Die Transfettfritten bei Ikea, Transfettsäuren und Kinderwunsch

ElchfettEs gibt Werbesprüche, die gehen direkt ins Ohr, andere sind dazu gedacht, den Adressaten mit unlösbaren Fragen an den Adressor zu binden.
Zu letzteren gehört das verbreitete

Wohnst du noch,
oder lebst Du schon?

Das unmögliche Möbelhaus mit den schwedischen Farben hat Transfette im Frittierfett. Die Stiftung Warentest konnte bei einem Test im Februar 2007 nicht ermitteln, ob diese natürlichen Ursprungs sind, oder aus der Raffinerie stammen.
“Der Elch ist ja – besonders im Winter – ein sehr fettes Tier, braucht das Fett, um die harten Witterungsbedingungen in der schwedischen Taiga zu überleben – möglicherweise wird hier überschüssiges Elchfett über das Frittiersubstrat entsorgt” gab Fritz Forscher von der Bundesforschungsanstalt für Kartoffelveredlung und Weinbau in Geisenheim (Rhein) zu bedenken.
Eine offizielle Stellungnahme zu der Transfettaffäre war von *ungenannt* nicht zu bekommen. Sven Svörensen, (Name geändert) Mitarbeiter in der Zentralküche in Uppsala, erklärte jedoch: “Mit Omega-3-Ölen kann man nicht frittieren, Wir hatten da schon ernste Vorfälle. Fischöl hat einfach einen zu niedrigen Flammpunkt”.
Jan van Wallhalder, stellvertretender Werbechef des weltumspannenden Möbel- und Nippeskonzerns, teilte uns in einem “vorläufigen Fax” mit, dass der alte Werbeslogan voraussichtlich Mitte des folgenden Monats geändert werde.
“Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die Gesundheit unserer weltweiten Kundschaft. Unsere Produkte werden strengsten Belastungstests unterworfen. Unsere Transfette sind insgesamt überdurchschnittlich belastbar. Das haben unabhängige und neutrale Tests ergeben. Deshalb bleiben wir bei dem, was sich als kostengünstig bewährt hat, und ändern nur den Werbespruch, der sich mittlerweile doch schon abgenutzt hat, um in:

Isst Du schon,
oder lebst Du noch?

Wir bekennen uns also zu unserer Firmenphilosophie, der Welt nicht nur einen Stuhl oder ein Sitzkissen unter dem Hintern, sondern auch etwas zu bedenken zu geben. Für den Bauch ist jeder selbst verantwortlich, und unser Rohkostangebot ist richtig geil. Das musst Du mal probieren!”
Kaffee

Nachtrag, ohne Ironie:

Heute sieht es … so aus, als würde unsere Ernährung auch bestimmen, was wir einmal werden – Eltern zum Beispiel.
Oder auch nicht. Ein Forscherteam in Harvard hat kürzlich einen Zusammenhang zwischen der Art der Fette in der Ernährung und dem Risiko festgestellt, ungewollt kinderlos zu bleiben. Die Wissenschaftler zeigten, dass Trans-Fettsäuren die weibliche Fruchtbarkeit hemmen können. Diese Moleküle kommen in der Natur nicht vor, sondern finden sich als Bestandteil gehärteter Fette überwiegend in einigen industriell verarbeiteten Lebensmitteln wie z. B. Toastbrot oder Schokoriegeln.

Steigt der Anteil dieser Fette an der Ernährung um nur zwei Prozent, so verdoppelt sich das Risiko der ungewollten Kinderlosigkeit.
Ein höherer Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren, wie sie z. B. in vielen Pflanzenölen und Seefisch enthalten sind, erhöht dagegen die Chance, schwanger zu werden – besonders wenn die Betroffenen gleichzeitig optimal mit Eisen versorgt sind.

Grund ist die unterschiedliche Wirkung der beiden Fettsäuretypen auf ein Molekül, das als Sensor und Regulator für den Fettstoffwechsel wirkt und so indirekt den Hormonhaushalt entscheidend beeinflussen kann.
Während mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Molekül aktivieren und damit eine für Eisprung und erfolgreiche Befruchtung günstigere Hormonsituation sicherstellen, ist bei Trans-Fettsäuren das Gegenteil der Fall. Frauen mit Kinderwunsch sollten gehärtete Fette also auf jeden Fall zugunsten ihrer natürlich vorkommenden Verwandten meiden …

soviel aus einer Meldung des AID, 29.08.207

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3 Kommentare zu “Die Transfettfritten bei Ikea, Transfettsäuren und Kinderwunsch”

  1. Entwarung
    =======

    So oft bin ich ja nicht in der Ikea-Knatine, wenn ich dort auch 10 Tassen Kaffee zum Preis von einer bekomme.
    Beim letzten Besuch jedenfalls war ein kleiner Hinweis zu sehen, dass man keine Transfette mehr verarbeite.
    Einen Pommes-Test habe deshalb nicht gemacht.

    Der Kaffee war, nach wie vor, ganz ordentlich.

  2. [...] die Pommes in Transfett frittiert, ist mittlerweile Geschichte. Einen Fressnet-Artikel über Transfette hatte es im Februar 2007 [...]

  3. [...] Transfettsäuren nicht nur die Adern “verstopfen”, sondern auch die Laune verderben, will jetzt eine Studie [...]

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