Konjugierte Fettsäuren

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen weiß die Wissenschaft nicht viel über die konjugierten Fettsäuren, wohl aber die Nahrungsergänzungs-Wirtschaft, die “CLA” als Möglichkeit, sich einen Traumkörper zu erwerben, bewirbt:


enthält die bioaktivsten cis-10, trans-12 Isomere der Linolensäure und steigert dadurch signifikant die Thermogenese bzw. den Körperfett- und Energiestoffwechsel. Aber damit noch nicht genug, CLA macht die Muskelzellen sensibler für das insulininduzierte Eindringen von Aufbausubstraten (verbesserte Insulintoleranz) und es verbessert die Nitrogenassimilation (Aufbau von Muskelmasse) sowie die Nitrogenretention (vermindert also Abbauprozesse der Muskulatur).
Alle diese CLA Eigenschaften greifen ineinander und so ist es kein Wunder, dass in verschiedenen Studien, Athleten innerhalb von 8 Wochen mittels CLA ganze 20% ihres Körperfettes verloren, aber gleichzeitig 5% Muskelmasse aufgebaut haben. 

Was hier “passiert” versteht mal wieder kein Mensch; vielleicht sollte man zuerst einmal wissen, was der Unterschied zwischen Fett, Säure und Fettsäure ist.

Letztere dann auch noch konjugieren: Ganz klar, weder in Chemie noch in Deutsch haben wir aufgepasst, Pisa lässt grüßen.

  • Ich fettsäure
  • Du fettsäuerst
  • er, sie es fettsauert
  • Wir fettsauern
  • Ihr fettsauereit
  • Sie Fettsauerei-en

„Bisher wollen wir nur sagen: Leute, passt auf!“ mahnt Prof. Dr. Evi Kostenis. „Diese Substanzen wirken wie ein Arzneimittel und sind damit nicht ungefährlich.“ Die Wissenschaftlerin fordert endlich seriöse Langzeitstudien am Menschen. Bisher gab es dazu keine einzige. Das Forscherteam hat jetzt eine Langzeitstudie mit Mäusen initiiert. Sie wird wertvolle Hinweise liefern, welche Langzeitwirkungen von CLA beim Menschen zu erwarten sind.
Konjugierte Linolsäuren werden als natürliche Substanzen angepriesen. Aber natürlich heißt nicht automatisch harmlos, warnt die Forscherin: „Die Natur macht auch viele schöne Gifte − denken Sie nur an Knollenblätterpilze!“ Ihr Fazit: „Man sollte nicht alles unbesehen glauben, was die Werbung verspricht.“

Das Fazit, das Evi Kostenis hier zieht, kann man nicht oft genug wiederholen. Die Bemerkung zu den “schönen Giften der Natur” allerdings ist subjektiv und nicht wissenschaftlich – sei es drum ;-)

Weitere Informationen beim AID

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