Wer profitiert künftig vom Übergewicht?

Wenn sich die Financial Times mit dem Übergewicht beschäftigt, geht es nicht ums gesunde Abnehmen und förderliche und hinderliche Faktoren, sondern ums Geld. Praktisch um die Frage: “Wer verdient am Meisten von den boomenden Fettbäuchen?”

Wer profitiert
vom
Übergewicht?


Fettleibigkeit ist ein riesiges Geschäft – vor allem in den USA. Nun werden auch die Menschen in Schwellenländern immer dicker. Die Industrie tut sich noch schwer mit dem neuen Markt.

Fallbeispiele mit Atemproblemen und ständigem Unwohlsein, die sich   noch nicht einmal die Schuhe binden können, sollen den Artikel lebendig gestalten, und:

Fettleibigkeit … ist eine schwere Last für das Gesundheitssystem. Zugleich bedeutet sie ein riesiges Geschäft für Diät- und Fitnessanbieter, Medizintechnik- und Pharmahersteller sowie die Nahrungsmittel- und Textilindustrie.

Dementsprechend sagt die Credit Suisse bis 2012 ein weltweites Umsatzpotenzial von 1.400 Mrd. $ voraus – das “dicke Marktsegment” ist unvorstellbar groß; anschaulicher wäre es geworden, hätten die Autoren dieses (erwartete) Geschäft mit den Dicken in einen Vergleich zu anderen “Märkten” gesetzt – allzu realistisch dürfte diese Schätzung, nach der der übergewichts-bedingte Umsatz den der Automobilindustrie noch übertrifft,  nicht sein.
Die Kosten im Gesundheitswesen durch die Folgeerkrankungen des Übergewichts werden für die USA mit 117 Mrd. $ beziffert.

Eine interessante These ist, dass Dicke Menschen mit Angeboten überhäuft würden: “Die Abnehmindustrie überfordert Übergewichtige mit Ihren Angeboten”. Allerdings gibt es hier keine zufriedenstellende Definition von “Abnehmindustrie”, werden doch auch Fitnesstudios, Ernährungsberater und  auch die Weight-Watchers aufgeführt.
Das Angebot bei “Metrofit” macht zwar von der Website her einen hausbackenen Eindruck, aber so wird es dargestellt:

Wer ein Abnehmprogramm des New Yorker Unternehmens bucht, wird seine Betreuer in den folgenden Wochen kaum mehr los. Ernährungsberater schreiben Zeitpunkt und Art der Mahlzeiten vor. Physiotherapeuten kümmern sich um mögliche Begleiterscheinungen des Übergewichts, immer unter Aufsicht von Ärzten aus einem Partnerkrankenhaus.
Dazu kommt ein auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmtes Fitness-Training. "Die Teilnehmer verlieren in sechs Wochen deutlich an Gewicht", verspricht Metrofit-Manager Jill Sheinberg. Die Kombinationen aus Ernährungsberatung, Fitnesstraining, Physiotherapie und medizinischen Behandlungen können schnell mehr als 500 $ kosten.

Aber auch diese Ziffer ist ziemlich nichtssagend: Gegenüber dem Wert der Gesundheit an sich sind 500 $ wenig, und es ist wahrscheinlich, dass auch das “Metrofit-Programm”, um nachhaltig zu wirken, dauerhaft gebucht werden muss.
Effiziente Abnehmprogramme zum Nulltarif sind – marktwirtschaftlich gesehen – äußerst selten…

Damit wendet sich der Fokus zur Weltlage:

Doch Adiposität ist längst ein globales Problem. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2005 weltweit 1,6 Milliarden Menschen übergewichtig.

und:

Im Jahr 2015 werden es nach WHO-Schätzungen 2,3 Milliarden sein.

noch eine Zahl aus der Pharmawirtschaft:

Der Schweizer Pharmakonzern Roche setzte [mit Xenical] …  im vergangenen Jahr weltweit mehr als 450 Mio. $ um

 

Fortsetzung: Mit Weight-Watchers in China

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2 Kommentare zu “Wer profitiert künftig vom Übergewicht?”

  1. [...] Umsatzpotential bei Übergewichtigen und durchs Übergewicht bedingte Krankheiten wurden in einem Artikel der Financial Times die Möglichkeiten auch in China und Indien [...]

  2. [...] Wer profitiert künftig vom Übergewicht? [...]

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