Kinderschnitzel, Ökolandbau, Fleischalternativen, Orangenmarmelade, “Bio” für Alle

Ratlos war eine gewisse “Plaudertasche” angesichts einer Speisekarte, auf der ein Gericht namens “Kinderschnitzel” angeboten wurde:

“Ich kenne Schweineschnitzel, Kalbsschnitzel und Putenschnitzel. Eventuell auch noch Hähnchenschnitzel, Sellerieschnitzel, Jägerschnitzel und Paprikaschnitzel. Ich bin etwas ratlos ob dieser Speisekarte.”

Wenn wir mit der “artgerechten Herkunftsbezeichnung” derartige Schwierigkeiten haben, haben wir die auch mit regionalen Herkunftsbezeichnungen – doch oft entfällt die Angabe, was woher kommt (“stammt”), komplett.

 

Gratinierter Sellerie – hier von Mike aus Graz auf Spinat zubereitet – ist so eine Möglichkeit, Sellerie zuzubereiten, bei der ich die Anregung von “Außen” bräuchte – so etwas fällt mir nicht von selbst ein: Das ist wohl häufig so, wie ja auch beim Sellerieschnitzel, um das es eingangs ging.

Man redet mal ziellos übers Essen, über dies und das, tauscht Fotos und findet vielleicht neue Lösungen für Probleme, die gelöst werden wollen – wie den viel zu hohen, ressourcenverschlingenden Fleischbedarf unserer Gesellschaft, die vegetarische Rezepte wie dieses braucht und “einfach” nur noch umsetzen muss.

Vom gratinierten Sellerie hatte ich neulich jedenfalls die Elemente “Spinat”, “vorgegart” und “Käse” für das Steckrübenrezept entliehen…

 

 

Ökolandbau und Sauerkrautsuppe

Sich umweltkonform und gesund zu ernähren, braucht neben der Inspiration die entsprechenden Lebensmittel – doch muss ausgerechnet die Sauerkrautsuppe hierbei das “repräsentatives Gericht” darstellen?

“Warum ausgerechnet Sauerkrautsuppe?” – Das beantwortet sicherlich auf Anfrage die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Referat 411, Projektgruppe Ökolandbau0228/6845-7350, info@oekolandbau.de

Schön, dass hier frisches Sauerkraut gefordert wird – mit Zwiebel, Apfel, Weißwein, Gemüsefond, Wacholder und Lorbeer länger geköchelt – schließlich wird püriert und Sahne zugegeben – fast hätte ich es im Dienste der Sache ausprobiert, doch war gerade kein Sauerkraut im Haus – beziehungsweise nur rotes…

Alternativ hatte ich dann kein Graupenrisotto, sondern etwas anderes mit Rotkraut gemacht:
Selbstgemachtes Rotkraut aus dem selbst eingekochten Glas, mit Apfel gegart plus Bratlinge aus gegarter Steckrübe, Paniermehl (Kümmelstange und Kürbisbrötchen), Ei, Karotte (geraspelt und kurz gedämpft) und Gewürzen. Dazu eine schnelle “Sauce” aus Balsamico-Essig mit Rosinen, Gemüsebrühe, Olivenöl, Sriracha- und Worcestershire-Sauce.

 

Beim Sauerkraut hatte der Star-Bio-Koch vornehm geschwiegen, als es die Möglichkeit gegeben hätte, der Sauerkrautherstellung wie auch der “Sauerkraut-Diät” noch ein paar positive Gedanken zu widmen; “frisch” (heißt das nicht auch “selbst gemacht”?) spielt nun also doch keine große Rolle?

Die Sauerkrautsuppe ist immerhin fleischlos, nimmt so den “unumgänglichen” Umbau der Tierhaltung vorweg – wenn keine Tiere mehr gemästet werden, können die Bauern die Ställe in Ferienwohnungen umbauen, und damit entfällt “ganz irgendwann” auch die Fleischsteuer, die in ferner Zukunft, unter Julia Klöckner, so sie im Amte bleibt, kommen könnte ;-)

 

Rinderfilet und Speckbohnen

Es war einmal eine “Küchenschlacht”, bei der Cornelia Poletto bei fast allen Lieblingsessen, die die Amateur-Köche ihr zur Beurteilung vorsetzten, Salz vermisst hatte – auch das ein Anlasse, einen veritablen Artikel zu veröffentlichen ;-) .

