Endorphine, Alkohol und das Mass der Dinge

Die StudieAlcoholism: Clinical and Experimental Research” bezog die Chemie der Affekte mit ein und kam aufgrund neurophysiologischer Experimente zu dem Erbebnis, dass angstmindernde Effekte des Alkohols nur bei kleinen und gemäßigten Mengen,

nicht aber bei größeren (“Heavier doses)” Mengen auftrete. Die Dosis macht das Gift, und die Studie stellte fest, dass schon ein kleines bisschen zuviel den Wunsch nach mehr verstärken, oder Depressionen oder Gefühle von Verzweiflung auslösen könne.

Angeblich zeigte die Studie erstmalig, dass niedrige und gemäßigte Zufuhr von Alkohol in einer Gehirnregion, die mit der  Abhänigigkeit von Drogen und Alkohol verbunden ist, die Beta-Endorphin-Freisetzung verändert, wobei die angenehmen Effekte entstehen, die wahrscheinlich den Alkoholkonsum verstärken.

In der Studie, bei der Ratten getestet wurden, denen man entweder Salzlösung oder verschiedene Mengen Alkohol injiziert hatte, um dann die Ausschüttung von Endorphin und anderen körpereigenen Opioiden zu messen, hat man interessante Schlussfolgerungen gezogen:

“Readers should understand that drinking only low amounts of alcohol will increase endorphin release and produce pleasant effects,” Gianoulakis says. “Thus, if after consumption of about two drinks of alcohol an individual does not experience the pleasant effects … he or she should stop drinking.”

Das kann und sollte nun jeder interpretieren, wie er will. Niedrige und mässige Mengen steigern die Endorphinausschüttung und führen zu angenehmen Effekten, wenn aber ein Individuum, das ungefähr zwei Gläser getrunken hat, kein erhöhtes Wohlbefinden verspürt, sollte es nicht mehr weitertrinken.

Ich verstehe das so: Wer nach zwei Gläsern keine “Besserung” spürt, hat Pech gehabt, vielleicht aufgrund einer Toleranzentwicklung. Wer aber nach einer niedrigen Dosis positive Effekte verspürt, sollte aufhören, weil es mit der Menge nicht besser, sondern, s.o., schlechter wird.

Im Gegensatz zu den Ratten, denen das Gift injiziert worden war, können wir Menschen den Alkohol ja auch oral aufnehmen – vielleicht schreibt ja hier einmal ein erfahrener Weinblogger einen Gastbeitrag?

Was können wir weiterhin für das Wohlbefinden tun?

But conditions other than drinking, such as exercise, also could increase endorphin release, reduce anxiety, and induce a general feeling of well-being, says Gianoulakis.

Also, wieder mal die Bewegung…

 

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Alkohol in der Diät
(Hier ist auch eine feste Obergrenze für die Alkoholzufuhr definiert)

Aus dem Kurs “Wunschgewicht in 29 Schritten”
“Trinken”

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5 Kommentare zu “Endorphine, Alkohol und das Mass der Dinge”

  1. [...] das Gefühl hat, er kann mit dem Essen nicht aufhören, hat über einen “kritischen Punkt” hinaus gegessen, ab dem, unter den Voraussetzungen einer Sucht, das Trink- oder Essverhalten [...]

  2. [...] das Gefühl hat, er kann mit dem Essen nicht aufhören, hat über einen “kritischen Punkt” hinaus gegessen, ab dem, unter den Voraussetzungen einer Sucht, das Trink- oder Essverhalten [...]

  3. [...] unterschätzt werden: Die Transformation des Objekts zum Subjekt.  Schließlich gilt: “Die Dosis macht das Gift”, und wir vergegenwärtigen uns im Zusammenhang mit “Gift”, dass “Sucht” [...]

  4. [...] Endorphine, Alkohol und das Mass der Dinge [...]

  5. [...] zeigt, dass es ohne enge (die strikten Antialkoholiker üben sich in rigider Grenzsetzung) Grenzen nicht [...]

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