Ignoranz – Demnächst War Vorgestern

 „Wir werden Ihre Anfrage bearbeiten und Ihnen demnächst eine Antwort diesbezüglich geben.“

Man kennt das Muster von z. B. Bewerbungsschreiben, und selbst so eine Standartantwort bleibt oft aus; der ignorierte Absender hält dann den Empfänger für arrogant, empfindet das Nicht-Reagieren als Ignoranz, wie es besser zu handhaben wäre, sagt eine Psychologie-Seite:

„A quick, „I’m sorry,we can’t work with you on your idea“, plus a brief reason, is better than leaving a person waiting for Godot.“

Also: Ohne unangemessene Verzögerung gleich zu sagen, dass und warum man an eine Zusammenarbeit nicht denken kann, ist besser, als eine Antwort anzukündigen, sie aber auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben.

In unserem palamentarischen Bundes-Gesundheitsausschuss hat es überreichlich solche IgnorantInnen: Das kann ich behaupten, weil ich vor zwei Jahren an „die diesbezüglichen MitgliederInnen“ eine Anfrage geschickt hatte, die recht eigentümlich komplett unbeantwortet blieb.
Es war ein „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ einer tüchtigen Bundestagsabgeordneten, der stilsicher „eine Antwort diesbezüglich“ angekündigt hatte, im Behördendeutsch der 50-er Jahre, und zwar nicht auf irgendeine Frage wie „Wo bitte geht es hier zum Gemüseladen?“

Nein, es war eine richtige, wichtige Frage zu einem besorgniserregenden Phänomen, nämlich der Adipositas, unter der Viele latent und schleichend zunehmend leiden, mit der der Kulturbetrieb kokettiert:

Bei Taylor Smith gibt es nicht viel zu wiegen, aber als „Anti-Hero“ muss das sein, weil es auch um verdeckten Narzissmus geht, nicht nur im Song, der diesen benennt. Verdeckt war auch der Charakter meines Gesundheitsausschuss-Schreibens, das nämlich im Grunde ein Hilferuf und kein Spaß war – die faktisch unterlassene Hilfeleistung hatte in der Folge diesen Personenkreis als Kooperations-Option „gelöscht“.

Die Ignoranz, um das abschließend noch loszuwerden, kann Auswirkungen haben, die physischer Gewalt gleichkommen.

Ein wenig entschärfen lassen sich diese Folgen mit diesen zwei Einsichten:

  • Meistens handelt es sich um eine Erscheinungsform der „modernen Zeiten“, wenn man ignoriert wird.
  • Recht effizient gegenüber der Verletzung durch Ignoranz ist/wäre es, sich von der Zuwendung, „affirmatiō“ (lat.) Anderer zu emanzipieren, indem man sich selbst einschätzt oder beurteilt, gegebenenfalls auch lobt.

Wenn EntscheiderInnen alternative Ideen ignorieren, kann das mit Nicht-Wissen (-wollen), mit Angst vor Veränderungen oder  der Erwartung von Widerständen zusammenhängen. Genauer gesagt, muss es sich um die Pluralform handeln, also um Ängste.  Anders kann ich mir beispielsweise die „NichtzurKenntnisnahme“ bezüglich der Biolebensmittelgrundversorgung nicht erklären.

 

Das Lebensmittelfoto ist zwar deutlich, scharf und sogar vergrößert zu betrachten, dennoch erklärungsbedürftig, damit im Zweifelsfall „uninteressant“.

Immer bräuchten wir drei, vier, fünf Argumente, um gewisse Zusammenhänge zu erläutern. Einem Unverpackt-Laden, der es ins Zentrum des Städtchens geschafft hat, ist das gelungen:

Meinetwegen könnte man auch in den Discountern unverpackte Ware anbieten, was dann zwar einen gewissen Personalbedarf ergäbe, aber möglich sein sollte. Dass unverpackte Milch auch in Selbstbedienung möglich ist, muss nicht mehr bewiesen werden; Sojamilch zu Hause in Tofu oder Frischkäse zu verwandeln, spart LKW-Fahrten und schont überlastete Autobahnen – wenn doch nur alle Haushalte über einen Multicooker verfügten!

Neulich dachte ich schon, zu mehr oder weniger Engagement das passende Zitat gefunden zu haben:

„Mein lieber Mario Jiménez, „in diese  Höhle gehe ich nicht“, sagte das Kaninchen“.

Es stammt aus dem Roman „Mit brennender Geduld“ von A. Skarmeta, der wird in einem Kalenderblatt vorgestellt und von Hans Korte in acht halbstündigen Episoden vorgelesen.
Hörbücher können, gerade in schwierigen Zeiten, sich positiv aufs Gemüt auswirken und schonen, im Vergleich mit gestreamten Filmen, durch geringeren Datenverbrauch die Umwelt!

Das auch in größerer Darstellung zu betrachtende Foto aus dem Westerwald veranschaulicht oder symbolisiert Trockenheit und Dürre;

„Das Primat der Ökologie muss ganz selbstverständlich jedes politische Handeln bestimmen und allen Investitionen, Vorhaben und Angeboten innewohnen.“

Das Zitat von Martina Häusler könnte man unterschreiben; zumal bereits jede Mahlzeit, deren Zutaten, Zubereitung und die Zusammensetzung der Tafelgesellschaft oder Tischgesellschaft politisch sind. Politisch ist auch eine Xanthippe, die sich ihr Schnitzel, das niemand will, nicht nehmen lässt, politisch sind auch Kubikkilometer an Beton, der Landschaft zementiert oder unterirdisch „nötig“, jedenfalls politisch gebilligt ist. Politisch sind auch Links, die Grundlage der Hypertext/Internetsprache – so auch meiner zum Klimaprimat.
Wer diesen Vorrang arrogant übergeht, überschätzt seine eigene Bedeutung und behandelt Andersdenkende als minderwertig.

 

Wenn es hier nach Resteverwertung aussieht, dann deshalb, weil hier eine Resteverwertung stattgefunden hat.
Magerquark, Frischkäse, Yoghurt, Ei, Mehl, kleingeschnittene Paprika plus Gewürze wurden verrührt und gebacken.

Seit ich einen Artikel mit dem Stichwort „Foodboards“ geschrieben habe, serviere ich unheimlich gerne auf Holz 😉
Wichtig bei diesem Foto ist die braune Paste in der Paprika oben links: Ein „Hummus“ aus normalen Linsen, mit einer Nussmischung und etwas Sesam-Tahin.

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