenn ich an die Rezepte denke, die von manchen PolitikerInnen in
Buchform gestaucht worden sind.
Inhaltlich ist hier zu sagen: „Und
damit Tschüß, Ricarda“ und, wenn die komlementäre
Gewichts-Kontrollgruppe (das ist ironisch, aber Ironie ohne Vorwarnung
wird ja nicht verstanden) läuft, kann „Willkommen, auch Du, Ricarda, im
Kollektiv!“ folgen. Schade finde ich, dass offenbar niemand Fragen
zum nachhaltigen Charakter der „neuen Lang-Diät“ gestellt hat, und
vieles mehr. Wichtig wäre bzgl. Heldentum dieses als „narzisstisch
geprägt“ zu charakterisieren, Vor allem geht es weniger ums
Theoretisieren, sondern um Praxis. 1 Idee dabe: „Fastenspaziergänge“ in der Kleinstadt, die mit Seminaren oder Praxis-Abschnitten kombiniert werden könnten.Die
egozentrische „Seht her, was ich geschafft habe“-Erzählung ist häufig
der Speck, mit dem Mäuse gefangen werden. Ein echtes Kollektiv, in dem
auch eine Ricarda Lang irgendwann als ganz normales Mitglied willkommen
wäre, kann auf die die „Turbo-Abnehn-Selbstbespiegelung“ verzichten.Ihr Fokus auf die Praxis statt grauer Theorie führt direkt zu konkreten, gemeinschaftlichen Ideen.Das Gegenmodell: Praxis statt narzisstisches Heldentum
Die Entlarvung des Narzissmus:
Das mediale Heldentum inszeniert den Gewichtsverlust als persönlichen
Triumph über den eigenen Körper. Es blendet aus, dass Nachhaltigkeit
keine Frage von einmaliger eiserner Disziplin ist, sondern von
lebensbegleitender, psychologischer und sozialer Balance.
Die ungestellte Frage nach der Nachhaltigkeit:
Die Medien feiern das „Nachher“-Bild. Niemand fragt, wie dieses
radikale, zeitintensive System unter veränderten Lebensumständen (z. B.
nach der politischen Karriere oder in neuen Stressphasen) dauerhaft
gehalten werden soll, ohne in die alte Verbotsspirale zu rutschen.
Konkrete Praxis-Idee: „Fastenspaziergänge“ in der KleinstadtUm den Austausch von der passiven Online-Ebene in den echten, analogen Alltag zu holen, ist die Idee von Fastenspaziergängen in der Kleinstadt genial. Sie verbindet Bewegung, Gemeinschaft und Bildung barrierefrei:
Der geschützte Raum (Die Geh-Gemeinschaft):
Beim gemeinsamen Gehen redet es sich leichter. Die Bewegung baut Stress
ab und nimmt dem Thema „Körper“ die steife, schambehaftete Atmosphäre
eines Seminarraums. Es entsteht eine natürliche Solidargemeinschaft
abseits von Diät-Gurus.
Kombination mit Praxis-Abschnitten:Der
Spaziergang ist der Rahmen. Unterwegs oder im Anschluss greifen kurze
Seminare oder praktische Einheiten die echten Themen auf:
Impulse zur intuitiven Regulation: Wie lerne ich wieder, auf Hunger- und Sättigungssignale zu hören, statt Kalorien-Tabellen zu gehorchen?
Umgang mit Scham und Rückschlägen:
Ein offener Austausch darüber, warum Verzicht manchmal schmerzt und wie
man ihn durch echten Stolz (und nicht durch Verbote) auffängt.
Praktische Alltagstricks:
Wie lässt sich ein gesundes Zeitmanagement ohne elitäre Ressourcen (wie
Personal Trainer oder private Köche) im normalen Arbeits- und
Familienleben umsetzen?
Fazit
Weg von der glitzernden Persönlichkeitsshow im Berliner Politikbetrieb, hin zur solidarischen Basisarbeit in der Provinz. Das ist die echte „Anti-Diät“:
Sie bricht das Schweigen der Männer, nimmt Frauen den ideologischen
Druck und ersetzt den einsamen Kampf der Selbstdarsteller und
verhinderten Selbstdarsteller durch die tragfähige Kraft einer
Gemeinschaft.
