Somatische oder psychische Erkrankung?

Was die Adipositas betrifft, ist dies eine schwierige und wichtige Frage, die auch ein Buch mit 650 Seiten nicht eindeutig beantworten kann. In ein paar Zeilen ist es zusammengefasst, und aus der Zusammenfassung schauen wir uns einen Satz an:

“Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und psychosoziale Bedingungen entscheiden über die Manifestation und den Schweregrad dieser Erkrankung, die zudem eine starke genetische Komponente aufweist.”

Es gibt also drei Faktoren, die darüber entscheiden, ob die Krankheit ausbricht (sich manifestiert). Der wichtigste Faktor heißt “psychosoziale Bedingungen”, als da sind Familienleben, Familientraditionen, Umgang mit alten Erfahrungen und neuen Veränderungen der Umwelt, Bildung, Arbeit, Besitz und Vermögen, Integration in die Gemeinschaft, Lebensqualität des Wohnumfelds, Anerkennung im Berufsleben, Fernsehkonsum, kulturelle Angebote, um mit der Aufzählung der psychosozialen Faktoren einmal ungeordnet zu beginnen.

So mancher psychosoziale Ansatz hat innerhalb der Soziologie bei seinen Erklärungsversuchen schon in die Sackgasse geführt.

Für den Fall, dass wir kein Deutsch sprechen, finden wir den Satz auch noch einmal auf Englisch:

“Depending on genetic make-up, lifestyle factors such as nutrition, physical activity, and psychosocial conditions are the main determinants of its manifestation and severity.”

Nun wird das Ganze schon wieder abhängig von genetischer Veranlagung. Aber die kann kein Chirurg mit seinem Handwerkszeug erforschen.

“Depending on genetic make-up …”

Frei übersetzt: “Wegen des schönen Scheins”. Will sagen: Die Gene machen nicht dick, selbst wenn sie in der Aufzählung an erster Stelle erscheinen.

Fragt sich auch, wo hier eigentlich die Psyche bleibt – allein der Faktor “Depression” kann für das Ausbrechen der krankhaften Fettsucht entscheidend sein – und kann von den psychosozialen Bedingungen verursacht werden. Und manche Erkrankung ist psychosomatisch bedingt. Der Jo-Jo-Effekt betrifft nicht nur die Anzeige der Waage, sondern auch die Gefühle.

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Diättips

Diättipps im Blog?

Aber die gibt’s doch schon auf der Fressnet-Seite! Hier könnt Ihr im Kommentar noch Ergänzungen einfügen …

Nach dem Klick aufs Banner kommt Ihr zu ungezählten Diättipps von “all you can eat” bis “Zyklen”.

Viel Diäterfolg!

Lust auf die Probe?

Lea ist Mitglied bei einer Truppe von Laienschauspielern, die ein anspruchsvolles Stück einstudieren will.
Vor vierzehn Tagen kam sie nicht zur Probe, weil ihre Freundin sie ins Theater eingeladen hatte – ein Ensemble auf der Durchreise spielte “Die sieben Todsünden”, natürlich am Probentermin. Auch Martha fehlte bei dieser Probe, wegen eines Bandscheibenproblems. Das verbleibende Trio konnte einige kleinere Szenen proben.Letzte Woche fehlten Christine und Karl – Christines Geburtstag, einen Tag vor der Probe, ließ sie ihren Termin vergessen, und Karl richtet sich bei Terminen immer nach Christine. Lea hatte die Grippe.

Martha besprach mit Hans die nötigen Massnahmen, um für die Aufführung im Frühjahr Werbung zu machen.

Für diese Woche haben Christine und Karl schon abgesagt, weil sie vielleicht ein verlängertes Wochenende machen wollen, Lea hat Schwierigkeiten, einen Babysitter zu organisieren, und Hans überlegt, ob er Martha sagen soll, dass es wohl keinen Sinn mehr hat.

