Ab jetzt wird vernünftig gegessen!

“Iss doch endlich vernünftig” – das ist so eine Mahnung, die hyperaktive Kinder und magersüchtige Jugendliche zu hören bekommen, und manche, die übergewichtig sind, ermahnen sich selbst, oder werden mit ähnlichen Worten ermahnt.

Wer zu viel isst, leidet nicht am Zappelphilipp-Syndrom, nicht an Hperaktivität, aber an Hperphagie.

Wenn das zu-viel-Essen beruhigt und das Zuviel an Bewegung unterdrückt, haben Vielfraß und   Zappelphilipp eine Gemeinsamkeit – sagen wir einmal, neutral formuliert: Innere Spannungen.

Die Überzeugung: Viel Essen tut gut

Aus einem  Interview des STERN mit Prof. Hüther:

Entscheidend dafür, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, sind die im Laufe des Lebens bisher gemachten Erfahrungen. Wer lernt, dass ihm Zucker und Fettes weiterhelfen, der entwickelt daraus eine Haltung wie "Wenn ich ein bisschen fett bin, das macht doch nichts." oder "Hauptsache, mir schmeckt’s." Diese Haltung ist aber nicht rein kognitiv, also über den Verstand, in den Kopf gekommen, sondern durch Erfahrungen. Und jede Erfahrung zeichnet sich dadurch aus, dass sie etwas hat, das einem unter die Haut geht. Sie ist also mit einem Gefühl verknüpft. Beide Komponenten, die emotionale und die kognitive, koppeln sich im Frontalhirn aneinander und daraus wird dann eine innere Überzeugung.

Gegen diese Form der Überzeugung kommen auch keine Ermahnungen von außen an:

Mit Belehrungen allein kommen wir also nicht weiter?

Genau, weil Sie damit überhaupt nicht an die emotionalen Komponenten herankommen. Sie können eine Haltung nicht verändern, indem Sie auf jemanden einreden und ihn belehren – da erreichen Sie ja nur den kognitiven Anteil. Und Sie können ihn aber auch nicht erreichen, indem sie ihn bestrafen oder immer zu küssen und um-armen – da erreichen Sie nur den emotionalen Anteil.

 

Interventionen, weniger zu essen

Interventionen nach dem Muster “Fressnet= Friss nicht, "Stopf Dich doch nicht so voll" ” könnten somit sinnlos sein.

„Ob der Philipp heute still
Wohl bei Tische sitzen will?“
Also sprach in ernstem Ton
Der Papa zu seinem Sohn,
Und die Mutter blickte stumm
Auf dem ganzen Tisch herum.

Auch das sind erfolglose Interventionen, weil die Autoritäten sich ganz hilflos benehmen.

Nur auf dem Boden einer tragfähigen Beziehung kann die Bezugsperson Einfluss ausüben, nur wenn der “Zögling” bereit ist, sein Verhalten ihr zuliebe zu ändern.

Übergewichtige, die ihr Essverhalten ändern wollen, müssten ihr Verhältnis zur “Droge Essen” ändern und eine Instanz finden, der zuliebe sie ihr Essverhalten ändern wollen und werden.

Das können Personen sein: “Dir zuliebe, mehr noch mir zuliebe werde ich…” oder auch Werte und Ideale. Dann kann auch ein “Machtwort” helfen: “Ab heute wird vernünftig gegessen”.

    

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