Die Verkäufer und Propagandisten für Abnehmspritzen-und-Tabletten sind unterwegs, mehr und mehr:
So wurde mit der Zulassung des „Abnehm-Hormonspritzen-Wirkstoffs“ in unkomplizierter Tablettenform Großbritannien nach Amerika der zweite große Markt, auf dem das Medikament „Wegovy“ von Novo Nordisk kursiert.
Wenn
nun die Tablette als Alternative zur Spritze mit Semaglutid, das die
Wirkung des körpereigenen Hormons GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1)
nachahmt, im gesellschaftlichen (Unter-) Bewusstsein verankert wird,
bremst die pharmakologische Behandlung die Suche nach einer ganzheitlichen Therapie.
Selbst die Ernährungstherapeuten und die ganzen Fastenexperten
und Hafertag-Verschreiber haben damit einen schweren Stand, denn die
Abnehmspritzen-und-Tablettenverkäufer wecken subtil Wünsche, und die Psychologen, die „Essen als Trost“ aus unbekannten Gründen doch nicht therapieren können (?) auch.
„Volkes Stimme“ ist bei diesem Lied oder Leid nicht so originell:
Adipositas ist schlichtweg eine Frage der Selbstkontrolle
Halb so viel essen, aber mit Sport
Einfach Friss die Hälfte (FDH)“
Öfters mal einen Entlastungstag
Wer bei der Selbstkontrolle die Schlüsselfunktion annimmt, kann nun die Abwehrmechanismen und Ausreden der „Fetten“ entlarven.
Schieben
Sie die Schuld auf jemanden oder etwas anderes? Oder essen Sie weniger
und bewegen sich mehr? Es ist so unglaublich einfach. Aber da 3 von 4
Amerikanern übergewichtig sind und jeder zweite Erwachsene adipös ist,
sieht man ganz deutlich, dass es den meisten Amerikanern an
Selbstkontrolle mangelt.“
Die Schuldzuweisung nach dem „Selbst-Schuld“-Motto mag
Betroffenen auf die Nerven gehen; wer zu Adipositas neigt, neigt wohl
auch dazu, bei Stress mit Über-Essen zu reagieren, oder sonstwie
eingefahrenen Gewohnheiten zu folgen, und in einen gedanklichen
Teufelskreis zu geraten.
Übergewichtige, die abnehmen wollen und
„vom Glauben abfallen“, wenn das nicht wunschgemäß funktioniert, kommen
in „hausgemachten“ Stress, den der Körper mit Hungersignalen kontert, so
ist „ALLES“ in der Balance, wenn auch im „erhöhten Gleichgewicht“.
„Übergewicht ist wie eine Seuche, aber auch Bluthochdruck und Diabetes sind Massenkrankheiten“ wäre nun eine Haltung, sich mit dem Problem „Zivilisationskrankheiten“ und deren „etablierter Behandlung“ zu arrangieren.
Doch
das Arrangement mit der dauerhaften Pilleneinnahme hat einen bitteren
Beigeschmack: Es stiehlt uns die Beziehung zum Essen. Wer den Hunger nur
noch pharmazeutisch wegdimmt, lernt nicht, was dem Körper – und der
Psyche – wirklich guttut. Er lernt nicht zu genießen, sondern nur, zu
funktionieren. Die Wahrheit ist: Gegen die Jahrmillionen alte Evolution
unseres Körpers lässt sich nicht mit purer Willenskraft ankämpfen. Wer
auf Radikaldiäten oder „Friss die Hälfte“ setzt, signalisiert dem Gehirn
eine Hungersnot – und das schießt prompt mit Heißhunger-Hormonen
zurück. Der Schlüssel liegt daher weder in der
perfekten Selbstkontrolle noch in der Apotheke, sondern in einer Küche,
die den Körper nährt, statt ihn zu beschränken.
Und vielleicht
erschließt sich der Wandel durch etwas, das in unserer hyper-effizienten
Welt fast schon utopisch anmutet: Durch die Gemeinschaft.
Wenn wir das Kochen und Essen wieder aus der einsamen Ecke der
„Selbstoptimierung“ herausholen und zu einem sozialen Akt machen.
