Magen-Schrittmacher kostenlos implantieren lassen – als Testperson

Zum Magenschrittmacher gibt es schon einige Beiträge – ein MDR-Bericht von 2005 zu einem Fallbeispiel – die Operation kostet rund 10.000 EURO und

Mythologie
modern:
Tantalus
im Magen

wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Mitte letzten Jahres vermeldete die Mayo-Klinik die Entwicklung eines Vagus-Blockers, und heute ist zu lesen:

Das ,,Tantalus”-Gerät wird mit einem laparoskopischen Eingriff unter Vollnarkose implantiert. Es sendet elektronische Impulse an den Magen, sobald der Patient mit dem Essen beginnt.

Nach Angaben der Entwickler soll es die Muskelkontraktion anregen, wodurch sich Sättigungsgefühl einstelle. Auf diese Weise werde das Übergewicht ohne Diät reduziert, dabei soll auch der Blutzuckerwert sinken. …  Derzeit sucht die deutsche Niederlassung von Metacure Studienteilnehmer und wirbt damit, dass der Magenimpulsgeber nebenwirkungsfrei sei – im Gegensatz zu Medikamenten. Die (kostenfreie) Implantation erfolge in der Rotkreuz-Klinik Frankfurt-Sachsenhausen (Internet: www.metacure.de, Telefon: 02431 9010208 ).

Es ist natürlich fraglich, ob die Methode wirklich so ideal ist: Werden die eigentlich natürlicherweise vorkommenden Signale künstlich (verstärkt) erzeugt, bekommen die Patienten auch nur schwerlich Zugang zu ihren natürlichen Sättigungsgefühlen.

Dementsprechend auch die Aussage einer Diabetologin:

Diese Methode hält die Darmstädter Diabetologin Wüchner für ,,unlauter”: ,,Es gibt nur wenige Patienten, bei denen ein derartiger Eingriff medizinisch notwendig ist.” Sie setzt auf Schulung der Patienten und Änderung des Lebensstils.

Angesichts der Kosten, die die Operation verursacht, sollte man mal darüber nachdenken, das Geld, oder einen Teil davon, in die “Lebensstiländerung” zu investieren. Wird die den wirklich übergewichtigen Patienten überhaupt schmackhaft gemacht?

Über Tantalus noch vor der Operation einmal gründlich nachzudenken, ist sicherlich lohnend…

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12 Kommentare zu “Magen-Schrittmacher kostenlos implantieren lassen – als Testperson”

  1. Hallo
    Ich möchte einen Magenschrittmacher kostenlos implantieren lassen, als Testperson.

  2. Tja – ist das eine gute Idee? Gibt es irgendwelche Alternativen?

  3. ich würde mich auch als testperson zur verfügung stellen .

  4. mit wenn kann man sich in verbindung setzen

  5. Ist das Ganze denn noch aktuell?

  6. Wahrscheinlich – wobei es meines Wissens sich auch um Neuland handelt. Und: Es solte doch auch möglich sein, ohne solche Hilfen abzunehmen. Oder?
    Jedenfalls bin ich gerade dabei, dafür ein ziemlich sicheres Konzept zu erstellen.

  7. ja würde ich machen

  8. ich wurde es auch gerne machen! ist es denn noch aktuell?

  9. Gefährliche Körperverletzung ist so etwas.

    Solche oder ähnliche radikale Schritte dienen nur in Einzelfällen wenn der BMI wirklich über 50 liegt und wichtige Operationen nötig sind oder sonst ein Kollaps droht.

    Aber da hilft eh durch die Unbeweglichkeit dieser Patienten eine Ernährungssuplementation und sonst liegekur.

    In solchen Fällen frage ich mich oft, ob ein künstliches Koma hier nicht theoretisch möglich wäre, allerdings wie gesagt nur im Falle sehr schwer Betroffener. Anders herum wäre es natürlich ein zusätzliches Risiko, das nicht nötig ist. Allerdings müssen die Betroffenen ja durch eine sehr langweilige Zeit und etwaige Zwänge und Konflikte aushalten.

    Schwierig. Ich kann nur jedem Abraten sich mit diesen Geldschneidereien einzulassen. Eine OP ist kein Spaziergang und wir sehen viele Opfer der Schönheitsindustrie immer mal wieder in lauten Warnungen der Ärzte oder von Interessenvertretungen der Betroffenen.

