Sieben Gründe: Abnehmen und Diät -Gründe, Hintergründe, Abgründe

Gründe – Hintergründe – Abgründe: Das war eigentlich “nur so”, eine Assoziation, die ich mir gestern auch noch aufgeschrieben hatte. Aber um welche Abgründe könnte es denn schon gehen, beim Abnehmen?

Fangen wir doch bei den guten Gründen fürs Abnehmen an: Die kennen wir schließlich aus dem FF,

so wie der Raucher eigentlich ganz gut weiß, warum er besser ein Nichtraucher wäre, das steht ja immer auf der Packung und ist schnell verdrängt. Das Rauchen kann man ja komplett lassen, ohne davon gleich abzumagern – Abnehmwillige brauchen durchaus immer wieder Nachschub.

  1. Wahrscheinlich steht die Gesundheit bei der Liste der Abnehmotivationen ganz oben. Das könnten wir jetzt weiter aufschlüsseln – ist aber bekannt. Die Gesundheit gilt als “höchstes Gut”, die Diät soll sie gewährleisten, das Abnehmen verbessern …
  2. Beweglichkeit und Fitness brauchen genau genommen keinen gesonderten Punkt, das gehört auch zur Gesundheit.
  3. Da war noch etwas mit “Selbstakzeptanz“, die sollen die Dicken aber für sich aufbringen, so wie sie sind, und gleichzeitig den Spagath fertigbringen, sich ihr Wunschgewicht zu wünschen, ohne ihre Wünsche zu unterdrücken. Das ist aber gar nicht so widersprüchlich: Einen Zustand zu akzeptieren, um ihn zu verändern. In der Politik nennt man das Realpolitik, wahrscheinlich.
  4. Die Selbstakzeptanz steht mit der Eigenliebe in einem engen Zusammenhang – die wird in “Fachkreisen” auch “Narzissmus” genannt – das klingt etwas anrüchig, aber der Narzissmus hat auch seine guten Seiten, und ist lebensnotwendig. Es kommt auf die Ausformung an.
  5. Man sieht sich auch oft genug mit den Augen des Anderen, denkt, was der Andere denkt: Es gibt das Bedürfnis, zu gefallen.
  6. Mit einiger Wortakrobatik kommen wir beim Wortstamm “Fallen” an und der Gefahr, der (vermeintlichen) Meinung der Anderen zu verfallen.
  7. Wer vor sich einen Abgrund sieht, mit der Gefahr, hereinzufallen, und hinter sich meinetwegen einen hungrigen Tiger, hat ein Problem, einen Konflikt, oder steckt in der Falle.

Eine Gefahr, an die man sich gewöhnt?
Manche Gefahrenquelle wird am Besten auf dem Schrottplatz entsorgt, oder gehört ins Museum

Nun kommt es auf die jeweilige Problemlösungsstrategie an. Immerhin handelt es sich ja vielleicht um die berühmte “Fressfalle” ohne offensichtlichen Ausweg.

Wir können aber, statt ängstlich weder vor- noch rückwärts auf der Stelle stehen zu bleiben, gedanklich noch einmal an den Anfang unserer Liste zurückkehren.