Zusammen in der Küche stehen, sich austauschen und vielleicht sogar das
gute, alte Einkochen wiederbeleben – das Erschaffen von eigenen,
ehrlichen „Fertiggerichten“ im Glas, die man mit Freunden oder Nachbarn
teilt. Klingt nach einer romantischen Utopie? Mag sein. In Zeiten, in
denen die Zeit knapp ist und der Alltag stresst, ist das gemeinsame
Schnippeln ein rares Gut. Aber genau dieses „analoge“ Miteinander ist
die beste Medizin gegen den emotionalen Stress, den wir sonst so oft mit
Frustessen zu betäuben versuchen.
Das Glas selbstgemachte Suppe,
das man vom Nachbarn geschenkt bekommt, wärmt eben nicht nur den Magen,
sondern auch die Seele – ganz ohne Nebenwirkungen. Das Essen darf kein
Kampfplatz sein und kein Trostpflaster, sondern sollte eine Feier des
Lebens sein. Fangen wir genau da an, in der eigenen Küche, vielleicht
beim nächsten Mal zu zweit oder zu dritt.
Dabei zeigt uns der
Blick auf andere Lebensbereiche längst, wie Heilung ohne Chemie
funktionieren kann. Wer unter Schlafstörungen leidet, greift heute immer
seltener zur harten Schlaftablette – wir nutzen stattdessen die sanfte
Stimme eines Hörbuchs zum Einschlafen, um das überreizte Nervensystem
herunterzufahren.
Unbekannte Märchen wie die Geschichte mit dem Mirabellenmädchen und
ungezählte andere Geschichten kann man mehrfach anhören, hierin finden
wir den Beweis dafür, dass der Geist manchmal einfach nur sanfte
Führung und chemiefreie Beruhigung braucht. Warum also versuchen
wir, das hochkomplexe Thema „Essen“ mit der pharmakologischen Keule oder
eiserner, kalter Disziplin zu erschlagen?
Wenn die Seele aus
Stress oder Einsamkeit nach Trost sucht, hilft kein Semaglutid, das den
Magen blockiert. Was hilft, ist „echtes Essen“, zubereitet mit
Achtsamkeit. Was hilft, ist die Zuwendung und das echte Verständnis, die
nur gelingen, wenn ein ehrlicher Austausch stattfindet.
Und: Ein
bunter, knackiger Salat ist keine Strafe für das Gewicht von gestern,
sondern die beste Fürsorge für die Energie von morgen. Ganz ohne
Rezeptpflicht, aber mit viel Geschmack:
In
diesem „Multisalat“ ist Artischocke aus dem Lebensmittelregal
versteckt, da kann das Öl, mit dem die Artischocke eingekocht ist,
gleich noch die Sauce verbessern. Weitere Zutaten: Frühlinszwiebel,
frische Kräuter, Pellkartoffel, Gemüsezwiebel, Knoblauch, Ingwer,
Salatherz. Tomate auf dem eigenen Balkon, selbst gepflückt.
Aus
dem selbst eingekochten Vorrat: Tomate (mit Knoblauch) im Glas, Basis
für alles mögliche, hier Sauce zu Pasta, mit folgenden Zutaten:
Von der Idee, hier Reisnudeln zu verwenden, hatte ich mich dann doch distanziert:
Die
würfelig geschnittene Rote Beete war fermentiert, die extreme Farbe auf
dem Blumenkohl stammt von einer kleinen Menge Sriracha-Sauce. Der Käse
war nicht wirklich nötig.
Yoghurtkuchen im Glas
40
Minuten im Dampftopf bzw. Multicooker bei 104 Grad Celsius – schonendes
Garen im Sturzglas, das der Kuchen, von der Schwerkraft unterstützt,
verlässt, wenn jemand den Deckel öffnet. Haltbarkeit: Ein paar Wochen
oder deutlich weniger. Ansonsten: Dieser „Cheesecake“ ist hier mal ohne, mal mit frischen Kirschen; eine softe Rarität.
So einige/etliche Publikationen folgen ja dem Muster
ICH – Diätfreies Leben! Und Du?
Ich hatte ja mal herausgearbeitet, was Diät
ist, das war „gegen den Strom geschwommen“, denn wenn Alle sagen,
„Diät“ sei Beschränkung oder neudeutsch Restriktion, Diät bedeute
Verzicht und Verbot, aber auch das Verbot des Verbots, sind die meisten
Wahrheiten ausgekippt wie das Kind mit dem Bad ;-).
