Die guten und die bösen Lebensmittel, und die „Dickmacher“

Sicher: Es gibt nicht die guten und die bösen Lebensmittel. Wer anfängt, so zu unterscheiden, begibt sich nämlich in die Nähe der Essstörung und wird früher oder später in deren Sog gezogen, und dann ist es nicht mehr weit bis zur Anorexie oder zum Binge-Eating!

So ähnlich hat es neulich ein Autor mit akademischem Grad erklärt: Übergewicht – also die langsame Zunahme mit fortschreitendem Lebensalter – das ist genetisch vorgegeben. Und auch gut so: Denn eine gewisse „genetische Streuung“ sei ja von der Evolution gewollt und für die Menschheit, die ja auch schon Phasen permanenten Hungers aufgrund von knappen Lebensmittel hatte, und ach, da waren die „guten Lebensmittelverwerter“ im Vorteil…

Also, der gute Mann würde bestreiten, dass es Dickmacher gibt, und wer sich nicht beherrschen kann, der hat schon die Essstörung, und wer dem Gestörten – ohne dass der das will – solche Pralinen schenkt … nee, so komplizierte Zusammenhänge sind nichts, was den Autor interessiert, der stellt sich ja auch nie auf die Waage, wozu auch, den kneift ja keine Hose, und fertig.

Der predigt dann noch, dass wir uns doch bloß nichts verbeiten sollen, weil sonst der Appetit noch viel, viel stärker würde, und dass wir mit unserem Schwarz-Weiß-Denken das Essen zur Religion erhöben. Haben Übergewichtige überhaupt spirituelle Bedürfnisse? Hat dieser Mensch spirituelle Bedürfnisse, hat der eine Religion?

Ach, ich vergaß zu sagen, dass es sich um einen Allgemeinmediziner handelt. „Stress“ beispielsweise ist auch ein potentieller Dickmacher – das kann also zu Übergewicht führen. Oder zu Bluthochdruck, zu schlechtem Schlaf und mehr.

 

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