Von Tante Bente’s Fertigreis zur Dritten Aufklärung

Tütchen aus stabilem Plastik mit fertigem, schon gekochtem und gewürztem Reis – kann man kaufen, wenn man meint: “Das ist aber praktisch, als Vorrat und wenn es mal schnell gehen muss”. Der Fertigreis rechtfertigt die Mikrowelle und erzeugt in der Summe Müllberge, die niemand recyceln kann und politisch gesehen, haben wir gewichtigere Probleme – individualpsychologisch betrachtet mit dem Wohlfühlgewicht in erster Linie, und zu den Problemen zweiter Ordnung dringt niemand vor außer …

… wenigen Ausnahmemenschen, für die es kein Kunststückchen darstellt, Ausnahme-Essenszutaten wie “Fertigreis” selbst einzukochen. Solche Berichte stellen einen wertvollen Raum für den Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Einkochen als Vorrat-anlegen und um “etwas schnelles” zubereiten zu können. Champignons, die ja bei Hitze schrumpfen, sollte man vorher kurz  kochen. Im Glas dann gleich etwas Salz und – vielleicht – etwas Zitronensaft; selbst eingekochte  Champignons werden dunkler als gekaufte von der Lebensmittel-Industrie angebotene. Die Bolognese-Sauce gäbe es so ähnlich zwar auch im Laden, doch wer selbst kocht und zwar etwas mehr, kann mit wenig Extra-Mühe zum eigenen Fertiggericht in der nachhaltigen Mehrwegverpackung kommen. Wenn dann noch eine Pfandregelung für Lebensmittelverpackungen kommt…

Was im kleinen Massstab (selbst) eingekocht wird, kann sich nicht mit einem Markenimage umgeben wie die massenhaft umworbenen Produkte. die zum Beispiel “Onkel X” heißen und wohl irgenwo im Unterbewusstsein Vertrauen einflössen. “Tante Bente” – das war dann doch nur ein schwacher Versuch ;-)

 

An den Kassen unserer Läden sind seit 2022 Einwegtüten verboten, und Mehrweg ist angesagt. Weiterhin kostenlos und als Einwegtüte gibt es dünne Einwegtüten, etwa für Gemüse – 3,2 Milliarden pro Jahr. Das wird wohl eine Schätzung sein – 400 Dünntüten pro Kopf und Jahr, Pi mal Daumen.

An dieser Front wird das Plastik-Müll-Problem jedenfalls (vorerst) nicht gelöst.

Wir könnten hier auch nach den Gefriertüten fragen, die unser Jamie Oliver, als Vorbild und Star, benutzt und empfiehlt:

Das Tiefkühlen ist mit Ressourcenverbrauch für die Plastiktüte, Energieverbrauch des Gefriergeräts und Zeitbedarf fürs Auftauen sowie anteiligen Anschaffungskosten für das Gefriergerät, das zudem noch Stellplatz in der Wohnung beansprucht, verbunden.

Eine realistiche Kosten-Nutzen-Analyse findet nicht statt.

Das Thema “Reis im Glas” könnten wir noch weiterführen unter dem Motto “Der Reis ist heiß”, “Ohne Fleiß kein Reis” oder “Spicy Ricy – so good, so delicious, so yummy”, alternativ gibt es auch eine Rezeptbetrachtung:

Mujadarra” – Linsen mit Reis, “nahöstliche Würzung”, mit Röstzwiebeln (aus Gemüsezwiebeln) und obendrauf, schlussendlich, Minze und frischem Dill. Also nach 20 Jahren vegan “die leckersten arabischen Linsen mit Reis”.

Reis, Linsen und Röstzwiebeln – das hat mir gefallen, die Linsen habe ich auch gar nicht weggelassen, sondern Tempeh-fermentierte genommen, und der Reis – ich gebe es zu – hat etwas zu viel frisch geriebenes Curcuma abbekommen. Also unbedingt die große Darstellung anschauen!

