Lehrstück für ein Gentechnikfreies Europa

Die Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit (AGFG) fordert eine europaweite Volksabstimmung über einen sofortigen Stopp der Genmanipulation und die Erhaltung unseres Rechts auf gentechnikfreie Nahrung und gentechnikfreie Landwirtschaft.

Die Anregung für diesen Artikel kam von Andrea vom Blog-Dich-frei-Blog:

So liebe Leser, schreibt Ihr ein Blog und findet Ihr diese Aktion wichtig, dann möchte ich dich bitten, zu überlegen, ob dieses Thema auch einen Platz auf Eurem Blog (und den Weg zu Euren Lesern) finden kann.  Was?  Du hast keinen Blog?  Macht nichts, Du kannst Dich hier einklinken, mit diskutieren und auf jeden Fall Deine Unterschrift abgeben, natürlich, wenn es Dir wichtig ist.

Bange Frage: Wer ist die AGFP?

Handelblatt vom 02.09.2005:

Gegründet durch den umstrittenen Mediziner Dr. Matthias Rath, konzentriert sich die AGFG besonders auf den ersten Teil ihres Namens, die Gesundheit. Der erste Punkt des Wahlprogramms lautet entsprechend: “Gesundheit ist ein Menschenrecht”.

Die AGFG möchte, angeleitet von ihrem Gründer, Krankheiten wie Krebs und Aids mit Vitamintherapien und Naturheilverfahren ausrotten. In diesem Zusammenhang polemisiert die “Allianz” gegen Pharma- und Chemiefirmen wie  Bayer oder BASF, die laut AGFG aus Profitdenken sinnvolle Therapien blockierten.

Den Sieg über die meisten bekannten Krankheiten setzt die AGFG als unzweifelhaft voraus. Von da an gehe dann alles von selbst: Ohne Krankheiten werde das Gesundheitssystem entlastet und damit auch die Lohnnebenkosten. Arbeitsplätze entstehen sozusagen im Vorbeigehen.

Der Rest des Parteiprogramms ist ein buntes Potpourri aus kommunistischen, gegen die Globalisierung gerichteten Ideen sowie der Plan, die deutsche Energieversorgung mittelfristig komplett auf Wasserstoff und Solarenergie umzustellen. Außerdem will die AGFG ein Weltparlament gründen, um damit den Krieg abzuschaffen. Sie wird ausschließlich in Sachsen auf dem Wahlzettel stehen.

Also eine Splittergruppe mit Büro in Berlin. Vielleicht mit dem ernsthaften Bemühen, die Welt zu verbessern.

Der Glaube, die Wahrheit gepachtet zu haben, ist ja für Splittergruppen charakteristisch – dann kann man nicht mehr nach links und nach rechts schauen, keine Verbündeten finden, bindet nur die Energie der eigenen Anhänger, ohne für das Gemeinwesen wirklich etwas zustande zu bekommen.

Traditionell sind solche Gruppen hierarchisch, von oben nach unten, organisiert, und ziemlich bedeutungslos.

Sie zeigen also lediglich, wie man es nicht machen sollte.

 

 

Narzissmus und Diät
Alles im Lot?

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7 Kommentare zu “Lehrstück für ein Gentechnikfreies Europa”

  1. Die Frage ist, unterstützt man eine Partei oder eine Aktion? (oder beides?)

    Gute Fragen, danke für die ausfühlichere hintergrund Information…

  2. “Unterstützt man eine Partei oder eine Aktion?”

    Das ist wohl eine Frage des persönlichen Standpunkts. Parteien sind wohl immer mit Interessenspolitik verbunden und machen sehr viele Kompromisse, oder Vorschriften, wie man zu denken hat, wenn man hineinpassen will.
    Aktionen wie die obige, die nichts bringen, sind Energieverschwendung und wohl auch nur aus der Taufe gehoben, um etwas plakatives zum Vorzeigen zu haben.

    Dann fällt mir noch ein, dass wir, wenn es um die Anerkennung der Adipositas als Krankheit geht, überhaupt keine Lobbby haben – da werden wir nicht unterstützt, und ich sehe nicht, welche Partei die Forderung nach dieser Anerkennung auf ihre Fahnen geschrieben hat.

    Logischerweise wäre die Frage gar nicht: Welche Partei oder Aktion unterstützen, sondern:
    Wie, und mit wem eine eigene Lobbby aufbauen?

  3. Na gut, mag für dich die Frage anders lauten.

    Ich schätze, dass kommt darauf an, aus welche Perspektive man die Frage (zum Beispiel Genmanipulationsfreie Landwirtschaft oder Adipositas als Krankheit) angeht.

    Wenn jeder seine Frage zum Lobbythema machen würde wollen, dann hüpften lauter Splittergrüppchen herum… und so-wie-so, hat nicht jeder diese Energie oder Know-how, um so tätig zu werden.