    Andererseits zeigt Interesse für solche Verstümmelungsoperationen den Zwang und die Hilflosigkeit, die Menschen mit Übergewicht ausgesetzt werden durch die allgegenwärtige Diskriminierung und den oft einher gehenden Selbsthass bzw. Selbstwertkonflikt. Hier sollte jeder klar sehen: Dünn sein ist auch nicht das Leben. Viele Dünne sind genauso unglücklich und fühlen sich genauso ausgegrenzt. Nur durchs verschlanken löst man seine Probleme nicht, genausowenig wie man Probleme lösen kann, wenn man vor diesen davon läuft.

    MFG

  10. Na ja, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommen die Adipositas-Chirurgen.

    Eigentlich dürfte es zu den Extremfällen gar nicht kommen, bräuchten wir gute Präventionsarbeit, und zwar vernetzt, weil der Hausarzt das gar nciht leisten kann.
    Kurkliniken sind längst massenhaft geschlossen worden – in dem Rahmen wäre manchem Patienten zu helfen. Es ginge auch ohne hotelähnliche Rundumversorgung, mit tätiger Eigenbeiteiligung. Der “Magenschrittmacher” beeinflusst ja das vegetative Nervensystem – und sein Einsatz wird angestrebt, als gäbe es keine anderen Möglichkeiten.
    Schlafkuren hat es m.W. in der Antike gegeben, unter therapeutischer/priesterlicher/seelsorgerischer Begleitung. Mit welchen “Medikamenten” dabei gearbeitet wurde, ist heute allerdings weitgehend tabu.

    Verstümmelung ist sicher nicht das erklärte Ziel bei den Operationen, man muss aber auch bedenken, dass im Vorfeld der Körper (wohl auch Seele und Geist) vernachlässigt worden ist.

    Wo es um (latenten, schwelenden) Selbsthass geht, wird es schwierig. Vermutlich geht das von Introjekten aus, letztlich gar nicht von einem selbst. Es gibt ja Persönlichkeitsanteile, die über die Identifikation mit Anderen erworben worden sind, soziologisch gesagt: Durch die Übernahme der Rollendefinition.

    Selbstwertkonflikte werden manchmal durch große Ideale geschürt. Die kann man nicht immer erreichen, das Märchen “vom Fischer und seiner Frau” macht das überaus deutlich ;-)
    Spass beiseite: Immerhin zeigt es, dass man sich manchmal sinnlos für Andere einsetzt, die in ihren Ansprüchen nicht zu bremsen sind.

  11. “Eigentlich dürfte es zu den Extremfällen gar nicht kommen, bräuchten wir gute Präventionsarbeit, und zwar vernetzt, weil der Hausarzt das gar nciht leisten kann.”

    Nun ja. Bei mir wäre sicher einiges zu retten gewesen, wenn, ja wenn die Ärzte sich frühzeitiger um meine Schlafstörung gekümmert hätten. Allerdings war dies nicht das einzige Thema für mich, wenn es auch eben bei Schlafapnoe so oder so zu diesen hohen BMIs zwischen 40-60 kommt. Das hat auch nichts mit Essen zu tun, sondern dem Streßkreislauf, den Reaktionen auf den Schlafmangel, die fehlenden Stoffwechselprozesse während des Schlafes und die total quälende Müdigkeit und möglicherweise auch Störungen der Thermogenese.

    Was ich mit dem Beispiel sagen will: Prävention gut und schön. Es hätte sein können wenn vielleicht und dann ggf… Aber es gibt definitiv Situationen, die die Menschen sehr dick machen. Das sind gar nicht so wenige Dinge. Ich muss das hier nicht aufzählen, Sie kennen die Gründe für Gewichtszunahme.
    Mit Prävention ist dem eben nicht beizukommen, sondern in aller Regel nur durch eine sehr genaue Diagnose. Das Problem ist aber dieser Diätwahn, der die meisten Dicken erstmal dazu führt, ständig zu eben jenen Diäten verdammt zu werden und der unerschütterliche Glaube der absoluten Mehrheit, das insbesondere massives Übergewicht mit Essen zu tun hätte. Das ist in den allerseltendsten Fällen so. Die meisten Fälle sind Multifaktorell und das Essen ist wenn nur ein kleiner Faktor, wenn überhaupt. Wenn der Körper Fettzellen aufbauen will, dann kann er das auch machen. Einzig Hungern kann dies verhindern und deshalb müssen auch die Diäten (fast) alle mit Nahrungsverknappung arbeiten (oder Grund- und Umsatzoptimierung) und das geht seit Jahrzehnten kräftig daneben.