Andererseit ist hier die Schlagzeile: “Poletta fordert mehr Salz für alle” mal wieder so eine von unzähligen Übertreibungen, die uns dazu bringen, alles, was mit “Presse” in Kontakt kommt, nicht mehr so wichtig zu nehmen; dabei verliert sich auch der Blick fürs Wesentliche:

 

Nicht, dass Cornelia Poletto das Salz vermisst hatte, ist der eigentliche Skandal, sondern die Menge Fleisch, die im Fernsehen – und im wirklichen Leben – mit großer Gleichgültigkeit als normal und angemessen dargestellt wird. Geschätzt 300 Gramm Filet gelten hier als eine Portion Fleisch – wenn das alle essen wollten, hätten die Bauern ein Problem mit der Nachfrageseite. Anders gesagt: So lange mit Filet derart “geaast” wird, müssen wir daraus folgern, dass dieses Fleisch einfach noch nicht teuer genug ist – Obwohl es häufig gänzlich unerschwinglich ist.

Juroren, die auch nur einen Funken Klima- und Nachhaltigkeitsbewusstsein in sich haben, müssten so eine Speisenzusammenstellung kompromisslos durchfallen lassen – “weil nicht mehr zeitgemäß und maßlos”, gerne auch mit Hinweis auf die Klimakrise.

 

Kaffeebecher-Test beim Schweizer Fernsehen

“Kassensturz” heißt die Sendung, die ihren Kaffeebecher-Test der Öffentlichkeit präsentiert; Abfallvermeidung ist ja ein Thema für Gegenwart und Zukunft, also auch, was Kaffeebecher betrifft.
Die Herstellung eines Stahl-Isolierbechers ist natürlich aufwändiger als die vieler Pappbecher, aber der Aufwand amortisiert sich, zumal der Preisunterschied von “hausgemacht” und “unterwegs erstanden” auch in die Rechnung einfließen sollte. Außerdem erfordert der eigene Kaffeebecher keinen Weg zum Verkaufsstand, den es ja nicht überall gibt.
Kurz und gut, der Testsieger hinter der Trennlinie:
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Nachhaltigkeit im Alltag

 

- zum Nachhören; online-Hören ist ohnehin nachhaltiger als Video-Streams; es werden weniger Daten übertragen, das spart Energie und erspart die Übertragung unnötiger Filmsequenzen, die häufig nur schlechte Illustration sind.

Nachhaltigkeit im Gespräch also, mit Christoph, aus der “Sendung mit der Maus”, der kürzlich seinen 80. Geburtstag gefeiert hat und topfit wirkt, hier empfohlen. Der Fokus der Sendung lag auf Aspekten der Nachhaltigkeit, die früher einmal selbstverständlich waren und heute teilweise eine Renaissance erleben:

Marmelade selbst kochen, Wachstücher-Basteln, Sauerkraut konservieren, Brotsuppe kochen, Bügeleisen reparieren, Bahn statt Flieger, second-hand-Klamotten (Das war ja früher Standard, während heute die meisten Shirt kaum die erste Wäsche überleben.

  • Marmelade aus Orangen und Zitrone:
Dunkler wird die Orangenmarmelade, wenn man mit Roh-Rohrzucker süßt. “Lichttechnisch” ist sie hier aufgehellt, nicht aber geschönt. Braucht noch jemand den Hinweis, dass Einweggläser im Gegensatz zu ihrem irreführenden Namen auch mehrfach verwendet werden können? Schon passiert ;-)

 

 

Bio kann Alle satt machen.

