Übergewicht, Jo-Jo und die letzte Hoffnung eines hoffnungslosen Falles

Dass die Essstörung die Nachfolge der Hysterie angetreten hat, erklärt so manche hysterische Begleitkomponente im Kampf gegen das Übergewicht: Nur war das Auf und ab, das heute als Jo-Jo-Effekt imponiert, damals, beim hysterischen Anfall, wesentlich beeindruckender.

Es bleibt aber eine Reihe von Symptomen, über die man sich in epischer Breite auslassen kann: Der Kleiderschrank mit Garnituren, die von Größe M bis XXL  reichen, und immer wieder der Moment des Entschlusses zum abnehmen, wenn alle Hosen zu eng sind:

Ich will meinen Selbsthass befeuern, der latent in mir schlummert. Nur der kann mich durch die öden Monate einer Diät tragen, mich auf den Crosstrainer treiben.

Nun gut. Selbsthass verlangt auch die Selbstbestrafung, eigentlich – aber im Falle des Herrn Bartels hat es sich so ergeben, dass er seinen  selbstmitleidigen Erguss für den STERN zu Papier bringen durfte, um sich stellvertretend (und beispielhaft?)  als armes Schwein darzustellen:

Jeder, der sein Problem nicht in den Griff bekommt, der seine Sucht nicht besiegt, ist in den Augen seiner Umgebung ein Versager, irgendwie. So funktioniert unsere Gesellschaft nun einmal, …

Wer das so sehen will, kann das so sehen. Vieleicht hat Herr Bartels den Auftrag, diese Sichtweise zu propagieren, immerhin bekommt er für diese Art der Darstellung sogar ein Honorar. In unserer Gesellschaft gibt es viele Süchtige, die so oder so mit ihrer Sucht leben, und es ist ungerecht, undifferenziert und primitiv, sie alle als “Versager” zu verstehen. Sollten die “Augen unserer Umwelt” wirklich so böse sein?

Nun will er sich an Susanne Fröhlich (Autorin von “Moppel-Ich” und ähnlichen Büchern) orientieren und langsam darauf hin arbeiten, sich mit einem gewissen Übergewicht zu arrangieren. Egal, wie fröhlich, gekonnt und flott das alles formuliert ist: Es riecht nach Clownerie und eitler Nabelschau…

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2 Kommentare zu “Übergewicht, Jo-Jo und die letzte Hoffnung eines hoffnungslosen Falles”

  1. weinerlich, voller vorurteile und hass, nicht nur selbsthass. kokettiert mit seinem jo-jo, statt sich bei einem vernünftigen übergewicht einigermassen fit zu halten. gebraucht inflationär das wort scheiße, ist wohl anal fixiert. dass der da schreibt, ist taktik: dann können die diäten-verkäufer sagen: seht ihr, haltet euch an unsere gesetze. schlägt sich halt durch mit jo-jo. therapie ist da zwecklos: zu verschlossen und zynisch – und: er wird so kaputt gebraucht; gar nicht vorbildlich die sache, aber typisch.

  2. Schwierig. Aber: Wenn er schon über sich nachdenkt, sollte es auch etwas bringen. Vielleicht wär’ ja eine Selbsthilfegruppe etwas – da könnt’ er sich engagieren ;-)

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