Zügellosigkeit – und Diät als bittere Medizin?

Bei manchen Fragen gehört schon etwas ungeheuer viel Idealismus dazu, sie überhaupt zu beantworten.

 

Hallo zusammen,
ich habe etwas Übergewicht und möchte gerne eine Diät beginnen. Als Favorit habe ich mir die Kohldiät rausgesucht, mag aber nicht so gern Kohl. Daher die Frage ob es auch eine Kartoffeldiät gibt. Auf Seiten wie z.B. www.kartoffelsorte.de konnte ich nichts dazu finden. Kann mir hier jemand weiterhelfen mit leckeren Gerichten abzunehmen?
Viele Grüße

“Als Favorit habe ich mir die Kohldiät rausgesucht, mag aber nicht so gern Kohl. “

Tja, da möchte man doch fast sagen: “Lass Dich mal auf Schizophrenie untersuchen”.
Aber wahrscheinlich steckt hinter dieser “Schizophrenie” bloß der altertümliche Gedanke, dass Diät (“Lass Deine Nahrung Deine Medizin sein”) etwas unangenehmes zu sein hat, und dass Medizin bitter schmecken muss. Und der ungenießbare Kohlsuppenfraß wird ja tatsächlich von vielen Schreiberlingen im Ernst empfohlen.

Und man möchte die Forenbetreiber verpflichten, ihr unseliges Forum zu moderieren.

Dass die Mentalität der Fragensteller, selbst bei einfachen Fragen sich nicht einmal selbst zu bemühen, sondern sich gewissermaßen mit Antworten füttern zu lassen, doch recht unerträglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Das ist so ähnlich wie bei den dicken Berlinern, die es an der U-Bahn nicht schaffen, die Treppe zu nehmen, und lieber den Aufzug blockieren.

Unter der Überschrift “Diät oder Psychiater?” habe ich dann noch folgende Einschätzung gefunden: Die “Güte” des Helfers

wird bereits im Keim erstickt, weil das “Opfer” es so auffasst, als wolle man ihm etwas Böses.

Oftmals werden hier Vergleiche zu Suchtpatienten gezogen, da die merklich aufkommende Distanz willentlich unvernünftig erscheint. Hier liegt der Fehler im Detail. Unglückliche Übergewichtige benennen nicht etwa ihr Mahl als unabkömmlich, sondern die eigene Zügellosigkeit als Mittel zu eben diesem Zweck. … Es herrscht großes Leid, welches diesen Menschen aber gleichsam Halt gibt und somit verteidigt werden will. Sei also der Plan dies mit einer Diät zu überwinden, wer sollte diese neue Rolle schon übernehmen? Hilfe zur Selbsthilfe klingt ja ganz nett, könnten diese Menschen sich allerdings auf sich selbst berufen, so kämen derlei Probleme erst gar nicht auf oder wären ohne Unterstützung meisterbar.

Der Aspekt, dass Manche sich in ihrem Leid häuslich einrichten und es gar “kultivieren” – das kommt vor und muss auch einmal angesprochen werden.

Dass aber ohne dieses “Selbst-Mit-Leid” das ganz große Glück herrschen würde, ist eine falsche Annahme.
Eine gewisse Strukturierungshilfe zur Diät anzubieten und so das Abnehmen möglich zu machen – dieses Angebot steht.

Wenn sich dann noch mehr Menschen Gedanken zur Selbsthilfe bei Übergewicht machten und sich in der Richtung effektiv engagierten – so könnte sicherlich ein Stein ins Rollen kommen. 

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