Fototechnik und Beziehungen im Food- oder Gesundheitsblog

Trauriger Anlass für diesen Artikel: Sie will nicht mehr, oder sie kann nicht mehr. Vielleicht braucht sie auch nur einen Neustart – aber auch dann kann ich mich nicht mehr völlig auf sie verlassen, und dass eine Kamera im entscheidenden Moment einen Aussetzer haben könnte, das darf einfach nicht sein.

Ich muss also meine Beziehung mit ihr beenden…

ramponierte Kamera

Sie war ein lichtstarkes Arbeitstier

- jedenfalls relativ. Zoomobjektive sind nicht allzu lichtstark, und wenn, wird es teuer. Ganze zwei Alternativen gab es, um die Blende einzustellen.
Wer versteht heute noch den Zusammenhang von Blende und Tiefenschärfe? Die ganz einfachen modernen Kameras bieten da gar keine Möglichkeiten der Einstellung mehr…

Das mit dem “Arbeitstier” ist so eine Redewendung, die eigentlich auf “Arbeitsgerät” hinweist. Das Gerät ist eine “Erweiterung” des Menschen, mit Zirkel, Säge, Hammer und/oder Faustkeil fing die Zivilisation an…

Stilleben Äpfel - ist doch "Kunst" ?!

Das Verhältnis zwischen mir und der Kamera ist also wie das Verhältnis von Handwerker (oder auch Künstler) zu seinem Arbeitsgerät. Die Kamera ist ein Objekt (worauf ja auch ihr Objektiv hindeutet ;-)  ), das von einem Subjekt genutzt wird.
Es geht also um die Relation A : B, oder sagen wir, um die Beziehung zwischen A und B, was das Gleiche bedeutet.

Beziehung und Sinnesorgan

Die erste Beziehung, die der Mensch eingeht, ist die zur Mutterbrust, bekommt er die nicht, bildet sich wohl unter Zuhilfenahme des Fläschchens etwas adäquates, nämlich letztlich eine Beziehung zur Nahrung in Verbindung mit der Nahrungsspenderin oder dem Nahrungsspender – indem diese Beziehung sich etabliert, entsteht “Ich” und “Du”, was schon einmal zwei grundlegende Instanzen unseres Denkens sind, grundverschieden und zusammengehörig wie Tag und Nacht, warm und kalt, aber zunächst einmal ungeschieden zu denken, also “chaotisch”, und auch als Einheit zu denken, als “Dyade”.

Sinnesreize werden zunächst über den Mund erfahren, bis die Struktur der optischen Wahrnehmung soweit ist, dass Muster erkannt werden, vergeht einige Zeit, erst recht bis zum Spracherwerb und mithin zum Denken im eigentlichen Sinne.

Das Blumenkohl-Bildchen ist allerdings nicht mit der Minolta gemacht worden

Das erste Objekt jedenfalls, mit dem wir es zu tun bekommen, ist ein nahrungsspendendes “Du”, “Objekt A” in der Sprache Lacans, und auch wenn sprachlich später zum “Ich und Du” noch “er, sie, es, wir Ihr, Sie” hinzukommen, ist das Objekt A doch irgendwie weiter präsent, hat viel mit der Ernährung zu tun, und umgekehrt: die Ernährung hat immer viel mit dem ersten Objekt zu tun.

Aber das Spektrum der möglichen Beziehungen erweitert sich auch – zwischenzeitlich haben wir wahrscheinlich ein Übergangsobjekt besessen,

"FREUNDE"

Verbote verinnerlicht und zu übertreten gelernt,

Neue Formel - das war ein Spässchen...

im Leben einiges geleistet – und manches ist, wie gezeigt, kaputt gegangen.

Spitzkohl-Foto

Die Beziehung zur Nahrung ist derweil nicht immer ungetrübt, manchmal gestört, so dass von einer Essstörung zu sprechen ist, manche haben Verdauungs- störungen bis hin zum Reizdarm-Syndrom, womit sie dann unentwegt beschäftigt sind.

Bilder sprechen ihre eigene Sprache; bei mir haben Artikel oft mit einem Bild begonnen, und dieses Spitzkohl-Bild ist bisher unveröffentlicht gewesen.
Bilder sollen etwas zeigen, vermitteln: Assoziationen vielleicht. Spitzkohl: Dazu fällt mir “Kimchi, unvollendet” ein und “magische Kohlsuppe” und noch etwas zu “Essen und Erotik des Alters”. Nun gut, wenn sich das so entwickelt, ist das auch eine Ausgestaltung der Beziehungen, die viele Möglichkeiten eröffnet.

Minolta hat das Kamerabauen eingestellt, insofern ist es keine Werbung, wenn ich mich bei meiner Minolta wie entstehen solche Bilder? bedanke – sie war treu, brav, fleißig, zuverlässig, genau, präzise, sensibel,  manuell einstellbar und mit einer überschaubaren Zahl von “Verhaltens”-Programmen ausgerüstet. Sie hat mir Freude gemacht und erst jetzt so richtig Kummer, den ich verschmerzen muss.
Sie hat so Manches festgehalten und dazu beigetragen, es Euch, Liebe LeserInnen, zu zeigen.

Es gibt symmetrische, asymmetrische, starre und dynamische (und so weiter…) Beziehungen, und solche die man beenden muss. Die Zusammenarbeit mit der Kamera muss ich beenden, weil sie ihren Part nicht mehr erfüllt. In zwischenmenschlichen Beziehungen gibt es ja manchmal  so etwas wie ein Arbeitsbündnis – das kann man aushandeln.

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2 Kommentare zu “Fototechnik und Beziehungen im Food- oder Gesundheitsblog”

  1. Mein aufrichtiges Mitgefühl! Ich kann das gut nachvollziehen, fühl ich mich doch meinem Arbeitsgerät in der Regel auch sehr verbunden. So stehen auf meinem Schreibtisch immer nur Macs, zum Fotografieren setze ich auf Canon oder Nikon und möchte die guten Stücke bald nicht mehr missen.
    Nach Abklingen des Abschiedsschmerzes kann man der Sache aber meist auch was Gutes abgewinnen: Ein neues Teil muss her, eine neue Beziehung wird aufgebaut. Und – das ist der Unterschied bei technischen Beziehungen – die neuen werden meist besser, als es die alten waren.
    Mein Tipp: HD-Video gleich mit einplanen.

  2. Dank’ Dir für die freuindlichen Worte! Technisch bin ich jetzt die Beziehung zu etwas “Günstigem” eingegangen, das ich früher einmal als “Spielzeug” bezeichnet hätte: Samsung im Zigarettenschachtelformat.
    Wenn man den Blitz abschalten will, kann man ihr sagen, dass man eine Landschaft, oder einen Sonnenuntergang fotographieren will – eine ganz eigene Logik. Aber sie tut’s, das Foto, das ich von der Minolta gemacht habe, war das erste Foto mit der neuen: Gut genug.
    Canon hatte ich zu Analog-Zeiten, da gibt es noch ein 17-mm-Objektiv. Aber ohne AF, manuell war eigentlich einfach.

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