Optimierung von Kritik und Handeln, Kompetenz, Tempeh und eine Spassfrage

Heute geht es um den Unterschied zwischen Besser-Denken und Besser-Machen, um freundliche Kritik und nötige Kompetenz (mit Test).
Abgerundet mit einem Teller mit Streifen, indonesisch-stämmigem Tempeh sowie einer lösbaren Spassfrage.

 

»Die Kritik des Falschen ist das eine, der praktische Einsatz für das Bessere ist das andere.«

Irgendwo in den „unendlichen Weiten des Internet“ habe ich diesen Satz kopiert. Dabei habe ich das Gefühl, dass ihn nicht jeder kapiert.

Ein bisschen Lästern, etwa über den bayrischen Ministerpräsidenten, der höchstselbst als Speisender der Armen auftritt:

„Brot verteilen, Gurken verteilen, Wasser in Wein verwandeln – beim Wein noch etwas zögerlich, die Simulation von Gemeinsinn

Oder auch ein bisschen lästern anlässlich Lindners „Kompetenz-Simulation“ im Interview zur Haushaltsplanung:

Die eingängigen Slogans der Politik graben sich in die Hirnwindungen ein, werden sie nur oft genug wiederholt. Dann wird „Umverteilung“ mit „Abschaffung des Zusammenhalts“ gleichgesetzt, Freiheit mit „die 500 PS wollen ja auch mal ausgefahren sein“ und „Klimakleben“ mit „Terrorismus“.

Vielleicht kommen ja noch Einige auf den Weg der anerkannten Komplexität, vielleicht versuchen bezahlte Agenten auch weiterhin, das Volk auf den Holzweg zu schicken – „Komplexitätsreduktion“ kann man aber auch anstreben, das wäre zu unterscheiden von „Simplifizierung“.

Wenn eine Veränderung aber als „zu kompliziert“ empfunden wird, ist die Idee dazu vielleicht „einfach zu ungewohnt“, und, was eigentlich eine Vereinfachung wäre, wird einfach nicht zur Kenntnis genommen – so bisher bei der „Biolebensmittelgrundversorgung„.

Die gerechte Verteilung der Lebensmittel ist sicher ein zu ungewohnter Gedanke – zu ungewohnt, zu gefährlich, zu „marxistisch“ – doch diese Annahme wirft Fragen auf, hat doch Marx selbst am Menschen gezweifelt:

Klar ist: Wird eine Monarchie gestürzt, werden aus den Untertanen nicht zwangsläufig und sogleich engagierte Demokraten. Für fast alles muss man sich heutzutage qualifizieren; Berufsausbildung, Führerschein, Studienabschluss usw. sollen „bestanden“ werden, das Umweltwissen wird noch nicht abgefragt, und auch nicht die Ernährungskompetenz – doch gibt es hierzu beunruhigende Feststellungen:

Mehr als die Hälfte der deutschen Bundesbürger verfügt über eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz. …
Produktvergleiche treffen, Mahlzeiten planen und selbst zubereiten, Vorräte auswählen, gesund haushalten, gemeinsam essen, widerstehen können oder Snacks ausgewogen auswählen – dies alles gehört zur Ernährungskompetenz, der sog. Food Literacy.

Das könnte ja alles nebenbei vermittelt werden, wären die Vorbilder vorbildlich und die Medien-Bilder auch. Wenn das Regionalfernsehen ganze drei Minuten opfert, um einen „Bremer Teller“ mit Tempeh vozustellen, ist das nicht viel, sondern zu wenig, um ein Nahrungsmittel der Zukunft vorzustellen.

Vergleicht man Tofu und Tempeh, weist Tempeh die Vorteile „mehr Ballaststoffe“, Vollwertigkeit und – gegenüber dem Ausgangsprodukt – bessere Verdaulichkeit auf.

Weil wir ja ohnehin Fleisch durch Pflanzen-Produkte mehr oder weniger verdrängen-wollen-müssen, ist es sinnvoll, sich für das bessere Produkt einzusetzen. Sich dabei gleichzeitig für das ökologisch bessere Produkt (also das mit dem kleinsten „ökologischen Fußabdruck) zu entscheiden, sollten die in der Ernährungsbranche Beschäftigten wie auch die Konsumenten beherzigen und sollten Ernährungsberater und Fachjournalisten empfehlen.

Blick auf die Pinnwand: Lebensmittel-Foto zum Thema („Julienne-)Streifen auf dem Teller„. Das Foto symbolisiert gleichzeitig diverse Tätigkeiten und Techniken bei der Nahrungzubereitung,  die nach dem Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ eher früh als spät gelehrt werden sollten.

Nehmen wir die Schwarzweiß-Darstellung als Test in Sachen Ernährungskompetenz (!Erkenne Deine Nahrung“), wäre die Farbdarstellung die Auflösung?

In der größeren Darstellung wird einiges deutlicher, wenn auch nicht unbedingt so ganz klar. Auch für Fragen gibt es den Kommentarbereich – das hat wiederum mit der „dialogischen Kompetenz“ zu tun, die schon immer einen besonderen Wert hatte, so auch heute.

Die „Fermentative Kompetenz“ schließlich erwirbt man durch Üben; üben unter Anleitung oder im Selbstlernverfahren: Da gibt es ja schon länger die Möglichkeit, im digitalen Medium nach Beispielen zu suchen, die Andere, nicht ohne Aufwand, sogar ohne kommerzielle Absichten verfügbar mchen. Zum Beispiel hier, für Tempeh.

 


Wir erkennen hier – nichts, wie ich annehme. Es handelt sich um einen Ausschnitt vom Kichererbsen-Aufschnitt, der aus fermentierten, gekeimten und teilweise gespaltenen Kichererbsen besteht.
Ich finde ja, dass wir einen Mangel an Mykologen („Pilzkundige“) haben, und würde die Redewendung „Leistung muss sich wieder lohnen“ gerade in so einem Zusammenhang anwenden.

Dazu, über die „Polyphone Erzählkunst“ zu sprechen, bin ich jetzt doch nicht gekommen, aber man kann auch nicht über Alles sprechen, und die Spassfrage: „Was ist der Unterschied zwischen Polyphems Erzählweise und Polyphonie?“ beendet diesen Artikel 😉

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Frische Kommentare

  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂
  • Ulrike: Nachhaltigkeit und Produkte aus der Umgebung sind wichtig, da bin ich ganz bei dir. Alles...
  • Bine: Lieber Klaus-Peter, ich bin über die Foodblogbilanz2021 auf Deinem Blog gelandet und...
  • Evelin: Danke für diesen wunderbaren Artikel. Den Fotos sieht man an, dass die Gerichte...
  • Claudia: In diesem Artikel ist nicht immer klar, ob du etwas kritisierst oder empfiehlst –...

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