Dauergrün-Kulturperspektiven, Krisensucht vs. Klimaprimat, Energie-Sparoptionen, Algen – Nutzen und Schaden

Eine destruktive Krisensucht äußert sich in zerstörten Infrastrukturen und dem Negieren des Klimaprimats – das erschwert ein wenig die Suche nach den Alternativen, erfordert die Kritik der kritischen Zustände.
Mehr lebende Pflanzen in der Stadt, bessere Langzeit-Planung, Ernährung, die die Umwelt schont, große und kleinere Energie-Sparpotentiale, Sorge um die Meere sind nur wenige der vielen Bausteine, die zukünftig vermehrt gebraucht werden, „handlungsorientiert“, wie man sagt.

„Prolog“

Kriegseinsätze um Geländegewinne, zerstörte Pipelines, Brücken, Datenkabel – also (je) „Feindlicher Infrastrukturen“. Parallel stehen neue Coronawellen vor dern Toren und, nach dem noch vielleicht heißesten Sommer der jüngeren Geschichte, rückt angesichts der Energiepreise die Klimakrise aus dem Blickfeld, doch ohne ihren Schwung zu verlieren.
Weil das Klimaprimat weiterhin überlebenswichtig ist, wäre von hier aus eher die Bekämpfung der Destruktivität und destruktiver Befehlsstrukturen erforderlich als das Engagement auf den Nebenkriegsschauplätzen.

Pflanzen-Fassaden und bepflanzte Balkone

Rosmarin blüht noch mal – zum Herbstanfang. Eine nette Geste der schon älteren Topfpflanze auf dem Balkon, die auf eine Düngergabe vor ein paar Wochen recht gut angesprochen hatte.

Die vergrößerte Darstellung bringt den Makro-Effekt erst zur Geltung.

Das Wissen um die Backofenwirkung der Siedlungsform „(Groß-)Stadt“ ist ja allgemein bekannt, aber „niemand schert sich darum“, und so bleibt alles beim Alten, wenn es auch vereinzelte Alternativentwürfe gibt.

Dachgärten und begrünte Fassaden senken die Temperaturen und vermeiden den Hitzestau – doch „Kapital muss sich vermehren“, und so finden wir als Beispiel für Fassadenbegrünung in den Medien vorwiegend Beispiele, die vielleicht den Gärtnermeister reich machen, aber ansonsten „sich nicht rechnen“.
Hier in Idstein gibt es ein „Ärztehaus“ mit diversen Praxen und  einer  Apotheke – doch auf den diversen Balkonen findet sich kein einziger Blumentopf. Dabei würden sich gerade hier auch Arzneipflanzen ins Gesamtbild einfügen, harmonisierender als alle Placebos auf einmal.
Wesentlich ist auch die positive oder negative Vorbildwirkung solcher Orte, die Nichtwissen, Desinteresse /“passive Aggression“ oder Verantwortlichkeit und positive Einstellung zum Leben signalisieren.

 

 

 Roquefort

Die Hauptzutat – Schimmelkäse – hatte ich schon letzte Woche gezeigt, hier sehen wir nun, was daraus wurde:

Das ist nun also eine Roquefort-Feta-Saure-Sahne-Kokosmilch-Sauce an selbst gemachten Dinkel-Bandnudeln mit Gedämpften Zwergtomaten, die größtenteils aus dem Balkonanbau stammen.

Frische Nudeln habe ine sehr kurze Kochzeit, also einen gewissen Energiespareffekt. Zudem  hilft die frische Vollkorn-Dinkel-Bandnudel gegen die Angst vor der Dinkelfflaute.
Während also „die Politik“ entweder verkündet, es komme darauf an, schnell noch ein paar Atomkraftwerke in die Lande zu stellen, oder betont, dass „jede Kilowattstunde zählt“ (besonders jede gesparte KWH – aber die zählt so ein altmodischer Stromzähler ja gar nicht) , sprechen Andere schon ganz progressiv den Ressourcenverbrauch als solchen an, der nämlich zu senken sei. Deshalb füge ich hier kurz ein Beispiel für Ressourcenvernichtung ein, die z. B. Stadtplaner mit Stolz erfüllte  und den Willen, Neues zu schaffen, das lohnender ist als das Alte, symbolisiert:

Frankfurt am Main 2014, Sprengung des zur Universität gehörigen AFE-Turms. Es ist müßig, darüber nachzudenken, welche bessere V erwendung möglich gewesen wäre, und „niemand“ will so viel Muße, wie für so eine Überlegung nötig wäre ;-).

 

Ergänzung zum Energieeinsparpotential privater Haushalte

Manche sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, und manche übersehen gerne die faktisch größten Energieverschwender, denen der Preis der Energie so gleichgültig ist, weil ihr Einkommen oder Vermögen so groß ist, dass es auf „die paar Kubikmeter“ auch nicht ankommt.

