Radieschensüppchen-Tasse und Totale Medien-Aufmerksamkeit, das #Wagenknecht – Kaleidoskop, Entweder/Oder – Impressumspflicht bei Speisekarten

Heute kommt alles auf den Tisch – auch das „Verlangen nach totaler Aufmerksamkeit“, die Übertreibung in den Medien, die größten Gefahren, Problemlösungen beim Parteien-Spalten, die Hochbegabung Wagenbachs, das Ent-Negern von Kinderbüchern, das bunte Denken in drei Dimensionen, Pilzkunde und Ungeahntes…

Kaum zu fassen und den „normalen“ Denkgewohnheiten widersprechend ist eine Radieschensuppe – und wer sich für besonders „öko“ hält, mixt gleich noch das „eigene“ Blattwerk in die Suppe, das die kleinen, außen-rot-und-innen-weißen Rettiche als Pflanzen nun einmal brauchen. Alternativ geht es aber auch mit Spinat.

Ganz einfach gemacht: Dämpfen,  Zubereitung mit oder ohne Bindemittel, saure Sahne oder Pflanzenmilch, Gewürze, Kräuter, Spinat nach Geschmack und pürieren.

Natürlich wird so einem bescheidenen Süppchen nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, während das Bedürfnis, Aufmerksamkeit und Beachtung, ja, auch Respekt zu erfahren für die Menschheit doch so essentiell ist:

 

Die rennomierte Frankfurter allgemeine Zeitung veröffentlicht unter der Überschrift

Das Verlangen nach totaler Aufmerksamkeit

einen langen Artikel , und dieses Thema, verstärkt durch die Zwischenüberschrift Übertreibung wird zum Standard  und ein einleitendes „Die Frequenz des Wortes „unfassbar“ im Netz ist erheblich“ deutet auf das Feld der Internetmedien hin – scheint zwingend irgendwie „ganz interessant“ bis lesenswert zu sein.

Es musste ja eiunmal gesagt werden, dass die ganzen LariFari-Diskussionen voll „erregtem Streit“ um beispielsweise die Geschlechterstereotypien bei Karl May oder  das Zwangsgendern der Deutschen Rundfunkanstalt*innen zu Sprachregelungen führen, bei denen das „Ent-Negern“ zensorische Eingriffe ins internationale Kinderbuchgut verursachte.

 

Die gefährlichsten Gefahren

„Heuchlerisch, abgehoben, verlogen, inkompetent und schädlich-gefährlich“ seien die Grünen, in der Hinsichst das Schlimmste im ganzen Parteienspektrum, instruiert Sarah Wagenknecht ihre Follower auf ihrem Kanal, schließt damit für sich und ihren Flügel jede Koalition bis in alle Ewigkeit aus.

So funktionieren „Social Media“ – hier kann jeder tun und sagen, was er will, sich als wichtig und richtig präsentieren, große Politik machen, Parteien spalten – oder die „Deppenparade“ bloßstellen, denn auch das war in einer (ähnlichen) Diskussion gebracht worden:

„Die hochbegabte Sarah brachte sich bereits mit vier Jahren selbst das Lesen und Schreiben bei und spielte im Kindergarten nie mit den anderen Kindern im Sandkasten, sondern saß am Fenster, mit dem aufgeschlagenen kommunistischen Manifest oder einem Band des Kapitals in der Hand “ – so ihre Legende, wenn man sie noch etwas zuspitzt. Ganz unaufgeregt-unübertrieben fällt dagegen die Frage „Für was will die Wagenknecht sich eigentlich so (selbst-) zerstörerisch rächen?“ aus.

Das führt zur weiteren Frage, was einen Kommunisten von einem Kapitalisten unterscheidet:

  • Der Kommunist hat einmal Karl Marx gelesen
  • Der Kapitalist hat Karl Marx verstanden.
Damit sind wir wieder bei den Medien – den kleinen Schwank habe ich im Radio aufgeschnappt, aus einem Interview zun frischen Film:
Eine Szene aus dem „Triangle of Sadness“ – Wer die Welt immer nur nach der Parole „Alles ist und bleibt gut“ interpretiert, kann auch nicht den Bedarf, sie zu verändern, wahrnehmen, wird zum Klimawandelleugner oder zum Anhänger eines Autokratismus – deshalb brauchen wir die Kultur und die Darstellung der Verhältnisse und des Veränderungspotentials. Wenn das mit Spaß verbunden und unterhaltsam ist – Super!

 

Jürgen Kaube von der FAZ kam auch auf  Jürgen Habermas („Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik“, Berlin: Suhrkamp Verlag 2022) zu sprechen, der

„… vertritt die These, das Internet mit seinen Plattformen … führe zu einer Öffentlichkeit, die gar nicht mehr strikt im Gegensatz zu privaten Mitteilungen bestimmt werden kann.
Was kommuniziert werden kann, wird nämlich kommuniziert … unterliegt keiner redaktionellen Filterung mehr. Das Internet ist ein riesiger Haufen unredigierter Texte und schwarmförmig stattfindender Themenangebote.“

Das versteht aber nur, wer die Themenauswahl unter Schwarmbedingungen versteht – ich habe dazu nur einen Verdacht, nämlich dass sich das Denken der Masse nicht dreidimensional und farbig, sondern flach und Schwarz-Weiß, als „Entweder – oder“ entwickelt, so dass nie die Wahrheit auch mal „irgendwo dazwischen“ gesucht wird.

