Pharma-Unternehmen, Medien, und beeinflusste Ärzte

Norbert Donner-Banzhoff, Professor am Medizinischen Zentrum für Methodenwissenschaften und Gesundheitsforschung an der Philipps-Universität Marburg, hat untersucht, wie objektiv medizinische Fachzeitschriften berichten, und darüber mit der ZEIT gesprochen.

Werbefinanzierte Medizinjournale sind weniger kritisch als andere, und Ärzte sind auch nur Menschen, die von (Medizin-) Medien beinflusst werden.

Viele redaktionelle Texte werden von "Meinungsbildnern" geschrieben, oft Professoren und Chefärzte, die auf Kongressen und in der Fachpresse zur Verschreibung bestimmter Medikamente ermutigen sollen.

Und so weiter…

Die “Botschaften der Hochglanzblätter” können im Endeffekt dem Gesundheitssystem schaden, denn:

Geld kann man nur einmal ausgeben. Und es verschiebt den Fokus der Behandlung zu Medikamenten, obwohl in vielen Bereichen auch nicht-medikamentöse Therapien wichtig sind. Blutdruck kann und sollte man in der Regel mit Medikamenten behandeln. Aber eben auch durch salzarme Diät, Gewichtsreduktion und viel Bewegung. Doch damit verdient niemand Geld.

Das ist die vielleicht die übliche Sicht der Dinge, aber nicht ganz zutreffend. Zum Einen wird mit dem Versprechen, Mittel und Wege zum Abnehmen zu bieten, durchaus Geld verdient (wenn auch kaum wirklich Gewicht reduziert), zum Anderen ist gespartes Geld auch so gut wie verdientes Geld. Aber nicht einmal die unabhängigen Medien vermitteln unseren Ärzten, wie die ihren Patienten vermitteln sollten, wie sie von ihrem Übergewicht herunterkommen sollen, können, wollen ;-)

Siehe auch:

Bluthochdruck (Hypertonie) und Übergewicht

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