  1. Neun Zehntel unseres Glückes beruhen allein auf der Gesundheit.
    Mit ihr wird alles eine Quelle des Genusses.
    Hingegen ist ohne sie kein äußeres Gut,
    welcher Art es auch sei, genießbar.
    *
    Schopenhauer
    ^
    ^
  2. Beweglichkeit und Fitness sind noch am ehesten als Massstab für die Gesundheit heranzuziehen. Sie lassen sich bekanntlich auch trainieren.
  3. Mit der Selbst-Akzeptanz vieler Dicker ist es nicht zum Besten gestellt. Wer sich “im Schneckenhaus” verkriecht, weil er meint, in der Öffentlichkeit unangenehm aufzufallen, hat wohl unter 5.) ein übergroßes Problem.
    Sich mitsamt Wunschgewicht sich selbst zu denken, kann auch auf Widerstände stoßen – niemand muss sich etwas wünschen, niemand muss seine Wünsche laut sagen: Stille Wünsche, hartnäckig verfolgt, können auch wirksam sein.
  4. Historisch gesehen, ist die Eigenliebe mit großer Verachtung belegt: Ein gewisser Ameinias war nämlich von dem auf ihn sehr anziehend wirkenden Narziss zurückgewiesen worden und hatte sich -”Das soll er mir büßen!” an die Göttin der Vergeltung gewandt. Die hatte, als personifizierte Rachsucht, natürlich nichts anderes zu tun, als so eine Bitte “postwendend” zu erfüllen; Rache hat ja mit Gerechtigkeit nichts zu tun.
  5. Gehen wir mal davon aus, dass jedes Ding seine zwei Seiten hat, ist das die einfachste Herleitung, dass auch Ameinias an “Narzissmus” litt, oder ohne bewusst daran zu leiden davon befallen war. Sein
  6. Bedürfnis, zu gefallen, war frustriert. Ein Fan, der nicht einmal eine Autogrammpostkarte bekommt, vermisst mit Recht die Dankbarkeit seines Idols.
    Stärker als bei einem entfernte Idol ist das Bedürfnis nach Empathie oder Einfühlung jedoch auf den “näheren Umkreis” gerichtet. Wir nähern uns, ungewollt, schon gewissen Abgründen, wenn wir festellen müssen, dass auch die Umgebung, das “Umfeld” dazu neigen kann, narzistisch – abweisend oder gar verächtlich zu reagieren, dass die Empathiefähigkeit unserer “Selbstobjekte” nur begrenzt ist oder an uns vorbeigeht.
  7. Der dabei entstehende Schmerz ist oft (?) von einem Gefühl der Abhängigkeit begleitet. Die Ansprüche an das Idol (“Die Diva”) geben einen gewissen Halt, sie aufzugeben, sich zu lösen, erscheint wie ein Abgrund, sie zu erfüllen, wie ein Fass ohne Boden füllen zu wollen, oder von einem Raubtier aufgefressen zu werden.

In Wirklichkeit ist ja alles nicht so schlimm. Der Mythos überzeichnet, um Verhältnisse zu verdeutlichen. Im Mythos sterben Naziss und Echo, Ameinias hatte seinen Auftritt und wird nicht mehr erwähnt.

  1. An die Gefahr, die im Mythos tödlich endet, kann man sich im realen Leben gewöhnen. Das heißt dann, aufgrund der Wiederholung Gewöhnung und ist nur auf lange Sicht tödlich, macht zunächst einmal “nur” krank. Selbst in der schlimmsten Falle finden sich noch ein paar Krümel Trost.
    °

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3 Kommentare zu “Sieben Gründe: Abnehmen und Diät -Gründe, Hintergründe, Abgründe”

  1. [...] Nur mal als Wiederholung aus dem Kapitel “Gesundheit“: [...]

  2. [...] Selbstakzeptanz [...]

  3. … jeder Zentimeter weniger um den Bauch reduziert das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen . Der Bauchumfang sollte bei Frauen unter 88 cm und bei Männer unter 102 cm liegen.

    …mit jedem Kilo weniger verbessert sich die Beweglichkeit ! Was vorher vielleicht Probleme gemacht hat, geht dann ganz leicht: bücken, Schuhband binden, Treppen steigen, Socken an- und ausziehen…

    …bei Übergewichtigen mit Bluthochdruck senken 10 kg weniger den systolischen Wert durchschnittlich um 20 mmHg und den diastolischen Wert um 10 mmHg.

    …normalgewichtige Frauen, die schwanger werden, habe deutlich weniger Komplikationen.

    …Übergewicht strapaziert den Bewegungsapparat.

    …zu viele Kilos erhöhen das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln, stark.

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