Nach dem Motto „Vegan oder gar nicht“ kann man sich so einen Paprika-Räuchertofu-Schwarze-Bohnen-Teller auf den Tisch stellen und zu Gemüte führen, zu „Entweder-Oder“ gibt es noch dratischere Pseudo-Alternativen:

Bei Energiegewinnung ohne Fossilitäten hören wir alternativlos „Solar- oder – Windenergie, bei der Ernährung „vegan oder carnivor“, denn „Zwischentöne sind bloß Krampf  im Klimakampf“.

Mit diesen Rattenfängereien kommen wir jedoch nicht voran, sondern dem Untergang näher. Die Frage „Pflanzliche Ernährung – oder auch Ernährungsbausteine tierischen Ursprungs?“ wird besprochen wie dereinst das „Abnehmen mit ohne Fett oder mit ohne Kohlenhydraten?“ – dass dazwischen die biologische Existenzweise „Pilz“ meist ignoriert wird, ist ein fundamentaler Fehler.

 

Spontan gelungenes Experiment mit Haferflocken und Tempeh-Pilzsporen: Es entstand eine essbare Schale, die, vom Pilzmycel zusammengehalten, mit einem scharfen Messer schneidbar war.

Pilze sind „mehr als Hut und Stiel“ –  doch wird hier wenig investiert, und vielleicht müsste auch das Patentrecht im Interesse der Menschheit geändert werden, und fortschrittlicher Entwicklung stehen nur hoch streitbegabte, relativ zur Herkunft hochbezahlte, hoch narzisstische Politstrateg*innen im Wege, die ihre eigentliche Aufgabe, zum Wohle des Volkes zu wirken, sträflich vernachlässigen und in verkürzter Wahrnehmung, aus Liebe zum eigenen Spiegelbild auch wissen, wie sie die öffentliche Meinung dominieren.

Das Vorurteil vom „riesigen Misthaufen ungeprüfter Texte im Internet“ ist nun mal eine  konservative Abwertung, die eher ein Körnchen Wahrheit als den wahren Kern enthält, und der Journalist Relotius stellt kein Beispiel für die Geplänkel des Internet dar.

„Fleischlos“ ist kein Muss, doch Tier- und Pflanzenwohl sollten es sein. Bei „Räucherlachs aus norwegischer Käfighaltung“ stellen sich demgemäß auch zwiespältige Gefühle ein:

Hausgemachte Dinkel-Vollkornnudeln mit Sahnesößchen, schwarzen Algen, Tomate und Räucherlachs – hier in der kleinen Version, die jedoch größer darstellbar ist. So ähnlich könnte die Ernährung der Zukunft sein – jedenfalls abwechslungsreich.

Mit der #Biolebensmittelgrundversorgung wäre das auch für den ganzen Volkskörper  (tätige Mithilfe bei der Zubereitung vorausgesetzt) leistbar – und nicht nur für die privilegierten Rosinenpicker. Letztere tun mir ohnehin leid, sind doch frische Granatapfelkerne gegenüber vertrockneten Trauben eindeutig die bessere Wahl – hier auf lecker Vanille-Yoghurt, einer ganz gefährlichen Leckerei:

Den oben angeführten FAZ-Artikel muss ich hier, abschließend, noch einmal zitieren:

 

Reklame gibt sich als Argument aus, …  die Produkte der Öffentlichkeitsarbeit („Public relations“ und Propaganda) simulieren Journalismus, und alles erscheint gleich relevant. …  Das Interesse daran, komplexe Fragen gedanklich zu durchleuchten, dürfte seit jeher auf eine überschaubare Zahl von Bürgern beschränkt gewesen sein, die Politiker wollen aber von allen gewählt werden.

Es hat sich eine

„…  Medienwelt, in der alle Autoren sind … herausgebildet, (und es bleibt)

… nichts, für das nicht höchste Relevanz in Anspruch genommen wird.“

Sagen wir also, Skepsis gibt es bei der FAZ zum Sonderpreis, aber keine, die sich selbst reflektiert. Von all den Autoren haben sich viele bereits wieder zurückgezogen, und viele betreiben ihr Hobby als Hobby, das man teilen kann.
Wer pauschal auf alle eindrischt, trifft auch die Falschen, erwartet bestimmt nicht, in dem vermeintlichen Misthaufen etwas wertvolles zu finden.


„“Mit einer guten Metapher “ seien Twitter und andere Medien mit Kommentarfunktion „einmal als „elektronische Kneipe“ bezeichnet worden“.

Und die echten Kneipen sterben dahin. Die verbleibenden lassen sich die Speisekarte von anonymen Caterern erstellen, bieten keine ordentliche Currywurst, keine salzigen Soleier mehr an, das frisch gezapfte Bier ist schal und die Kundschaft bleibt weg, weil „das Zeugs“, das man da bekommt doch allzu fremd, überfremdet ist: Die völlige Katastrophe!

 

 

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