Wäre unsere Schauspieltruppe ein Chor, könnte sie das englische Lied “I don’t feel like it today” singen, oder auf Deutsch: “Ich habe heute keine Lust”.

Eine etwas eigenartige Vorstellung, denn bei einem Durchschnittsgewicht über 100 kg hat unsere Truppe ja offensichtlich Appetit.

Nur, wenn es um die Proben geht, ist die Unlust groß. Vielleicht kann Lea ja doch noch einen Babysitter organisieren. Dann kann sie Martha und Hans und vielleicht Christine und Karl erzählen, inwiefern die Lust eine Todsünde ist.

Der Weg zur Hölle ist ja mit Lust gepflastert – der Weg in den Himmel jedoch nicht mit Unlust.

Ob die Truppe herausfindet, woher ihre Unlust kommt, und wie sie sie überwinden will – da dürfen wir doch mal gespannt sein.

Weitere Informationen:
Selbsthilfegruppen Übergewicht bzw. Adipositas

Kastanien (Maronen) als Nachtisch

Wer sie selbst sammeln will, weiß, wie rar sie sind (und dafür ist die Zeit auch schon wieder vorbei), wer sie kauft, bekommt es über den Preis zu spüren.

Die Förster denken mehr an den Holzpreis und weniger an den Sammeltrieb der Spaziergänger – nur sehr vereinzelt sind Kastanienbäume im Wald zu finden, selten auch in Parks – schade, denn die Nachfrage nach diesen leckeren Früchtchen wird noch steigen.

Kastanien

Ordentliche Preise erzielt französische und italienische Importware, letztere in Säckchen verpackt und sterilisiert – daraus wird kein Baum mehr. Bei loser Ware kannst Du aussuchen, welche Du willst, und eine abgezählte Anzahl mitnehmen.

Die Esskastanie liegt im Geschmack zwischen Kartoffel und Walnuss, die Konsistenz der gerösteten Frucht ist bissfest – angenehm. Ein vanilleähnlicher Beigeschmack ist wahrnehmbar, auch scheint es, dass jede Kastanie einen individuellen Geschmack hat.

Im Backofen brauchen sie bei 200 Grad etwa eine knappe Viertelstunde, den Grill dosiert zuzuschalten, schadet nicht. Die harte Schale muss vorher kreuzförmig eingeschnitten werden, das geht am einfachstem mit dem unter

vorgestellten, allseits bekannten Gerät.

Selbsthilfe am Gesundheitstelefon

Selbsthilfegruppen organisieren sich nicht von selbst, und wer Informationen sucht, kann ans Gesundheitstelefon geraten, auch wenn man gar nicht telefoniert:

“Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: „Selbsthilfe im Gesundheitsbereich“.

Haben Sie sich auch schon darüber gewundert? Da verabschiedet Sie der Arzt aus seiner Sprechstunde und gibt Ihnen zum Abschluss noch die Adresse einer Selbsthilfegruppe mit. Andere Menschen bekommen von einer Freundin den Tipp, das Problem in einer Gruppe Gleichgesinnter – sprich Selbsthilfegruppe – zu besprechen. Aber vielleicht haben Sie ja ein etwas merkwürdiges Gefühl bei dem Gedanken, in eine Gruppe zu gehen, in der „nur“ über Ihre Krankheit gesprochen wird. Dann ist es gut, dass Sie hier angerufen haben, denn heute erfahren Sie etwas über die Ziele, die Grenzen und auch die Risiken von Selbsthilfegruppen.”

Für heute brechen wir an dieser Stelle ab. Was die Selbsthilfe betrifft, muss man sich doch langsam einarbeiten.

