Ungeliebte Wahrheiten: Diäten können an der Persönlichkeit scheitern

Um noch einmal auf das Interview mit Prof. Ursel Wahrburg zurückzukommen: Emotionale Faktoren, Essprobleme (oder Essstörungen) könnten als Symptome unterschiedlichster psychischer Probleme verstanden werden.


“Das Abnehmen fällt zweifellos leichter, wenn  es gelingt, diese Probleme in den Griff zu bekommen und damit “das Übel an der Wurzel zu packen”. Dafür kann dann auch zusätzliche Professionelle Hilfe erforderlich sein.”

Leider wurde das Interview genau an der Stelle, wo es wirklich interessant wird, nicht weitergeführt.
Worin kann nun die “zusätzliche Professionelle Hilfe” bestehen?

  • die Behandlungsbedürftigkeit der Adipositas wird von Experten (hier: Hans-Christoph Steinhausen) auf eine enger definierte Extremgruppe eingeschränkt
  • Psychologische sowie endokrine Funktionsveränderungen bei der Adipositas werden als Folge des Übergewichts verstanden.

Das war wohl ein gedanklicher Doppelsalto – natürlich besteht ein Handlungsbedarf auch bei weniger extremen Fällen, und einen ungesunden Lebensstil zu verbessern, kann notwendig sein (Vgl. “Du musst Dein Leben ändern”).

Man könnte hier zwischen einem ersten Übergewicht, das irgendwann in den Anfängen durch “falsches” Verhalten, vielleicht auch vor dem Hintergrund einer gewissen Ich-Schwäche, entstanden ist, und einem “sekundären Übergewicht”, das sich hartnäckig selbst “regeneriert”, wiedererzeugt, unterscheiden.

Dabei ist das “historische” Übergewicht nicht aufgrund einer freien Entscheidung, das Zu-viel-Essen nicht unbedingt aufgrund einer Ich-Schwäche entstanden: Kinder und auch Jugendliche können den von außen auftretenden Reizen nur bedingt Widerstand entgegensetzen; warum sollten sie den professionellen Verführungen gegenüber immun sein können, und: Aus der Art, wie Kinder “gefüttert” werden, erschließt sich, welches Essverhalten von den Eltern/der Mutter gewünscht wird.

Über das Beharrungsvermögen eines einmal gegebenen Übergewichts muss nicht mehr diskutiert werden.
Bei Kindern und Jugendlichen könnte man hier noch von einer Entwicklungsstörung sprechen, bei Erwachsenen eher von einer Fehlentwicklung.

Manchmal handelt es sich auch um wiederkehrende Entgleisungen, manchmal fährt der Zug in die falsche Richtung. Die nötige Hilfestellung wird in jedem Fall unterschiedlich ausfallen. Die Hilfe soll muss ja noch unbedingt die  “Bearbeitung des persönlichen Hintergrunds” umfassen.

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