Mit Phantasie und Kreativität kannst Du Deine „innere Wahrheit“ finden, wenn Du sie suchst. Also mach dich auf die Suche!
Die innere Wahrheit beschreibt unsere ureigenste, intuitive Erkenntnis
dessen, was sich für uns jeweils persönlich richtig und stimmig
anfühlt. Sie ist unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen, äußeren
Umständen oder objektiven Fakten und basiert stattdessen auf dem
tiefsten Wesenskern, also unseren Werten und Gefühlen.
„Wenn du klar bist, bist du auch erfolgreich“.
Cocktailtomate, auf Süßkartoffel und mit Käse übeerbacken nebst einem Veganen Soja-Würstchen.
Wenn es darum geht, in Bezug auf „gesundes Gewicht“ in Ernährungsfragen
erfolgreich zu sein, ist es ja garnicht so schwierig, das Richtige zu
tun: Das gilt hoffentlich auch für diese mit wenig Käse überbackenen
Süßkartoffeln mit Cherrytomaten nebst veganer Wurst. Was wir unter Diät verstehen wollen, kann und muss über die „reinen“ Ernährungsfragen hinausgehn:
Diät halten und entschlacken …
Der „Mythos vom Entschlacken“, kürzer gesagt „Detox!“
treibt weiterhin sein Unwesen. Dabei gehören zu einem richtigen Mythos
Held oder Heldin, ein historischer Konflikt, ein Kampf und ein Sieg
oder irgendetwas nit Tragödie, wie beim Klassiker Ödipus, zum Beispiel.
Unsere figurbezogenen Mythen tummeln sich im Bereich der (vergeblichen)
Selbstliebe und des Wunsches, der oder die Schönste zu sein – der
„Mythos vom schlank machenden grünen Smoothie“ entstammt also aus dem
Formenkreis des Narzissmus. Da können wir testen, so lange wir wollen:
Irrglaube Detox-Kur. Tagelang Saft trinken, auch wenn er grün ist, wirkt nicht entgiftend.
Eine spezielle Blumenkohl-Suppe mit Zwiebel, Salbei und Tofu (angebraten) – zur „eigentlichen“ Suppe kommen wir noch ;-). Die Suppe, die hier in den Teller kam,
ist in der größeren Abbildung
besser zu erkennen; es sollte etwas herzhaftes auf nachhaltig-veganer
Grundlage werden: Das hat auch ohne Selbstbeweihräucherung funktioniert.
Geröstete Zwiebel, Kräuter und Tofu mit Räucheraromen.
Wie gesagt, Ernährung ist nicht alles –
das „Alles-Sein“ ist schon der Gesundheit vorbehalten!
Und für die Gesundheit mehr tun zu wollen, stellt hohe Anforderungen an die Individuen und die Gesellschaft –
Die Liste ist lang!
https://www.facebook.com/reel/1967991900642258 Ein
kurzer Ausschnitt aus einem Vortrag von Marc-Uwe Kling. Er packt das
Thema Gesundheit vor allem über die kritik der Zivilisationskrankheiten
und des Gesundheitssystem an. Ich verstehe die folgende Liste nicht als
Satire:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: In Deutschland sterben jährlich rund 400.000 Menschen daran.
Die Politik beschäftigt das kaum, aber die Sonntags-Öffnungszeiten von
Bäckereien werden das Thema einer „enorm wichtigen“ Gesetzgebung.
Die Pharmaindustrie: Der Vorwurf, dass Pharmaunternehmen kein echtes Interesse an der Heilung von Menschen haben, weil sich mit chronisch Kranken mehr Geld verdienen lässt, bleibt nicht aus.
Ernährung und Zucker: Zucker kann als einer der Hauptauslöser für moderne Gesundheitsprobleme begriffen werden.
Anmerkung: Aus Zucker wird auch Alkohol gemacht. Alkohol kann auch als
Zucker-Abkömmling verstanden werden; Alkoholismus wäre damit eine Art
der Zuckersucht. Nur eben vergorener Zucker. Das Beste, was man
damit/daraus machen kann, ist Essig 😉
Zivilisations- und Altersleiden: Krankheiten wie Bluthochdruck, Rückenschmerzen, aber auch Ängste allgemein avancieren zu typischen Symptomen einer ungesunden Wohlstandsgesellschaft.
