Stress hält schlank – gestresst abnehmen? Sowie Tipps zur Minderung von Stress

Von Diät-Mythen zu erzählen, über Abnehm-Mythen aufzuklären und Diät-Vergleiche anzustellen, fühlt eine jede Publikumszeitschrift sich verpflichtet und sammelt und klärt auf, was das Zeug hält.

“Die Masse macht’s”, ist hier das Motto, und oft dürfen wir uns durch “Galerien” durchklicken, einzelne Häppchen auf einzelnen Seiten abholen, bis die Maushand wund ist.

41 Diätmythen listet die Shape, und bei Pimpyourself war Nicole so freundlich, diese einmal in Form einer Liste zusammenzufassen. 

Einen habe ich noch nicht gekannt:

 

“Stress hält schlank“

Wer so etwas glaubt, ist mir unbekannt – in vielen Fällen macht Stress doch dick, nämlich bei gestressten Stressessern. Dennoch setzt man (frau?) bei der SHAPE das Vorurteil vom Stress als Schlankmacher als gegeben voraus:

“Hoffentlich trösten Sie sich nicht so angesichts Ihres aufreibenden Berufsalltags – es ist nämlich falsch. Studien zeigten, dass Menschen mit konstant hohem Stresspegel in sechs Jahren zehn Kilo zunehmen.

Es lohnt sich also auch für die Figur, ab und zu kürzer zu treten und dem Körper eine Auszeit zu gönnen.”

Klar: Hier wird gerade schon wieder ein Märchen, fast ein Lügenmärchen, erzählt. Die “Auszeit” bei Stress ist jedenfalls nur die halbe Wahrheit; wer würde etwa, bei Stress und Aufregung, es fertigbringen, in diesem Zustand ein entspannendes Bad zu nehmen?

War es früher noch eine Alltagsweisheit, dass man “einmal am Tag wenigstens in Schwitzen kommen” soll – man kann auch formulieren: “den Körper an die Grenzen der Belastbarkeit bringen”, so soll das heute nicht mehr gelten?

Was den Stress betrifft, gibt es eine recht gut zusammengestellte Auflistung bei der BKK:

Psychohygiene im Alltag: Wie Sie den Stress mindern

Als erste Voraussetzung wird die Anerkennung der Tatsache, dass es Stress gibt, man unter Stress steht, gefordert:

Folgende Fragen liefern Ihnen Anhaltspunkte für mögliche seelische Ursachen von Rückenschmerzen:

  • Fühlen Sie sich häufig überfordert?
  • Fiel der Beginn Ihrer Schmerzen oder deren Verschlimmerung mit Psychostress zusammen, zum Beispiel einer Scheidung oder dem Tod eines Angehörigen?
  • Waren Sie aufgrund psychischer Probleme bereits in Behandlung?
  • Glauben Sie, Ihre Umwelt nimmt Ihre Schmerzen nicht ernst?
  • Haben Sie schon erfolglose Schmerztherapien hinter sich?

Sodann gibt es noch einige Ratschläge im Kampf gegen den Stress:

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  • Fressen Sie Probleme nicht in sich hinein. (Damit auch verbunden das oben genannte Problem des Stressessers)
  • Suchen Sie bei Überlastung Hilfe.
  • Signalisieren Sie, wenn Sie nicht mehr weiterkommen.
  • Gönnen Sie sich gezielt kleine Entspannungs- und Bewegungspausen. Das kann kurzes Musikhören sein oder eine kleine Bewegungsübung. Tipps für die Bewegungspause finden Sie hier.
  • Trauen Sie sich, manchmal auch mal Arbeit abzulehnen oder delegieren Sie.
  • Seien Sie in stressigen Zeiten auch mal eine Stunde nicht erreichbar – um sich in Ruhe auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
  • Beantworten Sie nicht jede E-Mail sofort, filtern Sie Wichtiges von Unwichtigem.
  • Kommen Sie den „Zeitdieben“ auf die Spur.
  • Wenn Sie nicht mehr „durchblicken“ und alles über Ihnen zusammenzubrechen droht, nicht in wilden Aktionismus verfallen. Im Gegenteil: Zurücklehnen, Durchatmen, mindestens fünf Minuten Pause einlegen und sich dabei ablenken. So haben Sie eine Chance, Ihr Hirn wieder frei zu bekommen.
  • Seien Sie Ihr eigener „Topmanager“ in Sachen Leben – übernehmen Sie Verantwortung, bewegen Sie sich und etwas.

