Anti-Diät und religiöse Tönung

Anti-Diät ist Frauensache: Von Frauen für Frauen. Wenn Diät keine Lösung ist, soll es die Anti-Diät richten. Bei Nachrichten.at wurde heute der “Fall” von Geneen Roth vorgestellt, die aus ihren Erfahrungen mit extremen, dauernden Gewichtsschwankungen ihre Lehren gezogen hat.

Sie war in einem “Teufelskreis von zwanghaftem Essen und Diäten” gefangen, der sich erst mit der Erkenntnis

dass sich all unsere Gefühle wie Liebe, Angst und Wut darin offenbaren, wie, wann und was wir essen.

öffnete. 

Geneen Roth dazu: „Wenn wir Schokoriegel in uns hineinschieben, obwohl wir keinen Hunger haben, offenbaren wir ein ganzes Universum aus Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Glaube oder Zweifel, Liebe oder Angst.“

Dass das Essen (wie auch andere Suchtmittel, oder auch menschliche Objekte) ambivalent besetzt sein kann, ist ja bekannt.

Aber genau hier, und zwar in diesem Moment, mitten in dieser schmerzlichen Wunde – ich bin von denen, die mir wichtig waren, über Bord geworfen und verraten worden – gibt es die Verbindung zwischen Gott und den Lebensmitteln. (Geneen Roth, Woman food and god, S. 6; eigene Übersetzung)

Wer mag, kann selbst weiterlesen in Women Food and God: An Unexpected Path to Almost Everything.

Mir hat es gereicht, einmal kurz hineinzuschauen. Interessant ist vielleicht noch das “göttliche” Moment an den Lebensmitteln.

Mir fällt dazu die Szene beim Abendmahl ein, in der Jesus vom Brot sagt: “Dies ist mein Leib” und vom Wein: “Dies ist mein Blut”. Was ja bestimmt nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern symbolisch ;-)

Wobei die Symbolik der Szene wohl nur zu verstehen ist, wenn wir auch Jesus symbolisch auffassen: Als Sinnstifter und Leitfigur einer neuen Zeit, die mit den Wirrungen der Alten aufräumt und von Frieden, Freiheit und Liebe, in welcher Reihenfolge auch immer, bestimmt wird.

Die Verbindung zwischen Essen und “Religion” könnte allerdings helfen, die selbstschädigende Unachtsamkeit beim Essen zu durchbrechen. Achtlos war ja schon das Tischgebet der Vergangenheit. Diese “Sünde” ist aber verzeihlich: Wie hätten wir auch das Geheimnis hinter diesem “Kult”  verstehen sollen?

relevante Links:

http://geneenroth.com/

Schönheitswahn, Schönheitspflege und das Diktat der Medien

(zu Susie Orbach: Bodies)

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Ein Kommentar zu “Anti-Diät und religiöse Tönung”

  1. [...] Anti-Diät und religiöse Tönung [...]

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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