Von den Diäten zu den Essstörungen?

Schleife gegen den SchlankheitswahnSind wir nicht alle irgendwie vom Diäten-Wahn ergriffen?
Das macht aber gar nichts, denn die Schleife gegen den Ansteckungswahn Schlankheitswahn ist jetzt hier erhältlich.

Einfach gut sichtbar auf der Kleidung anbringen, und alles wird gut! Zusätzlich, oder vorsorglich,  kümmern wir uns noch  wir uns noch einmal um die Essstörungen…

Denn der Neujahrsvorsatz “Diät machen und die überflüssigen Pfunde wieder loswerden”, gefolgt von ungesunden Abnehmversuchen, um das Idealgewicht zu erreichen kann manchmal zu einer Essstörung führen.

Und im Übrigen gilt:

bei Essstörungen gibt es keine chinesische Mauer zwischen gesund und krank. In der Bevölkerung gibt ein Kontinuum von normalem Essverhalten hin zu gestörtem Essverhalten und Essstörungen.

Also müssen wir uns bei der folgenden Einteilung die fließenden Grenzen selbst hinzudenken:

  1. Normales Essen
  2. Gezügeltes Essen / Gezügeltes Essverhalten ("Diät")
  3. Teilsyndrom Essstörungen (nicht-näher-bezeichnete Essstörungen)
  4. Essstörungen (Anorexia & Bulimia nervosa)

Auffallend sind hier die Schwierigkeiten bei der Diagnostik der “Nicht näher bezeichneten Essstörungen”, wozu die “Binge eating Disorder” gerechnet wird:

“Vor einer Gleichsetzung von Binge Eating Disorder und … Adipositas kann aber nicht genug gewarnt werden: Die Mehrheit der … adipösen … Personen zeigt keine Störung mit Essanfällen!”

Hier tritt eine gewisse Widersprüchlichkeit zu Tage, denn zwischen “normaler Adipositas” und “Binge-Eating-Disorder” soll plötzlich eine scharfe Grenze gezogen werden.
Man sollte zur Erklärung noch hinzufügen, dass das “gezügelte Essverhalten” in all seinen Schattierungen durchaus seine (zeitweiligen) Übergänge zum Binge-Eating hat, weil beim “gezügelten Verhalten” Durchbrüche (Fressanfälle) einfach unvermeidbar sind.

Ebenfalls beachtenswert ist der im Artikel “Die Essstörung als Orientierungsstörung” zu kurz angesprochene Abwehrmechanismus (Mit Hilfe verschiedener Abwehrmechanismen versucht das Ich alle Vorstellungen und Gefühle, die Angst und Unlust auslösen, zu vermeiden. Anna Freud (1936) beschrieb die wichtigsten Abwehrmechanismen, Mechanismen, die auch beim Gesunden zum Einsatz kommen und erst bei Fehlen oder in ihrem übermäßigen Einsatz zu Störungen führen) der

Verschiebung.

Subjekt verschiebt einen Triebimpuls auf ein Objekt, z. B. die Wut gegen den kränkenden Chef wird auf die Ehefrau verschoben.

Oder Aggressionen, die die durch Strenge des Vaters entstanden sind, werden vom Kind an kleineren Geschwistern abgelassen: Wir kennen solche “spontanen Handlungen”und plötzlich auftretenden Impulse, und befinden uns hier schnell im Bereich der unbewussten Vorgänge und Prozesse, einer Region, in der es weniger um das “Wachbewusstsein”, sondern mehr um Wünsche und Bedürfnisse geht, die auch “irgendwie” verschoben werden können. 

So könnte es auch beim Wunsch, “ein wenig umsorgt zu werden” (und beim einen oder anderen Frust… ) Verschiebungen geben hin zum Wunsch, sich selbst ein wenig zu verwöhnen, das Leben zu versüßen, etwas kräftiges zu sich zu nehmen, beim Essen abzuschalten, es sich einfach zu machen, einen Bärenhunger zu stillen, – tja,: Und so weiter?

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2 Kommentare zu “Von den Diäten zu den Essstörungen?”

  1. [...] Orthorexie, dieses zwanghafte Denken nun den Essstörungen zuzurechnen ist oder nicht – es ist Teil des Diäten-Wahns – wobei natürlich anzumerken ist, [...]

  2. [...] der fließenden Grenzen zwischen normalem Essverhalten und Essstörung erscheinen Diskussionen über den Hungerstoffwechsel [...]

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