Und erst zum Schluss kommen die Tipps mit entspannender Wirkung:

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  • Sind Sie in einem Tief, zum Beispiel nach der Mittagspause, lassen Sie für wenige Minuten Ihr Gehirn „joggen“. Beispielübungen:
    Nehmen Sie einen Zeitungsbericht und kringeln alle Wörter ein, die auf -heit enden. Wichtig: die kleine Kreisbewegung mit dem Stift.
    Oder schreiben Sie ein Wort auf – zum Beispiel Feierabend – und bilden aus den vorhandenen Buchstaben im Kopf ein Dutzend neue Wörter.
    Auch einfache Rechenaufgaben sind gut geeignet.
    Danach gehen Sie Ihre Arbeitsaufgabe an.
  • Kauen Sie Kaugummi während der Arbeit, denn auch kleine Bewegungen sind nützlich und regen das Denken an.
  • Lockern Sie Ihre Krawatte, denn zu enge Krawatten und Kragen mindern die Sauerstoffzufuhr ins Hirn. Das mindert die Leistung und erhöht den Stress.
  • Nach Feierabend öfter mal Tanzen gehen. Rhythmische Bewegung aktiviert nicht nur den Rücken, sondern auch den Geist.

Und nun die “Preisfrage”: Wer ist wann mal wieder Tanzen gewesen, nach Feierabend?

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13 Kommentare zu “Stress hält schlank – gestresst abnehmen? Sowie Tipps zur Minderung von Stress”

  1. >>Trauen Sie sich, manchmal auch mal Arbeit abzulehnen oder delegieren Sie.

    Ja genau. Beim nächsten “Papa, ich habe Hunger”, lehne ich einfach mal ab.

    >>Kommen Sie den „Zeitdieben“ auf die Spur.

    Meine 4 Diebe kenne ich gut. Aber was hilft’s?

    8-)

  2. Gilt tanzen bei der Arbeit auch? :-)

  3. @ Horst: Du kannst auch delegieren. Oder Hilfe anfordern: “Hol schon mal das Brot und das Brotmesser, dann schneide ich Dir eine Scheibe ab.”
    Oder: “Nimm Dir halt einen Apfel, und ansonsten essen wir um … Uhr zusammen.”

    @ Nicole: Natürlich! Beim Ballett, Musical, selten beim Film, aber auch Tanzschulen, Tanztherapie, Politik und öffentlicher Verwaltung, Banken und Versicherungen ;-)

  4. Ich tanze beim Hausarbeit: Spülen und Küche aufräumen, kochen…

    Und Horst,

    hast Du 4 Kinder? Solange es nicht ein-oder zweijährige Vierlinge sind, dann kann man durchaus deligieren bzw. im Vorfeld einiges Vereinfachen.

    (Ich habe 5 Kiddies, da schneide ich z.B. Brot sofort nach dem Abkühlen –selbst gebacken– damit sie immer eine Scheibe sich selber holen können… nur als ein Beispiel, ansonsten gilt: große Kiddies helfen kleine Kiddies!)

    (Dein Blog “Leben ohne Diät” ist auch toll, ich glaube, ich muss mich etwas mit deinem Buch befassen…)

  5. @KP: Klar müssen sie mithelfen. Aber 3 Brotscheiben schneiden und schmieren, und wenn man mit der letzten fertig ist, schreit der erste wieder nach mehr, ist trotzdem leicht stressig. Der Babybrei, den man nebenbei dem 4. zuführen muss, kommt auch noch dazu.

    @Andrea: 5 Kinder, Respekt. Meine sind zwischen 9 und 0.

  6. @ Horst

    zwischen 11 und bald 2 :)

    Wir haben ein Buddy system eingeführt, älteste Kind ist für 4. Kind verantwortlich, zweit älteste für jüngste Kind und 3. ist mittlerweile 7 und eigentlich etwas selbstständig, darf aber noch um Hilfe beten bitten. Das System wird für alles angewandt: Essen, anziehen, als-Familie-unterwegs… you name it…

    Es ist zwar viel arbeit am Anfang, bis alle verstehen, wie das System funktioniert bzw. bis die Erwachsene die Kiddies alles beigebracht haben, aber WENN es funktioniert, dann ist der Stresspegel rasch abgesunken!

