Das vegane Herbst-Rezept der Woche: Exklusiver Wintergemüsetopf * Das Abnehmen und die Hebelgesetze * Fahrradboxen-Kurzgeschichte

Ein rundes Geschmackerlebnis für herbstliche Bedingungen ist hier zu finden – exklusiv und neu entwickelt: Möge es Freude bereiten und seine Nische finden!
Was dann folgt, verrät bereits die Überschrift – lasst euch verblüffen!

 Das vegane Herbst-Rezept der Woche

Wenn so ein „Wintergemüse-Topfgericht“ halbwegs schnell auf dem Tisch sein soll, ist es ratsam, Pellkartoffeln vom Vortag verfügbar zu haben, und auch die Karotten kann man schon vorgegart verwenden – im Multicooker hatte ich dabei noch fünf ordentliche Knoblauchzehen samt Schale an die Seite gelegt, die ergeben dann eine zarte Creme: Also den gegarten Knoblauchzehen dann nur noch die Spitze abschneiden und sie ausdrücken.
Die so gewonnene milde Knoblauch-Creme mit dem „Blubb“ Kokosmilch  hat dann den – auch bereits fertigen – Spinat zu einer selbstredend cremigen Beilage gemacht.

Spitzpaprika, in dünne Streifen gesschnitten, gewürfelte Zuccini, vorgegarte Möhre, ein paar Stückchen Räuchertofu und gewürfelte Pellkartoffel in reichlich Olivenöl anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, einen guten Tl. Sojasauce mit 1/4 Tasse Gemüsebrühe verrührt hinzugeben und mit geschlossenem Deckel noch ein Weilchen garen/“ziehen“ lassen, auf vorgewärmtem Teller mit dem erhitzten Spinat arrangieren und mit gehackten Kräutern großzügig bestreuen, diese noch mit einem Öl der persönlichen Wahl benetzen.

 

Seien wir doch mal ehrlich – irgendwie haben wir doch alle unsere Vorbilder, denen wir nacheifern oder ähneln. Dan DiPaolo erträgt oder gestaltet das mit Humor – das ist eine Zutat, die geschmacklich nahe dem Uami-Geschmack, also einfach unbeschreiblich ist.
Für 2023 gibt es bereits einen Wandkalender unter dem Motto „Home is in the Kitchen“, frei übersetzt also „In der Küche bin ich daheim“.
Dass einem dürren Küchenchef nicht zu trauen ist, wie das obige Kalenderblatt besagt, entstammt wohl dem Bereich der Vorurteile; neulich stand aber ein „fülliger“ Küchenchef vor Gericht, wohl von den eigenen Geschäftsideen in „schlechten Zeiten“ überfordert.
Wenn wir über Adipositas diskutieren, „wissen“ wir jetzt auch, dass magersüchtigen Küchenleitern nicht zu trauen ist. Das ist nur eine von wahrscheinlich 12 zentralen Küchen-Weisheiten, oder Binsen-Weisheiten, wie z. B.:

„Die Umwelt ist entscheidend …  Eine wirksame Therapie muss möglichst individuell gestaltet werden“, sagt Holzapfel. Zentraler Hebel, um abzu­nehmen, ist ganz klassisch – eine negative Energiebilanz. Also mehr Kalorien verbrauchen, als zu essen.

Es war eiunmal ein Gelehrter, Archimedes genannt, der hatte die Hebelgesetze so erklärt:

„Gib mir einen Punkt, wo ich sicher stehen kann, [einen Hebel, der lang genug ist,] und ich bewege die Erde mit einer Hand“

Das bedeutet auch: Kein Hebeln ohne Angelpunkt:

Als Angelpunkt oder Drehpunkt wird in der Mechanik ein feststehender Punkt (Fix- oder Festpunkt) bezeichnet, um den sich ein Festkörper unter Wirkung von Kräften drehen kann.

Die „negative Energiebilanz“ wird  beim Abnehmen als Hebel also nur dann praktisch, wenn man den Punkt, von dem aus man „die Welt aus den Angeln hebe(l)n“ kann, findet und  nutzt – von einem Punkt aus, wo man sicher stehen kann.

Das erinnert an „Standpunkt und Meinung“,  wissenschaftliche Exaktheit und Logik, aber auch an Gefühle, Vorlieben und Wohlfühlen, an Therapie und Vorschriften, Regeln und manchmal an eine gewisse Zügellosigkeit, deren Folgen mit Einschränkungen einhergehen.

 

Die Fettaktivistin als Identifikationsfigur

… wurde kürzlich von der ZEIT
wieder aus dem Archiv herausgekramt und bei Twitter eingestellt. Es geht um eine füllige Frau, die Anderen beweisen will, dass es Bademode für Übergewichtige gibt; man kann sagen, dass die Beschäftigung mit diesem Thema durchaus zwanghaften Charakter bekommen kann.
Das historische Interview hinter der Zahlschranke  hatte ich dazumal im Artikel

Ravioli, Shepherd’s Pie, Fettfeindlichkeit, Radikale bekämpfen

„gestreift“, und wir finden erhellende, rührende Aussagen wie „Als ich magersüchtig war, hatte niemand Sorgen um meine Gesundheit“.
Es ging in dieser kurzen Zeit des Fettaktivismus um „Body Politics“, um Selbsthassspiralen, Abwertungen, den langen Weg zu einem „neutralen Umgang mit dem Körper“, toxische Umfelder wie die Modewelt, wo der Vergleich mit den bevorzugten Models nicht ausbleiben kann.

„Curvy Models“ bleiben in den Medien die Ausnahme. Und die Welt ist schlecht, wie ein „Snippet“ ohne Seitenangabe belegt:

„… dass ich kein Selbstbestimmungsrecht über meinen Körper habe, obwohl so getan wird, als sei Gleichberechtigung bereits erreicht. Als ich das verstand, wurde ich politisch. Erst kam die Wut und dann der Aktivismus.“

Vielleicht ist das Ganze ja „nur“ ein Problem, das auf der schwierigen Beziehung zu einer narzisstischen Mutter beruht, und vielleicht gibt es auch weitere Formen der Diskriminierung, bei denen aktive Gegenwehr angebracht ist.

 

„Der größte japanische Garten Europas ist in Kaiserslautern“

Eine Schlagzeile wie die obige sollte doch neugierig machen, eine Stadt mit einem solchen Kapital sollte damit Werbung machen, zum Besuch einladen, in den aktuellen treibstoffarmen Zeiten als Ausflug per Bahn.

Doch in der Realität findet sich keine Internetseite mit der freundlichen Einladung, die Verbindung Bahnhof – Japangarten muss erst recherchiert werden, und wer beispielsweise in Idstein mit dem Fahrrad zur Bahn gelangt, der wird abschließbare Fahrradboxen, die längst dauervermietet sind, kaum als eine gute Idee empfinden.

Das Zeitalter der Sloganisierung kennt keine Skepsis gegenüber den Regeln, die es verkörpert – wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und einer etwaigen Sorglos-Gratismentalität  wird sinnlos-präventiv ein Riegel vorgeschoben. Zusammenfassend gesagt:

„Ich hätte da einen Bahnwitz für euch! Ich weiß aber nicht, wie der ankommt.“

 

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  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂
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