Prävention: Richtig Essen und Marihuana rauchen spart über 60 Mrd. EURO

Zu solchen Überschriften kommt man, wenn man zwei Meldungen kombiniert, die wenig miteinander zu tun haben: Da ist zum Einen die Schätzung,


dass in Deutschland allein die Ausgaben für die durch falsche Ernährung bedingten Krankheiten 30 Prozent der Gesamtausgaben des Gesundheitssystems ausmachen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrugen im Jahr 2008 die Ausgaben für Gesundheit der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung rund 180 Milliarden Euro. Rechnerisch bedeute dies, es würden etwa 60 Milliarden Euro jährlich für prinzipiell vermeidbare Krankheiten durch Fehlernährung ausgegeben. (Quelle)

Und zum Anderen eine US-Studie, nach der der moderate Konsum von Marihuana mit verminderten Krebserkrankungen bei den Konsumenten einhergeht – einhergehen könnte, sollte man vielleicht sagen, denn glauben mag man solche Erkenntnisse ja gar nicht.

Und bekanntlich sind Marihuana-Raucher ja andererseits wieder arg fehlernährt, weil sie sich von Junk-food ernähren. Außerdem ist die Schätzung über die 30 Prozent fehlernährungsbedingte Krankheiten auch nicht haltbar, denn die Fehlernährung ist ja bereits eine Krankheitsfolge, die infolge Willensschwäche, Trostbedürfnis, mangelnder Stressresistenz usw.  auftritt; ältere Schätzungen gehen noch von 10 bis 20 Milliarden aus….

Als weitere Information erfahren wir noch:

Die verschiedenen Präventions-Programme und qualitätsgesicherte Gesundheitsförderungsmaßnahmen der Krankenkassen, Ärzteschaft, sozialen Träger und Organisationen seien der richtige Weg, um weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen.

Von wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen sind wir bei solchen Einschätzungen allerdings weit entfernt. Also, noch einmal zurück: Welchen Sinn soll diese Kostenschätzung denn überhaupt haben?

„Das A und O der Medizin-Ökonomie ist die Prävention der Krankheiten“, so lautet die Zauberformel für enorme Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen. Das sagt Prof. Dr. med. Rainer Riedel, Direktor des Instituts für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung der RFH Köln, im Vorfeld des 7. Rheinischen Kongresses für Gesundheitswirtschaft, der am 30. September und 1. Oktober in Köln stattfindet.

Ja, dann. Das Kongressprogramm steht sicherlich schon fest. Und befasst sich mit Prävention – “garantiert” voraussichtlich ohne wesentliche Berücksichtigung von Fragen der Selbsthilfe.

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