    Erst wenn einmal offizielle Lehrmeinung ist, das Ernährung nicht die Ursache für Übergewicht ist, erst dann sind wir in der Lage eine wirkliche Präventionsstrategie durchzusetzen.
    Solange die mittelalterliche Vorstellung vorherrscht, das das, was ein Mensch oben reinschiebt, auch das sein muss, was er auf den Rippen hat (von nix kommt ja bekanntlich nix) solange wird dieses Vorurteil jede Prävention behindern weil dicke Menschen immer wieder diesen WindmühlenK(r)ampf ala Don Quichote im durchleiden der nächsten Diät und der nach dem Scheitern kommenden Vorwürfe mitmachen müssen, anstelle mit moderner Diagnostik tatsächliche Ursachen für die Unterschiede im Stoffwechselgeschehen unterschiedlicher Stoffwechseltypen herausgefiltert werden und Ursachen behandelt oder eben unbeeinflussbare Faktoren hingenommen werden. Das Märchen vom MEGA-Risiko des Übergewichts sollte auch die Kloschüssel runtergespült sein. Da gehört es nämlich hin. Selbst ein wirklich sehr sehr dicker Mensch mit nem BMI über 45 hat ein gerade mal vergleichbares Risiko mit einem Raucher diverse Krankheiten zu bekommen. Das ist Stand der Wissenschaft.

    Gäbe es die Diskriminierung von Dicken nicht, würden sich die meisten Probleme der Übergewichtigen sowieso schon auflösen, da diese nach meinen Beobachtungen und Kenntnissen eher in den Bereich streßinduzierter Risikofaktoren gehören.

    Also was ich meine: Es gibt seit Jahrzehnten sogenannte Prävention und Gewichtsbekämpfung und Ernährungsberatung. Gebracht hat es nichts ausser eine Menge Geld für alle Profiteure aus allen Geschäftsbereichen der Dicken”betreuung”. Deshalb muss hier ein Wandel stattfinden, der auch den hehren Wunsch nach Prävention begräbt. Prävention ist nicht möglich. Frühzeitig Diagnostizieren und Behandeln und das Abnehmen-Durch-Diätmärchen abhaken.

  12. Hallo, wenn man bedenkt, in wieviel ” selbstverschuldete” Unfälle z. B. Skifahren oder Rasen oder z. B. auf dem Oktoberfest oder in Mallorca betrunken kollabieren usw. usw. die Krankenkassen
    investieren müssen, oder Spielsucht usw. usw. so
    wird nur immer bei den Übergewichtigen gleich geschrieen , daß sie selbst schuld sind. Ist ein Drachenflieger nicht auch selbst schuld, wenn er abstürzt? Müssen die so gefährliche Hobbies haben, oder ein Porschefahrer wenn er mit Tempo 160 irgendwo dagegen knallt? Tempo 160 ist noch untertrieben, trotzdem wird ohne zu meckern , die Behandlung von den Krankenkasse bezahlt, nur bei Übergewichtigen, schreien immer alle : Die sind doch selber schuld, der Raucher, Skifahrer, Porschefahrer ,
    Drachenflieger, Privatflugzeugpilot ist auch selber schuld! Nur ist hier das Geschrei nicht so groß!! Möchte ich mal gesagt haben, diese Leute müssen aber zur Wiederherstellung Ihrer Gesundheit weder eine Eigenbeteiligung abdrücken, noch 1000 Anträge stellen, die dann sowieso abgelehnt werden. Ehrlich, daß ärgert mich maßlos, von so Gscheithaferln immer in eine Ecke gedrängt zu werden. Gruß und Kuß von Ödypuß! Ist nur ein Sprichwort !

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