Fleischkonsum und Krebsrisiko

Wenn in den nächsten Wochen der Verkauf von Fleisch und Wurst einbrechen sollte, ist vermutlich … eine großangelegte Studie des National Institute of Health (NIH) der USA   [schuld]: Wer viel Fleisch von Rindern, Schweinen und Lämmern oder daraus hergestellte Wurst isst, hat ein deutlich höheres Risiko an Krebs oder Herzinfarkt zu sterben als ein Fleischverächter.

Ob jetzt diese Studie, die aktuell in der ZEIT besprochen, oder andere:

Es lassen sich statistische Zusammenhänge zwischen  Krebsrisiko und Fleischkonsum herstellen. Die hier angeführte Studie bezieht sich auf Amerikaner im Alter von 50-71 Jahren (zu Beginn der Studie???) in einem Beobachtungszeitraum von zehn Jahren.

Hätten alle Männer der Studie nur so wenig Fleisch gegessen wie die 20 Prozent der Teilnehmer mit dem niedrigsten Fleischkonsum, hätte es vermutlich elf Prozent weniger Todesfälle gegeben. Bei Frauen liegt diese Zahl sogar bei 16 Prozent.

Die Studie könnte als Aufforderung, seine Gewohnheiten zu überdenken, interpretiert werden, und so verwundert es nicht, wenn ein Kommentator meint:

Naja wenigstens haben die ganzen Vegetarier und Ökospinner jetzt ein weiteres Argument auf ihrer Seite, warum es denn sinnvoll sei, auf Fleisch zu verzichten.

Ich persönlich finde ja, solche Kommentare, die Mitmenschen samt ihrer Meinung, die sie ja haben dürfen in unserem Land (Meinungsfreiheit!!) diffamieren, herauszensieren oder kürzen sollte.

Es geht jedenfalls auch sachlicher, etwas mit dem Hinweis auf das enthaltene Fett (“Weißes” Fleisch ist weniger Fett; zu weißem Fleisch wurde hier auch der Fisch gezählt…) und gegrilltes Fleisch enthält Giftstoffe, die vom Rauch herrühren).

Und dann war da noch ein Zusammenhang, der bei der Interpretation einer ähnlichen Studie herausgestellt wurde:

Gründe für den Zusammenhang sind krebserregende Stoffe im Fleisch, etwa N-Nitroso-Verbindungen. Ihre karzinogene Wirkung könnte darin bestehen, dass sie die Zellteilung ankurbeln, die DNA-Synthese erhöhen oder auch Schäden durch freie Radikale fördern.

Es sieht so aus, als seien unsere Wissenschaftler erst am Anfang, und könnten uns noch keine wirklich praktikablen Regeln vermitteln.

Man müsste auch differenzieren, in welchem Alter Fleisch gesund und förderlich, und wann es eher ungesund ist. 

Trotz solcher Daten aber raten Ernährungsexperten von Fleisch nicht ab. So stecken im Fleisch viele Vitamine und das Spurenelement Eisen, die der Organismus benötigt, erklärt Heiner Boeing. Es sollte nur nicht so viel sein. Im Durchschnitt sollte jeder mit 80 Gramm oder weniger Fleisch und Fleischwaren am Tag auskommen. Das ist nicht viel: Nach einem einzigen 250-Gramm-Steak heißt das, mindestens zwei weitere Tage weder Fleisch noch Wurst essen. Gesünder ist es auf alle Fälle.

Wegen so etwas bin ich auch schon als Öko-Spinner und Körnerfresser beschimpft worden…

Es könnte ja sein, dass die Experten recht haben, und wir dies bloß nicht wahrhaben wollen. Oder das Metzgerhandwerk (bzw. die Fleischindustrie) kommt in Schwierigkeiten.

Die vegetarischen Brotaufstriche sind andererseits durchaus eine Alternative zu tierischen, und auch ein Metzger darf sie anbieten…

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5 Kommentare zu “Fleischkonsum und Krebsrisiko”

  1. [...] ist das: Erst der Fleisch, – und jetzt auch noch der Zuckerverzicht. Und das Alles wegen der [...]

  2. [...] Fressnet Nicht nur für Amerikaner riskant: Ob Rind, Schwein, oder Lamm – auch wer in Europa täglich mehr [...]

  3. Ich gönn mir jetzt erstmal ein wenig weißes Fleisch. Weißwürste zählen doch dazu, oder? 8-)

    Mist, kein leichtes/alkoholfreies Weißbier im Haus. Das würde es ja nochmal weißer machen. 8-)

  4. Ich gehe mal davon aus, dass es bei der Weißwurst auf den richtigen Senf ankommt…

  5. [...] Fleischkonsum und Krebsrisiko [...]

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