Also, Gruppen, in denen nur über Krankheiten gesprochen wird – so hab’ ich mir das nicht vorgestellt. Meine Ärztin hat mir auch noch nie vorgeschlagen, in eine Selbsthilfegruppe für Übergewichtige zu gehen. Sie hätte auch keine Adresse in der Nähe gewusst. Und außerdem hätte sie das Problem “Adipositas” genannt.
Und dass mir eine Freundin den Tipp gegeben hätte, das Problem in einer Gruppe Gleichgesinnter … welches Problem eigentlich – die “paar Pfund zuviel” hat eigentlich kaum jemand als Problem gesehen, oder hätte es unhöflich gefunden, etwas zu sagen, oder hatte selbst das Problem nicht wahrhaben wollen …
Manchmal finden sich im Internet ja Informationen, wenn man ein Bild zu dem Thema sucht. Eine Selbsthilfeinformations- und Beratungsstelle hatte das Bild eines welken Efeus als Illustration.

Illustration Selbsthilfe

Wenn es ausreichend ist, “irgendwie” zu  illustrieren – machen wir das auch mal: Psychogramm eines Mitglieds einer Selbsthilfegruppe.

Weitere Informationen:
Selbsthilfegruppen Übergewicht bzw. Adipositas

Ernährung im Herbst

Ohne Treibhäuser im Süden und Lebensmittelimporte aus Marokko, Neuseeland und so weiter wäre das jahreszeitliche Angebot etwas kleiner, aber immer noch ausreichend.

Äpfel, Kürbis, Kräuter

Früher – ach früher! – hatte man sich um diese Zeit schon von den eigenen Vorräten ernährt; Heute ist das Word “einkellern” auf der Liste der aussterbenden Worte. “Frisch” heißt das neue Zauberwort.
Ein einheimischer Apfel kann in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarkts zur Ausnahme werden, ist so teuer wie im letzten Jahr auch (als es wirklich wenige Äpfel gab), man wundert sich, oder auch nicht.

Mimikry, Nordic Walking und Einbeinstative

Ob der Schwarzschildeffekt auch bei Digitalkameras auftritt, das wäre mal eine Frage, um das Personal in irgendeinem Seifengeschäft mit “Fotoabteilung” zur Verzweiflung zu bringen. Ausgebildete Photolaboranten haben heute kaum noch eine Überlebenschance, und wer ihre Dienste in Anspruch nehmen will, darf nicht geizig sein.

Es geht um die Verwacklungsgefahr bei Langzeitaufnahmen,  in der Dämmerung zum Beispiel.
Wenn man die Kamera irgendwo anlehnt, kann man die Belichtung um einen gewissen Faktor verlängern – ein Einbeinstativ bringt wohl den Faktor vier.
Baumpilze

“Ein Stativgewinde am Nordic-walking-Stock, das wärs doch,  das gibts aber (noch) nicht”, musste ich kürzlich denken, und versuchte es also ohne richtiges Stativ.

Diese Aufnahme wirkt merkwürdig verwackelt – aber es ist die “Zeichnung” des Pilzes, die uns eine Sehtäuschung vorgaukelt, “Mimikry” nennt man den Effekt, wenn ich mich nicht täusche.

Eulen

Machen wir es mal wie die Eulen.

Weise alte Eule auf der Eiche,
Sahst gar viel von Deinem Reiche;
Sprichst Du kaum, vernimmst Du umso mehr:
Gäb was drum, wenn ich solch weiser Vogel wär.

Esoterisch abnehmen

Berater können ja selbst nicht viel machen – was sie sagen, soll der Beratene schon umsetzen. Wer Rat sucht, findet auch mal einen kostenlosen Rat, im Internet ist das häufig so – da scheint die Ökonomie auf den Kopf gestellt, wird verschenkt, was viel wert ist, aus Gründen der Eigenwerbung.

Als “kleine Anregung, falls es mit dem Abnehmen nicht so richtig klappen will” und “Augenöffner” wurde das Folgende angekündigt:

Geltungsbedürfnis, …
Ihr haltet Euch in bestimmten Bereichen für ziemlich wichtig und macht daraus unbewusst “Gewichtig”. Wenn etwas Gewicht hat, ins Gewicht fällt, dann ist es wichtig.Da kann es manchmal schon reichen, das Wort wichtig durch wertvoll zu ersetzen.Man hats nicht leicht

Es mag sein, dass Ihre Eure Situation, das Leben oder eine Aufgabe als schwer anseht. Wenn ihr oft in Gedanken denkt: “das ist schwer”, dann habt Ihr eine gute Chance, dass Euer Denken sich auf das Körpergewicht auswirkt.

