Nouveau Salade, Neue Kanzlerin, Neue Herausforderungen

Machen wir es kurz, halten uns nicht lange auf mit Nebensächlichkeiten und kommen zur Sache:

So soll ein Salat aussehen: 

Ich nenne ihn „Supersalat oder Mischsalat mit Tomate und Bergkäsestückchen, angemacht mit  dezenter Yoghurt-Sahnesauce“,  und vielleicht war auch noch ein Teelöffelchen Mayonaise und Senf an der Sauce, und sicherlich etwas Olivenöl, Essig oderm Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer. Das Kunstwerk ist auch größer darstellbar, gewisserweise eine digitale Konserve.

 

Nouveau Salade

Konservierten Salat gibt es auch, der fermentierte Eisbergsalat wurde im vorherigen Beitrag vorbereitet, hier stelle ich ihn in der fertigen Form vor:

Der Eisbergsalat enthält derart viel Wasser, dass man die „Sauerkraut-äquivalente“ Zubereitung ausdrücken muss, soll es auf dem Teller nicht allzu suppig zugehen. Salzen entfällt, der Milchsäuregehalt ist nicht gravierend, so dass eine Salatsauce mit wenig Kräuteressig und mehr Öl, Pfeffer oder Chiliflocken nach Belieben, passt. In der linken, oberen Bildecke ist das Bedienfeld meines Multicookers zu erahnen.


Die interessante Salat-Neuigkeit würde auch der Chefarzt in der Adipositas-Klinik wählen, wenn er wüsste, dass es so einen „nouveau salade“ gibt .  Aber auch die Klientinnen der Chefärztin der Adipositas-Kurklinik wissen wenig von Salaten jenseits des Nudelsalatäquators, mehr Interesse an Alternativen wie beispielsweise einem wirklich hübschen Bohnensalat kann hier nicht schaden. Allerdings gibt es solche Kliniken auch nur für Selbstzahler. Desto wichtiger wird die Rolle der „Zivilmedizin“.

 

Annalena Bärbock – Kanzlerin

Wenn bei den GRÜNEN eine offenbar einvernehmliche Einigung bei der „Wer-Frage“ gefunden wurde und Habeck sich auf eigene Prioritäten konzentriert, eröffnen sich bestenfalls für „D“ bessere Perspektiven.

Im medialen Dauereinsatz sind momentan Andere – subjektiv steht Annalena Bärbock im Moment nicht so im Zentrum des öffentlichen Interesses – da hat uns die #allesdichtmachen-Gang gerade vorgeführt, wie man die Aufmerksamkeit der Medien durch die Hintertür „social media“ zumindest momenthaft erringen kann.

Nachdenklich macht das Merkel-Bärbock-Foto –

Ehrlich gesagt, hatte ich hier mal kurz die Assoziation „Matriarchat“. Die hätte sich bei Adenauer gewiss nicht eingestellt – wir hatten aber auch schon Staatsmänner, die allein durch ihren Bauchumfang das Thema „Versorgung“ repräsentierten. Doch schauen wir auch auf Inhalte – die werden offebar immer noch, in einer ewig alten Tradition, in Reden dargestellt. Hier so ein Beispiel, daraus ein Auszug:

Veränderung ist … nur möglich, wenn wir auch
eine andere politische Kultur pflegen,

  • in der man sich wertschätzt,
  • kritische Stimmen ernst nimmt,
  • und nicht gegeneinander arbeitet, 
sondern miteinander.

Dabei werden unausweichlich einige Schwierigkeiten bei der geistigen Offenheit auftreten – wenn zum Beispiel die nötige Ernährungswende eher einspurig bewältigt werden soll, und scheinbar niemand die Einführung der #Biolebensmittelgrundversorgung erwägt – vielleicht, weil die Idee „aus einem anderen Stall“ stammt.

Bei der Amtseinführung der Kanzlerin gibt es dann vegane Schnittchen, nachdem der Ethikrat darüber orakelt hat, ob nicht der Wasser-Fußabdruck bei diesen Früchtchen unangemessen groß ist. Wer davon  keine Ahnung hat, bemüht mit seinem Smartphone unauffällig einen Zufallsgenerator bei der Entscheidungsfindung – die größten Schwierigkeiten treten ja immer am Rande auf…

Nach diesem Seitenhieb auf „Als-ob-Experten“ noch ein Blick auf die programmatische Mut-mach-Rede:

 

  • In Deutschland steckt so viel:

Wir haben das Auto erfunden und das Fahrrad,
die Energiewelt revolutioniert.
Wir haben unter größtem Druck und binnen kürzester Zeit einen Impfstoff entwickelt.
Jeden Tag setzen sich überall in diesem Land Lehrerinnen und Pfleger, Forscherinnen und Landwirte, Ehrenamtliche für diese Gesellschaft ein und wachsen über sich hinaus.
Jetzt ist die Zeit, dass Politik über sich hinauswächst.

 

– und wir haben noch ungeahnte Möglichkeiten, die Welt im nationalen und globalen Austausch zu verstehen, kulturelle Anleihen bei  Ovid und Freud, Kant, Humboldt zu machen, auf falschen Pomp zu verzichten und auch an Anderes als immer nur ans Essen zu denken 😉 .

Zurück zum Thema:

Wenn Julia Klöckner es schon nicht durchsetzen kann, ihre Resteverwertung in der Bundestagskantine durchzusetzen, bietet sich doch eine verbesserte Neuauflage des Veggie-Day an. „Leftovers-Veggie-Day“ ist der Tag, an dem Hofreiter Zwangsverzicht übt.

Selbst der „große Teller“ im „Dampf aufgewärmte Pellkartoffel mit grüner Quark-Kräuter-Sauce“ bleibt noch erschwinglich wie das folgende, ganz einfache Gericht:

Die Schärfe der Sauce kommt hier übrigens von der Essigbrühe, in die „Habaneros im Glas“ eingelegt waren – daneben noch Pflanzenmilch/Sahne,  hausgemachte Gemüsebrühe und ein wenig Mehl zum Binden. Der Reis wurde mit Gelbwurzelpulver und Sojasauce gekocht, genauer gesagt gedämpft.

 

Zeit für neue Zeiten

Ein wenig hatte ich mich die letzten Tage mit Hans Jonas und dem „Prinzip Verantwortung“ beschäftigt – das wird für die dem demokratischen/fortschrittlichem Gesellschaftssystem Verpflichteten zwingend: Zur Einfachheit zurückkehren.

Jedoch verspüre ich keinen neuen Zeitgeist, bin vielleicht nur zu unempfindlich; theoretisch wäre es aber aus vielerlei Gründen, unter anderem weil das Überleben der Menschheit überhaupt nicht mehr selbstverständlich ist, an der Zeit für neue Zeiten, sprich gesellschaftliche Transformation oder Metamorphose.

 

In der Natur kommen solche Veränderungen ja auch vor, zum Beipiel bei der  Fermentation, hier von Wachtelbohnen zu Tempeh:

Das Pilzmycel braucht besondere Bedingungen – es ist schwierig, die in einer allgemeingültigen Form zu vermitteln, weil jedes Substrat anders ist.

 

Ob unsere Gesellschaft je die Umwandlung von Gartenanlagen im Rahmen des Urban Gardening beschließen wird, wäre noch zu besprechen.

Schlossgarten Idstein – „Da lassen wir alles, wie es ist.“ Daran etwas zu ändern, ist Sache der örtlich Aktiven, die offenbar noch aktiviert werden müssen. 

 

 

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