Von Problemfangspielen zur Arbeitsfreude

Problemfangspiele – Werbeabdrucke  – Verzögerungsstrategien – Fehlschlüsse – Veränderungsdebatte mit Tempeh –  Malnutrition Problems – Tofuburgerbewegung – Aromen – Ernährungsgrundsätze – Umdenken – Fortschritte – Arbeitsfreude

 

Ich behaupte mal – testweise – dass wir im Problemfall dazu neigen, „blinde Kuh“ zu spielen, mit verbundenen Augen ein Problem, das wir nicht erkennen, fangen und benennen möchten.

Der „unmittelbare Konsum“ gilt noch als freiheitlicher Bereich, während er faktisch auf allenen Ebenen beeinflusst wird, wobei der „Fußabdruck“ dieser Werbedrucke durchaus verzichtbar ist. 

Nun darf man nicht behaupten, wir führten „Verzögerungsdiskurse„, Debatten, die Veränderungen verhindern, wenn Andere Entscheidungen treffen, die nach Lobbyismus und Korruption riechen und den Betrieb von umweltschädlichen Superjachten per Steuervorteil fördern.

Wir könnten ja längst mehrheitlich als Aktivist*innen agieren, doch da gibt es noch diese  Verzögerungsstrategien…

  1. Verantwortung abschieben. Das Argument ist: Nicht wir sollen das Klima schützen, sondern andere!
  2. Unzureichende Lösungen (Scheinlösungen), die keine wesentliche Veränderung bringen, zu bevorzugen und als ausreichend darzustellen.
  3. Die Nachteile von Klimaschutzmaßnahmen hervorzuheben.
  4. Die „apokalyptische Haltung“ gegenüber der Klimakrise, nach dem Motto: Es ist eh zu spät (… und nach mir die Sintflut!)

Im Interview mit Anita Habel kam auch die interessante Frage:“Hilft es, psychologisch gesehen, sich mit anderen zusammenzuschließen?“ samt der Antwort „Ja, wir sind zusammen wirksamer.“
Dabei gilt es „nur“ noch, das Problem auszuräumen, dass Vielen doch die Bereitschaft zum „Schulterschluss“ fehlt, also Vorbehalte, „Desinteresse“ und Ängste davor herrschen.

Rohkost: Möhre, Sellerie, Apfel, gewürfelte Zwiebel. Sauce aus Avocado-Dip-Rest, Essig, Zitronensaft, Knoblauch, Ingwer, Curcuma., dreierlei Speiseöl, Salz und Pfeffer.

 

Wir wissen, dass die Landwirtschaft und die Ernährungssysteme wesentlich zum Klimawandel beitragen. Straßenblockaden, so der Plan, sollen Aufmerksamkeit für die Krise schaffen – „Tempolimit und 9-Euro-Ticket“ fordert die „Letzte Generation“ und fokussiert die Aufmerksamkeit auf den Verkehrssektor, einen Teil des Ganzen.

Die Konsumentenschaft verehrt das „Goldene Auto-Kalb“, während die traditionelle Wertschätzung der Ernährung nachlässt:

„Lebensmittel sind nicht nur Treibstoff für unseren Körper, sie sind die Essenz unserer Kultur, Gemeinschaft und Identität.

Lassen Sie uns unsere Lebensmittelsysteme und diejenigen, die sie produzieren, ehren, und die Kraft der Lebensmittel, uns alle zu nähren und verbinden, feiern.“

Dani Nierenberg

 

Wir sollten uns die Freiheit nehmen, an Stelle der Verzögerungsdiskurse die

Veränderungsdebatte

zu setzen. Die könnte folgenreicher sein, als das bisher gedacht wird. Tempolimit, Fleischlimit, Zuckerlimit – weil wir ja ohnehin bisher unser Limit weit überschritten haben und jährlich konsequenzlos einen Earth-Day feiern, den offenbar niemand versteht.

Verfremdungs-„Übung“ in Sachen Zarte Heringsfilets: Grössere Ansicht in neuem Tab

Während zahllose Tier- und Pflanzenarten aussterben,  die Temperaturen und  Meeresspiegel ansteigen wollen (?) wir unser altmodisches Verständnis von Wohlstand und Glück aufrechterhalten. Dass auch die Heringe weniger werden, macht sich im Kühlregal noch nur preislich bemerkbar.

Die Starrheit des Denkens offenbart sich in solchen Ausrufen:

 

No. Obesity is a malnutrition problem!

So funktioniert der freie Meinungsaustausch heute: Einige sprechen über unterschiedliche Aspekte innerhalb des „multifunktionalen Gesamtgeschehens“, und dann kommt das rechthaberische Papperlapapp-Argument und das trotzige Festhalten am Aufgeschnappten, am mühelos Gelernten, also „Nein, es ist die Adipositas eine Frage der Fehlernährung!“

Über das „Nein“ und seine Bedeutung für die Persönlichkeit haben wir schon gesprpchen, über Fehlernährung auch.