Dann könntet Ihr mal feststellen, was besonders leicht in Eurem Leben ist und Euch dies häufiger ins Bewusstsein holen. Vielleicht werdet Ihr dann leichter.

Schutzbedarf
Uebergewicht verschafft Euch so etwas wie eine zusätzliche Aussenschicht, das macht Euch vermeintlich weniger angreifbar. Sehr häufig anzutreffen, wenn man Angst vor Angriffen hat.

Sekundärer Krankheitsgewinn
Schaut einmal, ob das “Dicksein” irgendwelche Vorteile für Euch hat. Manche Menschen haben durch Ihre Figurprobleme eine prima Ausrede, um nicht ausgehen zu müssen, den Vorteil Aufmerksamkeit oder Mitgefühl zu bekommen, … keinen Sport machen zu müssen …
Die Frage lautet: wenn Übergewicht einen Vorteil hätte, welcher könnte das für Euch sein.

Soweit also zu den Möglichkeiten kostenloser Ratschläge. Also, bei mir treffen die doch auf Ablehnung. Ich mache mich nicht einfach wichtig, so etwas ist eine eher platte Unterstellung. Und das mit dem Selbstwert(-gefühl) und dem Eigenwert (-gefühl) habe ich an anderer Stelle schon besprochen.

Die “freundlichen Ratschläge” sind doppelgesichtig: Die Tendenz, klammheimlich über “die Dicken” herzuziehen, ist doch zu spüren.

Das Schutzbedürfnis ist schließlich weit verbreitet, und auch schlanke Menschen sind nicht durchgängig ungepanzert, unverspannt-lebendig, und Fett muss nicht primär die Funktion einer Schutzschicht haben, sondern kann das Resultat anderer Prozesse sein. Die Angst vor Angriffen ist ja auch nicht das schlimmste – schlimmer ist es, im Dauerbeschuss zu stehen.
Wenn das Dasein als esoterischer Berater einen Vorteil hätte, welcher könnte das sein?

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Mehr zu den psychischen Ursache des Übergewichts findest Du im Artikel “Übergewicht und Psyche” sowie im Blog unter der Rubrik “Psyche“.

Winterzeit

Nein, noch ist Herbst. Der Winter komt noch, Winterzeit haben wir trotzdem, weil keine Sommerzeit.

Dunkler wirds zunehmend, bis Weihnachten – dann ist es so dunkel, dass niemand mehr wirklich glauben kann, dass es auch wieder heller wird.

Licht und Bewegung an der frischen Luft – solange es hell ist – brauchen wir für die Gesundheit. Vitamin D als Stichwort.

“Leben im Einklang mit der Natur” heißt dann auch, sich den Gegebenheiten anpassen, was Tagesablauf und Ernährung betrifft.

Eigentlich müssten die Firmen ihren Mitarbeitern neunzig Minuten Mittagspause einräumen, damit die auch mal ans Tageslicht kommen.

Joggen und Walken im Dunkeln kommt jetzt in Mode. Blinkende Leuchtdioden am Oberarm oder Fußgelenk, damit die Jogger nicht im Wald zusammenstoßen, sind bereits im Einsatz.

Licht und Luft, das ist ein klassisches Diätthema, gerade jetzt aktuell – wir wissen das auch, nur richten wir uns selten nach unserem Wissen. 

Frische Kommentare

  • Tamara: Vorab viele Dank für den unterhaltsamen Beitrag. Märchen im Biomarkt und Männer in der...
  • Wolfgang Pelz: Bei der Lebensmittelgrundver sorgung, wie du sie vorschlägst, liegen die...
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