Schulkinder – Stress führt zu Fehlernährung

Wenn es sogar bei der AOK zu lesen ist, wird es auch stimmen:
Stressbedingte Fehlernährung bei Kindern in der Schulzeit könnte im Alter "schwer" ins Gewicht fallen.
Am Konjunktiv merken wir, dass es sich um eine These handelt, die als unbewiesen gilt, aber sie stammt ja auch erst aus dem Jahr 2002, und seither

ist offenbar niemand mehr auf die Idee gekommen, sie nachzuprüfen oder weiter zu verfolgen – auf der Ebene der Kultus-Bürokratie lässt sich stressfreier Unterricht ja nicht einfach verordnen, und Lehrer, die sich gestresst fühlen, sehen einfach kein Land (Ich kenne fast nur gestresste Lehrer, jedenfalls keine, die rundheraus “Mir geht es gut” sagen).

Der restliche Wortlaut:

LONDON – Wie britische Wissenschaftler bereits 2002 herausfanden, neigen Schüler, die unter Stress stehen, vermehrt zu ungesunder Ernährung. Eine Forschergruppe um Martin Cartwright von der Universität London, befragte Schulkinder im Alter von elf und zwölf Jahren nach ihrem Gesundheitsverhalten. Dabei stellte sich heraus, dass Schüler, die angaben, vermehrt unter Stress zu stehen, sich deutlich ungesünder ernährten, als ihre "stressfreien" Kameraden. Häufig fiel in der "Stress-Gruppe" das Frühstück einfach aus, die Mahlzeiten waren fettreich, Obst und Gemüse fanden sich nur selten auf dem Speiseplan. Da frühere Studien ergeben hatten, dass grade in diesem Alter der Grundstein für späteres Übergewicht gelegt wird, vermuten die Forscher, dass Stress bei Heranwachsenden und die damit verbundene Fehlernährung zu genau dieser Problematik führen könnte.

Interessanter wird die Studie, wenn man das Phänomen im Zusammenhang betrachtet:

Essen hat mit Lust zu tun, mit guter oder schlechter Laune, Depressivität, Belohnung dafür, dass man so brav war, seine ungeliebte Arbeit gemacht zu haben. Essen ist Trost bei Einsamkeit. Man denke nur an die älteren Frauen, die verwitwet regelmäßig ins Cafe gehen, um sich bei Kaffee und Torte zu „verwöhnen“.

Der Hintergrund: Bestimmte Nahrungsbausteine (Aminosäuren) können zu Glückshormonen umgebaut werden. Essen ist auch Zufuhr von Bausteinen für Botenstoffe des Gehirns oder auch deren direkte Aufnahme, weil sie in den Nahrungsmitteln vorkommen.

Und:

Fazit:

Unsere Auswahl der Nahrung wird durch vererbte und unbewusst gelernte Mechanismen gesteuert. Unsere Nahrungsauswahl läuft also meistens unbewusst ab. So hat eine Ernährung nach Ernährungsvorschriften, die immer bewusst, oft gegen die eigene Empfindung durchführt wird, für eine Dauerernährung keine Chance. Ursächlich ist festzustellen, dass häufig die eigentlichen Ziele der Nahrungszufuhr, wie im Beispiel Besserung der Stimmung bei Stress, in den Ernährungsempfehlungen nicht berücksichtigt sind.

Um eine Reduktion von Übergewicht zu erreichen, wären deshalb häufig Lösungen für Stress am Arbeitsplatz oder im sozialen Umfeld nötig. So könnte ein Training von sozialer Kompetenz oder im Konfliktlösungsverhalten bessere Gewichtsreduktion ermöglichen, als eine Ernährungsempfehlung. Ein Hauptfaktor für Übergewicht ist die „nicht artgerechte Tierhaltung der Spezies Mensch“ mit emotionaler Verarmung, fehlender Kommunikation und Bewegungsmangel.

Leseempfehlung:

Psychologische Effekte der Gewichtszunahme

Fressnet-Artikel: Psychische Gründe des Übergewichts

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3 Kommentare zu “Schulkinder – Stress führt zu Fehlernährung”

  1. [...] Schulkinder – Stress führt zu Fehlernährung [...]

  2. [...] “Foodwatch”, irgendwie in den Besitz des BLL-Papiers gekommen: Was "richtig“ ist, hat nun offenbar [...]

  3. [...] Schätzung über die 30 Prozent fehlernährungsbedingte Krankheiten auch nicht haltbar, denn die Fehlernährung ist ja bereits eine Krankheitsfolge, die infolge Willensschwäche, Trostbedürfnis, mangelnder [...]

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