Die konventionelle Landwirtschaft sei effizienter, brauche damit weniger Fläche als Bio-Landwirtschaft, und die wachsende Weltbevölkerung ist zu ernähren – und schon sind wir, in den “reichen Ländern”, in der Situation, den Ärmsten dieser Welt das Essen wegzunehmen. Wenn hier zu viel Bio-Landwirtschaft betrieben würde jedenfalls.
Das “drückt auf die Tränendrüse”, das ist emotional, Emotionen bewegen, mit Emotionen werden Diskussionen bestritten – mit ein wenig Übung.

Sachlich betrachtet, kann Bio durchaus alle versorgen – für Österreich hat das ein ORF-Artikel belegt. Wir müssten dabei ein paar Dinge beachten, hätten den Vorteil blühender Landschaften, gesünderer Lebensmittel – das werden Einige bestreiten, die sogleich den Verbrauch an Boden beklagen – doch beklagen wir auch den Schwund der humösen Bodenschichten, den Abtrag von Erde in Monokulturen, die schwindende Biodiversität der Böden, die von tonnenschweren “Land-Maschinen” malträtiert werden.

 

Fleischalternativen: Zum Beispiel Tempeh

Petersiliewurzel, Möhre, Champignons + ein kleiner Rest Tempeh; dazu kurz angebratener Salbei auf Reis. Das Foto stammt von einer Seite mit einer kleinen Sammlung kalorienarmer Rezepte – “von früher”.

 

Ein Traktor mit 2 Rädern

Was sich hinter der Devise “So viel Bio wie immer möglich, aber daneben eine Kombination mit Hightech” an ungenutztem Potential und noch kommenden Entwicklungen verbirgt, ist eine spannende Frage.

Landmaschinen

Ein leichtes Moped mit Zweiradantrieb und Diesel-Hybridmotor wird gerade in Indien entwickelt. Es soll nicht nur Personen und viel Ladung transportieren können – das Konzept könnte auch zur Stromerzeugung gebraucht werden, und durch den Zweiradantrieb ist es sogar denkbar, mit dem Zweirad – ähnlich wie mit dem Ackergaul – Felder zu pflügen.

Unsere Nebenerwerbslandwirte der Nachkriegszeit waren auch nicht stärker motorisiert unterwegs, zumindest im Gartenbau sind große Landmaschinen auch völlig unpraktisch.

 

Anbau unter Glas

Wenn die Winde zu Stürmen werden und diese zum Normafall, haben Gärtner/bauern, die im Gewächshaus anbauen, zunehmende Probleme. Das kann auch mit der Form des Baus zu tun haben; die “Geodätische Kuppel” hat weniger Luftwiderstand und ist eine sehr stabile Struktur – für die Verglasung könnte man auch “altes” Fensterglas zuschneiden. Das Prinzip ist unter https://futurumdomes.com/das-prinzip/ ganz gut dargestellt. Viele weitere Infos, Baupläne & Beispiele (meist engl.) gibt es im Netz.

 

Schädlingsbekämpfung mit Laserstrahlen

Roboter, die den Reifegrad von Erdbeeren erkennen können und gezielt die reifen “herauspicken”, gibt es als Prototyp schon eine ganze Weile. Im Gespräch ist auch, den Gifteinsatz durch gezielte chemische Schädlings- und Unkrautbekämpfung stark zu verringern.
Andererseits kann man auch mit Laserstrahlen Moskitos abschießen; diese Technik gibt es “in Groß” auch in der Rüstungsindustrie, um Raketen abzuwehren. Alternativ gibt es Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Die Anbaumethoden ändern sich – und sind in der Diskussion. Da wollen alle mitreden, wie bei anderen Fragen auch. Auch vermeintliche Gesundheitsapostel und Öko-Gurus.

Gleichzeitig gibt es Bauern, die sich über “… diese links grünen Weltverbesserer” aufregen. “Für diese Leute , die noch nicht mal einen Blumenkasten vor dem Fenster haben, reicht eine grüne Lebenseinstellung um uns unseren Beruf zu erklären?”

Seit Kurzem mache ich das auch so, dass ich nur noch mit Leuten rede, die Blumenkästen auf der Fensterbank haben – und zwar bepflanzte! ;-)

 

 

Dampf-Spinatsemmelknödel mit Tofu und süßsaurem Gemüse

 

 

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