  7. Ich denke auch, man kann die Kids etwas mehr zur Selbstständigkeit erziehen, Sie können kleine Dinge schon mal selbst erledigen, den Müll raus bringen oder das Zimmer aufräumen, den Tisch decken und den Geschirrspüler ausräumen, sowas halt.

    @ Andrea – im Ansatz finde ich deine Lösung gut. Aber gibst du den Kindern nicht zu viel Verantwortung, wenn sie sich um die Geschwister kümmern müssen. Ich meine, bei kleineren Sachen ist das durchaus okay, aber die großen dürfen schon auch noch ab und an zu euch als Eltern kommen oder?

  8. Jo, Anika, natürlich sind sie alle Kinder, dass lassen sie uns nie aus den Augen verlieren… dennoch gibt es bei uns eine “wir-helfen-uns-gegenseitig” Kultur, und das wird durch solche “kannst-du-deinen-Bruder, deine-Schwester-helfen-die-Schuhe-zu-binden” Bitten.

    Ich erlebe meine ältere Kinder als sehr selbstbewusst und selbstständig, dennoch gibt es häufig Kuschelabende wo ich oder mein Mann (oder wir alle :) ) uns auf der Couch einfinden und uns gegenseitig (oder nur von den Eltern) einen Schmöcker vorlesen.

    Ich erlebe meine jüngere Kinder als abenteuerlustig, die Welt aufgeschlossen und nicht immer (aber doch hin und wieder) am Mamas Rockzipfel hängend… sie haben ein großes Vertrauen in Menschen.

    (Aber das ist nicht zwingend eine Folge unsere Erziehung, wollte nur sagen, sie dürfen alle bei uns “Kind” sein, werden aber geholfen, zu erkennen, dass sie Teil des Ganzen –Familie– sind und berechtigte Mitstreiter –also Ausführende, Gestalter, Mitberechtigte– unseren Familienalltag sind.)

    ((Eine Sache, was mich in der deutsche Kiga Szene zumindest in Hessen gang-und-gebe ist: Geschwister dürfen nicht zusammen in einer feste Gruppe sein, sofern es mehrere Gruppen gibt, werden sie getrennt… Meine Rückschluss: die Affinität und Zugehörigkeit zur Gruppe soll gestärkt werden, die Familienaffinität wird zurück gesteckt. Mag für manche Konstellationen sogar sehr gut so sein, aber als “grundsätzliches” Handhabe empfinde ich das als “nicht Familienfreundlich”… aber ich schweife ab… sorry, Klaus-Peter!))

  9. @ Andrea: Nun hat das Gespräch sich hier halt so ergeben, da werde ich mich nicht wegen “Abschweifung” beschweren ;-)

    Abschweifen kann ich auch: Zum Vorlesen kann ich sagen, dass ich – zumindest dem ersten Sohn – sämtliche Grimms Märchen vorgelesen habe, aus einer dreibändigen Ausgabe.
    Immer als Gute-Nacht-Geschichte.

    @ Anika: Nur, falls Du Dich wunderst, wo Deine Web-Adress geblieben ist: Wenn der Name it einer Web-Adresse verknüpft ist, die den Eindruck macht, nur zu Werbezwecken erstellt worden zu sein, muss ich halt entscheiden, ob ich das so lasse. Spass macht mir das nicht.

  10. [...] allgemeine Glaube, Stress hält schlank, wird in dem Blog von fressnet.de genau unter die Lupe genommen und widerlegt. Ein reiner Mythos also und auf keinen Fall zu [...]

  11. [...] Also, Stress macht doch schlank?  Ich glaube, über langer Sicht, mir ist ein stressfreier Abnahme lieber… Tags: Abnehmen trotz Alltagsstress, Nascherei, Weihnachtsgebäck [...]

  12. [...] “Mentale Hygiene“, [...]

  13. [...] “Stress macht schlank” – das ist hier schon einmal widerlegt worden, und der Diätstress könnte hier noch einmal thematisiert werden: [...]

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  • Evelin: Hallo Klaus-Peter, …..ich hatte Zeit, Deinen wunderbaren Artikel zu lesen. Er macht...
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