Benzin in den Adern, Nuhr: Kein Reichelt-Streichelt-Reim, Aiwanger als Brennelement? Habeck-Perspektiven

Benzin in den Adern

Als Janis Joplin „O Lord, won’t You buy me, a Mercedes-Benz“ sang, war die Welt noch in Ordnung. Janis‘ Freunde fuhren alle Porsche, und ein Farbfernseher war noch nicht die Norm, sondern etwas Besonderes, das sich nicht jeder leisten konnte.

Der Hippie-Mythos drehte sich um Sex, Drugs & Rock and Roll, die Easy Riders durchquerten den Kontinent auf ulkigen Motorrädern, das war ein bisschen rebellisch-alternativ, ein bisschen Tabubruch, die Mobilität per „Bully“ war derart populär, dass man die Andenken heute noch kaufen kann.

Etliche der „Gegner der konservativen Gesellschaft“ sind „vor die Hunde“ gegangen und/oder haben sich dem System (wieder) angepasst.

Von Energie- und Rohstoffknappheit, oder gar vom Treibhauseffekt war gar nicht die Rede, wenn es auch mal autofreie Sonntage und Autobahn-Geschwindigkeitsbegrenzungen gab – was aber offiziell wegen künstlicher Verknappung und Energie-Verteuerung geschah. Gegen die Zerstörung der Natur wurde allerdings bereits angesungen.

„Luftqualität“ ist hierbei schon lange ein gebräuchlicher Ausdruck. Ein paar Filter für Müllverbrennungsanlagen würden ausreichend, hat man lange gedacht. Aber inzwischen hat sich das Klima verschoben, und riesige Flächenbrände dürften wir eigentlich nicht mehr ignorieren. Satelliten informieren stündlich über den Stand der Brände – weltweit. Wer auch immer jetzt schon mal „präventiv“ Staudämme sprengt und riesige Gebiete unter Wasser setzt: Diese Brandstifter betreiben  jedenfalls keinen Brandschutz.

Wer sich jetzt einen Kresseigel auf die Fensterbank stellt, wird mit dieser „heile-Welt-Politik“ nicht viel bewirken – aber darum geht es auch nicht. Wirken könnten ganz andere Formationen, die sich bald mal organisieren müssen.

Das Beispiel zeigt im Kleinen, wie unverzichtbar Wasser in der Nahrungsmittelproduktion ist, doch hier haben wir schlechte Karten:

Die Achtung für vom Menschen abhängige Tiere, auch die Sorge um unsere Gesundheit, waren die Motive, z. B. vegetarische Brotaufstriche zum Selbermachen zu entwickeln – gegenüber dem herrschenden Konsumismus sind solche Rezepte allerdings höchst unbedeutend.

„Konsumismus“ – zwanghaftes Konsumieren/Verbrauchen folgt dem Motto

„Haste was, biste was.
Haste was, verschleißt du das –
wie eine/jede Ware,
die du unvermeidlich auch selbst darstellst.“

Das ist auch den Kids klar, die, als Statussymbol der Eltern in einer Verwöhnkultur gedeihen sollen: Das Cabrio zum 18. Geburtstag darf es schon mal sein, und sicher sind die Dinger ja auch, weil sie nicht aufs Dach fallen können…

Eine „Sitzung zu Kreislaufwirtschaft“ Ende März d. J. brachte Klarheit in die Frage, warum wir  Ressourcenschutzziele brauchen, um eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung zu erreichen. In einem Papier von Janine Korduan, Referentin Kreislaufwirtschaft, BUND e.V. heißt es:

„… primäres Ziel zirkulären Wirtschaftens muss es … nicht sein, Materialien irgendwie im Kreis zu führen, sondern den Verbrauch von Primärrohstoffen absolut zu senken.“

Hintergrund: Z. B. bei Verpackungen wird hauptsächlich für eine Einmal-Nutzung produziert, aber auch weitestgehendes Recycling würde die Umweltverschmutzung nur bedingt verringern.

Nicht die Ressourcenwende als Teil der Zeitenwende entzieht sich dem Bewusstsein, sondern das Bewusstsein verweigert sich der Ressourcenwende.

 

Schattenseiten der Sonnenenergie

Weil Treibhausgase mehr warm halten, als „man“ dachte und will, und wegen entsprechender internationaler „Klimavereinbarungen“ ernten wir Sonnenenergie, die fängt man mit ziemlich schwarzen „Panelen“ auf, und schon kann man Strom ernten.

Aber

„… immer häufiger kaufen große Investoren Ackerland zu einem Preis, den die Landwirte nicht bieten können. Das hat dramatische Konsequenzen: Zwischen 2010 und 2020 sind landwirtschaftliche Nutzflächen hierzulande im Schnitt um 126 Prozent teurer geworden.