 

“Chinakohl mit Herz” – dazu lässt sich sagen, dass man an das Innerste des Chinakohls herankommt, wenn man die Blätter nach und nach entfernt und rechtzeitig damit aufhört.  Diesen wertvollen “Rest” hatte ich ganz einfach im Dampf gegart.

 

Wieder aufgetaucht sind “Grüne Smoothies2, die ganz ähnlich wie die mit Moringa aussehen.

Dieser Moringa-Smoothie konnte sich zwar nicht auf dem Markt behaupten, hatte aber ein wichtiges Statement dargestellt: Es gibt Pflanzen, die, Klima-angepasst, gepflanzt werden können und komplett, von der Wurzel bis zur Blattspitze, verwertbar sind.

Das Neueste, was ich von Moringa gehört habe, war, dass er in Marokko im Rahmen von Klima-Kompensationszahlungen angebaut werde. Ganz ähnlich wie der Moringa-Drink sieht ein Algen-Cocktail aus, der in der Sendung

Fleischersatz: Ein Hype oder das Essen der Zukunft? (Ganze Folge) | Quarks

im letzten Abschnitt auftaucht: Deutsche Algenzucht im Gewächshaus. Über die Preisgestaltung der vorgestellten “Fleischersatze” wurde kein Wort verloren, auch nicht von der Umweltbelastung durch die Masse an Verpackungsmüll – und Tofu oder Tempeh sind überhaupt nicht in der Sendung vorgestellt worden, obwohl es sich um echte Fleisch-Alternativen handelt.

Viel Raum wurde aber einem Metzgermeister, der beim Fleisch-Imitieren zum konzentrierten Pflanzeneiweiß greift und jedes neue Produkt selbst entwickelt, eingeräumt.

Es fehlte auch nicht der Experte, der behauptet, ein verwendetes Bindemittel, diese Substanz mit Verwandtschaft zum Tapetenkleister, sei so unbedenklich wie Aromastoffe.

 

Tempeh (hier aus Linsen) braucht kein Bindemittel und kein Kunstaroma.  Man könnte es noch panieren; dadurch wird es aber nicht besser, sondern entspricht vielleicht nur “irgendwelchen Gewohnheiten” – die versprochene “Knusperpanade” kann zwar Gemüsestäbchen wie Fischstäbchen aussehen lassen, doch müssen wir wirklich auf jeden Marketing-Gag hereinfallen?

Wir wollen ja immer noch eine, unsere  Klimawende herbeiführen – und deshalb haben wir auch Gründe, den ernährungsbedingten Co2-Ausstoß zu verringern.

  • Im Sinne der Effizienz wäre es dabei besser, statt Algen in teuren Anlagen hierzulande zu züchten, in Farmen an Orten, wo sie besser gedeihen zu investieren und so dazu beizutragen, dass die Herkunftsländer am globalen Wirtschaftsgeschen teilnehmen.
  • “Fleischersatzprodukte” zu überhöhten Preisen sind verzichtbar. Besser wäre, solche Produkte, wenn überhaupt, lokal zu produzieren. Herstellungsgeheimnisse sollten dabei verzichtbar sein wie Patente auf Pflanzen und Tiere.
  • Und vieles mehr…

 

Es ist an der Zeit, umzudenken, umzulenken – den Kurs zu ändern und vernünftiger zu werden. Wie “Nachdenken” geht, haben eigentlich viele Philosophen, Dichter, Denker, Forscher uns doch schon zu zeigen versucht. Selbst das Denken und Fühlen zu erforschen, hat man begonnen – nicht ganz fehlerfrei allerdings, leider: Das sind dann die Denkfehler.

Wir sollten auch ein Bewusstsein für die Historie des Denkens haben, oder entwickeln,  denn sonst wird das nichts mit der Kursänderung auf unserem “Raumschiff Erde”. Es gibt jedenfalls Anzeichen, dass wir eine dritte Aufklärung brauchen.

 

 

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