Es geht hier  um die reichsten 10 Prozent in Deutschland, die so viel Energie wie die ärmsten 40 Prozent verbrauchen. Würden sie sich „wie durchschnittlich wohlhabende Bürger“ verhalten, schreibt die Süddeutsche Zeitung, könnten sie 26 Prozent des Energiebedarfs der deutschen Privathaushalte einsparen.

Es ist nicht unglaublich, sondern kaum zu glauben, dass die „besser und bestens Betuchten“ sich ganz anti-egalitär mehr vom Kuchen schneiden, als ihnen gefühlt zusteht – während die Armen und Bettelarmen bei den Brotkrumen zu finden sind, was auch eine „gewollte“ Ungerechtigkeit ist.

 

Neun Milliarden Kilowattstunden an weiterem Energiesparpotential ohne Komforteinbußen – mit Umdenken als Voraussetzung

Das Thema Ernährung hatr ja viele Aspekte, zum Beispiel die Zubereitung, und in diesem Zusammenahang muss man sich auch den Herd als zentralen Punkt des Familienlebens vornehmen, den Stromfresser Herd.

Allein fürs Kochen und Backen wendet ein Vier-Personen-Haushalt pro Jahr etwa 450 Kilowattstunden Strom auf. Die Herdplatten schlucken davon mehr als die Hälfte.

Wenn wir mal für eine grobe Schätzung diesen Bedarf pro Vier-Personen-Haushalt, um zu einer Aussage zum Bedarf aller ca. 80 Mio. BundesbürgerInnen zu kommen, mit 20 Mio multiplizieren,  kommen wir auf  neun MRD Kilowattstunden für Kochen und Backen.

Ein mittleres Atomkraftwerk wie das Kernkraftwerk Emsland … [liefert] … nach Angaben des Betreibers RWE jährlich elf Milliarden Kilowattstunden Strom … .

Lassen wir also die Küche kalt, sparen wir zusätzlich noch die Energie für die Reinigung von Töpfen und Backblechen, können wir ein AKW abschalten.

Oder aber wir machen einen Kompromiss, essen weiterhin heiße Speisen, verwenden aber alternativ zum Herd einen der beliebten Multicooker, sparen ca 50 Prozent Strom zum Kochen und bedingt auch zum Backen…

Fast möchte ich mich für diesen Exkurs entschuldigen. Mich regen diese Leute auf, die einerseits sagen, „jede Kilowattstunde zählt“, dann aber mit den Energiespartipps der Vorkriegszeit ankommen.

Ärgerlich sind auch jene, die übers Lüften bei laufender Heizung fabulieren, aber keine Wärmerückgewinnung bei permanenter Belüftung vorschreiben, und betriebsblind sind auch Volksvertreter und Minister, die es nicht schaffen, den Über-Energieverbrauch der Verschwender (siehe oben) zu zügeln. Kleiner Tipp am Rande:

Die Frage „Gibt es eine Zukunft ohne Rationierung?“ können wir als beantwortet abhaken; es geht nur noch um die Umsetzungen, möglichst in einer gemeinwohlförderlichen Manier, wie z. B. bei der Biolebensmittelgrundversorgung, von der Alle profitieren.

 

Meinetwegen könnten wir auch beim beliebten Nahrungsmittel „Fisch“ auf Rationierung umstellen. Gute Gründe gäbe es dafür – wahrscheinlich fragen die Politiker jedoch klammheimlich erst mal bei der Lebensmittelindustrie, was sie machen sollen, und die sagen dann „Fangen oder züchten“. Also gibt es Räucher-Zuchtlachs, und wie sich herausstellt, reichen  hier 40 Gramm für eine Portion:

Räucherlachs mit Spinat, Algen, Paprika, wenig Chili, Sesamöl und Gemüsebrühe, dem nur noch zwei Teelöffel gehackter Dill zur Perfektion fehlen. Detailliert in separatem Tab.

 

Als ich dann, beim surfen, auf den Tagesschau-Seiten mal schauen wollte, ob es neue Entwicklungen im Sektor „Algen“ gäbe, fand sich eine Meldung über einen gigantischen Algenteppich mit 20 Millionen Tonnen, der über den Atlantik reist, wo Braunalgen eigentlich nichts zu suchen haben: Das kommt wohl von Ausschwemmungen, die kein Urwald mehr festhält – schon seit Jahren und bedrohlich auch für uns, weil es eben nur ein gemeinsames Weltklima gibt.

tagesschau 20 Uhr Sendung vom 05.07.2019, 20:00 Uhr

Die Frage, die sich, da diese Algen weiterhin „blühen“ stellt, ist: Wer ist hier zuständig, und was unternimmt diese Person? Dürfen wir solche Probleme einfach weiterwuchern lassen, was ist machbar, und wann?

 

 

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