Die Solarfarmen, wie sie installiert werden, erinnern stark an Landschaftsversiegelungen, mit denen großflächig die Umwelt zerstört wird – dabei gäbe es Lösungen, die landwirtschaftlich genutzte Fläche und Solarstromanlagen koexistieren lassen, nämlich „Photovoltaik auf Stelzen„.

Es gibt sogar Kulturen, die beschattet besser gedeihen als unter prallem Sonnenschein; hier gilt es, die dementsprechenden Konsequenzen zu ziehen.
Die Agrar- und Ernährungswende ist ohnehin durch die zunehmend schlechteren Umweltbedingungen und für den globalen Stopp von Hunger und Verhungrrn notwendig, wenn auch gerne „missverstanden“:

„Die Deutschen sollen GAR KEIN Fleisch mehr essen, sich komplett „pflanzenbasiert ernähren“. Der Plan kommt aus dem Grünen Umweltministerium.“

Kartoffelsalat mit ideologischen Würstchen.

Was der Mit-Bürger Reichelt als Plan bezeichnet, war wohl eher ein Teilstück eines Planspiels, und ohnehin hat das Umweltministerium nichts zu sagen, oder ungefähr so viel wie ein besorgter Bürger, der wissen möchte, was aus der „Biolebensmittelgrundversorgung“ werden soll.

Im Zusammenhang mit Reichelt ist noch der Kalauer sagbar, dass „Reichelt“ sich auf „streichelt“ reimt, geradezu darin verschwinden kann. Daraus macht uns Nuhr nun keinen Vers, betont aber, dass Deutschland unschuldig am Klimawandel ist, und Aiwanger tobt in Erding, um die Stimmung gegen das Heizungsmodernisierungsgesetz aufzuheizen. Man bräuchte dann während der Heizperiode nur noch ihn, einen Wärmetauscher und ein Fernwärmenetz – zum Heizen.
Söder hingegen bleibt immer ganz ruhig und nippt höchstens ein wenig, wenn er auch volle Fässer ansticht.

Beim Stichwort „Planetary Health Diet„, das sich bei Eingeweihten sofort meldet, wenn es um Ressourcenschonung in Ernährungsfragen geht, kommt es vielleicht zur Kritik an „1001 Kompetenz-Fundstätten“, die jeweils zur Unterstreichung ihrer „Effizienz“ Papiere ausarbeiten.

Die schamlosen Polemiken auf dem Sektor der Ernährungspolitik – da wird zum Fleisch-Essen und Milch-Trinken aufgerufen, das Elternrecht auf Kinder-Werbung für Süßigkeiten beschworen und phantasiert, Ernährungswissenschaftler*innen wollten den Currywurstkonsum kappen – sollen das gesellschaftliche Klima vergiften. Es wäre wichtig gewesen, diese hemdsärmelig-populistischen Demagogie radikal anzuhalten – zwar haben wir keinen Adipositasverband, der protestiert hätte, doch mit den Gefühlen der von Essstörungen Betroffenen anständig umzugehen, ist auch ohne engagierten Verband eigentlich ein selbstverständliches Gebot.

Diesen Pöbeleien verdanken wir ein bemerkenswertes Zitat des Ernährungsministers:

„Die Brandmauer zum Irrsinn, die wird gerade massiv eingerissen. Das ist doch ein Problem, da profitiert weder die CDU/CSU davon noch die Grünen noch die SPD noch die FDP.“

Vize-Kanzler Habeck führt den billigen Populismus, das wohlfeile „Spiel“, auf die Gegenseite einzuprügeln, statt nach ihren gesunden Anteilen zu fragen, auf aufmerksamkeitsökonomische Zwänge zurück, und die „Netzgemeinde“ stimmt bei.

Die Bedeutung des Tempolimits ist gegenüber klimaneutralem Heizen eher marginal, sagt er.  Diese Erkenntnis kommt ein bisschen plötzlich und unvorbereitet – aber stimmen wir uns bei all der Autofreude schon mal auf Reduzierungen bei der „Fahrradförderung“ ein.

Man könnte ja auch mal sektorenübergreifend denken, und bei Autowirtschaft „Gesundheit“ mitdenken, bedenken, was ein gesundes Umfeld ausmacht und sich der „Nordhessenfrage“ widmen:

In Nordhessen leben mehr Übergewichtige als im Rest des Landes. Das geht aus Krankenkassen-Daten hervor. Die wenigsten Adipositas-Fälle gibt es im Hochtaunuskreis.

Warum ist das so?

 

 

 

 

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