    So kann es nötig sein, sich zu überlegen, ob man eine bereits bestehende Aktion, Lobby, Partei unterstützt.

    Und die Frage, wer mit den obigen Aktion seine Energie verschwendet, kommt mir auch. Meinst Du, derjenige, der sein Unterschrift dafür gibt, verschwendet seine Energie? Oder diejenigen, die diese Aktion leiten und in der AGFG tätig sind? Oder gar Blogger, die sich mit diese Aktion auseinander setzen?

    Und jetzt verschwende ich meine Zeit? Weil ich, anstatt in eine Diskussion über Gentechnick mich zu verwickeln, mich in eine Diskussion um… ja, worum?

    (Nein, ohne Ironie oder sonstige “negativen” Gedanken, danke ich für diese Hintergrundinformation… aber, kannst Du was zum Thema Gentechnick bringen, was dann die Diskussion dahin lenkt? Vielleicht kommen dann Ideen oder Informationen von anderen Leser, die dann zu eine fruchtbare Aktion hinweisen…)

  4. Ich hatte vergessen, “Lobby” in Anführungszeichen zu schreiben.  Ich würde auch keine Splittergruppe gründen wollen – das haben wir ja alles schon gehabt, auch eine Partei, die sich für die Interessen der Älteren Mitbürger einsetzen wollte, “Die Grauen”; die hatten bald das Problem, dass die Partei vergreist ist ;-)

    Eher denke ich an Selbsthilfegruppen, da entfällt auch weitgehendst das Problem der hierarchischen Organisation.

    Eine Übergewichtigen-Selbsthilfegruppe würde sich auch früher oder später mit dem Problem Gentechnik auseinandersetzen…

    Ja, es hat auch etwas von Zeitverschwendung, auf die Mithilfe der Bloggosphäre zu hoffen, aber auch von Optimismus…

    Aber konkret zu erreichen ist da nicht viel, da braucht es doch die Arbeit vor Ort, und da ist es auch nicht damit getan, ein paar schlechte Prospekte zu verteilen.

  5. Ob man auch mit Blog-Prospekte was erreicht, wie hier, wie bei mir, nun ja, da magst Du nicht unrecht haben. Bewegen wird man wenig.

    Oder doch?

    Warum schreibst Du überhaupt einen Blog? Wie kam es? Wie kam es, dass Blogs überhaupt in Deutschland “aufgegriffen” wurden? Warum ist der Schäffer-Gumbel darauf gesprungen?

    Word of mouth. Ja, Du bist auch irgendwie von diese Art der Kommunikation angetan worden. Der Tatsache, dass Blogs immer größere Bekanntschaftsgrade beim Volk erreichen, dass es keine statische Webpräsenzen sind, dass man mit einander ins Gespräch kommen kann, sich einig oder uneinig sein kann, dafür aber die Gelegenheit hat, seine Meinung zu äußern…

    Du wirst sicherlich sagen: ach, diese Paar Antworten zwischen uns, die bewirken wirklich nicht… dennoch, sind da Ideen, Vorschläge, Möglichkeiten geäußert worden, die noch lange nachdem sie hier geäußert worden sind für alle Suchmachinen (und wenn Du dein SEO gut machst ;) für alle Suchenden) findbar ist.

    Genauso, wie der Gedanke “Blog” aus dem NICHTS entstanden ist (oder doch nicht aus dem NICHTS??? Aus der Notwendigkeit, eine lebendige Gestalltung des Webs zu kreieren, geboren worden sind), genauso kann aus einen solchen Beitrag eine Bewegung werden…

    Es geht nicht um Mithilfe in der Blogosphäre, sondern um das weiter Tragen und Reifen von Ideen und Gedanken.

    Dann, um nicht in diese belanglos-bla-bla völlig abzudriften:

    Wie kannst Du deine Vision von der Selbsthilfegruppen-Dynamik umsetzen? Welche Schritte unternimmst Du? Wie kannst Du Menschen helfen?

    Ich bin gespannt, auf deine Antwort, denn wenn ein Blog sich so wunderbar weiterentwickeln kann, um wahrhaftig social Networking in diesem Sinne zu betreiben, dass Menschen weiterkommen… dann möchte ich dabei sein.

  6. Ich habe vergessen: Blogs haben (meiner Meinung nach) ein ganz andere Qualität und Möglichkeit, wie Prospekte je können.

  7. “Wie kannst Du deine Vision von der Selbsthilfegruppen-Dynamik umsetzen? Welche Schritte unternimmst Du? Wie kannst Du Menschen helfen?”

    Ich komme noch darauf zurück. Unter
    http://fressnet.de/Selbsthilfe_Uebergewicht_Adipositas.htm
    steht schon einmal der Anfang.

    Einen Prospekt oder Flyer kann man halt auch beim Arzt auslegen, wenn der mitmacht.

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