Niemand kann hierbei für alles zuständig sein, aber zu wissen, wer sich worum kümmert, ist zwingend notwendig, unabdingbar.
Eine
Linsensuppe mit Hackfleisch, wie Oma sie nicht machen konnte;
Baby-Spinat mit einer Minute dämpfen verzehrbereit. Zu Omas Zeiten
hatten die Schweine noch ordentlich viel Speck unter der Schwarte…
Ein mächtiger Impuls für eine allgemein gesündere Ernährung könnte übrigens von der Biolebensmittelgrundversorgung kommen. „Die Liste ist lang“ hieß es noch ein paar Zeilen zuvor – und Platz für Ergänzungen sollte vorhanden sein.
Eine
gebutterte Scheibe vom Brötchen – darauf ein „Ring“ von der roten
Mini-Paprika, hummusgefüllt und somit tauglich, ein „Ästchen“ vom
blühenden Borretsch aufzunehmen und zu halten. Auch in etwas größerer Darstellung.
Borretsch
war zu Omas Zeiten noch jederzeit im Garten verfügbar, gehörte
sozusagen zur Grundausstattung. Inzwischen gibt es ein (hysterisches?)
Gerangel um die passenden Verzehrempfehlungen, obwohl zugängliche
Forschungsergebniss zu den „Borretsch-Alkaloiden“ m. W. gar nicht
vorliegen.
Allgemein ist die Wirkung der möglichen Lebensmittel in
den möglichen und gängigen Kombinationen und Dosierungen wenig
erforscht, und vermutlich auch individuell unterschiedlich. Insofern
gehen auch traditionelle Ernährungspläne schon mal am jeweiligen Problem
vorbei.
Zudem
sind die Erfordernisse der Nahrungsaufnahme nicht immer planbar – ein
„erfrischender“ Gurken-Radieschensalat mit Yoghurtsauce und vielen
Kräutern kann unter Umständen fast schon überlebenswichtig sein.
Wenn man Gurkensalat mit Pflücksalat bedeckt, erkennt man den Gurkensalat nicht auf Anhieb, so wie hier ;-).
Der
Begriff „Lebensmittel“ wird in der heutigen Zeit kreativ verwendet nur
noch, wo es ums Geschäft geht, und weniger um die Art, wie wir leben.
Ich
hatte Linsen zuerst für eine gute Weile eingeweicht, dann püriert und
mit Yoghurt verrührt, diese Masse dann im Joghurtbereiter (hier:
Multicooker) fermentieren lassen, und den Teig schließlich unter
Zuhilfenahme von Backpapier gebacken. Das Resultat war
verbesserungswürdig, aber genießbar.
Linsen lassen sich auch zu Tempeh veredeln, vielleicht kümmern sich ja mal einige WeltverbesserInnen um diese absolut garnicht profane „Angelegenheit“.
Bei den Wahlen in Ostdeutschland mischt auch EDEKA mit – nicht, um „unsere Fitnessbrötchen“ zu promoten, sondern – das ist allerdings geraten – um der ZEIT und der FAZ je eine ganzseitige Anzeige zu bescheren, also wegen der Pressefreiheit und so.
EDEKA liebt Lebensmittel, nicht aber ernährungskritische Diät-Blogs (die es fördern könnte) und auch eine Partei, deren Plakate mit blauem Untergrund und emporstrebendem Pfeil Sachen erzählen, wird abgelehnt.
Eine kleine Brauerei wollte bei der Gelegenheit trittbrettfahren und kam mit der Aussage: „Braun sind bei uns nur die Flaschen“; wenn das so ist: Meinetwegen.
Die Ernährungsthemen sind vielfältiger als gemeinhin gedacht;
Die Wahl bei der Gestaltung des Zauns hat es hier sicherlich gegeben – grau statt grün, Beton statt Bepflanzung ist dabei herausgekommen. Mit etwas Efeu wäre hier schon viel geholfen.
Angesichts der Wirren dieser Zeiten wäre es jedoch wichtig, sich um Grundlegendes zu kümmern und ein ernstes Wörtchen mit den Brüdern und Schwestern der abrahamitischen Religionen zu reden: Wir haben nämlich durchaus gemeinsame Gesetze – bloß missachten wir sie permanent:
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