Selbst, wenn das Übel nur von einem einzigen Wirkfaktor abhinge, wäre ja zur Fehlerbehebung die spezielle Eigenart dieser Ursache herauszuarbeiten, und die Schwierigkeit, dann eine wirksame Überzeugungsarbeit zu leisten, bleibt nicht aus. Das Umdenken der Erkrankten stellt sich ja erfahrungsgemäß nicht nach der gebräuchlichen Strafpredigt: „Bewegt euch mehr und halbiert die Nahrungszufuhr!“ ein.

Eigentlich überflüssig, zu erwähnen, dass ein Tofuburger vegetarisch ist. Die kleine Komposition soll für Gaumenkitzel und Sättigung sorgen, was sie auch sorglos tut.

„Am anderen Ort“ sorgen geheinbisvolle Konzentrate für billigen Geschmack, das nennt sich „Aroma“. Das hat dann vielleicht nicht so viele „Zwischentöne“ wie das Original, aber man gewöhnt sich daran.

Klar, dass es dazu noch die Geschmacks- und Appetitverstärker gibt, Adopositas als selbst gewähltes Schicksal zu betrachten, gilt als veraltet, und der Blick auf die Essstörungen zeigt, dass „das Essen“ als solches nicht das zentrale Problem ist. Wer die Essstörung als Orientierungssstörung betrachtet, empfiehlt einen Kompass…

Panaden-Parade: Fermentierte Kichererbsen – Kichererbsen-Tempeh mit panierten Zuccinischeiben, Zwiebel und Salat. Das „weiße Zeug“ in der weiter oben gezeigten  Heringsschale war frisches Tempeh. 

Wir sind beeinflusst von fixen Ideen über die Ernährung, von starren Vorstellungen zu den Essenszeiten, wir folgen Grundsätzen zur Zusammensetzung und Zubereitung, zu Tradition und Erfahrung, „wissen“, was schmeckt – und doch ist offensichtlich ein Umdenken und ein Umlenken nötig, wenn es langfristig etwas werden soll mit der gewünschten Gewichtsabnahme.
Soll das Umdenken „dynamisch an die Persönlichkeit angepasst“ sein, also die natürlichen, biologischen Veränderungen mit-bedenken?
Das wäre wohl am praktischsten, zum Beispiel angesichts des mit dem Alter sinkenden Grundumsatzes.

Die Idee des nicht-überladenen, bescheidenen Rentnertellers könnte bei der Anpassung an neue Umstände sinnvoll sein, muss auch nicht den Verzicht auf fetten Avocadogenuss bedeuten – wenn auch grünlicher Kartoffelsalat eher gewöhnungsbedürftig ist:

Kartoffelsalat mit (Hier: mit Gemüsebrühe „gestrecktem“) Avocadodip. Dazu passen gebratene Pilze – oder Etwas mit/aus Tempeh, oder ein „schon-wieder“-Effekt mit dem folgenden Foto.

Wir lieben die Abwechslung, mehr oder weniger. Abwechslung wäre ja, wie gesagt, auch der Übergang von den Veränderungs-Verzögerungen (eigentlich Fortschritts-Verhinderungen) zu den notwendigen Veränderungen. Warum auch nicht – kontinuierliche Veränderung in fortschrittlicher Solidarität, gerne auch mit „gut Essen“ beginnend!   Nehmen wir mal an, bei ARTE kommt demnächst eine Doku über die Erfindung des Rohkostsalats, die parallel mit der Entwickklung des Rades stattgefunden hätte: Die  Regisseurin würde staunen, wie oft „Möhren-Apfel-Selleriesalat“ von allen möglichen Leuten im Internet dargestellt wird. Den gibt es auch immer wieder mal, und niemand muss ihn neu erfinden. Er ist zwar „roh“ wie Rohkost, dennoch technologisch bearbeitet.

Das heißt: Nichts gegen Technologie – aber Schluss mit der Verwendung fossiler Brennstoffe!!

 

Zum Schluss – für heute – gibt es hier noch eine kleine Motivation, ein Zitat (https://beruhmte-zitate.de/autoren/titus-livius/) von Titus Livius, aus dem Buch „Ab urbe condita“, Römische Geschichte, übersetzt von Konrad Heusinger , Band 1, Vieweg, Braunschweig 1821, S. 407, – im Zusammenhang einsehbar, wobei auf das lateinische Originalzitat die Überstzung ins Deutsche sogleich folgt:

„Nusquam nec opera sine emolumento nec emolumentum ferme sine impensa opera est. Labor uoluptasque, dissimillima natura, societate quadam inter se naturali sunt iuncta.“ – Liv. 5, 4, 3

„Es giebt nirgend Mühe ohne Ertrag, und eben so nicht leicht Ertrag ohne aufgewandte Mühe. Arbeit und Vergnügen, ihrer Natur nach mit einander im Widerspruche, sind durch ein gewisses natürliches Band wieder an einander geknüpft.“

Was uns diese Worte sagen wollen, muss jede(r) selbst wissen. Dann macht auch Arbeit (wieder) Freude, und die Mühe lohnt sich. Oder so ähnlich 😉

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  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
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  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂
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