Selbsthilfe bei Übergewicht (1)

Bild: hofschlaeger; pixelio.de, via http://www.alzheimergesellschaft-moers.de/inhalt/selbsthilfe.php Was in einfachen Fällen beim Auto gelingen mag – Ratgeber mit dem Titel "Jetzt helfe ich mir selbst" sollen schon weitergeholfen haben – nutzt in komplizierten Fällen nichts mehr:

Der selbstgemachte Ölwechsel, der Austausch der Winterräder kann vielleicht noch in Eigenregie geschehen – aber mehr? 
Die Schwierigkeiten beginnen ja bereits bei der Diagnose: Da gibt es ein merkwürdiges Geräusch, das man eine Weile noch ignorieren kann, dann befürchtet man, es könnte am Getriebe liegen, schließlich stellt die Fachwerkstatt fest: Es liegt am Radlager.

Nun soll man Menschen nicht mit gefühllosen Maschinen vergleichen,

nicht nur, weil sie wesentlich komplizierter sind: Dafür sind sie auch wesentlich intelligenter, haben in gewissem Maße auch die Fähigkeit zur Selbstdiagnose, die nicht immer gleich sehr genau ist, zunächst oft nur ein Gefühl: "Da stimmt etwas nicht", oder "Da hätte ich mir doch etwas anderes vorgestellt".

Trotzdem benehmen wir uns manchmal, als wären wir ganz unkomplizierte, primitive Geräte: Es werden Schnelldiagnosen gestellt, etwa

"Du bist zu dick" und bereitwillig Therapieempfehlungen gegeben, etwa "Mach Diät", "FDH", "Wenn Du es wirklich willst, kannst Du es auch; Du musst nur wollen".

Dass irgendetwas aus dem letzten Abschnitt eine Hilfe darstellt, kann ich nicht glauben.

Die Diagnose ist so qualifiziert, wie wenn der Nachbar sagt: "Da ist ein Geräusch an Deinem Auto – da knirscht etwas".

So sind durchschnittliche Nachbarn nun einmal: Haben wenig Ahnung von Autos, geben es aber nicht zu. Erfahrene Schrauber kennen sich da schon besser aus.

Der Vergleich Auto-Mensch ist allerdings zu reizvoll: Auch Menschen werden repariert, bekommen "Ersatzteile" und spezielle "Treibstoffzusätze", wenn die Verbrennung nicht mehr richtig funktioniert…

Manchmal wollen sie die Ursache einer Störung auch beibehalten und sich lieber ein neues Ersatzteil ein"pflanzen" lassen: So manches künstliche Hüftgelenk war vorhersehbar.

Allerdings hat so eine Behandlung im Krankenhaus nichts mehr mit Selbsthilfe zu tun, und auch die "Selbsthilfe nach Magenbandoperation" gehört nicht wirklich zu unserem Thema "Selbsthilfe bei Übergewicht".

Kommen wir lieber zur Frage zurück: Wie soll das funktionieren, sich bei Übergewicht selbst zu helfen?

“Selbsthilfe in der Gruppe” wird nun manchmal genannt, und dann stellt sich heraus, dass in der Gruppe die schiere Hilflosigkeit und emotionale Bedürftigkeit herrscht. Wenn die Gruppe lediglich bis zur Diagnose “Da knirscht etwas” vordringt, ist sie – seien wir ehrlich – weitgehend sinnlos.

Stellt sich die Frage, wie die nötige Erfahrung in die Gruppe kommen soll: Wie kommt das “Abnehm . Know-How” zur Selbsthilfegruppe?

Dazu mehr in einem Folgebeitrag.

Mehr zu Selbsthilfe und Übergewicht

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2 Kommentare zu “Selbsthilfe bei Übergewicht (1)”

  1. Ich finde ja, dass „Abnehm-Knowhow“ total infaltionär vorhanden ist. Alles quillt über vor Abnehmwissen und Ernährungstipps.

    Meine Erfahrung: man macht es gerne kompliziert, dabei ist es soooooooooo einfach und muss „nur“ umgesetzt werden:

    weniger essen als man Energie verbraucht, damit der Körper auf die Speicher zugreift.

    Schlicht, logisch, leicht zu verstehen – oder?

    Der Rest ist Motivationsarbeit (z.B. auch durch Austausch in einer Gruppe) und natürlich etwas drauf achten, dass man bei „weniger“ nicht hungert und die Nahrung gesund und ausgewogen ist.

    Wer partout auf MENGEN steht, muss Dinge essen, die viel Volumen aber wenig Kalorien haben (Blumenkohl, Wassermelone etc.). Besser aber, man kommt davon weg und gewöhnt den Magen an kleiner Mengen, so dass ein Satt-Gefühl deutlich eher einsetzt.

  2. Die Publikationen zum Abnehmen hören aber auch nicht auf, dabei ist Vieles bloß Pseudo-Information, da wird, wie bei der Mayo-Diät”, allen Ernstes ein blöder Hoax als Diät  besprochen.

    Dein Standpunkt, die Sache nicht zu kompliziert zu machen, ist sicherlich richtig; Zu viel Beschäftigung mit diesem Thema ist kontraproduktiv, davon kann ich ein Liedchen singen 😉

    Ob große oder kleine Mengen – wie man seine Kalorienbilanz ausgeglichen oder negativ hält, wie man dem Jo-Jo-Effekt entgeht – diese Dingen brauchen wohl eine stetige Achtsamkeit, nicht zu-viel-auf-einmal-wollen, Erfahrung, eine gewisse Ausgeglichenheit und Bereitschaft, sich auf die Veränderungen (die dann, was Gewichtsveränderungen betrifft,   doch nicht das pure Glück mit sich bringen) einzulassen.

    Abnehmen mit Qi-Gong” wäre noch so eine Möglichkeit, wo bei der Ausgeglichenheit von Yin und Yang angesetzt wird.

    Es geht auch ohne Qi-Gong, aber nicht ohne Übungen – nehme ich mal an.

    Die Gruppen, in denen weiterer Austausch stattfinden könnte, fallen aber auch nicht vom Himmel. Es fehlen Konzepte, die so zugeschnitten sind, dass Jedermann teilnehmen kann/könnte. Daran feile ich gelegentlich noch herum.

     

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